Texte und Zeichen

Weltgeschichte am Rande: In englischen Gartenblogs geht es um Easy to grow vegetables for a hard brexit.

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Auch andere sehen beschriftete Menschen:

Und dann war da noch einer ohne Text, aber immerhin mit Zeichen, das will ich auch gelten lassen. Im Hamburger Stadtteil Hamm war das, wo ein äußerst vergnügter und schwer angetrunkener Mann mittleren Alters fröhlich falsch und beeindruckend laut pfeifend über eine rote Ampel ging. In der rechten Hand hielt er eine Flasche Schnaps, die war etwa halb leer, mit der linken Hand winkte er freundlich Passanten und Autofahrern zu. Er sah nicht aus wie ein gewohnheitsmäßiger Trinker, nicht heruntergekommen, nicht verwahrlost, weder das Gesicht noch die Kleidung entsprachen den üblichen Klischees. Vielleicht hatte er einfach nur ungewöhnlich früh am Tag mit hervorragendem Anlass und guten Freunden gebechert, vielleicht kam er direkt von einer leicht eskalierten Feier. Er sah geradezu sympathisch besoffen aus, wie in Fernsehkomödien, wenn der freundliche Protagonist sich einmal gehen lässt und dabei immer noch anziehend wirkt. Der Mann trug ein weißes T-Shirt, auf dem etwas kugeligen Bauch konnte man gut Handabdrücke erkennen, Spuren von schwarzölig verschmierten Fingern, eine Hand links, eine Hand rechts. Ob er wohl das getan hat, was man eigentlich nur aus der Redewendung kennt, ob er sich den Bauch vor Lachen gehalten hat? Das macht nämlich eigentlich keiner, das sagt man immer nur so. Sie könnten jetzt zu Testzwecken mal eben lachen und sich dabei den Bauch halten, sehen Sie, das fühlt sich nicht echt an, eine ganz seltsame Geste ist das. Der Mann da auf der Straße hat ein Auto repariert, daher sicher die verschmierten Finger, so wird es angefangen haben. Und dann nahm der Tag eine sensationelle Wendung, eine, die dringend begossen werden musste, ja, so wird es gewesen sein.

Der Mann lachte mir zu und ging winkend weiter, verschwand pfeifend zwischen den rotgeziegelten Häuserblöcken, er war wirklich enorm gut gelaunt. Ich fuhr nach Hause an den Schreibtisch, es war noch nennenswert zu früh für Alkohol.

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Mir war gar nicht klar, wie viele Platanen wir in Hamburg haben, das fällt erst jetzt auf, wo sie alle ihre Rinde so rekordmäßig abwerfen, dass sogar die Zeitungen und Fernsehsender darüber berichten und sich jeder fragt, was das nun wieder ist. Klimawandel, Wetter, Katastrophe, Phänomen. Die ganze Stadt liegt voll mit Platanenrinde, große Stücke, ihr Zerbersten unter Füßen und Rädern ist das Geräusch des Sommers 2018, knackerack, der Trockensommer 2018, der Dürresommer. Viele Rindenstücke sind so groß, man könnte ganze Texte darauf schreiben, es sieht eigentlich verlockend aus, ein paar Zeilen im Vorbeigehen vielleicht, plane poetry.

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Ich habe ab sofort Urlaub, ich bin mal hier und mal da, wenn auch größtenteils in Hamburg, im Garten, im Beet, in der Hollywoodschaukel. Zwischendurch bin ich auch mal auf Eiderstedt, da gibt es dann wieder kein Netz, nehme ich an. Wenn hier also mal nichts erscheint, dann dichte ich gerade aufm Deich, wobei das Verb natürlich nur der Alliteration halber gewählt wurde, nicht wegen des damit verbundenen Anspruchs. Wenn Sie auch an der Nordsee sind, dann winken Sie ruhig, ich bin der, auf dessen T-Shirt nichts steht.

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Und ich wär hier so gerne zuhause,

denn die Erde ist mein Lieblingsplanet

Doch ich werde hier nie so zuhause sein

Wie die Freunde der Realität.

(Funny van Dannen, kann man auch mal wieder hören, schöne Sommerempfehlung)

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Noch etwas Drama. Benjamin Clementine, den würde ich ja auch einmal live sehen wollen. Sechs unwirkliche Minuten. 

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Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhandenen Hut werfen, dann gönne ich der Familie im Urlaub mal ein Eis. Oder ein Fischbrötchen.

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