Hartpuckern

Das Ihnen vielleicht nicht geläufige Wort in der Überschrift ist das plattdeutsche Wort des Jahres, bitte sehr, hier. Wieder was gelernt! Wenn man es als Verb liest, es könnte auf den ersten Blick auch etwas mit Eishockey zu tun haben, nicht wahr? Eine besonders ruppige Spielweise vielleicht, die gegnerische Mannschaft hat übel hart gepuckert. Und dabei ist doch Hartpuckern so ein schönes Gefühl, wenn es korrekt ausgelöst wird.

***

Gleich noch mehr Weiterbildung: Wie Regenwürmer essen. Man kann ja nicht alles wissen. Vielleicht habe ich damals auch ein paar Bände “Was ist was” ausgelassen, so etwas rächt sich.

***

Für die GLS Bank habe ich Links zum Thema Kinderarbeit zusammengestellt.

Und wenn wir schon bei Kindern sind – ich finde es ja einigermaßen entmutigend und zermürbend, nein niederschmetterend, dass die Menschheit es ist ein paar tausend Jahren Kulturgeschichte nicht auf die Reihe gekriegt hat, dass so etwas hier generell einfach nicht in Ordnung ist. Niemals und nirgendwo, unter keinen Umständen. Und wenn man dann noch die Begründungen liest – dass man mit so etwas überhaupt noch oder schon wieder durchkommt! Dass man das in einem Staat wie den USA nicht mal eben wegklagen kann, dass die Öffentlichkeit es einfach aushält, dass es so etwas gibt. Grauenvoll.

Nun ja. Der Traum ist aus, hm?

***

Ich habe ein neues Montagsproblem, das ein schönes Beispiel dafür ist, wie sich ein Vorteil in einen Nachteil verkehren kann. Seit ich nämlich am Wochenende mehr oder weniger komplett offline und im Garten bin, fühlen sich diese Wochenenden erstaunlich nach Urlaub an, obwohl ich da doch die ganze Zeit arbeite wie ein Irrer. Aber ich bin so weit weg vom Büro, von bezahlter Arbeit, von jedem Computer, von Nachrichten, fast von allem, sagen wir ruhig, es ist Urlaub. Erholung pur ist das also, trotz erheblicher körperlicher Belastung, aber da gab es ja neulich gerade eine schlaue Studie, die noch einmal neu erwiesen hat, dass körperliche Belastung total super und gesundheitsfördernd ist, wenn man sie sich denn freiwillig sucht. Und übrigens nur dann. Vorsicht also bei der Berufswahl! Der Nachteil an diesen Urlaubswochenenden ist jedenfalls, wenn ich am Montagmorgen aufwache, fühle ich mich nach einem ganz gewöhnlichen und handelsüblichen Zweitagewochenende mitten im Jahr jetzt auf einmal wie andere nach drei Wochen Club-Urlaub auf einer Südseeinsel. Genauso schlecht gelaunt, unwillig, unvorbereitet, vom Alltag beleidigt, schon der Wecker, den ich sonst gar nicht brauche, ist eine unfassbare Zumutung, was erlauben Umstände? Wieso, um Gottes Willen, muss ich da jetzt hin? Es ist tatsächlich ein wenig belastend. Man hat aber auch Probleme!

***

Überhaupt, das Garten-Update: Wir kommen der Laube, so wie wir sie uns vorstellen, was eine sehr diplomatische Ausdrucksweise für “Die Herzdame will das so” ist, allmählich etwas näher:

Unsere Arbeitsteilung hat sich dabei bisher bewährt, wir teilen ja fast den ganzen Alltag so auf, dass wir uns nicht oder möglichst wenig abstimmen müssen. So auch im Garten, sie innen, ich außen, das ist einfach, das kann sich jeder merken, da läuft man sich nur zufällig über den Weg, das ist beziehungsfreundlich und im Gesamtergebnis ein Knaller. Finden wir jedenfalls.

Sohn II hilft weiterhin oft im Außenbereich, hier beim Bau einer Bank aus Holzresten, wir cyceln nämlich up, wir Überzeugungstäter.

Und es gibt neue Ernten, hier etwa eine ungewohnt stachelige Freilandgurke. Etwas süßer als die gewohnten Salatgurken, sehr gutes Zeug.

Der größte Knaller bleiben aber weiterhin die Zuckererbsen. Heute haben wir zwar auch die ersten Kartoffeln geerntet, gerade genug für ein Abendessen, die waren auch gut – aber geschmacklich sind die Zuckererbsen bisher klar der Jahressieger, da gibt es nichts.

Demnächst reif und also bald im Topf: Dicke Bohnen. Die habe ich zum letzten Mal vor zig Jahren gegessen, das ist auch spannend.

****************************************

Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhandenen Hut werfen, dann werden die nächsten drei Meter Staudenbeet, die ich an diesem Wochenende mühsamst freigelegt habe, nachdem sie jahrelang von den Vorpächtern ignoriert wurden, mit frischem Blühzeug eingedeckt. Danke!

****************************************