Lieblingskinderbücher – die Auswahl von Sohn I

Drüben bei Friederike kann man gerade die fünf Lieblingsbücher ihres Sohnes nachlesen, da kam sie drauf, weil sie selbst selbst vor ein paar Tagen ihre eigene Auswahl von 5 Büchern hier vorgestellt hat. Und das ist natürlich eine großartige Idee, denn warum soll immer nur ich hier meine Leselisten veröffentlichen, das können die Söhne doch auch schon.

Zunächst die aktuelle Auswahl und die Begründungen von Sohn I, der sich für die Liste fast gar keine Vorlesebücher ausgesucht hat, sondern nur solche, die er gerne alleine liest. Also nicht den Text, denn den kann er noch nicht, aber die Bilder. Und einige Buchstaben, immerhin. Er liest sehr viel, sehr lange und ja, auch heimlich mit Taschenlampe unter der Bettdecke. Es wachsen eben trotz aller modernen Entwicklung immer noch richtige Bücherwürmer heran, auch wenn sie nebenbei noch so begeisterte iPad-Nutzer sind.

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Gruselgeschichten für Vorschüler und Erstklässler, diverse Autoren, erschienen in der arsEdition 2005:  “Da sind so Wörter im Text durch Bilder ersetzt und die kann ich dann selbst lesen, das finde ich gut. Und das ist alles mit Drachen und Geistern und Monstern und Grusel und Grusel ist natürlich immer gut. Nur die eine Geschichte mit dem Angeln ist doof, weil Angeln doof ist. Finde ich. Total langweilig.”

Yakari: Neue Geschichten mit den Indianerjungen: “Yakari kommt immer überall durch, das finde ich toll, weil er ja auch mit den Tieren reden kann und immer einen Ausweg findet aus allem oder einen Trick. Ich finde auch immer Tricks. In dem Buch ist auch die Geschichte mit dem dummen Pelikan, das ist die beste von allen Yakari-Geschichten, der stürzt ab und das ist sehr lustig, weil abstürzende Pelikane wirklich lustig sind, das ist so.”

Geheimnisse der Welt: Dinosaurier:  “Das ist mit getöteten Tieren, wo man noch das Blut sieht. Und gejagten Tieren und Jägern und Tieren, die sich gut wehren können, auch gegen große Tiere, und da ist hinten dieses Vergleichsbild mit dem Menschen drauf, da sieht man genau, wie groß die Dinosaurier wirklich waren. Nämlich richtig, richtig groß.”

Ali Mitgutsch: Mein Piraten-Wimmelbuch: “Das sieht man ja gleich, warum das toll ist, mit den ganzen Piraten und richtigen Kämpfen und Menschen die ins Wasser fallen und Guten und Bösen und brennenden Booten und Feuer auf dem Wasser, das ist wirklich mit allem.”

Morris/Goscinny: Lucky Luke – Die Erbschaft von Rantanplan: “In dem Buch verbrennt ein Hotel, das mag ich. Das ist sonst so in keinem Buch. Und die Daltons sind auch gut, besonders der ganz Kleine. Und Lucky Luke ist sowieso gut. Die Hefte mag ich alle. Asterix ist auch gut, aber ich finde gerade keinen.”

Jan Mogensen/Irina Korschunow: Hast Du gut geschlafen, Teddy? “Da fällt ein Teddy aus dem Fenster auf eine Katze und ganz zum Schluß kommt er erst zurück ins Zimmer, mit einer Taube, das ist ziemlich kompliziert. Aber das  Beste ist sowieso, dass der Teddy aus dem Fenster fällt.”

David Henry Wilson (Bilder Axel Scheffler, Übers. Gerda und Helmut Winter): Jeremy James oder Elefanten sitzen nicht auf Autos: “Weil da ein Elefant auf dem Auto von dem Papa von Jeremy sitzt und ein Geschäft darauf macht. Das ist zwar zum Vorlesen, aber wirklich witzig. Das ist eines der witzigsten Bücher hier, glaube ich.”

Die Auswahl von Sohn II folgt morgen.


 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Von Greenpeace gibt es eine aktuelle Aufstellung zu Fischsorten – welche kann man noch essen, welche nur bedingt, welche gar nicht.  Schlichte Schlußfolgerung: Es ist nicht mehr viel übrig. Im Grunde nur Karpfen, das ist die einzige Sorte komplett ohne roten Hinweis. Ausgerechnet Karpfen. Örgs. Da fällt einem der Fischverzicht doch wirklich gleich viel leichter.

“Die Welt wird besser”, das ist eine Schlagzeile, mit der man nicht unbedingt rechnet. Schon gar nicht in der taz. Und schon gar nicht vollkommen ernst gemeint.

Die Welt wird übrigens auch für arabische Frauen besser, hurra! Die haben jetzt nämlich ein speziell für sie designtes Tablet zur Verfügung. Das epad femme, mit vorinstallierten Koch-Apps, Yogakursen und Schwangerschaftskalendern, also mit allem, was man eben so braucht als Frau. Und auch noch sehr leicht zu bedienen, denn die können ja nix, die Frauen, mit ihren süßen Patschehändchen. Klingt wie ein Witz, sieht auch aus wie ein Witz, ist aber gar keiner (englischer Text).

Und die deutschen Frauen? Die wollen einfach arbeiten (sorry, Link kaputt), schreibt Anette Göttlicher und sie schreibt auch, warum das nicht so einfach ist. Das Thema taucht hier häufig auf, wie die Stammleserinnen merken, aber das ist auch sicher völlig angemessen. Der Gegensatz zwischen der Klarheit, mit der die Probleme benannt werden, und der Unklarheit, mit der die Politik antwortet, der wird immer faszinierender.

Nicht alles wird besser, manches bleibt auch schlecht. Wenn z.B. im Leben so viel schief geht, dass man dummerweise kein Girokonto mehr hat, dann hat man ziemlich schlechte Karten – ganz besonders übrigens in Deutschland, schreibt die Zeit.

Schlecht ist oft auch absichtlich verschleiernder Wortgebrauch, etwa bei dem Begriff “Bankenabgabe”, den wir gerade im Zusammenhang mit Zypern alle paar Minuten in neuesten Nachrichten wahrnehmen müssen. Auf Neusprech.org findet man eine lesenswerte Analyse des Wortes.

Und ganz schlecht ist natürlich auch unsere Ernährung, gar keine Frage. Wer ohne Schuld ist, der werfe bitte den ersten Schokoriegel. Der Rest, also all die Büromenschen, die sich ganz normal, sprich normal schlecht ernähren, erkennt sich womöglich in diesen faszinierenden Bildern wieder. Lauter amerikanische Versionen der Büro-Mahlzeit. Nebenbei runtergeschlungen, nebenbei geknipst. nebenbei hochgeladen. Achtung, manches Bild in diesem Blog wirkt deutlich appetitzügelnd.

Der Weiterbildungslink der Woche – ein langer Text zur Hyperinflation von 1923, der die Zusammenhänge vermutlich etwas besser erläutert als damals Ihr Geschichtsbuch.

Apropos Weiterbildung – bei den Scilogs geht es um Antibiotikaresistenzen, und das hat mit Wirtschaft erst einmal gar nichts zu tun, denkt man jedenfalls. Bis man den Hinweis im allerletzten Absatz findet. Aber fangen Sie ruhig vorne an und lassen Sie sich überraschen. Es lohnt sich.

In der Zeit geht es um die Grenzen des Wachstums und die Grenzen des Kapitalismus und um Jan Müller. Den kennen Sie nicht? Vielleicht doch, nur unter einem anderen Namen.

Der Wirtschaftsteil ist irgendwie nicht vollständig ohne einen Link zum Thema Architektur. Diesmal geht es in einem englischen Beitrag um den Innenausbau eines Ladens, eines Buchladens sogar, das kommt ja immer besonders gut an. Buchgeschäfte sind immerhin so etwas wie die Pandabären des Einzelhandels. Alle finden sie schön und süß und keiner darf ihnen etwas tun, auch wenn ringsum alles andere zum Teufel geht und es immer schwieriger wird, sie am Leben zu erhalten. Der Laden, um den es hier geht,  wurde mit Recyclingmaterialien eingerichtet, ziemlich ausgefallen und ziemlich cool.  Die Seite, auf der das Video verlinkt ist, Treehugger, ist übrigens generell recht interessant und unterhaltsam. Wir sagten es vermutlich bereits einmal, aber das schadet ja nicht.

Und zum Schluß noch ein Blick auf ziemlich alte Architektur, auf vergangene Größe, auf ein längst untergegangenes Unternehmen in Leipzig.  Der Fotograf und Autor des Textes nennt es eine Narbe in der Welt und es ist ja nicht ganz unüblich, sich ab und zu mal Narben zu zeigen und die Geschichten dazu zu erzählen. Auch in diesem Blog lohnt es sich, ein wenig rückwärts zu lesen. Vielleicht holen Sie sich vor dem Klick besser einen Kaffee.

GLS Bank mit Sinn