Links am Morgen

Bevor ich es wieder vergesse, die Kommentarfunktion war hier übrigens zerschossen. Falls Sie sich damit vergeblich abgemüht haben, pardon, das fiel mir erst spät auf. 

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Warum wir so erschöpft sind. Ich bin, das kann ich recht sicher sagen, auch so erschöpft, weil ich in dieser ach so kontaktarmen Zeit nie oder doch viel zu selten alleine sein kann, weil ich seit bald einem Jahr dauernd Gesellschaft habe, zwar die beste und mir natürlich liebste der Welt, aber eben doch Gesellschaft, viel zu viel davon, keine Ruhe, nirgends.  Immer zuständig sein, immer verfügbar sein, immer ansprechbar sein, immer da sein. Immer gerne, aber es zehrt dann doch. Eine meiner verfestigten Erkenntnisse aus der Pandemiezeit also, ich bin wirklich, wirklich gerne alleine: Von Zeit zu Zeit seh ich sie alle nicht so gern. 

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Die aktuelle Pandemie wirkt wie ein Kontrastmittel. Wir beklagen zwar vor allem fehlende digitale Infrastruktur und Kompetenz. Doch tiefer scheint ein anderes Problem zu liegen: Autoritäre Strukturen und Menschenbilder; eine Inkompetenz-Vermutung und ein grosses Misstrauen Schüler:innen und ihre Eltern gegenüber. Da ist diese im Obrigkeitsdenken und im autoritären Menschenbild verwurzelte Überzeugung, dass der Mensch nur funktioniert, wenn er/sie direkt und ununterbrochen kontrolliert wird und vor allem: wenn er und sie sich lückenlos einpasst in das System.

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Meist liegt im Rückspiegel des Lebens ja ein Schleier aus Wehmut über den ungenutzten und verpassten Möglichkeiten der Vergangenheit. Nun zeigt sich, wie falsch das ist. Jetzt ist der Moment, um sich in bester Marie-Kondo-Manier bei all den ungenutzten Möglichkeiten zu bedanken, dass sie für einen da waren. Dass sie einen träumen ließen, was möglich schien.

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