12 von 12 im Januar

Die anderen Bloggerinnen und Blogger mit 12 von 12 wie immer hier.

Der Tag beginnt wie immer, ich trinke Solokaffee, der Rest der Familie schläft noch. Und das ist gut so.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von maximilian buddenbohm (@buddenbohm) am

Das nächste Bild täuscht, so blau ist der Himmel gar nicht. Ich spiele mit einer neuen Foto-App herum, VSCO nicht unähnlich: MuseCam.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von maximilian buddenbohm (@buddenbohm) am

Ich wende mich mit Grauen vom Fenster ab und starre Blumen an, die ich gestern der Herzdame mitgebracht habe. Also formal gesehen habe ich sie ihr mitgebracht, in Wahrheit wollte ich die haben, Frühlingssehnsucht und so.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von maximilian buddenbohm (@buddenbohm) am

Ich lese weiter in “Die Welt im Selfie”, das mir nach wir vor großen Spaß macht.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von maximilian buddenbohm (@buddenbohm) am

Unsere Kaffeemaschine hat den Geist aufgegeben, wir haben uns jetzt dieses Bialettidings besorgt, das nimmt weniger Platz weg. Wir beschäftigen uns längere Zeit damit, weil uns die Vorkenntnisse fehlen, so ein Ding hatten wir bisher noch nicht im Haushalt. Wir kennen nur die zahlreichen mehr oder weniger lustigen Geschichten von Bekannten und Freunden, denen die Kannen um die Ohren geflogen sind. Dadurch gewinnt der Kaffeegenuss eine etwas spannende Note, auch recht, es soll ja ein belebender Genuss sein.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von maximilian buddenbohm (@buddenbohm) am

Wir verbringen danach unfassbar viel Zeit mit der Frage, wer heute was wann mit wem und wo macht, Familienlogistik in überraschend kompliziert. Ich habe manchmal den Eindruck, wir könnten das auch von Sonneauf- bis Sonnenuntergang besprechen, wobei natürlich im Januar gar nicht allzu viel Zeit dazwischen liegt, hier im Norden.

Ungeachtet aller besonderen Umstände und Unwägbarkeiten und zahllosen Möglichkeiten und Pläne muss aber immer jemand einkaufen gehen, das bin routinemäßig ich. In den Blogs und Timelines geht es gerade wieder überall um die Aufteilung der Arbeiten bei Paaren, wir sind da ja die Exoten, die fast alles rabiat und strikt eingeteilt haben, ich gehe also einkaufen, sie nicht. Kategorisch. Wir fragen uns kurz, ob es wohl daran liegt, dass wir uns so gut wie nie über unsere Aufteilung streiten, ergänzen dann aber sinnigerweise noch, dass es entscheidend auch daran liegt, dass wir beide nicht Vollzeit arbeiten. Also irgendwie schon, aber eben nicht in nur einem Job, bei uns ist alles etwas flexibler und oft in Bewegung. Das wird es wohl sein, das nimmt viel Druck aus dem Thema.

Wenn Sie sich also dauernd mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin darüber streiten, wer wann was im Haushalt macht, gehen Sie einfach beide auf sechs Stunden runter, das vereinfacht so manches, auch diese Diskussion. Und ja, dann hat man womöglich weniger Geld, es ist eben eine Frage der Prioritäten im Leben.

Ich latsche jedenfalls pflichtgemäß durch den endlosen Regen, der jeglichen Tag regnet. Vorbei an Dekoschafen aus Plastik, das sind hier so die Naturerlebnisse, wir haben ja nichts.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von maximilian buddenbohm (@buddenbohm) am

Beim Einkaufen treffe ich erfreulicherweise den halben Stadtteil, Smalltalk an jedem Regal. Denn gerade bei diesem Wetter muss man nett zueinander sein, alte Regel.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von maximilian buddenbohm (@buddenbohm) am

Das Wetter bleibt währenddessen etwas herausfordernd.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von maximilian buddenbohm (@buddenbohm) am

Weswegen ich mich heiligen Pflichten widme, etwa dem Mittagsschlaf.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von maximilian buddenbohm (@buddenbohm) am

Wobei mich der Anruf eines Sohnes stört, der beim Parkour etwas sehr ungebremst auf den Boden geknallt ist und verletzt aus der Halle abgeholt werden muss. Na, so habe ich wenigstens auch noch etwas Bewegung und radele am bekannten Nachrichten- und Geschichtenmagazin vorbei.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von maximilian buddenbohm (@buddenbohm) am

Dem Kind geht es kurz darauf schon wieder besser, ich bereite das Abendessen vor, es gibt Entensuppe, die gefrorenen Reste von Weihnachten müssen weg.

Um mich auf den Abend vorzubereiten, wir gehen noch auf eine Party, esse ich von lustigem Kindergeschirr. Mal sehen, ob es wirkt!

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von maximilian buddenbohm (@buddenbohm) am

Und das 12. Bild ist wie immer gar keines, das 12. Bild ist die Musik. Maxine Sullivan mit 75. Was schön! Scott Hamilton am Saxophon.

***

Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

************************

Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhanden Hut werfen, vielen Dank!

************************

12 von 12 im August

(Die zahllosen anderen Ausgaben der Reihe 12 von 12 wie immer hier)

Ich stehe wie fast immer weit vor der Familie auf, koche mir einen Kaffee und gehe an den Schreibtisch, wofür hier unten gleich ein Symbolbild folgt, natürlich schreibe ich am Computer. Sonst würde die Familie ja auch nicht mehr schlafen.

Mit der schlafenden Familie im Rücken schreibt es sich am besten, das gilt bei mir seit vielen Jahren. Ich tippe weiter am seltsam ausufernden Wanderbericht, zwischendurch frage ich mich auf einmal, ob ich die Orte dabei eigentlich in der richtigen Reihenfolge wiedergebe, also sehe ich lieber noch einmal auf der Wanderkarte nach. Schreibende Menschen kennen das vielleicht, ab und zu überkommt einen die Angst, dass man nicht nur die üblichen kleinen Fehler macht, sondern TOTALEN STUSS schreibt, deswegen gucke ich so etwas sofort gründlich nach. Immer.

Sohn I steht wie üblich als Zweiter auf, er sieht auf die neben mir liegende Wanderkarte, die kennt er noch gar nicht.

“Was ist das hier unten, diese Biegung?”
“Das ist die Lübecker Bucht.”
“Die könntest du doch mal längs gehen!”
“Das habe ich gerade gemacht. Mit deinem Bruder.”
“Oh.”

Kommunikation in der Familie, darüber könnte man ja auch Bände schreiben.

Ich gehe Brötchen holen, da das Kind, das Brötchen holen sollte, verspannt ist. Verspannt! Das Wort hätte ich in seinem Alter gar nicht gekannt, aber gut formulierte Ausreden müssen belohnt werden, sprachliche Förderung geht bei mir immer vor, also gehe ich selbst. Meine Verspannungen interessieren hier eh keinen.

Die Brötchen sind furchtbar wie immer, die sehen nur gut aus, im Grunde ist die Qualität, die da geboten wird, gar nicht mehr zumutbar, sie ist unter aller Sau, eine Frechheit und eine Schande für den altehrwürdigen Begriff Bäckerei.

Im Flur unserer Wohnung steht eine wartende Holzeins, für die die Herzdame gestern in immerhin fünf Geschäften war, diese Holzzahlen scheinen nicht mehr so üblich zu sein. Man braucht aber doch eine Holzeins, genauer eine zweite Holzeins, wenn Kinder ein gewisses Alter erreichen, und das ist hier demnächst der Fall.

Apropos Geschäft, ich habe neulich in einem Kaufhaus hier um die Ecke einen Ball für die Söhne gekauft. Der verlor aber nach jeweils fünf Stunden schon die Luft, deswegen habe ich den zurückgebracht, denn fünf Stunden sind auch für einen recht günstigen Ball eher wenig, finde ich. An der zentralen Kasse im Erdgeschoss, die mir wie ein ziemlich logischer Anlaufpunkt für so etwas vorkam, fragte ich, ob ich da richtig sei: “Nein, da sind sie hier aber ganz falsch. Ganz falsch!” Ein abwehrender Satz, vorgebracht in heller Empörung, wie Kunden nun wieder so doof sein können, so etwas zu fragen, also wirklich. Man schickte mich in den vierten Stock, denn da habe ich den Ball ja auch ausgesucht, logisch. Im vierten Stock war aber kein Mensch, auch logisch, also aus Kundensicht. Als dann eine Verkäuferin auftauchte, war sie, na klar, nicht zuständig, als ein Verkäufer auftauchte, verwies er auf einen anderen, der müsse eigentlich bald kommen – und der kam dann auch irgendwann, durfte aber nichts entscheiden. Und als der, der was entscheiden durfte, schließlich gefunden war, schickten sie mich mit dem doppelt unterschriebenen Bon wieder ins Erdgeschoss, wundern sich aber jeden Tag, warum die Leute alles online kaufen. Meine Güte.

In der Küche stelle ich nebenbei fest, dass wir in diesem Jahr den Frühjahrsputz ausgelassen haben, viel im Garten und überhaupt wochenlang weg waren, dass wir ferner, wenn wir denn doch einmal da waren, wohl gehaust haben wie die Dreijährigen, und so sieht es hier auch aus. Während draußen die Kirchenglocken die Frommen zur sonntäglichen Andacht rufen, suche ich also Putzmittel zusammen, räume die erste Schublade aus und starte die dringend notwendige Großaktion, da haben wir also Besinnung und Fleiß in einem Moment schön vereint, wenn das kein norddeutscher Sonntag ist.

Es kommt dabei allerdings zum Küchen-GAU, ich räume nämlich auch die Schublade mit dem ganzen Tupperzeug und den Frühstücksboxen und Trinkflaschen der Söhne komplett aus, die Schublade also, die nur fortgeschrittene Gamer und ausgeprägte Fans von 3-D-Puzzles wieder vollständig einräumen können. Alle Familienmitglieder gucken sofort angestrengt weg und müssen dringend andere Dinge tun, ich dann auch. Wenn sich das Zeug bis morgen nicht von selbst einräumt, dann machen wir eben einen neuen Plan, ziehen um oder wandern aus, was weiß ich. Wir hinterlassen jedenfalls bemerkenswert saubere Schubladen.

Egal, ich versuche es mit einem Mittagsschlaf, scheitere aber wieder an dem Phänomen, dass hier alle Familienmitglieder sofort etwas von mir wollen, wenn mein Körper tagsüber waagerecht ausgerichtet wird. Faszinierend. Aber auch enervierend, zumal wir im Schlafzimmer weiße Vorhänge haben, die bei offenen Fenstern so sachte herumwehen und sich hier dezent etwas bauschen, dort ein paar kleine Wellen schlagen, bei dem Anblick kann man wirklich hervorragend ruhen und einschlafen. Eigentlich.

Draußen ist grauer Himmel, das ist hier keiner mehr gewohnt, die Stimmung ist etwas getrübt. Ich gehe zwischendurch mit Sohn I etwas planlos raus und sehe mir in den Schaufenstern des Stadtteils die neuesten Modetrends an, nicht alle können mich überzeugen.

Bei grauem Himmel kann man sich aber wenigstens mal wieder an den Herd stellen, das ist in dieser Wohnung bei Sommerhitze nicht möglich. Es gibt Couscous mit Huhn, Zucchini, Datteln, Kreuzkümmel und Koriander, ein hervorragendes Essen, wenn ich mich mal kurz selbst loben darf. Das Rezept kam wieder aus der von mir viel genutzten KptnCook-App, keine bezahlte Werbung, nein, nicht einmal ein Link.

Ich lese außerdem weiter in Ortheils Moselreise, zu der mir erstaunlich lange kein Symbolbild einfallen wollte. Dann aber doch noch:

Passt schon.

Eines der Fotos ist bei mir traditionell ein Video, da lade ich jetzt das ab, was mir Youtube seit Wochen aus mir völlig unklaren Gründen wieder und wieder empfiehlt, mit einer Hartnäckigkeit, die schon erstaunlich ist. Porque te vas. Vielleicht hört es jetzt auf? Vielleicht musste es nur einmal raus?

Ich schreibe weiter am Wanderbericht, ich sortiere Termine, ich mache Schreibtischzeug. Die Herzdame geht zum Tanzen, ein Sohn liest, einer haut ab zu einem Kumpel, der Tag dümpelt so dahin, das ist gar nicht schlecht. Unaufgeregt.

Fehlt nur noch der Hinweis, was der Sohn liest:

Er findet es allerdings eher langweilig. Vielleicht wird es noch? Dann schreibt er was darüber, dann merken Sie das. Und wenn nicht – tja.

 

*****************************************

Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhandenen Hut werfen, die Familie dankt.

*****************************************

12 von 12 im März

(Die anderen 12-von-12-Ausgaben zahlloser Bloggerinnen wie immer hier)

Ein Werktagmorgen, also ab nach Hammerbrook und in ein formschönes Bürohaus. Das Wetter ist eklig, es ist Montag, niemand hat die Absicht, deswegen zu jammern. Wie wir in unserem von Altersweiheit und Tiefsinn geprägtem Großraumbüro immer sagen: “Wenigstens arbeiten wir überdacht.”

Im Büro ist der Kaffee so unfassbar schlecht, dass ich auf Hagebutten-Hibiskus-Tee umgestiegen bin. Unterm Strich endet man dabei aber schon wieder mit hängenden Schultern bei: “Immerhin arbeiten wir überdacht.” Schlimm.

Zwischendurch strolche ich unentschlossen durch den Regen und an den vielen Imbissen vorbei, die in Hammerbrook für vergleichsweise üppige Preise ziemlich mäßige Speisen anbieten. Kann aber alles nicht mehr sehen. Immerhin sind die Brötchen überdacht, denke ich, es ist irgendwie nicht der allerfröhlichste Tag des Monats, wie Sie vielleicht merken.

Ich esse nix, ich trinke nur einen Kaffee und sehe mir hässliche Autos im hässlichen Hammerbrook an.

Dann doch noch ein Lichtblick, ich treffe mich nach Büroschluss mit der Herzdame zum Mittagstisch im kleinen Bahnhofsviertel.

Wir gehen zu Gao Kitchen auf der Langen Reihe, hier eine Besprechung des Ladens. Mittagstisch 7,50, ich finde das sehr gut da, gerne wieder.

Nach dem Essen gehe ich noch in einen Drogeriemarkt, dummerweise gibt es da auch Saatgut. Stelle fest, dass ich bei Saatgut nach wie vor etwas unbeherrscht bin. An der Kasse lege ich die Bohnen ordnungsgemäß aufs Laufband. Die Dame vor mir, Typ pensionierte Schuldirektorin, besieht sich über ihre Lesebrille hinweg erst die Bohnentüte, dann mich. Sagt in seltsam strengem Tonfall: “Aha!” Schüttelt missbilligend den Kopf. Und ich weiß gar nicht recht, was sie meinte. Vielleicht sehe ich mit meinen mittlerweile recht langen Haare genau aus wie so ein Typ, der anderen die Bohnen für den Garten vor der Nase wegkauft?

Ich bespreche den Fall zu Hause mit meiner Dahlie, aber die weiß auch nicht recht.

Lese etwas im Echolot, da ich abends im Moment dauernd zu müde bin, um mehr als eine Seite zu lesen. Mein Biorhythmus ist völlig aus dem Ruder, ich falle um acht Uhr um und wache um vier auf, das muss sich ändern. Oder ich mache das einfach solange weiter, bis ich alle überrundet habe, passt dann auch wieder.

Gucke dann einen Clip auf Youtube, dessen Charme sich vermutlich nur Garteninteressierten erschließt, pardon. Aber wenn man weiß, mit welch fancy Methoden und Mitteln und Ausrüstungskomponenten einige Gartenyoutuber arbeiten, dann kann man über den Herrn hier schon einmal lachen, der sinngemäß sagt: “Himmel, steckt das Zeug doch einfach in die Erde.” At no cost! Wie er ungefähr hundertmal wiederholt. Großartiger Dialekt auch, muss mir angewöhnen, das “okay” genau so auszusprechen wie der Gärtner im Filmchen.

In der Wohnung keimen übrigens jetzt die Kartoffeln vor, und mangels Platz tun sie das im Schlafzimmer. Die Herzdame is not amused, um es milde auszudrücken.

#12von12 #schrebergarten

Ein Beitrag geteilt von maximilian buddenbohm (@buddenbohm) am

***

Es folgt Werbung, und zwar ein Terminhinweis für Hamburg, besonders für Hamburger Eltern. Wir waren da schon im letzten Jahr, wenn man legobegeisterte Kinder hat oder selbst in der Richtung interessiert ist, dann ist man da auch richtig. Und dem Wetterbericht nach kann man draußen eh nix machen.

***

Werbung

Werbebanner Floating Bricks

12 von 12 im Februar

Die anderen Ausgaben zahlloser Bloggerinnen wie immer hier.

Die Woche beginnt problematisch, ein krankes Kind, wir haben da gerade ein Abo. Dafür hatten wir in den letzten Jahren auch ziemlich viel Glück, statistisch ist alles okay. Kann man sich aber auch nichts für kaufen.

Also die übliche Spontanverhandlung mit der Herzdame, wer wie lange ins Büro kann, erfreulicherweise schaffen wir das regelmäßig ohne Streit.

Ich fahre kurz ins Büro, d.h. ich würde fahren, wenn die S-Bahn fahren würde, sie fährt aber nicht, sie steht. Der Herr mir gegenüber sieht, und das ist wirklich irritierend, aus wie Mr. Bean, macht aber nichts Lustiges. Das stelle ich mir sehr schwierig vor, wie Mr. Bean auszusehen. Nach zehn Minuten eingehender Mr.-Bean-Betrachtung fährt die Bahn dann doch einmal los.

Im Büro dann das Highlight des Tages, ein Kollege hat Hanseaten für alle mitgebracht. Hanseaten sind hier nicht nur die Bewohner der Stadt, Hanseaten sind auch Kuchenstücke. Da keiner weiß, warum die eigentlich so heißen, googeln wir das eben und guck an! Die kommen aus Lübeck, wie ich. So ein Büro ist also manchmal doch ganz sinnvoll, da lernt man was.

Danach verlasse ich die architektonische Perle Hammerbrook aber schon wieder. So schade.

Das kranke Kind braucht im Grunde gar keine Betreuung , das kranke Kind macht Sudokus und möchte nicht gestört werden. Wozu fahre ich dann durch die Gegend?

Danach liest das Kind in Tintenherz, weil der Bruder das auch gerade durchgelesen hat. Da könnte man ja sonst was verpassen, das immer noch eine der besten Motivationsstrategien ever.

Ich spiele währenddessen Home-Office und starre zwischendurch Tulpen an. Denn wenn ich rausgucken würde, ich müsste den Schnee wahrnehmen, das ist keine Alternative.

Das kranke Kind langweilt sich dann doch ein wenig und bastelt lieber Anzuchttöpfchen aus Toilettenpapierrollen. Wir haben jetzt sehr viele davon. Enorm viele. Wenn Sie nicht wissen, wie man so etwas bastelt – einfach hier abgucken.

Und weil das Kind danach immer noch alles langweilig findet, bügelperlt es eben etwas.

Ich hole den gesunden Bruder von der Schule ab und werde nass. Ich bringe den Bruder nach Hause, werde dabei wieder nass und gehe dann zum Einkaufen, wobei ich noch einmal nass werde. Meine Laune ist deutlich ausbaufähig, hier ein Symbolbild.

Später pikiert das kranke Kind Tomaten, alle Samen hat es natürlich selbstgewonnen, das Kind neigt in Gartenfragen zur Gründlichkeit. Die Tomaten wachsen vor sich hin, obwohl es noch viel zu früh ist.

Das andere Kind gewinnt gerade Hibiskussamen und tütet sie ein, eventuell sind wir alle etwas frühlingsreif. Eventuell ist auch die Küche voller Erde, wir haben etwas umgetopft. Schlimm.

Unterm Strich aber doch wieder so ein Tag, an dem es mir etwas hilft, abends brülllaut The Peddlers über Kopfhörer zu spielen. Irgendwo muss die Energie ja herkommen.

12 von 12 im Januar

(Die 12-von-12 der anderen Bloggerinnen wie immer hier bei Caro)

Morgens ins Büro, die Herzdame bleibt mit dem kranken Kind zuhause. Der Hamburger Hauptbahnhof zeigt sich in schönstem “Hier spricht Edgar Wallace”-Licht.


Ich fahre nach Hammerbrook. Wenn man da konzentriert auf die Fleete guckt und den Rest verbissen ausblendet, sehen einige Quadratmeter manchmal fast gut aus.


Arbeit im Büro, wie immer fotofrei, das wären aber auch bemerkenswert langweilige Bilder. Die Rollladen vor den Fenstern gehen wegen eines technischen Fehlers unmotiviert hoch und runter, es wird dunkel, es wird hell, das ist immerhin ganz unterhaltsam. Also wenn man keine hohen Ansprüche hat.

Das Wetter vor dem Fenster, wenn man denn gerade mal rausgucken kann, es ist grau, öde und bleiern, wie von einer GroKo beschlossen. Niemand will es, aber so ist es nun einmal, das nehmen wir jetzt also.

Nach der Arbeit zur Bücherei, in der Gartenbuchabteilung könnte es ja neue Bücher geben. Der Rücknahmeautomat nimmt ein Buch von mir nicht an, ich stecke es wieder und wieder rein, Medium nicht erkannt, immer wieder, Medium nicht erkannt. Was soll der Unfug, ich stecke es mit links rein, ich stecke unter einem Bein durch und über die Schulter, langsam und schnell und mit Gefühl, es geht nicht. Stelle mich schließlich in der Schlange bei den Problemfallbehandlungsmenschen an, die mich freundlich lächelnd und mit beruhigender Stimme darüber aufklären, dass das Buch mir gehört, nicht der Bücherei, weswegen es der Automat auch gar nicht erkennen kann. Ich könne das Buch aber gerne spenden. Wo man hinkommt, wird man gedemütigt. Schlimm.


Ich nehme ein Gartenbuch mit, das mir bisher immer zu dick war. Schluss mit der Faulheit! Das wird jetzt abgeschleppt. 630 Seiten Gemüsekunde, großartig.


Zuhause verweigert das Blinddarmkind seinen Kinderberliner, dann esse ich den eben. Was tut man nicht alles! Aber wieso isst das Kind keinen Kuchen? Sehr verdächtig. Das Kind möchte lieber einen Kräutertee, aber bitte ohne Kräuter. Hm. Immerhin gibt es auch dazu einen Asterix-Band.


Beim aufopfernden Kuchenessen störe ich, wo auch immer ich sitze, die Herzdame in einem akuten Anfall von Aufräumwahn und sehe mich gedrungen, den alten Loriotdialog mit “Ich wohne hier!” aufzuführen. Da mein Humor hier aber nur selten geteilt wird, verlasse ich noch kauend fluchtartig die Wohnung und gehe einkaufen. Nehme bei Edeka willenlos Küchenkräutertöpfe mit, damit in meiner Umgebung wenigstens irgendwas grünt und wächst, es ist doch eine wahre Last mit dieser drängenden Frühlingserwartung.


In der Wohnung werde ich neuerdings übrigens dauernd beobachtet, die Söhne haben gebastelt. Die Frisur entspricht in etwa meinen Haaren, wenn ich morgens aufstehe.


Ein Sohn studiert einen Bildband über Keith Haring, “weil der so ähnlich malt wie ich.” Es geht doch nichts über das Selbstbewusstsein in den Jahren vor der Pubertät.


Das andere Kind macht so eine Art Malen nach Zahlen per App, Kunst ist hier offensichtlich gerade Thema. Diese App (Pixelart Colour by number für iPhone) ist übrigens super zur Beruhigung geeignet, sagen die Söhne.


Traditionell ist hier ein Bild gar keines, es gibt meist ein Video. Heute Seasick Steve mit Gentle on my mind. Gute Version, das.

Insgesamt ein Tag mit Luft nach oben, wie mir scheint. Aber nun, der 12. ist eben irgendein Tag, so ist die Aktion ja gemeint, immer mitten rein ins Leben. Darauf ein Feierabendbier in frühlingsgrünem Design.

12 von 12 im Dezember

(All die anderen “12 von 12” von zahllosen Bloggerinnen und Bloggern wie immer hier drüben.)

 

Saatgutadventskalender Tag 12

Ein Beitrag geteilt von maximilian buddenbohm (@buddenbohm) am

Am Morgen erst einmal nachsehen, was im Saatgutadventskalender zu finden ist. Nach wie vor ist das der beste Adventskalender, den ich je hatte. Auch wenn er bereits jetzt zu gewissen Problemen und etwas schärferen Diskussionen in der Familie führt, und zwar in Verbindung mit Mandarinenkistchen. Das ist eine nicht unbedingt einleuchtende Verbindung, deswegen muss ich das kurz erläutern: Ich habe im Winter einen sehr hohen Bedarf an Mandarinen. Mandarinen gibt es überall in formschönen Holzkistchen. Holzkistchen schmeißt man nicht weg, wenn man einen Schrebergarten hat, denn sie sind, wie der Name schon sagt, aus Holz – und also kann und muss man sie wiederverwenden. “Wertstoffe!”, wie ein gewisser Sohn hier aus vollster Überzeugung rufen würde. Was heißt würde, er ruft es tatsächlich, unentwegt ruft er das, seit wir diesen Garten haben, denn das Grundprinzip, dass man im Schrebergarten immer alles gebrauchen kann, das hat er verinnerlicht wie andere ein heiliges Gebot Gottes. Und so sehr hat er es verinnerlicht, dass wir die Grenze zwischen “Kann man gebrauchen” und “Das kannst Du doch nicht einfach mitnehmen” ab und zu pädagogisch aufbereiten müssen, etwa nachdem auf der Baustelle nebenan plötzlich etliche recht große Bretter fehlten. Prima Beetumrandungen! Das gute Kind. Die Holzkistchen stapeln sich jetzt jedenfalls im Flur, rein zufällig werden es am Ende des Winters 24 sein, die man dann also irgendwie gefällig zusammennageln kann, um sie anschließend mit den Saatgutadventskalendertütchen zu bepflanzen, jede Kiste natürlich mit einer anderen Blumensorte. Die mit den Pfahlwurzeln zuunterst, ja, ich weiß. Während also der gewisse Sohn und ich hellbegeistert von Upcycling, Installation und frühlingshafter Floralskultpur sprechen, spricht die Herzdame noch vor Errichtung unseres Kunstwerks abfällig von Schrott, Sperrmüll und Landschaftsverelendung, es ist wirklich etwas herausfordernd. Das sind so die familiären Gräben im Dezember. Egal.

 

Danach ins Büro. Was soll man dazu schon sagen. Dummerweise ist es nach der Bürozeit schon dunkel, das macht die Sache mit den zwölf Bildern auch nicht gerade einfacher.

Zurück ins kleine Bahnhofsviertel, quer durchs traumschöne Hammerbrook.

Weihnachtsfeier in der Klasse von Sohn II. Wenn man Kinder hat, hängen dauernd Zettel irgendwo, auf denen man eintragen soll, was man zur nächsten Party mitbringen möchte. Dort, ganz wichtiger Tipp für werdende Eltern, immer SOFORT Käsewürfel eintragen. Käsewürfel machen keine Mühe, kosten wenig und jeder mag sie, zumindest bei Gouda mittelalt. Käsewürfel sind super.

Ich sehe mich zwischendurch im Klassenraum um und lasse mich inspirieren. Das hier z.B. kann ich super in Support-Telefonaten unterbringen, wenn mich wieder Menschen anrufen, die irgendwie nicht weiterkommen. “Haben Sie das Problem schon eingekreist und durchgestrichen?”

 

Danach an den heimischen Schreibtisch, im Bild hier die üppige Weihnachtsdeko. Es ist ja nicht lieblos hier!

Ich gehe ein Buch durch, zu dem die Rezension noch aussteht. Gutes Geschenkbuch, das sieht man ja so schon. Mehr dazu in Kürze.

Im Briefkasten Trauerpost, die Großtante, der die Familienmühle gehörte, ist nicht mehr. Besonders die Söhne finden das ganz unvorstellbar, denn Mühlen gibt es immerhin nicht in jeder Familie und es ist noch unklar, was mit dieser jetzt wird. Wir werden dennoch weiterhin auf jeder Fahrt ins Heimatdorf gespannt sein, wer zuerst von der Landstraße aus “unsere” Mühle sieht.

Es folgt eine leichte Zwischenmahlzeit.

Auf meinem Schreibtisch liegen meine neuen Visitenkarten. Mit Visitenkarten geht das bei mir so: Ich treffe völlig unerwartet einen Menschen, der mir seine Visitenkarte gibt. Ich sage: “Oh, ich habe gar keine mit.” Am nächsten Tag treffe ich noch so einen Menschen, gleiche Antwort von mir, am übernächsten auch. Ich denke, oha, ich müsste wohl besser auch mal Visitenkarten dabeihaben, das ist ja voll der Trend gerade. Ich stelle fest, ich besitze gar keine brauchbaren Exemplare, weil ich umgezogen bin oder meinen Nachnamen geändert habe oder zumindest die Blogadresse, irgendwas ist ja immer. Ich bestelle also neue Visitenkarten. Ich habe fortan stapelweise Visitenkarten dabei. Ich werde etwa zehn Jahre nicht mehr auf Visitenkarten angesprochen und treffe auch niemanden mehr, der mir Visitenkarten überreicht. Repeat.

Neue Visitenkarten.

Ein Beitrag geteilt von maximilian buddenbohm (@buddenbohm) am


Die Herzdame spielt währenddessen schwarzweißes Schneeflockenmemory gegen einen Sohn, die hat es also auch nicht immer leicht.

Und das letzte Bild zum Tag ist wie meistens bei mir gar keines, das ist ein Videoclip, denn einmal in der Weihnachtszeit muss der hochgeschätzte Manfred Maurenbrecher hier singen: Ende der Nacht.