Laszive Lasuren

Die Herzdame beschäftigt sich mit wirklich seltsamen Themen, darunter solche, die sie tagelang herausfordern. Sie sitzt vor dem Computer, ruft Seite um Seite auf, liest, schüttelt den Kopf, klickt weiter, notiert etwas, guckt verzweifelt, rechnet, schreibt, klickt, scrollt, schüttelt wieder den Kopf. Das bringt der Laubenbau so mit sich, immerhin sind wir weitestgehend kenntnisfrei bei so etwas und müssen erst herausfinden, was man z.B. im Inneren der Hütte womit genau streicht. Weswegen sie also auf Baumartktseiten, in Heimwerkerforen und sonstigen Abgründen des Internets unterwegs ist, auf fernen Seiten, die keiner von uns je zuvor gesehen hat, schier unweigerlich hören wir an dieser Stelle die nur eingebildete Erkennungsmelodie der Serie Raumschiff Enterprise.

Ab und zu liest sie mir etwas vor, was zwar weitgehend sinnlos ist, aber sicher gut gemeint. Ich nehme immerhin zur Kenntnis, dass Holzlasuren ellenlang betextet werden können, man macht sie ja keinen Begriff, wenn man da keine Erfahrungen hat. Die Vorteile einer bestimmten Lasur werden seitenlang aufgezählt, es ist enorm beeindruckend, was Lasuren alles können, wenn man erst genug dieser Beschreibungen gelesen hat, könnte man sie fast für ein bewährtes Hausmittel gegen vielerlei Gebrechen halte, so sympathisch und vertrauenswürdig kommen die da rüber, die Lasuren. Oder die Lacke, die Wachse, die Farben, was weiß ich.

Apropos sympathisch, einer der schönsten Begriffe aus diesen Texten – manches bleibt ja doch hängen! – ist “griffsympathisch”. Es gibt Lasuren, damit erzeugt man, nachdem man sie fachgerecht verpinselt hat, eine griffsympathische Oberfläche auf dem Holz. Ein Wort, das mir noch nie eingefallen ist, ich frage mich dann ja immer, wieso eigentlich nicht? Noch nie habe ich sinnend einen Schrank, eine Kommode oder einen Dielenboden befühlt, bin liebevoll tastend den Brettern und Fugen gefolgt und habe bewundernd gedacht: “Mein Gott, ist das griffsympathisch.” Bin ich unsensibel?

Ich neige nun leider dazu, von solchen Begriffen wahnhaft verfolgt zu werden, ich muss das demnächst unbedingt irgendwo sinnvoll unterbringen, ganz egal wo, Hauptsache Erfolg. Ein erotischer Kontext – Hallo! Es ist Frühling! – scheidet dabei aus, nehme ich an, aber halt, ich habe noch gar nicht fertig gedacht. Denn auch ein Massageöl hat ja lasurähnliche Eigenschaften, fällt mir gerade ein, außerdem veredelt es Oberflächen, die zu massierende Person liegt auch noch flach wie ein Dielenboden, doch, da könnte durchaus etwas gehen! Es darf nur nicht allzu technisch rüberkommen, das ist der eigentliche sprachliche Trick, man muss es so geschickt anstellen wie Sven Regener, der einmal das bemerkenswerte Wort Schwachstromsignalübertragungweg hervorragend eingepasst in einem seiner Lieder untergebracht hat, das ist wahres Können! Da will ich hin! Griffsympathie in feinster Lyrikqualität!

Erzählerstimme aus dem Off: “Und so hat im weiteren Verlauf des Abends der Laubenbau auch noch die Beziehung der beiden belebt.”

Abblende.

Susanne, sehbehindert

Der Zauber der Alleen.

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Don Dahlmann über China.

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Bei der GLS Bank habe ich etwas zum Thema Schwein zusammengestellt.

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Ich habe ein Versäumnis in der Medienerziehung nachgeholt und Sohn I den elementar wichtigen Ministry-of-silly-walks-Sketch von Monty Python gezeigt. Er wird jetzt etwa eine Woche lang nicht mehr normal gehen können, aber das ist okay, das ging uns allen einmal so.

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Die Begeisterung für Gartenfragen fällt in dieser Familie übrigens nach wie vor sehr verschieden aus. Ich interessiere mich mittlerweile tatsächlich intensiv für den Anbau von Gemüse, Obst und Stauden, die Herzdame interessiert sich für den Laubenbau und für die Unkrautvernichtung mittels beeindruckender Gerätschaften, mit denen man rambomäßig posieren kann (siehe Bild, keine bezahlte Werbung), Sohn II interessiert sich für alles, was man bauen kann und Sohn I für alles, worauf man chillen kann. Das heißt mit anderen Worten, ich weise die geschätzten Familienmitglieder unentwegt auf die Wachstumsfortschritte der einzelnen Pflanzen in meinen Beeten hin, auf Blüten und Keimlinge, auf Sorten und Phänome, wobei mir allerdings niemand zuhört. Egal.

Gelegentlich erwähnt aber auch die Herzdame Pflanzennamen, neulich etwa die einäugige Susanne, denn die sei doch schön, die sollte ich auch einmal irgendwo hinpflanzen, echt jetzt mal. Die einäugige Susanne! Ich bin hier von Banausen umgeben, und nur die Tatsache, dass ich vor wenigen Monaten noch selbst einer war, und was für einer, bewahrt mich vor der fast unausweichlichen Arroganz der Halbwissenden. Na, Hauptsach gerettet!

Ich werde zum Ende dieser Einträge einige Male auf Garten-Youtuber hinweisen, die ich mir gerne ansehe, irgendwo muss das Halbwissen ja herkommen. Wenn Sie sich auch für das Thema Garten interessieren, dann werden Sie das vielleicht nützlich oder wenigstens unterhaltsam finden, wenn nicht, können Sie elegant vorher abspringen, also etwa jetzt.

Der erste Hinweis in dieser Reihe bezieht sich aber gar nicht auf einen Youtuber, fällt mir gerade auf, der bezieht sich auf die gute alte BBC. Gardeners World, ein Klassiker. Und ein Genuss für eine entspannte Stunde. Ich empfehle in dieser Folge die Sequenz mit dem begrünten Hochhaus, wirklich faszinierend.