Ein Text von Jojo Buddenbohm, auch bekannt als Sohn I, zehn Jahre alt.

Das Europacamp war eine Veranstaltung für Kinder und Erwachsene, es ging um Europa und die Eu.

Es gab da viele Programmpunkte für Erwachsene und einen für Kinder, daran habe ich teilgenommen.Weil mich das Thema Europa und überhaupt Politik gerade interessiert und weil die Veranstalter mich und meinen Vater eingeladen haben. Ich war da der Jüngste von der Presse. Die Chefin und der Fotograf wollten auch gleich ein Foto von mir mit dem Presse-Ausweis machen.

Bei der Kinderveranstaltung ging es um die Lebensmittelampel. Es waren sieben Kinder da, wir sind alle in die Rolle einer Ministerin oder eines Ministers geschlüpft und wir haben so abgestimmt, als wären wir die Minister/innen eines Landes der EU, ich war dabei für Österreich zuständig. Wir haben dann diskutiert, ob und wie es die Lebensmittelampel in Europa geben soll oder nicht. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es die Ampel ab dem Jahr 2019 in jedem Land der EU verpflichtend geben soll, und wenn da ein Lebensmittelhersteller nicht mitmacht, soll es eine eher kleine Geldstrafe geben. Darauf haben wir uns geeinigt, weil die Leute dann besser wissen, wie oft sie etwas Ungesundes oder Gesundes kaufen.

Wir haben das so diskutiert, als ginge es um einen Ampelaufdruck auf den Packungen, aber jetzt hinterher fällt mir ein, dass eine Ampel an den Preisetiketten in den Läden wahrscheinlich einfacher wäre. Dann müsste man nicht immer die Packungen ändern, man könnte einfach was mit Punktaufklebern machen, das wäre viel besser.

Das Schwierige an der Ampel ist jedenfalls, das die meisten Leute dann nur noch grüne Sachen kaufen würden, aber sie sollen sich eigentlich nicht verpflichtet, sondern eher besser informiert fühlen. Man soll eben verstehen, was man kauft. Das ist nicht so einfach.

Trotz der Schwierigkeiten fanden wir die Ampel aber alle sinnvoll. Wir mussten schon länger diskutieren um uns einig zu werden, wir waren nicht sofort alle einer Meinung. Und in der echten EU wäre das sicherlich viel schwerer gewesen eine Entscheidung zu treffen, da sitzen ja 28 Wirtschaftsminister oder Wirtschaftsministerinnen zusammen und haben verschiedene Meinungen. Tatsächlich ist die Ampel ja auch erst einmal gescheitert.

Die Leute, die uns das mit dem Planspiel erklärt haben, die Regeln und so, die haben das alles sehr gut gemacht, sie haben wirklich gute Fragen gestellt, das war ganz große Klasse. Es wäre sehr cool, wenn es so etwas an Schulen geben würde. Ich hätte sowieso gerne das Fach Politik und auch solche Planspiele in der Schule, mindestens zwei Stunden in der Woche, gerne auch mehr, das gibt es jetzt nämlich überhaupt nicht. Dabei muss so etwas in Schulen besprochen werden, auch Wahlsysteme müssen da erklärt und durchgespielt werden, auch schon in Grundschulen, wir müssen da auch alle schon Bescheid wissen! Wenn einer Politiker werden will, muss er sich schon sehr früh auskennen. Und es wollen sicherlich welche so etwas werden.

Das Planspiel hatte auch die richtige Länge, das dauerte etwa zwei Stunden. Zum Schluss gab es noch ein Foto mit allen Beteiligten. Die anderen Kinder waren alle nett und sympathisch. Bei der Vorstellungsrunde hatten zwar einige Kinder gesagt, dass sie da sein mussten, weil die Eltern das wohl so wollten, aber ich denke, es haben dann auch alle Spaß gehabt,

Wenn es so eine Veranstaltung noch einmal gibt, da würde ich wieder hingehen und noch ein paar Freunde mitnehmen. Ich würde schon auf Freunde kommen, die sich für Politik interessieren

Das hier ist keine richtige Werbung, weil es das Europacamp vielleicht nur dieses eine Mal gab und es schon vorbei ist, da nützt Werbung ja nichts mehr. Aber wir bekommen ein Honorar für unsere Zusammenarbeit mit den Veranstaltern, denn die haben ja auch hier im Blog geworben. Ich hätte aber auch so drüber geschrieben, weil Bloggen Spaß macht und mein letzter Text schon so lange her ist.