Bei Sounds & Books geht es um das neue Album von Manfred Maurenbrecher. Sie sollten das auch mal hören, die Songs sind saugut getextet. Das gerät ja leicht in Vergessenheit, wie gute Lieder geschrieben werden und was einen Liedtext mit Kawumm eigentlich ausmacht – beim Hören kann es einem wieder einfallen. Einmal hören wird allerdings nicht reichen, ganz und gar nicht. Songs wie “Zu früh” brauchen ein paar Wiederholungen.

“Warten auf den letzten Sturm.”

Für die Freunde des norddeutschen Tonfalls, man kann hier einmal hören, wie das Heimatdorf der Herzdame klingt. Das ist ein Artikel über eine Dame, die in diesem Jahr vierundfünfzigmal Frankfurter Kranz gebacken hat, wenn das keine stolze Leistung ist. Das liest man doch und fragt sich unwillkürlich: Was bitte habe ich denn in diesem Jahr fertiggestellt? Und dann geht man sich schämen. Unter dem Text jedenfalls ein Audiofile, Margret fängt darin beim Rezept hochdeutsch an und verfällt dann mehr und mehr ins Platt der Region. Das sich erheblich von dem Platt meiner Kindheit unterscheidet, welches wiederum eine Mischung der Plattvarianten aus Mecklenburg, Vorpommern, Lübeck, Holstein und Hamburg war und wesentlich breiter klingt.

Ich kann Platt nicht flüssig sprechen, aber komplett verstehen, im Heimatdorf der Herzdame verstehe ich allerdings nicht alles. Und die Herzdame versteht “hier oben” nicht alles. Die Söhne verstehen natürlich hier wie dort noch weniger als wir, aber auch deutlich mehr als gar nichts – ich müsste dringend mal Plattdeutsch vorlesen, um da noch mehr zu vermitteln.

Wo wir schon dabei sind, hier noch zwei alte Stücke vom Kiesewetter, seine beiden bekanntesten Herbst-/Wintersongs. Einer plattdeutsch gesungen, einer hochdeutsch, für jeden was dabei. Diese Musik lief in meiner Familie früher so oft und so selbstverständlich, die ist mir geradezu ein Stück Heimat, ganz ohne Schlagerpeinlichkeit.

Wenn de Wind dreiht, vun Nord weiht,
Un Reg’n geg’n de Finster neiht,
De Schieb’n dahl rennt, denn föhl ik mi wohl.
Wenn dat Füer in Kamin brennt,
Un jeder di bi’n Vörnam nennt,
Weil he di kennt, denn is uns Hus vull.

Und das muss ich auch noch irgendwann hinkriegen, einen langen Winterurlaub in Nordfriesland. Mit Kamin und allem. Man hat ja so Ziele im Leben.