E-scooters in the rain

Was so alles verschwindet

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2050 ist zu spät

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Dem Weizen wird es zu warm

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Ein Hotel im Kosovo

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Im Namen der Toleranz …

 

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Ich wurde in einem Kommentar gefragt, wie ich denn mit der Stundenplan-App von Sohn I zurecht komme, das will ich gerne beantworten: Gar nicht. Was aber nicht daran liegt, dass sie nicht gut ist oder etwa eine lausige Usability hat oder nicht korrekt mit Content betankt wird oder etwas in der Art, das liegt einfach nur daran. dass ich sehr selten auf einen Stundenplan der Söhne sehe. Es gibt einfach keinen Grund dafür. Beide sind auf Ganztagsschulen ohne Hausaufgaben, na gut, fast ganz ohne Hausaufgaben, das sind seltene Ausnahmen. Mit Sohn I lerne ich oft, aber nur auf Arbeiten hin, nicht für den nächsten Tag. Mit Sohn II arbeite ich mich an das Lernen erst noch heran, der hatte bisher gar keinen rechten Bedarf, das kommt erst noch. Ich muss nicht wissen, welches Fach morgen dran ist.

Die Söhne gehen morgens aus dem Haus, sie haben dabei kaum Schulsachen dabei, einen Ranzen und eine Federtasche, ein Mitteilungsheft, Schulbrote und einen Apfel. Das wiederholt sich so an jedem Tag, dafür brauche ich also erst einmal keinen Stundenplan. Das ist übrigens auch der Teil des Konzepts Ganztagsschule, der funktioniert: Ich habe mit dem täglichen Einerlei tatsächlich wenig zu tun, das regelt sich da alles ohne mein Zutun, das finde ich gut. Ich muss wenig oder fast nichts mitdenken oder organisieren. Es gibt auch einen Teil des Konzepts, der mir ganz und gar nicht gefällt, darüber müsste ich auch einmal schreiben, fällt mir gerade ein …ja, ist jetzt vorgemerkt. Ich bin mittlerweile, aber das sei hier nur nebenbei erwähnt, mit meiner Notiertechnik so absurd gründlich geworden, Sie machen sich überhaupt keinen Begriff. Ich habe dermaßen viele Notizen, Ideen und Stichwörter in meinem Speicher, ich könnte wie ein Maulwurf darin herumwühlen, sie hochwerfen und mir auf den Kopf prasseln lassen. Jedem seinen Reichtum! Wobei ich jetzt vermutlich etwa ein Jahr gebraucht habe, um mich selbst endlich dahin zu bekommen, meine eigenen Gedanken in einem für mich sinnvollen und auch zureichend erscheinenden Ausmaß zu erwischen, also erfolgreich notieren zu können, denn das ist erstaunlich schwierig. Man hat etwa 60.000 Gedanken pro Tag, das stand jedenfalls irgendwo zu dem Thema, da wird vielleicht klar, dass es eine größere Aufgabe ist, die vermeintlich oder tatsächlich irgendwie brauchbaren Sequenzen  bewusst mitzubekommen und zur Strecke zu bringen. Wovon man allerdings – bloß keine falschen Hoffnungen! – auch nur begrenzt etwas hat, denn man bleibt dadurch ja in seinem Denken gleich flach wie immer schon, man wird nur in seiner Dummheit auf einmal wesentlich sortierter. Das allerdings zumindest gefällt mir sehr, ich räume eben generell gerne auf.

Pardon, wo war ich? Bei dem digitalen Stundenplan. Den brauche ich nur für die  Abweichungen von der Norm. Wenn ein Kind etwa um 11:30 einen Arzttermin hat, weil man andere manchmal nicht mehr bekommen kann, dann muss ich das Kind um 11:00 irgendwo auf dem weitläufigen Schulgelände finden, in der Sporthalle, im Musikraum, im Klassenzimmer oder was weiß ich wo. Dann erst sehe ich auf den Stundenplan und dann finde ich die App auch vermutlich total praktisch. Das wird sich also noch zeigen, aber darauf freue ich mich jedenfalls jetzt schon. Das früher auf dem Handy genutzte Foto vom Stundenplan, der ganz altmodisch am Kühlschrank hing, das tat es natürlich auch, sehr gut sogar, aber ein wenig technische Spielerei ist schon nett.

Und wenn diese App dann Blödsinn anzeigt, dann wird man das vermutlich hier lang und breit lesen können, weil ich den Sohn dann nämlich längere Zeit suchen muss und danach ziemlich sauer sein werde, das fällt dann unter Technikfolgen.

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Es regnete die letzten Tage einigermaßen ergiebig, vielleicht fiel es Ihnen auch auf. Das führt mich zu brennenden Fragen der kulturellen Moderne, etwa ob die melodisch wimmernde Riege der Singer/Songwriter schon die schier maßlose Traurigkeit entdeckt hat, die unbenutzte E-Scooter bei schlechtem Wetter ausstrahlen?

My life is all in vain

E-scooters in the rain ..

Na, so in etwa. Da kommt noch etwas, ganz gewiss kommt da etwas, ich werde darauf achten. Bis dahin bleiben wir bei den kaputten Fahrrädern. Und ja, das ist ein September-Song, was soll ich machen, ich gehe vor.

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Nur noch schnell ein Wortvorschlag, ich übernehme ihn heute von Sohn I, mit dem ich auf dem Dom war, wo er mit einer Achterbahn fuhr, die den Ansprüchen des immerhin fast Zwölfjährigen nicht ganz mehr zu genügen schien. Er stieg da nach der Runde etwas missmutig aus und sagte verächtlich: “Das war jetzt aber nur Billig-Adrenalin.” Ist das nicht schön? Billig-Adrenalin. Doch, das gefällt mir sehr.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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