Die Timelines als Milchvieh betrachtet

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Ich habe bei Christoph Kappes einen Text gelesen, über das Lesen von Printmagazinen. Da beschreibt er, wie fremd ihm einerseits Print geworden ist – und wie selbstverständlich ihm anderseits das Sharing geworden ist, das Weiterreichen von Links, das mit Print nun einmal nicht geht, wenn man nicht gerade Rundbriefe per Kopierer und Fax versenden möchte. Das kann ich bestens nachvollziehen, das geht mir genauso.

Ich gehöre zu den Leuten, die auch beruflich mit dem Sharing von Content zu tun haben, ich sammele die Links für den wöchentlichen Wirtschaftsteil gegen Honorar. Für mich ist daher ein Text zum Thema Wirtschaft, den ich nicht teilen kann, nichts wert – nicht einmal meine Aufmerksamkeit. Ich lese online verwertungsorientiert, ob das nun gut ist oder schlecht. Zum Vergnügen lese ich im Bett, im Bett lese ich Bücher. Wenn ich online lese, habe ich immer irgendwie die Frage nach dem ganz direkten Nutzen der Lektüre im Kopf. Wenn eine Seite hinter einer Paywall verschwindet, dann findet sie für mich nicht mehr statt, mir fällt auch beim besten Willen kein Beispiel einer Seite ein, die ich für unersetzlich halten würde. Weder im lokalen noch im überregionalen Bereich. Ich möchte damit gar nichts gegen Paywalls sagen, sollen sie bloß alle alles versuchen, was dem Journalismus dient und ihm weiterhilft. Ich stelle nur fest, dass ich da im Moment nicht mitspiele. Ich brauche keine Seiten hinter Paywalls, es gibt immer genug andere Quellen, die ich verlinken kann. Immer und zu jedem Thema.

Und da es vielleicht auch für andere interessant ist, wie ich gerade zu meinen Links kommen, schildere ich mal einen der Vorgänge dabei, nämlich die Auswertung der Timelines auf Twitter und Facebook. Da muss man vielleicht etwas vorwegschicken, was einigen nicht bewusst ist, dass man nämlich auf Twitter Accounts gar nicht folgen muss, um ihnen zu folgen. Man kann sie einfach in Listen packen, die man thematisch sortiert. Dann erscheinen ihre Tweets in diesen Listen, nicht aber in der eigentlichen Twitter-Timeline, in der man vielleicht nur die persönliche Kuschelgruppe haben möchte, die Online-Hood, die Heimatmannschaft. Ich habe z. B. Listen für Elternthemen, für das Feuilleton, für den Wirtschaftsteil, für das Regionalthema Hamburg und Nord, für Irgendwasmitmedien. Ich habe auch eine Liste “Südtirol”, weil ich da im Sommer hinfahre, da kann man sich schon im Social-Media-Bereich etwas für die Reise warmlaufen. Eine eigenartige Art der Urlaubsvorbereitung, aber übrigens gar nicht so schlecht, wie ich gerade merke. Wenn die Listen jemanden interessieren – die öffentlichen sind in meinem Twitterprofil verlinkt.

Listen liefern zum Teil überraschende Erkenntnisse, wenn man etwas Zeit investiert. So habe ich jetzt, nachdem ich mich ein paar Stunden mit meiner Twitter-Liste “Hamburg und Nord” beschäftigt habe, endlich mal den Eindruck, die Nachrichtenlage in der Stadt und aus dem mich interessierenden Umland halbwegs komplett mitzubekommen. Das ist mir vorher mit den einzelnen Medien nicht einmal annähernd gelungen, das ist über eine Twitterliste aber ziemlich gut möglich. Das gilt auch, und das ist gar nicht so unwichtig, für die Termine in der Stadt.

Man hat aber selbstverständlich gar nicht immer Zeit, die Timelines zu lesen, man will sie vielleicht einfach nur ausbeuten, man will sie nur melken, man will nur die Links. Also die Links zu den geteilten Artikeln pro Themengebiet. Welche Meldungen wurde von den diversen Hamburger Accounts am häufigsten geteilt? Welche von den Accounts, die ich für den Wirtschaftsteil beobachte, zu den Spezialthemen Nachhaltigkeit, grüne Landwirtschaft, Klimawandel, Radverkehr etc.?

Da gibt es den äußerst praktischen und kostenlosen Service Nuzzel (nein, keine bezahlte Werbung). Der wertet die Timelines (auch die Listen!) aus und sortiert einem die dort geteilten Links nach Häufigkeit. Wenn man das morgens aufruft, sieht man also auf einen Blick, was die eigene Onlinemannschaft gerade beschäftigt. Siebzehn “Freunde” teilen dies, zehn teilen das und so weiter. Das kann man sich für die gesamte Timeline ansehen, der man folgt – oder aber für die Twitterlisten, und da wird es immer noch praktischer.

Weil man dann, wenn man es als morgendliche Zeitungslektüe betrachten möchte, plötzlich wieder einen Lokalteil hat, einen Wirtschaftsteil, ein Feuilleton, einen Reiseteil und so weiter. Und den Sportteil muss man sich ja nicht basteln, das ist auch gut. Ich mache das jetzt seit Monaten so und es funktioniert ganz hervorragend.

Man kann übrigens, da man diese Linkfeeds öffentlich teilen kann (aber nicht muss), auch die am häufigsten geteilten Links der Freunde von anderen ansehen, etwa die Timeline-Ausbeute von Sascha Lobo oder von Felix Schwenzel, das kann ja eventuell aus guten Gründen interessant sein. Für den Wirtschaftsteil ist, um ein Beispiel zu nennen, der Feed des Urbanist-Mag interessant, hier zu finden. Und diese Feeds kann man dann noch als tägliche Mailzusammenfassung abonnieren, das kann auch manchmal hilfreich sein.

Wenn man online auf Content aus ist, auf Links, auf Futter, dann kann man sich mit Nuzzel die Arbeit deutlich erleichtern. Und wenn man wie ich einen kleinen Zähltick hat, dann kann man auch mal eine Weile festhalten, welche Medien da eigentlich jeden Tag in welcher Häufigkeit von den Timelines geteilt werden. Denn man spricht ja immer von seiner Filterblase, weiß aber vielleicht gar nicht genau, wie die eigentlich ist. Zumindest bezogen auf das, was sie teilt, kann man das aber ganz leicht messen. Ich habe eine Weile lang einfach jeden Morgen aufgeschrieben, welche Medien, wie oft unter den zehn am häufigsten geteilten Links waren. Da kommt dann ein Ranking heraus, das einem annähernd verrät, wie die Timeline in dieser Beziehung tickt. In meinem Fall ergibt das die irgendwie fast erheiternde Erkentnnis, dass sich das Leserverhalten der Bekannten und Freunde quasi seit meinen Schulzeiten nicht verändert hat. Am häufigsten geteilt werden die Zeit (weit, weit vorne) und die SZ, das waren damals schon die Zeitungen, die “man” gelesen hat. Auf Platz drei die FAZ, das kommt auch noch halbwegs hin, auf Platz vier, schon eine erste Überraschung, die Krautreporter.

Die Krautreporter haben für ihren Auftritt viel Kritik einstecken müssen, aber ihre Links werden enorm stark geteilt – auch ein Erfolg, und kein kleiner, denke ich. Das erfolgreichste Blog in dem Ranking ist das von Stefan Niggemeier, das in diesem Sinne erfolgreichste norddeutsche Medium ist der NDR – und so kann man sich das Ergebnis der Zählung nach vielen Kriterien gruppieren und ein wenig darüber nachdenken, was die persönliche Filter- und also Timeline-Auswahl eigentlich ausmacht. Schon interessant. Buzzfeed ist viel erfolgreicher als ich dachte, Wired Deutschland ist, wenn man bedenkt, wie jung das Angebot ist, sehr weit oben eingestiegen. Man sieht auch, welche privaten Blogs besonders gut verteilt werden, im Fall meiner Auswahl sind das Das Nuf und Frau Novemberregen.

Alle zwei Tage habe ich einen Link in der Liste, dessen Seite ich noch nie hatte, in einem Monat wächst die Liste also im Schnitt um 15 Blogs/Medien/Seiten, die mich vielleicht auch noch interessieren können. 180 neue Quellen im Jahr. Ich finde es interessant, sich diese Mengengerüste einmal anzusehen. Natürlich bleibt einem nur ein Bruchteil dieser Quellen erhalten, aber es lohnt doch, auch immer nach noch unbekannten Seiten zu suchen.

Es hat Folgen, die Timelines als Milchvieh zu betrachten, keine Frage. Man baut sie anders zusammen, man fängt an themenbezogen zu basteln und zu justieren, es hat etwas Spielerisches. Wenn ich Journalisten in eine Liste werfe, immer mehr und mehr, was sind die häufigsten Themen, die sie teilen? Da ist schon der Plural in der Frage falsch, denn Journalisten teilen, wenn man sich die häufigsten Links ansieht, ganz offensichtlich ausschließlich Medienthemen – und das ist ist nur dezent polemisch überzogen. Wobei einen diese Meta-Medienthemen natürlich auch lebhaft interessieren können, schon klar.

Wenn man Medien in eine Liste sortiert, die großen Zeitungen etc. – kommt dabei etwas Spannendes raus? Nein. Dabei kommt nur raus, dass alle großen Medien nach wie vor nur sich selbst verlinken, das kann man gleich lassen.

Aber wenn man die Wirtschaftsexperten verschiedener Redaktionen und Blogs etc. zuammen in einer Liste gruppiert, die Feuilletonisten, die Journalisten der norddeutschen Medien oder die aus der eigenen Stadt, aus dem Stadtteil – dann wird es doch sehr, sehr interessant.

Nachtrag: Wenn das jemand nachspielt und sich dafür Listen in Twitter anlegt – es dauert etwa einen Tag, bis diese von Nuzzel aufgegriffen werden.

 

10 Kommentare

  1. Danke für diesen wertvollen Tipp. Bin ein großer Fan der Listen auf Twitter und mag mir Twitter ohne Listen gar nicht mehr vorstellen. Die Idee bzw. Chance mit Nuzzel noch mehr aus Twitter „raus zu holen“, finde ich sehr spannend.

  2. Danke, sowohl für Nuzzel, das ich nich nicht kannte, als auch für den Einblick in Ihr Twitterverhalten.

    Ich halte es genau umgekehrt: Timeline als E, Listen… Nee, stimmt so auch nicht. Timeline für das Basiswissen, ohne das ich mich gar nicht unter Menschen/ in die Nähe des Kollegiums wage. Listen sowohl für die Entspannung als auch zur Vertiefung in nicht Tagesaktuelles.

  3. Ich werde deinen Artikel gleich weiterteilen, denn ich finde, das sollten alle die mal lesen, die noch nicht verstanden haben, wie viele Leute heute Medien / News / Content konsumieren. Natürlich zielgerichtet, das war auch im Print schon so, kaum einer liest die ganze Zeitung. Und per Twitter, Facebook und verschiedene Reader geht das noch besser und gezielter. Ich bin gespannt, wie sich die Medien entwickeln, natürlich muss es Anreize geben, noch Content zu erstellen. Aber ich bin mir sicher, dass der Journalistenberuf schon in irgendeiner Form erhalten bleibt und weiterhin wertgeschätzt werden wird.
    Viele Grüße, Marlene

  4. Danke! Ich habe mich schon häufiger gefragt, wie Du immer diese ganzen interessanten Links zusammen bekommst, das muss doch ein riesiger Aufwand sein und das gleich zwei Mal die Woche. Schön erklärt, lässt sich gut nachvollziehen.

  5. Pingback: Something | Herzdamengeschichten
  6. Endlich mal etwas Clickbaiting in der Überschrift, man will doch auch mit der Zeit gehen. Es geht aber natürlich nicht um die Blase im medizinischen Sinn, sondern um die gerade überall diskutierte Filter Bubble. Für Menschen ohne Interesse an sozialen Medien wird das Folgende eher langweilig, bitte gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen.
    Für alle anderen sehe ich mir die eigene Filterblase etwas genauer an, als Halbtagscontroller neige ich bei so etwas durch berufliche Schäden zum Nachzählen. Was kann ich dabei überhaupt zählen? Zum Beispiel die in meiner Blase geteilten Links. Ich habe bereits einmal über Nuzzel geschrieben, das Tool, mit dem ich meine Timelines auswerte und, nun ja, melke. Ich folge auf Twitter nicht nur den befreundeten Personen, ich folge auch selbstgebastelten Listen zu den Themen:
    Hamburg und Nord (vor allem auch Schleswig-Holstein)
    Feuilleton (Autoren, Verlage, Feuilletonisten …)
    Wirtschaftsteil und Politik (Sozialpolitik, Nachhaltigkeit, Netzpolitik …)
    Familie & Schule (ElternbloggerInnen, Erzieherinnen, Schulexperten, Lehrerinnen …)
    Irgendwasmitmedien
    Diese Listen umfassen nach höchst subjektiver Auswahl Menschen und Institutionen, die in den jeweiligen Bereichen tätig sind. Wenig überraschend ist die Auswahl dezent linksgrün, sozial und liberal geprägt, mit ein paar konservativen Einsprengseln und ausgeprägter Neigung zum Gutmenschentum. Und auch sonst folgt die Auswahl meinen Interessen, beim Feuilleton geht es also eher um Bücher als um die Oper. Nichts gegen Opern, aber so ist es nun einmal, ich bin eher Leser. Ich gebe mir keine Mühe, Personen oder Medien zu berücksichtigen, von denen mir spontan schlecht wird, also keine Bild, keine AfD etc. An Meinungsvielfalt ist da dennoch kein Mangel, finde ich, das Spektrum ist immer noch groß. Man muss natürlich im Kopf behalten, dass dies von allen Themen immer nur die Social-Media-Seite ist und ja, das ist tatsächlich klar einseitig. Irgendwas ist immer. Alle Listen sind in dauernder Bearbeitung, die Liste “Irgendwasmitmedien” umfasst mittlerweile mehr als 1.000 Personen, die anderen schraube ich alle nahe 500, so ist zumindest gerade die Tendenz. Inhaltlich entwickeln sie sich auch weiter, zu Schulthemen etwa suche ich gerade etwas intensiver nach weiteren Twitteraccounts, die da gut passen, weil das Thema für mich spannender wird.
    Ich glaube übrigens, dass meine Auswahl an Personen für diese Listen in keinem Fall wahnsinnig originell ist (genau genommen kann ich das sogar nachweisen, aber das führt hier zu weit). Nur soviel – wer sich nicht gerade aus rabiat rechter Position für die oben genannten Themen interessiert, hat eine sehr hohe Chance, auf eine ganz ähnliche Quellenlage wie ich zu kommen. Oder noch einmal andersherum – wer mich auf Twitter, FB oder hier im Blog manchmal und irgendwie zu einem “Wir” zählt, der kann vermutlich in den sozialen Medien einen guten Teil der Links sehen, die ich auch sehe. Wobei ich mit diesen Links und deren Ernte durch den Wirtschaftsteil viel Zeit zubringe, andere natürlich nicht unbedingt, ich sehe also vielleicht ein paar mehr. Diese Links führen nicht zwingend zu den meistgelesenen Artikeln und sind auch nicht unbedingt die, die am meisten zur Meinungsbildung beitragen, aber es sind die mit der höchsten Chance, via Timeline wahrgenommen zu werden.
    Ich sehe also jetzt einfach jeden Morgen nach, welche Artikel/Blogtexte/Meldungen die zehn am häufigsten verlinkten der letzten 24 Stunden waren und addiere diese Linkzahlen auf. Ganz einfach. Das mache ich nun seit einem Monat, jetzt gibt es den ersten Überblick, was da zusammenkommt. Methodisch ist das natürlich nicht das Gelbe vom Ei, mit Empirie hat das nichts zu tun, aber es ist für mich dennoch interessant und zeitlich machbar und besser als nichts. Eine kleine Spielerei am Rande.
    Über Nuzzel kann man nicht nur auswerten, was die Personen teilen, denen man direkt folgt, man kann auch noch die Links der Freunde von Freunden dazu nehmen, das ergibt eine Art erweiterter Blase, und um die geht es jetzt erst einmal. In Kürze dann auch die Ergebnisse für die Fachthemenlisten.
    Das mit Abstand am häufigsten verlinkte Medium in dieser allgemeinen Freundesgruppe ist SPON, das scheint also immer noch die Standard-Newsseite vieler User zu sein. Gerade bei beliebigen Meldungen, die alle Seiten bringen, wird oft erst einmal die SPON-Variante verlinkt, wodurch SPON mit erheblichem Abstand vor allen anderen Quellen liegt, daneben ist alles weit abgeschlagen, die erste andere deutsche News-Seite hat nur ein Drittel der Erwähnungen. Auf Platz zwei, das hätte man im Oktober sicher noch nicht erwartet, liegt aber schon die New York Times. Die Timelines nehmen wirklich engagiert Anteil an den Vorgängen in den USA. Dann folgen die üblichen Verdächtigen unter den deutschen Medien, nämlich SZ, Zeit, Welt, FAZ, in dieser Reihenfolge. Daraufhin Meedia, ich folge vergleichsweise vielen Journalisten, die dorthin auf Branchenmeldungen verlinken. Danach die Washington Post, noch einmal Amerika. Dann t3n, die hätte ich so hoch gar nicht vermutet. Es folgen der NDR als erstes öffentlich-rechtliches Medium (das liegt an Texten zu Norddeutschland und würde bei Bayern sicher anders ausfallen) und das erste Blog in der Reihe, nämlich Patricia Cammarata, die im letzten Monat ein paar mal aktuelle Themen aufgegriffen hat, das schlug ein. Weiter mit Uebermedien, der taz, Buzzfeed und diesem kleinen Buddenbohm-Blog hier (vielen Dank!). Danach The Intercept aus den USA, das hätte ich vor diesem Monat noch nicht einmal gekannt. Die Netzpolitik, der Tagesspiegel und dann das nächste Blog: der Familienbetrieb mit den erfolgreichen Tweetsammlungen. Dann Heise, da haben wir schon die ersten zwanzig Plätze voll. Die nächsten Blogs auf den folgenden Plätzen sind Frau Meike, Journelle, E13, Frau Nessy, Frauenmangel herrscht da nicht. Ziemlich weit oben auch noch The Guardian, an englischen Texten ist kein Mangel im Moment. Der Falter ist die erste Quelle aus Österreich. Die NZZ die erste aus der Schweiz.
    Gesamt wurden in den letzten vier Wochen alleine von den Freundinnen und deren Freundinnen 243 Seiten verlinkt, wobei ich nur auf die Top-10-Ergebnisse pro Tag gucke, es sind in Wahrheit also noch wesentlich mehr. Eine insgesamt bunte Kollektion, bis hinunter zum Solinger Tageblatt, warum auch nicht. Auch mir nicht sympathische Medien sind vertreten, zur wirksamen Verdrängung taugt die Blase nicht. Die Blogs schlagen sich ziemlich gut in dieser Liste, das habe ich mir zwar gedacht, aber es ist auch nett, das einmal so nachzurechnen.
    Ich habe sogar den ganz altmodisch wirkenden Eindruck, dass bei aktuellen Themen noch Chancen für Blogs liegen, die im deutschsprachigen Raum nicht immer wahrgenommen werden. Und die auch nicht wahrgenommen werden müssen, schon klar. Aber doch: Da geht noch was. Wer ein halbwegs bekanntes Blog hat und zu einem Topthema einen knackigen und vielleicht sogar originellen Kommentar schreibt, hat eine reelle Chance bei den üblichen deutschsprachigen Internetverdächtigen ziemlich flächendeckend wahrgenommen zu werden, auch in den Redaktionen des Landes. Was immer man daraus schließen möchte. Das manchmal zu hörende “Blogs sind tot” erkenne ich darin jedenfalls nicht unbedingt.
    Das alles gilt natürlich nur im Rahmen der Internet-Bubble, eh klar.
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