Ein Highlight, die Haseldorfer Marsch und eine Einkaufsempfehlung

Ein weiteres Highlight gab es, das erneut auf die schwindende Distanz zwischen Satire und Wirklichkeit zu verweisen schien. Und welches wieder belegte, dass wir kollektiv dem Irrsinn zutreiben oder auch längst alle darin ein prima Biotop gefunden haben. Vermutlich geht es mittlerweile bei solchen Fällen eher um die letztgenannte Option, nehme ich an.

Bei einem meiner Versuche jedenfalls, einen der wenigen verfügbaren Arzttermine in dieser Stadt zu bekommen, wurde mir an einem Empfangstresen in einer Praxis eine Terminmöglichkeit am nächsten Tag benannt. Also in spektakulärer zeitlicher Nähe! Es war eine Option, welche ich dann freudig und selbstverständlich sofort bestätigen und buchen wollte – aber nicht konnte. Wie mir das Personal dann mit sparsam eingesetzter Freundlichkeit erklärte, denn dafür, so hieß es dann, müsse ich jetzt erst nach Hause gehen und mir diesen Termin dann online sichern. In der Praxis, so wurde weiter erläutert, ginge das nicht mehr. Oder, versteht sich, mobil übers Handy, das ginge auch, selbstverständlich.

Aber mit dem Handy hatte man wieder keinen Empfang in dem Gebäude und ich hätte mir auch erst die verdammte App … von den Login-Daten ganz zu schweigen.

Wie auch immer, der Nächste bitte.

Da steht man dann in so einer Situation, guckt womöglich etwas dümmlich und überlegt vielleicht, so wie ich, wer hier gerade den Verstand verliert. Ob nur man selbst oder doch vielleicht alle anderen.

Und was jene Menschen in solchen Fällen eigentlich machen sollen, die gar nicht online sind, das kann man sich allerdings auch einen Moment überlegen. Denn ich zumindest habe solche Menschen noch in der Familie. Und so wenige sind es insgesamt auch gar nicht, wir hatten das Thema neulich schon einmal. Es sind immerhin ein paar Millionen in diesem Land, das ist kein so kleiner Anteil der Bevölkerung. Man hat diese Menschen nur oft nicht parat, weil sie uns, haha, online nicht so auffallen.

Ich humpelte nach Hause, was sollte ich auch machen, und buchte mir den so verlockend nahen Termin. Immerhin erfolgreich. Es ist nicht alles schlecht.

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Blick über die Kleine Alster an den Rathausarkaden

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Davon abgesehen rahmte ich mir einen Druck. Stieg ich in wilder Abenteuerlust, vielleicht aber auch, siehe oben, eher schon im wilden Wahn, trotz des kaputten Fußes auf einen Stuhl, hämmerte ich einen Nagel in die Wand und hängte ich mir dann endlich ein Bild auf, das mir an dieser Stelle wirklich zu passen schien. Weil mich mit dem Künstler einiges verbindet, weil das Motiv mir wohlig heimatlich vorkommt und weil mir die Stimmung zusagt, auch Farbe und Wirkung: Die „Haseldorfer Marsch“ von Horst Janssen, aus dem Jahr 1978.

So sieht das Bild aus, und ich mag es sehr.

Ich kenne die Haseldorfer Marsch allerdings gar nicht aus eigener Erfahrung, ich war dort noch nie. Ich sah mir vor dem Kauf des Bildes Fotos aus der Gegend an, ich las auch nach, wo genau sie ist (der Wikipedia-Artikel enthält übrigens den ungeheuren Begriff „Allerkindleinsflut“, man möchte sofort passende Prosa dazu verfassen).

Gegenüber von Stade liegt sie an der Elbe, diese Marsch. Also in der Gegend, in die ich ohnehin demnächst einmal wollte. Und sie sieht, auch auf den online gefundenen Fotos, verbindlich norddeutsch aus, das passt schon.

Da könnte ich, auch genau auf diesem Weg, den Janssen da gekonnt abgebildet hat, entlanggehen und mich im weitesten Sinne wie in meiner Gegend fühlen. Das finde ich gut, das so an meiner Wand zu sehen.

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Blick über die Binnenalster Richtung Jungfernstieg

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Der Dienstag, der ansonsten eher betrüblich und auch unangemessen anstrengend ausfiel, er wurde davon abgesehen deutlich aufgeheitert durch eine freundliche Meldung, welche mir ein Online-Shop auf das Smartphone schickte: „Basierend auf deinem letzten Einkauf glauben wir, dass dir auch Müllbeutel gefallen könnten.“

Alles wissen diese Algorithmen nämlich über mich, einfach alles. Und gut kümmern sie sich um mich. Doch, doch.

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Blick über die Binnenalster am Ballindamm entlang

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Reinlesen, Behalten und Weggeben (6)

Vorweg herzlichen Dank für die freundliche Zusendung von Safranskis Hoffmann-Biografie vom Wunschzettel! Sehr schön und gerade auch sehr passend. Hier noch der Verlagslink dazu.

Die E. T. A. Hoffmann-Biographie von Safranski

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Nach den letzten drei herausfordernden und betont anspruchsvollen Büchern ohne Absätze brauchte ich dringend etwas Erleichterung und eine Art geistige Hängematte. Ich verschlang daher aufatmend und fast schon gierig, wie man an einem Sommerabend ein Kaltgetränk kippt, einen Band Kurzgeschichten von Ian McEwan: „Zwischen den Laken“. Bei Diogenes erschienen, und zwar vor längerer Zeit schon, es sind ältere Geschichten (1978). Deutsch von Michael Walter und Bernhard Robben. Wieder war es ein Buch aus dem so überaus nützlichen öffentlichen Bücherschrank.

Das Buch "Zwischen den Laken"

Ein anständiger Kurzgeschichtenband ist es, gut und gekonnt geschrieben, wie bei McEwan auch nicht anders zu erwarten. Auch wenn es sich um ein Frühwerk handelt. Es war erst sein zweites Buch, er hat seither ein paar mehr veröffentlicht. Kein Grund für Enthusiasmus, aber gepflegte Unterhaltung doch allemal. Gut geeignet als Urlaubslektüre, wenn einem gerade nach Geschichten ist. Oder auch nur nach Texten mit Absätzen.

Denn Absätze sind, das kann ich sicher im Namen eines großen Teils des Lesepublikums schreiben und gerade nach den Erfahrungen mit den letzten Büchern, doch eine feine Sache. Ich sehe nach wie vor nicht recht ein, dass es irgendeinen Vorteil haben soll, und nein, auch keinen intellektuellen, keine Absätze in den Text einzubauen.

Ich finde das eher, nun ja, etwas affektiert. Günter de Bruyn, Thomas Bernhard und José Saramago mögen es mir bitte verzeihen.

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Dann las ich die Erinnerungen von Hilde Spiel, „Die hellen und die finsteren Zeiten – Erinnerungen 1911 bis 1946“. Viel hochkultiviertes Name-Dropping aus der Intellektuellen-Szene in jener Zeit liest man da, wie es auch nicht anders zu erwarten war. Für Interessierte an deutschsprachiger Literaturgeschichte ist es ein Fest, ihre Erfahrungen in dieser etwas gedrängten Form aufgezählt zu bekommen, und auch ich konnte in meiner Vorstellung des komplizierten Beziehungsgeflechts der deutschsprachigen Autorinnen und Autoren aus jener Zeit noch einmal einige Aspekte geraderücken.

Hilde Spiel: Die hellen und die finsteren Zeiten

In die im Buch erinnerte Zeit fiel bekanntlich das Erstarken der rechtsextremen Kräfte in Deutschland und Österreich, selbstverständlich nimmt es auch im Buch viel Raum ein. Ich las den Text aber leider, während auf allen Kanälen, und ob ich es nun mitbekommen wollte oder nicht, immer wieder erwähnt wurde, welchen außerordentlichen und rekordmäßigen Zuwachs die extremen Rechten in der Gegenwart in Deutschland gerade haben. Grafiken mit Umfrageergebnissen, die ich durchaus nicht sehen wollte, die ich dann aber sehen musste.

Man nimmt diese Nachrichtenlage noch nennenswert fassungsloser als sonst zur Kenntnis, wenn man dabei von so einem Buch hochsieht. Ich stellte es bei dieser Gelegenheit wieder fest.

Und während alle gerade nach der Freigabe der entsprechenden Listen nachsehen, ob die Großeltern, Urgroßeltern oder andere geschätzte Vorfahren in der Partei der originalen Nazis waren, sollte man vielleicht auch überlegen, was die noch lebenden Angehörigen der Sippe politisch so treiben. Es könnte im Moment wichtiger sein.

Das Buch von Hilde Spiel behalte ich jedenfalls noch, da muss der Bücherschrank etwas warten. Und ich werde weitere Bücher von ihr lesen.

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Überlagerungen, Unterbrechungen und Erzählstränge

Ich habe lange Zeit, über etliche Jahre, nur sehr wenige Filme und noch weniger Serien gesehen, ich hole aber gerade etwas auf. Dabei fallen mir vielleicht Aspekte verstärkt auf, an die sich andere längst gewöhnt haben. Vielleicht wurden sie auch neuerdings erst in auffälliger Häufigkeit in den Drehbüchern untergebracht. Ich weiß es nicht genau, mir fehlt in der Regel der Vergleich.

So ging es mir z. B. gerade bei drei Produktionen, die ich nacheinander weg gesehen habe, in denen die Hauptdarstellerinnen bei der Kommunikation dauernd das machten, was man heute eben so macht, was also durchaus realistisch abgebildet war – sie tippten etwas ins Smartphone oder lasen etwas darauf, sie reagierten auf Hinweisgeräusche und auf grafische Notifications. In allen nur denkbaren Situationen taten sie das, und zu allen Tages- und Nachtzeiten.

Und wer bei diesem Thema ohne Schuld ist, der werfe bitte das erste Handy, um es gleich vorwegzunehmen.

Der Text dieser Nachrichten auf den Smartphones war als Dialogsurrogatextrakt für den Fortgang der Handlung natürlich wichtig und wurde daher folgerichtig jeweils eingeblendet. Wurde also kurz, manchmal auch zu kurz, über die weiterlaufende Handlung oder über die Gesichter mit der auf die Nachricht reagierenden Mimik gelegt. In einigen Fällen auch in äußerst kleiner Schrift, und ich könnte an dieser Stelle also schon wieder etwas zum fortschreitenden Alter anmerken, zur Lesebrillen- oder Gleitsichtproblematik etc. Aber egal.

Bei einer skandinavischen Serie sah man jeweils gleich zwei Einblendungen. Eine in der Originalsprache mit all den lustigen Sonderzeichen, eine in der übersetzten Fassung für das deutschsprachige Publikum. Da waren in einer Sequenz dann immerhin drei Informationsebenen zusammen zu sehen: das klassische Handlungsbild, der Originalsprachentext und die Übersetzung.

Selbstverständlich passt das so zu unserer Wirklichkeit, denn so verhalten wir uns. Zumindest viele von uns. So kommunizieren wir. So lassen wir uns durch Textbröckchen bei allem und fast jederzeit unterbrechen und genauso werfen auch wir fortwährend oder zumindest häufig mit Informations-, Gefühls- oder Gesprächshäppchen um uns.

Aber wenn man es so auf einem weiteren Bildschirm gespiegelt bekommt, fällt es auf einmal noch viel mehr auf, was man ohnehin schon lange ahnt, nämlich wie seltsam das manchmal ist. Um es noch nett auszudrücken. Weil es alles ständig unterbricht, weil es Abläufe, Szenen und Bilder aller Art überlagert, weil es letztlich kommunikative Ruckbewegungen sind und weil dabei kaum jemals ein sprachlicher Abschluss erreicht wird. Weil wir uns diesen Kurztexten immer nur kurz widmen, gerade so, als sei das die Bedingung für den Gebrauch, was natürlich Unfug ist. Weil es oft dem eigentlichen Handlungsstrang schadet. Und weil es, wenn es nur häufig genug eingesetzt wird, also so häufig wie in der Wirklichkeit vielleicht, auch erheblich nerven kann. Etwa wenn es nicht gerade um den Austausch mit geschätzten, gewollten und zu diesem Spiel ausdrücklich eingeladenen Menschen geht. Man kennt es immerhin auch von MS Teams im Büro, zumindest die mit den Corporate-Jobs kennen das.

Dabei war doch das klingelnde Telefon, schon gar in der mobilen Variante, als potenziell jederzeit drohende Unterbrechung bei allem schon schlimm genug. Könnte man meinen.

Das fand ich jedenfalls interessant, mir das auf diese Art wie von außen anzusehen. Etwas unangenehm erhellend kam es mir vor.

So weit jedenfalls, wie ich es eben mitbekommen habe, während ich nebenbei … na, egal.

Eine mechanische Schreibmaschine, daneben eine Postkarte mit einem Bild von Anders Zorn

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Systemischer Ausgleich

Mein beklagenswert eintöniges, um fast jeden Freigang reduziertes Leben, in dem ich hauptsächlich knurrend in der immer noch zu kalten Wohnung sitze und immer schlechter gelaunt überlege, was ich alles Großartiges machen könnte, wenn ich nur wieder ausreichend gehfähig wäre …

Also, nein, Moment. Ich komme noch einmal rein. Denn es ist selbstverständlich keineswegs so, dass ich Großartiges mache, wenn ich ausreichend gehfähig bin, wie wir alle wissen. Aber man denkt es dann doch manchmal, in solchen Situationen, auch wenn man meinen sollte, längst ausreichend Erfahrung mit sich selbst zu haben.

Man nimmt es sich trotz allem vergleichsweise ernsthaft vor, in der näheren Zukunft irgendwie anders zu sein, besser womöglich. Auf jeden Fall aber so, dass da durch das eigene Verhalten und Wollen etwas justiert wird. Denn man strebt nach einem systemischen Ausgleich.

Blick über die Außenaklster von der Grillwiese Schwanenwyk aus

Das haben auch schon die ersten Zellen kurz nach dem Beginn des Lebens auf der Erde getan, dieses Bestreben legen wir so leicht nicht ab. Es hat sich immerhin vielfach bewährt, seit etwa vier Milliarden Jahren. Wir hätten Systeme nun einmal gerne stabil, auch unser eigenes. Und wenn von etwas zu wenig da ist, braucht man kurz darauf etwas zu viel davon, dann wird es schon wieder passen, zumindest tendenziell. Denkt man sich.

Geistreich wie eine Amöbe, aber so läuft es eben.

Dieses beklagenswert eintönige Leben jedenfalls unterbrach ich am Freitag kurz, um geschätzte Menschen aus dem Internet zu treffen. Was dankenswerterweise krückenfreundlich hier um die Ecke geschah. Wir kamen im Gespräch auch auf aktuelle Ausstellungen der Museen in Hamburg, denn es war selbstredend eine kulturbeflissene Runde. Und in diesem Zusammenhang, das wollte ich nur eben sagen, beschloss ich, einen sinnigen Hinweis zu verbloggen:

Nämlich den auf den gerade erst erfolgten Ausstellungswechsel im Bucerius-Kunst-Forum, wo man sich nun die Ausstellung „F. C. Gundlach – You’ll never watch alone“ ansehen kann. Die immerhin noch bis Mitte August läuft, so dass auch ich es schaffen könnte, dort hinzukommen. Denn so lange habe ich für die Reparatur des Fußgelenks nun auch nicht eingeplant.

Wenn Ihnen dieser Herr Gundlach nichts sagt, das ist der hier. Und wenn Sie einmal kurz die Google-Bildersuche mit seinem Namen bemühen wollen, werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einige Bilder entdecken, die Ihnen bekannt vorkommen dürften.

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Zusammenhangslos noch etwas Musik, es kann nicht immer elegante Übergänge geben. Den YouTube-Kanal der Ed-Sullivan-Show hatte ich Ihnen schon einmal empfohlen, ich sehe da weiterhin besonders gerne rein. Gestern etwa erschien diese fantastische Aufnahme eines Auftritts der „The Brothers Four“ aus dem Jahr 1960 mit dem lieblich klagenden Trauer-Klassiker „Greenfields“:

Für die eher muntere Stimmungslage, vielleicht möchten Sie sich ja heute dynamisch und positiv geben, lief mir online Paul Heaton wieder einmal über den Weg. Den ich schon lange nicht mehr gehört hatte, dessen Stimme aber nicht nur mir seit seiner Zeit bei „The Housemartins“ und bei „The Beautiful South“ unvergesslich ist.

Hier singt er mit Rianne Downey.

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All die Lust und Lieblichkeit

Der Feiertag fand bei 12 Grad drinnen und draußen statt, denn die Heizung in diesem Haus hatte beschlossen, nicht mehr mitzuspielen. Die dunkle und kalte Jahreszeit war lang genug, es reichte ihr jetzt vermutlich. Immer nur beste Leistungen bringen, Tag für Tag, Monat um Monat. Wer hält das auf Dauer aus, so eine Heizung ist am Ende auch nur ein Mensch. Und braucht Urlaub.

Das Licht im Fahrstuhl gab zeitgleich ebenfalls auf. Vielleicht gab es einen Zusammenhang, eine geheime Absprache der technischen Anlagen in diesem Haus. Vielleicht gab es keinen, man weiß es nicht. Was aber jedenfalls zur spannenden Frage führte, ob man da nun mutig dennoch einsteigen sollte. In so eine pechschwarze, nachtfinstere Metallkiste, die an Seilen und etwas älterer Mechanik hängt. Und die sich auch noch seltsam ruckelnd bewegte. Wie man deutlich hören konnte, als der Fahrstuhl in Bewegung war.

Denn er fuhr noch, er stellte eine Art metallene Grabkammer im vertikalen Pendeldienst dar. Ob man nun ernsthaft darauf vertrauen konnte, dass der Rest der Elektrik schon irgendwie laufen würde, dass man tatsächlich heil oben ankommen würde … Nicht nur ich dachte vor dem Einsteigen vermutlich etwas länger nach.

Und traute mich dann doch. Denn mit Krücken auf den Treppen, das wäre auch nur ein weiteres Abenteuer gewesen, eine weitere Gelegenheit für die Reihe „Zwischenfälle aller Art“, und die slapstickhaften Sturzszenen sah ich schon vor mir.

Ich machte also die Taschenlampe am Smartphone an, um mir die Sache da drinnen wenigstens etwas zu beleuchten. Die dann allerdings überraschend wenig Licht gab, sie funzelte mehr. Wie ein flackerndes Kerzchen in einer alten Schauergeschichte vielleicht, mit der die bange Heldin in mondloser Nacht über die Schlossflure hastet, den seltsam kettenklirrenden Geräuschen nach. Kaum leuchtete diese Smartphonelampe die kleine Kammer des Fahrstuhls vollständig aus, und dunkel, stockdunkel blieben die Ecken.

Es sah alles betont nach Horrorfilm aus, mindestens aber nach Thriller. Es passierte dann zwar nichts, der Fahrstuhl tat lediglich, was ein Fahrstuhl eben tun muss, nur eben ohne Beleuchtung – aber wenn man genug Thriller gesehen hat, dann kennt man das selbstverständlich schon. Und dann weiß man recht gut, dass es einen erst bei der dritten oder vierten Fahrt, nachdem die ersten Versuche nur retardierende Elemente waren und man daher fast vollkommen sorglos dort einsteigt, doch noch erwischen wird. Und wie es einen dann erwischen wird! Das kennt man alles, das weiß man.

Weswegen ich danach auch den Rest des Tages lieber klug abwartend in der Wohnung verbrachte und von weiteren Fahrten in der kleinen Kammer des Schreckens absah.

Ich soll mich ohnehin um „maximale Schonung“ für den Fuß bemühen. Was den kleinen Nachteil hat, dass man mit dem Rest des Körpers dummerweise auch nicht mehr viel anfangen kann, wenn da eine Extremität auf einmal dergestalt aus der Reihe tanzt und eine derart aufwändige Sonderbehandlung verlangt. Da hängt man dann komplett mit drin und auch dran, ob man will oder nicht. Ich z. B. wollte eindeutig nicht, stellte dann aber fest, dass es mir nichts nützte.

Frierend und fluchend saß ich also in der kalten, klammen Wohnung, zog mir schließlich notgedrungen mehrere Schichten an und war bald eingepackter, als ich es im ganzen Winter je gewesen bin. Ich humpelte zwischendurch zum Küchenfenster, öffnete es und sagte laut, wenn auch zu einer mir ungewiss verbleibenden Empfangsinstanz, um meine Beschwerde wenigstens irgendwo anzubringen: „Diesen Mai habe ich mir so nicht vorgestellt!“

Und weil ich den Band mit den Mai-Gedichten aufgeschlagen auf der Arbeitsplatte neben mir liegen sah, blätterte ich kurz etwas darin herum und trug auch noch die passenden Zeilen von Ludwig Uhland dem nur gedachten Publikum da draußen vor:

„Wenig hab‘ ich noch empfunden

Von der werten Frühlingszeit

All die Lust und Lieblichkeit

Hat zu mir nicht Bahn gefunden.“

Der geschätzte Ludwig Uhland (1787–1862) konnte es selbstverständlich nicht wissen, aber uns Heutigen ist längst klar, dass es fast immer um starke Verspätungen geht, wenn in Texten das Wort „Bahn“ vorkommt.

Und es ist keine bezahlte Werbung, nein, aber die Reclam-Reihe mit den Monatsgedichten empfehle ich nach wie vor für die gepflegte lyrische Hausapotheke.

Der Reclam-Band Mai-Gedichte, daneben ein Tellerchen mit zwei etwas lustlos wirkenden Karotten

Die Elstern im Holunder unten antworteten mir keckernd irgendetwas aus ihrem Nest heraus. Vielleicht saßen sie da auch gerade motzend und auf bessere Zeiten wartend. Ich habe sie leider nicht genau verstanden, die dauerempörten Tauben gurrten auch wie immer unzufrieden mit allem dazwischen.

Nach dem Regen ist der Tag verquollen und taub, wie ein verzogenes Diapositiv. Nichts heitert die Traurigkeit der Straßen auf.

Der verlinkte Text passte gut zum Anblick, den mir die paar frierenden Eltern auf dem Spielplatz ansonsten boten. Pflichtgemäß und leicht bibbernd standen sie neben ihren Kleinen, die in buntglänzender Regenmontur sinnlos durch den Sand krabbelten und vielleicht auch nicht recht wussten, ob und warum das bei diesem Wetter nun wirklich sein musste.

Ich las dann doch lieber Bücher. Ich sah Filme, ich schrieb Texte. Und am Ende war es auch gut so.

Man muss sich nur erst hineinfinden. Aber so ist es ja bei allen Zwangsmaßnahmen.

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Linkwerk zum Brückentag

Gesehen:

Dann habe ich doch noch zwei amerikanische Filme auf Netflix zu Ende gesehen. Weil ich sie schon angebrochen und dann fast wieder vergessen hatte, denn man kommt doch dauernd von allem ab.

Erst gab es „Die Dolmetscherin“ aus dem Jahr 2005. Ein mittelmäßiger Film von Sydney Pollack, mit Nicole Kidman und Sean Penn. Immerhin ein Film gegen diktatorische Umtriebe, es passte daher halbwegs in unsere Gegenwart. Von der Handlung her etwas mühsam verwickelt und allzu durchsichtig in der Auflösung, von der Liebesgeschichte her eher noch drunter und zu belächeln. Interessant aber immerhin, dass erstmals Filmszenen im Gebäude und auch im Sitzungssaal der UN gedreht wurden. Interessant vielleicht auch, dass Nicole Kidman für die Rolle Flöte spielen und Vespa fahren lernen musste, wie ich in der Wikipedia lese.

Es ist doch ein Beruf mit wahrhaft vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten. Da kommt der gewöhnliche Excel-Aufbaukurs nicht ganz mit.

Vor allem fand ich aber Sean Penn interessant. Der meinetwegen nur sein Gesicht in die Kamera halten muss, denn es ist fast egal, was er dabei aufsagt: Es ist immer ein interessantes Gesicht. Nicole Kidman dagegen wirkte barbiehaft, wächsern und unbewegt, lediglich dekorativ. Letzteres immerhin erfolgreich, werden viele da sagen.

Kulturgeschichtlich am Rande sind noch zwei Aspekte bemerkenswert. Man kann zum einen darauf achten, wie sehr die Büros in diesem Film noch papierlastig sind, mit einem Offline-Schwerpunkt, den man deutlich sehen kann. Und kann dann auch selbst zurückdenken an das Jahr 2005. Wie war denn das, wie hat man da gearbeitet? Und wie unfassbar lange muss das also her sein?

Noch vor dem iPhone war das, das zwei Jahre später erst zur Welt kam. Gemeinsam mit Sohn I, was für mich nach wie vor eine der besten historischen Eselsbrücken ist. Den exakten Beginn des mobilen Zeitalters, den weiß ich nämlich jederzeit, den kenne ich, den kann ich streberhaft präzise benennen.

Zum anderen wirkt es aus heutiger Sicht, 21 Jahre später, doch recht merkwürdig, einen Film über das Schicksal eines afrikanischen Landes zu drehen, bei dem zwei Menschen die Hauptrolle spielen, die mit diesem Kontinent rein gar nichts zu tun haben. Und der Regisseur auch nicht. Sämtliche Figuren mit dunklerer Hautfarbe aber werden in Nebenrollen mit auffällig wenig Text verwiesen …

Das macht man heute eher nicht mehr, und das ist auch gut so.

Zum anderen sah ich „The Birdman“ (gibt es bei diversen Streamingdiensten) von Alejandro González Inárittu. Ein Film (Wikipedia), der diverse Preise völlig zu Recht gewonnen hat, mit einem Michael Keaton, dem man hinterher etwas Sonderapplaus zukommen lassen möchte. Dito Emma Stone. Gutes Drehbuch, starke Handlung, großartige Kamera und die für mich genau richtige Menge an Wirklichkeitsverlust im Alltag. Dazu ein fantastisches, mutiges Ende, ich war sehr angetan. Eine deutliche Empfehlung.

U-Bahnstation Hafencity Universität

Gelesen:

Johannes Kuhn denkt über einige popphilosophische Theorien zur großen Gereiztheit nach.

Das große Reisen beginnt ansonsten auch wieder, und bringt sogar Menschen zum Bloggen, die es länger nicht gemacht haben, aus teils sehr nachvollziehbaren Gründen. Frau Herzbruch ist über mehrere Texte hinweg in der Karibik. Was ich nur so pauschal benenne, um das lästige Sonderzeichen im genauen Reiseziel zu vermeiden, den mein Blog befindet bei diesem und auch bei ähnlichen Sonderzeichen verlässlich, dass es lieber nicht möchte.

Isa ist etwas mehr in der Nähe, nämlich in Split, und sie ist es ebenfalls über mehrere Texte und viele Bilder hinweg.

Der Korrespondent aus Luxemburg dagegen ist in St. Jean de Luz. Daran bin ich immerhin schon einmal vorbeigefahren! Wenn ich mir die Bilder im Blog ansehe, wären Aussteigen und Bleiben auch interessante Optionen gewesen. Aber gut, ich war damals nur Beifahrer, ich bin im Grunde also unschuldig am Verpassten. Auch mal schön.

Warum Männer sich nicht anziehen können“: Matthias Kalle schreibt in der taz über den deutschen Mann und seine Mode (via Kaltmamsell).

U-Bahnstation Hafencity Universität

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Gehört:

Eine Sonderfolge der Lage der Nation zum Thema China (1:49). Wenn Sie nur einem Link folgen wollen, nehmen Sie den, es ist die Hauptempfehlung des Tages. Informativ und erhellend. Wenn Sie vielleicht so wie ich eher wegwollen vom täglichen Nachrichten-Update, hin zu durchdachteren und vor allem ruhigeren Formaten, dann sind genau solche Sendungen das Ziel der Bemühungen, denke ich.

Sehr gut war außerdem die Lange Nacht beim Deutschlandfunk zum Thema „Die Last des Schweigens“, über die Folgen der NS-Zeit (1:59). Vermutlich war es sogar eine der besten Langen Nächte für mich bisher. Und ich könnte bei dem Thema auch Text anlegen, wie die vermutlich meisten Menschen in diesem Land und in meinem Alter. Aber es fehlt gerade leider die Zeit dafür. Vielleicht später noch.

Diese Sendung beim WDR hörte ich auch: „Fernweh – Sehnsucht nach dem Wegsein“ (18 Min.). Sie hatte mich mangels Betroffenheit gar nicht als Zielgruppe, aber ich höre ja ab und zu auch außerhalb meiner Interessenskomfortzone zu. Und nahm also amüsiert noch einmal zur Kenntnis, dass die beiden ebenso schönen wie für viele auch besonders wichtigen Reiseplanungsbeginnbegriffe „Fernweh“ und „Wanderlust“ beide auf Dichter zurückzuführen sind. Fürst Pückler-Muskau der eine, Goethe der andere.

Im Text der Sendung wird außerdem gesagt, dass keine andere Sprache einen Begriff für Fernweh hat, ob das stimmen kann? Gar keine andere? Da malte ich ein geistiges Fragezeichen an den imaginierten Rand.

Außerdem hörte ich ein historisches Interview beim ORF, ein Gespräch aus dem Jahr 1989 mit der Autorin Hilde Spiel (56 Min.), deren Erinnerungen ich gerade lese. Ein Jahr vor ihrem Tod entstand diese Aufnahme, 78 Jahre war sie da alt und klingt erheblich jünger sowie außerordentlich geistreich und auch damenhaft, im besten Sinne des Wortes.

In der Reihe Radiowissen hörte ich die Folge über Utopien, „Visionen einer besseren Welt“, 23 Min. Über Utopien schrieb ich damals auf dem Gymnasium das erste Referat, bei dem ich selbst recherchieren musste. Bei diesem Thema erfolgte also der Umstieg auf studienähnliche, „erwachsenere“ Lernformen, und es war ein geradezu feierlicher Akt. Ich hatte daher einen kurzen Moment erheblicher Strebsamkeit. Mit dem Ergebnis, dass ich vieles bis heute noch weiß, was sonst bei keinem der Themen aus jener Zeit der Fall ist.

Aber die Geschichte der Utopien – läuft bei mir, kann ich noch aufsagen.

Beim Musikpodcast „Interpretationssache“ hörte ich die Folge über „A whiter shade of pale“, 33 Min, und beim „Soundtrack meines Lebens“ die Folgen mit Ulrich Tukur (1:02).

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Happy to make your acquaintance

Eines der gängigen Hamburg-Klischees beschreibt die soziale Reserviertheit dieser Stadt. Etwas unfreundlicher ausgedrückt die Kälte der Einheimischen. Man lernt hier nicht so leicht Menschen kennen wie anderswo, heißt es. Wenn man nicht gewisse Tricks anwendet, sich also z. B. ein Kind oder einen Hund als Kontaktmagneten zulegt. Beides ist allerdings mit bedeutenden Kosten und auch mit viel Aufwand verbunden. Beides ist daher nicht für jede oder jeden und schon gar nicht für jede Lebenslage etwas.

Will man also, warum auch immer, es mag ja Gründe geben, Menschen neu kennenlernen, weil man, was weiß ich, vielleicht gerade erst in diese Stadt gezogen ist und noch an das Konzept Freundeskreis glaubt, dann ergibt sich oft ein größeres Problem. Sagt man.

Aber stimmt das überhaupt?

Ein Sticker an einem Laternenmast: With love you'll never walk alone

Mich nach meinen eigenen Erfahrungen zu fragen, das führt in diesem Fall nicht weiter. Ich hatte in den letzten Jahrzehnten in dieser Stadt nämlich zu den richtigen Zeitpunkten das richtige Ausmaß an Glück. Einfach durch die eher zufällige Wahl der richtigen Firma, der richtigen Freizeitbeschäftigungen und der richtigen „Szenen“ (Lindy-Hop etwa als unschätzbarer Geheimtipp dabei). Später auch durch den Nachwuchs und die sich dadurch fast gesetzmäßig ergebenden Spielplatzbekanntschaften.

Und natürlich durch das Internet, nicht zu vergessen, durch mein Blog. Damals auch noch durch Twitter etc. Das darf alles nicht vergessen werden, denn es war und ist bedeutend in meinem Leben. Ich würde ohne die Online-Erfahrungen viel weniger Menschen kennen. Oder auch gar keine mehr. Ich bin aber eher eine Ausnahme, denke ich, und zwar durch Umstände, die sich eher wie Lottogewinne unverdient ergeben haben. Das kann man so nicht allgemein erwarten.

Abseits dieser besonders gesegneten Umstände lerne auch ich kein Schwein kennen. Zuverlässig nicht. Nie und nirgends. Ganz egal, wie oft ich durch diese Stadt stromere, wie oft ich irgendwo allein in einem Coffeeshop sitze oder in einem Kino, Theater etc., wie oft ich durch ein Museum gehe oder in Parks herumlungere – als kontaktstark, offen und den Fremden zugewandt erlebe ich dabei weder mich noch all die anderen.

Im Moment passt mir das gut so, was ich gewiss auch überdeutlich ausstrahle, kein Zweifel. Aber es ist alles nur eine Phase, wie wir wissen, es wird mir irgendwann vermutlich nicht mehr recht sein.

Wie auch immer, weg von mir. Man muss auch an andere Menschen denken, um Sachverhalte objektiver betrachten zu können. In der Firma, für die ich brotberuflich arbeite, habe ich in den letzten Jahren z. B. viele, sogar sehr viele Menschen erlebt, die neu in diese Stadt zogen und die das Problem tatsächlich auch klischeekonform benannt haben: Es geht hier wirklich nicht so schnell mit dem neuen Freundeskreis. Es hakt seltsam bei dem Thema, es läuft einfach nicht rund und nicht glatt, es ergibt sich nichts. Es ist mehr als anderswo mit Leistung, Nachdenken, Strategie und Einsatz verbunden.

Expats waren unter diesen Kolleginnen, etwa aus Südamerika, die staunten viel und lange. Und fragten dann irgendwann, ob wir hier eigentlich nur in Familienrudeln miteinander reden. Und auch das eher selten, kann das sein? Ich sagte dann wahrheitsgemäß, dass ich meine Schwester immerhin jedes Jahr an ihrem Geburtstag anrufe.

Man möchte diese Menschen manchmal kurz nach Köln schicken, um ihnen zu demonstrieren, dass es in diesem Land auch anders zugehen kann. Viel lockerer und offener, viel kontaktbereiter. Wenn auch verbunden mit seltsamen Getränken. Aber irgendwas ist immer.

Ich komme übrigens nur auf das Thema, weil ich meine persönliche Reihe der in Norddeutschland erfolgreich angewendeten Sozialtricks (in chronologischer Abfolge bei mir: Studium, Job im Einzelhandel, Büro, Hund, Partei, Internet, Party- und Nachtleben, Kinder, Lindy-Hop, Kleingarten) gerade hätte erweitern können, wenn ich dem Thema nur mit etwas mehr Einsatz und Wohlwollen begegnet wäre. Mit einem Mittel, auf das ich noch gar nicht gekommen war. Aber im Grunde hätte man darauf kommen können.

Denn Menschen, die an Krücken gehen und einen Fuß oder ein Bein in Gips oder in einer dieser neuen Plastikverschanzungen haben, die tauschen gerne verschwörerische Blicke mit anderen Menschen in der Menge da draußen aus, denen es auch so geht. Sie lächeln sich sogar an! Besonders dann, wenn es sich um den gleichen Fuß handelt. Es wirkt ungemein verbindend, den gleichen Schaden zu haben. Man kennt es vielleicht auch von psychischen Defiziten und neurodiversen Abweichungen aller Art.

Sitzt da so ein fremder Mensch mit dem verbindenden Schadensmerkmal etwa auf einer Bank vor einem Geschäft und ruht sich ein wenig aus, weil das Laufen an Krücken doch überraschend anstrengend ist, wie ich jetzt auch endlich weiß, könnte man sich einfach kurz dazusetzen. Es gäbe dann so etwas wie eine heitere Smalltalk-Garantie, da bin ich sicher.

Es eröffnen sich hier ungeahnte Möglichkeiten! Und wenn man erst einmal darauf achtet: So wenig Menschen laufen gar nicht mit Krücken herum. Wir sind im Gegenteil verblüffend viele. Ich habe seit langer Zeit nicht mehr mit so vielen völlig fremden Menschen Lächeln getauscht. Eine bemerkenswerte und auch vollkommen unerwartete Erfahrung.

Das wollte ich doch einmal als sinnigen Tipp notiert haben, in diesem betont serviceorientierten Blog. Wenn Sie in Hamburg neu sind und vereinsamen – beschädigen Sie doch einfach eines ihrer Beine oder einen Fuß – und willkommen im Club.

Vom Vortäuschen der Verletzungen und Verbände aber würde ich abraten. Denn sollte man einem neuen Menschen tatsächlich näherkommen, wirkt es sicher eher unangenehm, wenn herauskommt, dass man sich nur so aus Spaß als lädierter Mensch ausgegeben hat.

Aber beim Spazierengehen ein wenig umknicken und sich dabei etwas brechen, zerren, quetschen … Ich meine, das können doch wohl wirklich alle hinbekommen.

Sogar ich konnte das.

„Happy to make your acquaintance …Oh, that’s the squarest thing I’ve heard in six months!“

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Reinlesen, Behalten und Weggeben (5)

Ich fing einen Roman an, bei dem ich wieder erst einmal etwas zum Autor nachlesen musste, weil die Allgemeinbildung nur gerade einmal hergab, dass es diesen Herrn gegeben hatte. Na gut, vielleicht gab sie das immerhin her, nicht nur gerade, es ist alles eine Frage der Betrachtung. Und zwar gab es ihn mit Nobelpreis, das nämlich hatte ich noch parat bei dem Herrn José Saramago.

Aus dem öffentlichen Bücherschrank hatte ich vor einer Weile mitgenommen: „Das Zentrum“, in der Übersetzung von Marianne Gareis. Die dabei schwere Arbeit geleistet haben muss, denn sprachlich einfach ist das Buch nicht, eher ungewöhnlich erzählt, bis hin zu etlichen Besonderheiten in Satzbau und Grammatik. Auch für Leserinnen eher herausfordernd auf der Langstrecke.

Und es verstand sich dann schon fast von selbst, dass es wieder ein Buch fast ohne Absätze war. Wenn man einen Lauf hat … Wobei es diesmal aber kein schmales Werk war wie bei Thomas Bernhard oder Günter de Bruyn, sondern satte 400 Seiten umfasste. Es war also eher die Oberliga des Konzentrationskampfes. Aber ich kam ans Ziel. Souverän wie ein Mensch im Training, und es war mir auch ein Bedürfnis, ans Ziel zu kommen. Dem drohenden Brainrot zum Trotze.

Das Buch "Das Zentrum" von Saramago

Hier jedenfalls die Wikipedia zum Roman, hier die Perlentaucherseite dazu mit enthusiastischen Rezensionen. Einer anderen Online-Besprechung entnehme ich dieses Zitat, das dann doch etwas zu weit gehen mag: „Seid mutig, lest dieses Buch und tretet ins Sonnenlicht.“ Na ja.

Bei den Besprechungen kann ich einen Punkt ergänzen, den ich vielleicht sowieso häufiger erwähnen sollte, weil er mir oft zu kurz kommt: Nämlich für den dieses Buch passt. Wenn Sie etwa die gute und angenehm kulturfördernde Idee haben, ein Buch zu verschenken, dann brauchen Sie da vielleicht einen sinnigen Hinweis zur Zielgruppe? Da kann ich helfen.

Und zwar geht es im Roman intensiv um ein Handwerk, genauer um das Töpfern von Geschirr und Figuren. Seitenlang und erstaunlich intensiv wird das behandelt, und außerordentlich kenntnisreich wirkt das. So oft findet Handwerk in Romanen aus naheliegenden Gründen allerdings gar nicht statt, denn der dichtende Mensch macht in aller Regel eher Erfahrungen am Schreibtisch als an einer Werkbank. Er kennt sich oft einfach nicht aus, und zwar schon gar nicht mit vernünftigen Berufen.

Diese Geschichte hier wirkt aber besonders kundig. In der Tiefe und auch im Detail wird diese besondere Arbeit verhandelt und abgebildet. Es ist außerdem handwerkliche Arbeit, die in einem kleinen Familienbetrieb stattfindet, vor einem dörflichen, provinziellen Hintergrund.

Und diese Familie wird, auch das ist selten geworden, als funktional dargestellt. Fast liest es sich seltsam, nicht wahr, aber diese Familie ist tatsächlich intakt und okay. Die Mitglieder kommunizieren vernünftig miteinander, sie können außerdem gut mit Krisen umgehen. Sie klären Konflikte, und zwar sogar, Achtung, ohne dass die Darstellung der Auflösungen kitschig oder unglaubwürdig wirkt. Nicht einmal ansatzweise wirkt es so, als sei hier etwas versüßt worden.

Und jetzt alle: „Das gibt es ja heute kaum noch.“

Schließlich werden in einem kafkaesken Sinne die Macht, Ausstrahlung und Kälte eines gigantischen Einkaufszentrums in der Provinz ausführlich geschildert. Wobei uns bekannte Einkaufszentren nur ein wenig hochgerechnet werden müssen, um diese Wirkung auf Menschen und Stadtplanung zu erzielen.

Zum Vormerken für Geschenkaktionen also folgende Schlagwörter: Handwerk, Töpferei, Familienbetrieb, Einkaufszentrum.

Trotz einiger Anstrengung – man kann es nicht mal eben nebenbei konsumieren – habe ich es gerne gelesen, dieses Buch. Aber es geht jetzt zurück in den öffentlichen Bücherschrank.

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Menschen zwischen Skulpturen

Im Wartebereich des Orthopäden hing das plakatgroße Foto eines Schriftzuges, der einmal in riesigen Lettern am Trockendock von Blohm und Voss an der Elbe zu lesen war: „Junge, komm bald wieder.“ Orthopädenhumor ist auch eine eher spezielle Angelegenheit. Nach dem letzten Besuch beim Arzt hatte ich daher beim Herumhumpeln auf dem Heimweg noch eine Weile die Stimme von Freddy Quinn im Kopf, mit den einschlägigen Zeilen aus dem entsprechenden Lied:

„Ich mach mir Sorgen, Sorgen um dich,

Denk auch an morgen, denk auch an mich.“

Ansonsten war mir am Wochenende trotz eingeschränkter Gehfähigkeit deutlich nach anderen Eindrücken zumute. Ich hatte nach mehreren Tagen ohne nennenswerte Spaziergänge, ohne Auslauf und Freigehege endgültig genug Raufaser, Sofa, Bücher, Podcasts und auch Netflix gehabt. Es musste etwas anderes her, und zwar dringend.

Es sah nach aufziehendem Regen über der Stadt aus, es kühlte ab, es war Museumswetter. Ich ging also eben rüber zur geschätzten Nachbarin, zur Hamburger Kunsthalle. Ich dachte, da hätte ich von Ausstellungsstück zu Ausstellungsstück kurze Wege vor mir. Womit ich wegen der Größe der Einrichtung nicht ganz richtig lag, wie mir etwas zu spät und dann auch schmerzhaft klar wurde. Aber zunächst erschien mir die Kunsthalle als Krückenkultur doch plausibel, und ich startete also schwungvoll. Vermutlich zu schwungvoll. Man muss sich an alles erst gewöhnen, erst recht an den sinnigen Umgang mit Einschränkungen.

In der Kunsthalle läuft gerade die große Ausstellung „Skulptural“, im alten Teil des Gebäudes, abseits der modernen Kunst. Und sie läuft noch entspannt lange bis zum April 2027. Sie können Ihren Besuch also, wenn Sie in zumutbarer Entfernung wohnen, noch in aller Ruhe einplanen. Es werden, so darf man annehmen, bis dahin noch einige weitere bestens geeignete Regenwochenenden nachgeliefert.

Büsten in der Skulpural-Ausstellung

Da ich alles in allem angestrengt genug war, wie ich bilanzierend nach dem nun schon wochenlangen Theater mit Fuß und Ärzten und Terminen befand, ging ich geistig betont unangestrengt durch die Ausstellung. Also mit der Lässigkeit des souveränen Jahreskarteninhabers, der diese vielen Schildchen dort, all die Erklärungen, fachlichen Hinweise und sinnigen Belehrungen zwar jederzeit lesen kann, es aber überhaupt nicht muss.

Denn man kommt ja wieder, in meinen Kreisen. Und sogar bald schon, man kann das alles auch später lesen. Wie ein Kind etwa ging ich da herum. Ohne jedes Interesse an Bildung, nur mit Interesse an Beeindruckendem. Wobei ich immerhin im Gegensatz zum Kind doch die Bezugslinien zwischen den beiden Begriffen zu verstehen meinte. Ohne allzu lange darüber nachzudenken, denn das fühlte sich auch schon nach Mühe an.

Eine Büste in der Skulpural-Ausstellung

Ein Medusen-Relief

Kunst in der Skulpural-Ausstellung

Eine Frau zeichnet eine liegende Figur in der Skulptural-Ausstellung

Eine Büste in der Skulptural-Ausstellung

Ich ging „nur so“ zwischen den vielen Skulpturen herum. Dies und das besah ich mir und ließ mich dabei nur durch spontanes Interesse leiten. Ich befand wieder, wie schon öfter im Leben, dass mich Münzen beim besten Willen nicht interessieren, siehe auch Briefmarken, und ließ diese daher komplett aus. Es standen aber ausreichend andere Interessierte an den bereitgelegten Lupen, die Münzen mussten sich keineswegs vernachlässigt fühlen.

Eine Büste in der Skulpural-Ausstellung

Es war angenehm leer in den Hallen und Gängen. Sicher war die Mehrheit der Besucherinnen drüben im anderen Gebäudeteil, bei der mittlerweile vielgerühmten Ausstellung zu Lassnig und Munch, es war mir sehr recht. Denn dadurch wirkten die wenigen anderen Besucherinnen noch besser zwischen den Skulpturen.

Plastiken in der Skulptural-Ausstellung

Sie sahen hin und wieder, gar nicht so selten, selbst nach sehenswerten Plastiken zwischen Plastiken aus. Wie sie da vor dem Marmor oder vor welchem Material auch immer standen. Wie sie da in spiegelndes Glas hinein oder zum Filz von Beuys hochsahen, manchmal minutenlang fast unbewegt in sinnenden Posen verharrend.

Ich hätte ein Schild neben ihnen aufstellen mögen: „Die Betrachterinnen“. Dazu Angaben zum Material, zur Künstlerin, zur Entstehungszeit etc.

Der Filz-Anzug von Beuys

„Menschen zwischen Skulpturen.“ In mir entstand eine faszinierende Sonderausstellung, und ich war damit tatsächlich so angenehm und auch so lange beschäftigt, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Zwischendurch allerdings ein Wimmern, so etwas wie ein Frauenstimmenweinen. Nach genauerem Hinhören nicht nur von mir, auch andere Köpfe drehten sich suchend herum, eindeutige Leidensgeräusche. Ich ging daher pflichtgemäß, denn man ist doch stets bemühter Gentleman und nach Kräften auch fallweise strahlender weißer Ritter, wenn auch am Stock und sicher insgesamt etwas abgegriffen wirkend, durch die Gänge und suchte nach dem vermeintlichen Opfer. Vermutlich doch eine Besucherin, die gestürzt war, so stellte ich es mir vor. Und dachte noch kurz, wenn du die jetzt kennenlernst, und dann beide mit kaputten Füßen … Wie Kino ist das denn wieder.

Es war dann aber nur eine Video-Installation von Marina Abramovic. Von moderner Kunst veralbert werden, das gehört auch manchmal dazu. Das ist im Preis mit drin, schon klar.

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So geht es jetzt zu

In einer der Fußgängerzonen in der Innenstadt liegt am Sonnabendnachmittag ein Mann auf einer Bank, dösend, vielleicht schlafend, träumend. Sein Kopf ist etwas nach hinten weggekippt, halb über den harten Rand der Bank ragend, so dass man im Vorübergehen, wenn man noch so weit empathiefähig ist, die Nackenschmerzen bereits antizipieren kann. Er liegt in der Sonne. In der Sonne ist es warm, seine Jacke, die nicht im besten Zustand ist, hat er geöffnet, seinen Pullover, es ist ein schmuddelig wirkender Strickpullover, hat er hochgezogen, man sieht die bleiche Rundung seines Bauches.

Vor ihm auf dem Boden eine obligatorische Blechdose mit wenigen Münzen darin. Ein Pappschild mit mehreren Rechtschreibfehlern im Text bittet um Kleingeld. Der Mann wird, aber das ist nur ein best guess, wie man in den umliegenden Büros sagen würde, einer der vielen erfolglosen Arbeitssuchenden aus Osteuropa sein. Die hier so oft scheitern und dann schnell abstürzen, die vielleicht aber auch schon mit einem gravierenden Alkoholproblem ankommen. Sein Gesicht wirkt auf mich jedenfalls so, als würde er zu denen passen, die sich andernorts auch am Abend in größeren Gruppen treffen. Die manchmal trunken gemeinsam singen, ich habe das vor dem Bahnhof oft gehört, bevor man diese Gruppe von dort vertrieben hat. Traurig klingende Lieder.

Dann passiert etwas, das ich so zum ersten Mal sehe. Und ich hätte auch gut darauf verzichten können, dabei Zeuge zu sein. Keine Straftat im juristischen Sinne, wie gleich deutlich werden wird. Sicher aber eine Untat, zumindest aus meiner mittlerweile wohl altmodischen Sicht, im moralischen Sinne. Denn aus einer Gruppe von jungen Männern heraus tritt einer an den Obdachlosen heran.

Es ist eine besondere Gruppe. Sie unterscheidet sich von den meisten anderen Einkaufenden, Bummelnden, Wartenden, Eilenden, Herumwuselnden, denn man hat in dieser Gruppe mehr Geld. Oder man inszeniert sich zumindest erfolgreich so, dass man als Zuschauer spontan einen gewissen Reichtum unterstellen möchte. Durch den Kleidungsstil, durch ein äußerst breitbeiniges, breitschultriges, überhaupt platzgreifendes, überselbstbewusstes Verhalten. Auch durch das Schwenken von Einkaufstüten aus den edelsten der umliegenden Geschäfte. Es ist eine begrenzte Symbolsprache, aber man versteht sie.

Auf Instagram etc. gibt es immer wieder Stilkunde zum als erstrebenswert geltenden Old-Money-Look. Es sind eindeutige Elemente aus diesem Look bei den jungen Männern zu erkennen, aber alles pervertiert in eine Richtung, die in aller Deutlichkeit nach New Money aussieht. Und vermutlich wirkt der Auftritt insgesamt aus Sicht derjenigen, die tatsächlich über Old Money verfügen, ungemein peinlich.

Was die Jugend hier in betont solventer Vulgarität in Szene setzt, das werden ihre Eltern im besten Fall so nicht gemeint haben. Könnte man denken. Falls man diese Vorfahren wohlwollend in den Gedankengang einbauen möchte. Aber wie auch immer – diese jungen Männer haben einen Finanzhintergrund.

Graffiti an einer Wand in Planten un Blomen: Das Gespenst des Kapitalismus. Davor ein E-Scooter aus dem Leih-Bestand.

Derjenige, der gerade an den Obdachlosen herangetreten ist, zieht nun eine Packung Zigaretten aus der Jackentasche. Er reißt sie auf, lässt das Plastik auf den Weg fallen, versteht sich, und überreicht die Schachtel dann mit großer Geste dem Obdachlosen. Den er dafür und dabei auch weckt. Nicht eben sanft, eher durch energischen Zugriff.

Und er steckt ihm noch, nachdem der halbwegs wieder zu sich gekommen ist, eine Zigarette in den Mund. Wobei er sich, und hier wird es dann unerträglich für mich, die ganze Zeit mit dem hochgehaltenen Smartphone filmt. Wobei er also vielleicht sogar live ist, wie man annehmen kann. Und die ganze Zeit über macht er Grimassen in Richtung Kamera, wirft sich immer wieder in neue Posen und versucht dabei, den Obdachlosen, seinen Obdachlosen, auch passend ins Bild zu rücken. Den er dabei anfasst und zurechtbiegt, zumindest versuchsweise, denn so richtig will der nicht mitmachen, wie man es vielleicht auch mit einem überdimensionierten Stofftier machen würde, das man gerade auf dem Dom gewonnen hat.

Noch ein abschließendes Victory-Zeichen in die Kamera, noch ein extra flächiges Grinsen und schließlich der vergeblich bleibende Versuch, den Obdachlosen auch zu einem Finger-V zu animieren. Was aber misslingt, denn der immer noch halb liegende Mann weiß ohnehin kaum, wie und was ihm da gerade geschieht. Er findet nur die Zigaretten gut, das immerhin erkennt man. Neben der Szene johlen die Freunde des vermutlich nicht allzu großherzigen Spenders, einige filmen ebenfalls oder machen Fotos.

So also geht es jetzt zu. Wissen wir das auch. Man möchte im Geiste vielleicht eine Linie zum obszönen Stil des amerikanischen Präsidenten und ähnlichen Phänomenen ziehen, denn es wird da Zusammenhänge geben.

Aber noch lieber würde man vermutlich diese ganzen Erscheinungen gar nicht im Geist bewegen müssen. In einer theoretisch hoffentlich noch möglichen, nennenswert besseren Welt.

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