Es ist Donnerstag …

… es gibt den 195. Wirtschaftsteil, und zwar hier. Da geht es um das Thema Verkehr und um damit um eines der politischen Themen, die es gerade nicht in die Hauptschlagzeilen schaffen, obwohl da durchaus etwas passiert.

Wenn z.B. die Söhne oder andere Kinder aus unserer Nachbarschaft, Stadtkinder also, den Wirtschaftsteil zusammenstellen würden, das Thema käme viel häufiger und mit viel deutlicherer Empörung vor. Weil gerade der Stadtverkehr eines dieser Themen ist, die sie wirklich nicht fassen können. Wie doof können Erwachsene denn bitte sein? Wieso kriegen die das nicht auf die Reihe, dass hier bessere Luft ist, weniger Lärm, mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger? Wieso ist die halbe Stadt unbrauchbar, weil sie nur aus Verkehr besteht? Wieso ist die S-Bahn so teuer, was sollen diese riesigen SUVS überall und warum zum Teufel fahren die alle bei Rot, obwohl man das doch nicht darf? Wieso ist die Zone 30 eigentlich jedem egal? Das wird man ja noch fragen dürfen, wenn man gerade sieben oder neun Jahre alt ist.

Wenn ich raten müsste, bei welchen Themen diese Generation mit den Vorgaben der Älteren in ein paar Jahren wirklich gründlich aufräumen möchte – Verkehr wäre unbedingt eines davon. Eine Autogeneration wird das nach jetzigem Stand nicht.

GLS Bank mit Sinn

9 Kommentare

  1. »Eine Autogeneration wird das nach jetzigem Stand nicht.« – Ich wünschte mir, dass Du Recht behältst, beobachte allerdings in der Provinz nach wie vor den sehr weit verbreiteten Wunsch nach Fahrerlaubnis und erstem Auto sowie eher zunehmend die Prägung von Kindern durch Chauffieren zu allen Gelegenheiten (Kindergarten, Schule, Freizeitaktivitäten) in SUVs.

  2. Lieber Max, lieber Jojo, lieber Johnny,

    das spricht mir so aus der Seele. Danke für’s Teilen. Eure Zeilen machen mir Mut, weiter am Thema dran zu bleiben. Ihr seid mit Euren Wünschen nämlich nicht allein. Erst kürzlich sprach ich mit einem befreundeten Unternehmer über Mobilität mit Zukunft und unseren eigenen Beitrag zum Social Impact (wie das so schön Denglisch neuerdings heißt): Aktive Mobilität – Fördern und Fordern. Ihr seht, es tut sich was. Immer nur jammern und klagen ist ja auch keine Lösung 😉

    Ich wünsche Euch (einschließlich der Herzdame) und allen Lesern einen schönen Tag!

    Herzliche Grüße aus Stuttgart,
    Franziska

    PS: 195! Wow, das darf hier nicht ungewürdigt bleiben. *chappeau!

  3. „Wenn ich raten müsste, bei welchen Themen diese Generation mit den Vorgaben der Älteren in ein paar Jahren wirklich gründlich aufräumen möchte – Verkehr wäre unbedingt eines davon. Eine Autogeneration wird das nach jetzigem Stand nicht.“

    Das ist großartig, aber ich fürchte, es gilt nur für den Teil der Generation, der es von den Eltern vorgelebt bekommt und dem ausreichende Alternativen zum motorisierten Individualverkehr zur Verfügung stehen. Um einmal das Klischee zu bemühen: In den Elbvororten sieht das wahrscheinlich etwas anders aus, so vom Schnitt her. Ganz bestimmt aber dort, wo ich aufgewachsen bin: Auf einer Verkehrsverbundgrenze mit einer 1 1/2 Kilometer entfernten Bushaltestelle, die von einer einzigen Linie mit äußerst löchrigem Takt bedient wurde. Abends und am Wochenende fuhr gar nichts. Dieser Zustand hat sich dort nicht wesentlich verändert seitdem. Unser erstes Ziel war damals: Führerschein bzw. ältere Freunde mit Führerschein, besser noch mit eigenem Auto.

    Ich lebe heute auch deswegen so gerne in Hamburg, weil ich hier meinen Alltag zu 99,9% autofrei bewältigen kann. Und zwar bequem.

  4. Eine Autogeneration wird das höchstens in den Städten nicht. Wir leben hier sehr speziell, da geht’s – mit Einschränkungen – ganz gut ohne Auto. Auf dem Land ist ein Leben ohne Auto eher unmöglich. Alle Kinder hassen Verkehr und Autos, im Teeniealter werden Autos dann notwendig zum Flüggewerden und teilweise einfach cool und bei Erwachsenen sind sie nötiges Mittel zum Zweck oder Statussymbol.
    Der Mensch verfolgt nur das, was für ihn am bequemsten ist. Bequemlichkeit schlägt Vernunft jederzeit und um Längen.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.