Drei Stunden nach Mitternacht

Die Natur ist nicht mehr die zeitlose Bühne, auf der die Zivilisation ihren Fortschritt inszeniert, im Gegenteil: Sie konfrontiert die grenzenlose Welt nun mit deren Endlichkeit.

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Nicole Seifert über das Werk der Sagan, die ich auch sehr schätze.

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Es macht mich traurig, wie dumm wir sind. Kollektiv verhalten wir uns wie ein Schwarm dämlicher Goldfische.” 

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Dicke Bretter bohren

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Das Tagebuch von Renia Spiegel

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Da spricht ja mein Vater!

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Bitte nur noch 5 Minuten

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Was vom Tage übrig bleibt

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Den Fahrer geht das Außen nichts an, er ist nicht mehr von dieser Welt.

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Neulich haben wir Termine nachgerechnet und wieder überlegt, was wann sein kann, und die Herzdame sagte, als sei das ganz selbstverständlich: “Das ist dann also um 27 Uhr.” Was, wenn man etwas länger drüber nachdenkt, gar kein lustiger Versprecher ist, sondern eher ein Symptom.

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Apropos Symptom, mir ist ein Symptom des Älterwerdens aufgefallen. Es hat nichts mit körperlichem Verfall oder irgendwelchen seniorigen Gebrechen zu tun, es geht da eher um Erfahrung und Zeit. Es erfordert recht bedacht auch gar kein bestimmtes Alter, es könnte tatsächlich auch bei Menschen auftreten, die viel jünger viel sind als ich, es war mir bisher einfach nur noch nicht aufgefallen. Um es zu schildern, muss ich etwas tun, was ich bei anderen hasse, nämlich einen Traum erwähnen. Ich weiß nicht recht warum, aber ich kann Schilderungen von Träumen nicht ausstehen, vielleicht ist es noch ein Folgeschaden der damaligen Dallas-Serie, die Älteren verstehen schon. Allerdings geht es auch gar nicht um ein Geschehen, das en detail zu berichten wäre, es geht nur um ein Gefühl. Um das Gefühl nämlich, das man hat, wenn man einen Menschen, den man seit Ewigkeiten nicht gesehen hat, im Traum überraschend wiedersieht und alles ganz außerordentlich gut und erfreulich ist. Also richtig, richtig nett, gesteigert natürlich noch durch den nostalgischen Touch der Begegnung, denn man war sich doch einmal schon nahe, über eine lange Zeit auch, man weiß also im Prinzip sehr gut wie Vertrautheit geht und kann in diesen altbekannten Zustand nach einem kleinen Moment sogar zurückfinden, und dann gehen die Erinnerungen und die Gegenwart ineinander über, das ist ein Gefühlsakkord der besonderen Art. Und weil es schon einmal so vertraut war, so jahrelang geübt und alltagserprobt, ist die Begegnung selbst bei einer eher zahmen, aber doch nicht ganz zu leugnenden erotischen Komponente auch nicht wild und ungestüm, sondern fast schon beruhigend und tröstlich. Es passiert auch eigentlich gar nichts weiter, es erinnert alles nur irgendwie an eine Zeit, die zumindest in einer Hinsicht, nämlich bezogen auf genau diesen Menschen und die Situationen mit ihm, dann doch besser war als heute und im Aufwachen noch kommt kurz der Gedanke, warum das eigentlich nicht so geblieben ist, wo ist man da eigentlich abgebogen und hätte man nicht? 

Das ist dann aber ein Gedanke, der schnell vom plötzlich wieder einsatzbereiten Geist revidiert und korrigiert wird, denn es hätte so ja gar nicht bleiben können, bei aller Verbundenheit nicht, ist dieser andere Mensch da doch schon seit vielen Jahren tot.

Auch das gehört zum Älterwerden also dazu, dass man so aufwacht. 

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Musik! Glenn Close mit “Send in the clowns”, also mit einem der schönsten und bittersten Lieder überhaupt. Ein anbetungswürdiger Auftritt, echtjetztmal. 

 

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Und außerdem bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte. 

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