EIL: Neuer Blogeintrag

Die Kaltmamsell fragte nach dem Begriff “scheckheftgepflegt” im letzten Beitrag und traf damit gleich einen wunden Punkt bei mir, diesen Begriff konnte ich nämlich bisher auch nie korrekt ableiten. Das Scheckheft, die Erklärung ist leider banal und hat mt Schecks gar nichts zu tun, ist gleichbedeutend mit dem Wartungsheft, da sind also nur die erforderlichen Stempel drin. Diese Wartungen müssen nicht einmal teuer gewesen sein. Im Grunde meint “scheckheftgepflegt” also einfach nur “streberhaft gepflegt”, nicht “ungeachtet aller Kosten gepflegt”, wie ich immer dachte. Schade eigentlich. Ich könnte dieses Blog, das brav stets mit der neuesten WordPress-Version und jederzeit aktualisierten Plug-Ins läuft, jetzt immerhin als scheckheftgepflegt bezeichnen. Toll!

Ein reichlich wohlhabender Mann, den ich einst kannte, der hieß mit Nachnamen Scheck, ganz im Ernst. Das wäre für einen Roman wieder viel zu klischeehaft, das wäre allzu flach ausgedacht, plumpe Holzhammersymbolik, meine Güte, wie in Entenhausen. Und doch – der hieß einfach so und hatte Geld wie Heu. An den denke ich oft, wenn ich Figuren benamse. Was allerdings nicht mehr so oft vorkommt.

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Einem Kommentar unter dem letzten Beitrag entnehme ich, dass ich auf der Straße erkannt wurde, das kommt auch bei D-, E- F- oder G-Prominenz ab und zu vor, unter welche Kategorie ich da auch immer fallen mag, es geht ja immerhin bis Z. Und zwar bin ich erkannt worden als “der mit dem wallenden Haar und dem Frosch auf dem Arm”. Dazu stelle ich fest: Wenn ich schon auf der Straße erkannt werde, dann bitte genau so.

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Wie schräg es ist, der Nachricht vom Tod eines halbwegs angemessen betagten Menschen ein EIL vorwegzusetzen, wie es jetzt gerade wieder alle getan haben. Nichts daran eilt, der Mensch bleibt, soweit es uns bekannt ist, eine ganze Weile tot. Man muss auch als Empfänger der Nachricht nichts stehen- oder liegenlassen, es gibt keine dringende Handlung, die sich aus der Meldung ableitet, nicht einmal ansatzweise, vermutlich für überhaupt niemanden, sogar das Schreiben von Nachrufen könnte man entspannt angehen. Und wenn man betroffen sein möchte, dann eilt auch das nicht, es ist ja eine geradezu abartige Vorstellung, möglichst schnell betroffen sein zu müssen. Nichts eilt, wenn ältere Menschen sterben und ich würde es mir für mich verbitten, auch noch im Tod mit dem Begriff Eile verbunden zu werden.

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Eine Kurzgeschichte von William Trevor gelesen. Ich glaube, der ist mir bisher komplett entgangen. Im Urlaub gleich mal Bildungslücken schließen!

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Im Garten sind Buschbohnen reif, Tomaten und Karotten, Mangold, Salat und Frühlingszwiebeln, die Stachelbeeren legen überraschend auch noch nach. Alles in kleinen Mengen, aber alles auch sehr gut. Süße Karotten, viel süßer als die im Handel. Die rote Melde ist mittlerweile größer als ich, blüht und ist damit nicht mehr genießbar, aber mir ist sie als Deko-Pflanze genauso willkommen wie als Gemüse. Im nächsten Jahr viel mehr davon.

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Die von Sohn II gewünschte Wanderung (ich berichtete) nimmt allmählich Projektcharakter an. Ich kombiniere seinen aktuellen und einigermaßen vehementen Wunsch kurzerhand mit einem lange – ganz, ganz lange – gehegten und immer wieder aufgeschobenen Wunsch von mir und entferne nebenbei noch den unseligen und nach Orthopäde klingenden Begriff “Zelt” aus dem Konstrukt, trickse etwas altersgemäß herum (also bezogen auf mich) et voilà – es nimmt wirklich Gestalt an. Auf Eiderstedt machen wir in Kürze eine Testwanderung um uns warmzuspielen, und dann legen wir los, aber weiter östlich, denn das Kind möchte dort wandern, wo es noch nicht war, um etwas von der Welt zu sehen. Eventuell zweigen wir ein paar Euro aus dem Hut hier unten für die Wanderungen und Übernachtungen ab, aber das müsste ja passen, denn die Wandertage werden in jedem Fall für Content sorgen, selbst dann, wenn wir grandios scheitern. Wie Sohn II sagt: “Wir können den ganzen Tag reden und nachdenken!” Sohn I überlegt noch, ob er mitkommt. So richtig chillig klingt Wandern ja nicht.

 

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Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Heute nur eine Gitarre für alle, wir müssen sparen.

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Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhandenen Hut werfen, sie setzen Sohn II und mich diesmal damit quasi in Bewegung.

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