Hammer, Meißel, Knoblauch

Die EU-Kommission will Einmalprodukte aus Plastik verbieten. Man beachte auch die Bebilderung des Artikels: “Horst Seehofer mit Strohhalm.” Irgendwer sitzt da doch immer noch grinsend in den Redaktionsräumen.

Die Zeit über das Plastiktütenverbot in Ruanda.

Ich lese außerdem zum Thema Plastik dieses Buch, das mir freundlicherweise geliehen wurde. Auf den ersten Seiten nichts Neues, vielleicht habe ich mich doch schon etwas weiter ins Thema eingelesen? Mal sehen, was der Rest bringt.

Anneliese Bund & Nadine Schubert: Besser leben ohne Plastik.

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Die passive Zustimmung

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Famous first times: Ich habe eine Knolle Knoblauch geerntet, was wegen des trockenen und betonharten Bodens allerdings gar nicht so einfach war, ich war kurz vor dem Gebrauch von Hammer und Meißel. Aber ein Duft! Ein Aroma! Der Wahnsinn. Es scheinen erstaunlich wenig Menschen Knoblauch anzubauen, dabei ist der gerade besonders einfach und lohnend. Im Oktober Zehen halbdaumentief in die Erde stecken, am besten zwischen Erdbeeren, das bekommt denen nämlich gut. Beim Wachsen zugucken und bewundern, wie das Grün heldenhaft den Winter übersteht, die Halme wanken und weichen nicht, was die Kälte auch an Minusgraden auffährt, was auch immer da an Schnee und Hagel aus dem sibirischen Osten herangeweht wird. Im frühen Frühjahr etwas Kompost geben, ansonsten nichts machen. Wenn das Laub verblasst, ist er reif, es geht dem Knoblauch wie den Leuten. Das ist normalerweise aber etwas später als in diesem Jahr, dass mit dem Laub, liest man. Knoblauchanbau ist super und anfängerkompatibel, denn wenn ich es kann, dann können Sie es auch.

Ich habe testweise eine französische Knolle aus dem Bioladen gepflanzt, also zehenweise, versteht sich, und auch eine Knolle Pflanzknoblauch aus dem Fachhandel, speziell für Deutschland geeignet. Aus letzterer ist fast keine Zehe was geworden, aus der Bioladenknolle hat jede Zehe verlässlich was gebracht. So kann es gehen! Garten und Logik, das ist auch so ein Spezialthema.

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Hier ein Einschub von Jojo, aka Sohn I:

“Mein Bruder und ich sammeln die Panini-Bilder zur WM 2018. Uns fehlen nur noch 93 Karten und wir wollten fragen, ob jemand vielleicht Interesse hat, mit uns zu tauschen? Eine Liste mit doppelten und fehlenden Karten bereiten wir gleich vor, die könnten wir dann mailen. Das hat schon einmal geklappt, eine Leserin, bzw. deren Tochter, hat mit uns per Brief getauscht, das war super.”

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Was fehlt? Etwas Regen vielleicht, auch ein Windhauch wäre ganz charmant. Hier hängt ein Gewitter nur einen Stadtteil weiter lustlos herum und bewegt sich nicht vorwärts. Es ist unfassbar schwül, man kann Stücke aus der Luft beißen und das Licht ist seit einer halben Stunde auf eine schmierige Art gelblich, die Wildtauben sitzen im Holunder und gurren viel tiefer als sonst. Die Amsel wechselt unruhig immer wieder die Ausguckpositionen, sie fliegt von Giebel zu Giebel, andere Singvögel rufen ihr von unten aufgeregte Warnungen zu. Auf dem Spielplatz vor dem Fenster wird ein Kind nach dem anderen hysterisch, an der Rutsche streitet seit zwanzig Minuten ein Elternpaar aus unklaren Gründen und schön ist das alles mittlerweile nicht mehr. An der Eiche in der Mitte des Platzes rührt sich kein Blatt, die steht wie aus Plastik. Der mir eben noch diktierende Sohn neben mir aktualisiert alle paar Minuten auf dem Tablet den Regen-Radar. Er könnte auch auf den Balkon gehen und einfach am Himmel nachsehen, wie die Lage gerade ist, aber das ist ihm entschieden zu anstrengend. Mir auch, denn der Balkon ist bestimmt drei elend lange Meter von uns entfernt und wir halten hier jetzt einfach mal den Ball flach, das ist immerhin eine Dachgeschosswohnung, da muss man an heißen Tagen seine Energie sehr gut einteilen und die Wassermelone ist auch schon alle.

Schalten Sie auch morgen wieder ein, wenn ich schreiben werde: “Und dann hat es doch nicht geregnet.”

 

Frisch geernteter Knoblauch ist quasi unbezahlbar, aber neue Knollen zum Einpflanzen sind total billig und können uns hier spendiert werden.  Zum Monatswechsel gibt es übrigens einen genauen Bericht, was wir mit diesen Trinkgeldern im Garten angestellt haben.

Dumm und durch

Die DSGVO und die Folgen. Liest sich wie Satire. Und hier, passend dazu, der Blogfriedhof.

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Verblüffende Dimensionen der Dummheit – ich weiß bei einigen Gemüsesorten gar nicht, wann und wie man die erntet. Ich muss alles erst nachlesen, woran sieht man eigentlich was? Und dann stehe ich sinnend und zögernd vorm Kohlrabi. Ist der jetzt tennisballgroß? Wann habe ich überhaupt zum letzten Mal einen Tennisball gesehen? Und was interessiert mich Tennis? Wie schneide ich den Kohlrabi jetzt und womit und überhaupt. Schlimm. Außerdem wird in meiner Instagram-Timeline noch gar kein Kohlrabi geerntet, das verunsichert auch. Bin ich der Erste? Und warum? Wenigstens ist es beim Obst einfacher! Die verführerische Röte der Erdbeere, die einem da geradezu obszön sinnlich und hochgradig verführerisch aus dem Beetdunkel entgegenleuchtet und bitte gegessen werden will, ich meine, das ist doch ein vernünftiger und verständlicher Hinweis, da bückt man sich jubelnd, das kennt man auch aus anderem Kontext.

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Eine Leserin wies darauf hin, dass auch Brunnenkresse-Blüten schmecken. Die habe ich leider nicht im Garten, aber ich gebe das hier mal weiter, irgendwer wird sie bestimmt haben und sich die Blüten jetzt vielleicht einmal näher ansehen, man influenced so vor sich hin. Isses nicht schön? Es ist.

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Ein Besuchskind fragte am Frühstückstisch, ob denn die Butter auch aus unserem Garten sei. Bäuerliches Image kann ich.

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In der Laube steht nun das erste Möbelstück. Es handelt sich um einen uralten Küchenschrank in höchst eigenwilliger Farbe, der jahrelang im Laden meiner Schwiegermutter dekorativ herumstand. Die Herzdame wollte ihn schon seit etwa zwanzig Jahren haben, bei jedem Besuch im Heimatdorf ist sie um diesen Schrank herumgeschlichen. Jetzt ist die Schwiegermutter ohne Laden im Ruhestand, der Schrank aber noch lange nicht.

Ansonsten sind wir von der Arbeit an und im Garten allmählich etwas durch, das ist nicht mehr zu leugnen, aber immerhin auf eine recht gutgelaunte Art. Demnächst vielleicht doch mal ein, zwei Stunden Entspannung im Garten einplanen, das soll ja auch ganz nett sein, sagt man.

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Der Hut von Straßenmusikern wird digitalisiert. Eine Kleinigkeit nur, es wird sich dennoch etwas nach Science-Fiction anfühlen, da im Vorbeigehen virtuell Geld zu transferieren, nehme ich an.

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Der Hut von Bloggern wiederum wurde schon längst digitalisiert, mit echten Hüten wäre es bei uns auch ziemlich schwierig gewesen. Meiner steht übrigens hier herum, direkt dahinter sitze ich und tippe.