Das Blog geht jetzt, da noch weiter vom Urlaub zu berichten ist, etwa 16 Tage nach. Warum auch nicht, was soll das Gehetze und Gerenne nach der Gegenwart. Ich habe Notizen, ich arbeite ab. Slow Writing! Und überhaupt, slow alles, das ist in diesem Jahr sicherlich besser so. Es sind alles Übungen in Langsamkeit, sehr gründliche Übungen sind das. Wie etwa an unserem letzten Tag in Nordostwestfalen, da wollten wir gleich nach dem Frühstück nach Hamburg fahren. Es war ein fast idealer Sommertag auf dem Land, es war eine angenehme, zum Herumsitzen im Garten einladende Außentemperatur, die noch keine brüllende Julihitze war und auch später nicht wurde. Es ging ein wenig freundlicher Wind, sanfte Brisen nur, und es war außer gelegentlichem Vogelzwitschern in den Büschen ringsum kein Laut zu hören, selten nur fuhren Autos vorbei. Es war ein ruhiger Tag, wie er im Buche steht, so ein Tag für einen überbordenden Mittagsschlaf, für einen ganz durchgelesenen Roman oder für viele Kapitel Hörbuch oder um vorbeibrummenden Insekten gelassen nachzusehen.

Und da machten wir einfach nichts. Weder packten wir das Auto voll, noch fuhren wir los, wir hingen da einfach nur herum, jeder für sich, und das war gut und richtig. Das hat man ja gar nicht so oft, dass man etwa in einem Garten an einem Tisch sitzt und sich denkt, dass es jetzt gerade, in genau diesem Moment, wirklich hervorragend passt, dass es gerade alles angenehm ist und es einem weder zu heiß noch zu kalt noch sonst irgendwas ist, dass die Sonne nicht blendet und sogar die Sitzhaltung stimmt und keine Gräte schmerzt, dass es passt, wie es ist. Und im Grunde ist es wohl so – das ist derartig selten, da muss man dann einfach sitzen bleiben, wenn es irgend vertretbar ist, man macht sonst einen Fehler. Er geht in Kürze von selbst vorbei, dieser besondere Moment, ohne dass man auch nur einen Finger gerührt hat. Das waren also gute Urlaubsstunden, sie waren, wie sich zeigen sollte, eine gelungene und auch notwendige Vorübung für die Woche auf Eiderstedt, die in Bezug auf das Nichtstun dann etwas speziell ausfiel.

Spät am Tag fuhren wir nach Hamburg, leer war die Autobahn. Wir gingen von der Garage in unser Haus. Vor den Eingang hatte jemand gekotzt und im Treppenhaus passierten gerade Dinge zwischen zwei Erwachsenen, die man Kindern so eigentlich nicht zeigen möchte. Dinge, bei denen keine 1,50 Meter Abstand eingehalten wurden, auch keine 1,5 Zentimeter. Da fühlten wir uns schlagartig wieder betont großstädtisch, und das ist gar nicht immer schön, wirklich nicht.

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