Gelesen – Petra Gust-Kazakos: Ganz weit weg – Leselust und Reisefieber

Petra Gust-Kazakos ist vielleicht von ihrem Blog bekannt, es ist dieses hier. Sie hat ein Buch über Reisen und Bücher geschrieben, ich habe es auf der Zugfahrt von Hamburg nach München gelesen, was natürlich, bei aller Bescheidenheit, ein äußerst cleverer Schachzug von mir war. Denn besser kann ein Buch für so eine Zugfahrt in Länge und Inhalt kaum passen, machen Sie das also ruhig nach.

Allerdings hatte die Lektüre auch Nachteile, die sollen hier nicht verschwiegen werden. Denn es geht in dem Buch um andere Bücher, und ich bin leider äußerst anfällig für die bei solcher Lektüre entstehenden Wünsche. Weswegen jetzt noch rund zehn weitere Titel auf meiner ohnehin ellenlangen Buchwunschliste stehen, es ist wirklich schlimm.

Und wieder gemerkt: Ich habe eine seltsame Schwäche für Sekundärliteratur. Ich lese ausgesprochen gerne, was andere über Bücher schreiben und an ihnen herumerklären, wenn sie Geschichten dazu erzählen und Hintergründe schildern. Ich habe dabei gar keinen Ehrgeiz, etwas zu lernen, ich finde es tatsächlich einfach unterhaltsam. Und ich lese so etwas sogar so gerne, dass ich es so gut wie nie dazu kommen lasse, weil ich sonst vermutlich gar keine Romane und Erzählungen mehr lesen würde, um die es doch eigentlich immer geht. Romanführer und dergleichen fallen für mich klar unter Suchtmittel.

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Einige Meldungen zu Konsum und zu Nachhaltigkeit, die passen noch ganz gut zur letzten Woche, in der wir ein paar Produktionsbedingungen von landwirtschaftlichen Produkten thematisiert haben.

In der Zeit geht es um das, was deutsche Firmen durch Verpflichtung der Zulieferer tun können. Oder die Regierung. Oder alle zusammen. Optimistische Meldungen klingen allerdings anders.

Dennoch gibt es natürlich Produkte, hinter denen intensive Bemühungen um Fairness und Verantwortung auch im globalen Sinne stehen. In der brandeins sieht sich der Kulturwissenschaftler Wolfgang Ullrich einige Produkte genauer an, darunter auch das Fairphone, das hier schon mehrfach vorkam.

Wobei man übrigens viel leichter Artikel findet, die aus Konsumentensicht und auch für Konsumenten geschrieben werden, als Artikel, die sich an die Wirtschaft und ihr Führungspersonal richten. So wie hier etwa.

Wie viel Konsum ist normal?” Das wird bei den Krautreportern erörtert, und nahezu zwingend landet der Artikel dann bei der Konsumkritik an sich.

Da kann man gut einen kleinen Scherz einfügen, nämlich ein paar Produkte, die in dieser Präsentation recht klar nicht normal sind (wobei die Grenzen fließend sind). Man möchte das nicht im Einkaufswagen haben, oder? Weil einem sofort auffällt, wie irre das ist. Warum gibt es das überhaupt? Hat das nicht auch einen Bezug zu unserer Einstellung gegenüber Lebensmitteln, die vermutlich genau so gravierend im Wandel ist, wie unsere Einstellung zum Kochen? “Die sinnliche Welt der kulinarischen Genüsse gerät zu einer ähnlichen Nische wie die der Ölmalerei, des Klavierspiels oder der Poesie.” Und das fängt nicht in der Küche an, das beginnt im Laden.

Wenn man nicht nur die Produkte mit der Plastikverpackung eben, sondern mehr und mehr Konsum für eher irre hält, dann landet man wieder beim Minimalismus. Bei dem man aber auch nicht stehenbleiben muss, man kann ja weiterdenken, etwa zum Solarpunk, endlich einmal ein ganz neuer Begriff. In einem der weiterführenden Links am Ende des Artikels wird Solarpunk so definiert:  “A collaborative effort to imagine and design a world of prosperity, peace, sustainability and beauty, achievable with what we have from where we are.” Das klingt so positiv, das kann man ruhig mal ausdrücklich erwähnen.

In diesen Zusammenhang passt etwas weiter gefasst noch ein Text im Spiegel über den Zusammenhang des Heimwehs der digitalen Weltbürger mit ihren zahlreichen selbstgemachten Produkten.

Da sind wir  dann noch einmal bei sinnlichen Genüssen, eine gute Gelegenheit für einen Link, der sich mit dem Geruchssinn befasst, der kommt sonst eher selten vor. Man könnte das auch noch auf Solarpunk beziehen, machen wir doch mal etwas ganz anders und neu. Hier entlang zum Osmodrama, warum soll es nicht auch neue Kunstformen geben.

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