Woanders – diesmal mit anderen Eltern, der S-Bahn, Ritalin und anderem

Nichts ist schlimmer als andere Eltern. Alte Regel.

In Hamburg wird das “Zurückbleiben bidde” gestrichen. Ich mag den Grund sehr. Kann man ruhig ein wenig länger drüber nachdenken, das hat was.

Dafür bleiben die unruhigen Kinder in Hamburg schön sediert zurück.

Ein alleinerziehender Vater der besonderen Art.

Andere Leute haben interessante Berufe.

Bei Isa gab es eine Wohnzimmerlesung und ich habe dabei Bilder gemacht.

Und hier wieder ein Link, bei dem Autoren darunter schreiben möchten: das wissen wir alles schon lange. Schon sehr, sehr lange.

Und hier die Leistung des Tages. Dagegen haben Sie vermutlich gar nichts auf die Reihe bekommen. So im Vergleich.

Frau Novemberregen bastelt dispositiv und das dazugehörige Gespräch erinnert fatal an gewisse Diskussionen, die ich erleben, wenn ich beruflich Erwachsene schule.

Meike Winnemuth über Rosalinde. Ich glaube, ich möchte mal nach Spiekeroog. Außerdem habe ich mich schlimm in das Rosaline-Lied verliebt und es in den letzten zwei Tagen schon, äh, unfassbar oft gehört. Mannmannmann. Na, immerhin können die Söhne den Text jetzt. Und die Herzdame. Die Nachbarn frage ich lieber nicht.

Film: Sven zeigt Happiness. Macht gute Laune. Das sind viele Videos, aber bleiben Sie dran. Und bloß nicht Kiew auslassen!

 

Fangen

Wenn die Söhne Fangen spielen und sich dabei an einem vorher ausgemachten Ort in Sicherheit bringen, dann nennen sie diesen Ort immer “Mi.” Das irritiert mich, denn in meiner Kindheit hieß es Klipp. Und das irritiert wieder andere, denn bei denen hieß es Klippo, mit einem o am Ende. Oder Frei. Oder Aus. Es scheint viele regionale Bezeichnungen dafür zu geben, ähnlich wie beim Brotknust oder beim Apfelgriepsch. Es kommt vor, dass mir ein Kind auf den Schoß springt und mich lauthals zum Mi deklariert. Da bin ich dann froh, dass sie nicht Klippo sagen, denn das klänge doch, als sei ich ein Clown von bestenfalls mäßiger Intelligenz. Mein Papa, der Klippo. Nein danke.

Natürlich habe ich die Herzdame gefragt, was sie in ihrer Kindheit gesagt hat. Die Herzdame kommt aus Nordostwestfalen, einer etwas seltsamen Gegend. Sie verstand die Frage nicht. Ich habe es ihr erklärt, sie sah mich ratlos an. Dann hat sie mir erzählt, dass es so etwas in ihrer Kindheit gar nicht gab. Wenn sie damals Fangen spielten und einer war zu langsam, dann wurde der eben gefangen.  Was denn sonst? Da gab es keinen Sicherheitsort, keine Pausenzonen. Nordostwestfalen ist eine Gegend, in der man zur Eindeutigkeit neigt, auch was das Verlieren betrifft.  Die Herzdame findet das Mi-Konzept daher total abwegig.  Ich habe versucht ihr zu erklären, dass Mi oder Klipp das Spiel wesentlich netter machen. Das war ihr egal: “Wenn man geschnappt wird, dann ist das eben so!” Da habe ich nichts mehr gesagt. Ich habe mich nur noch in Gedanken gefragt, wie sie vor vielen Jahren wohl auf meinen etwas plötzlichen Heiratsantrag reagiert hätte, wenn sie mit anderen Regeln aufgewachsen wäre. “Wenn man geschnappt wird, dann ist das eben so.”

Ich habe manchmal den leisen Verdacht, diese Regel war ganz gut für mich.

(Dieser Text erschien als Sonntagskolumne in den Lübecker Nachrichten und in der Ostsee-Zeitung)