In der letzten Woche war ich an drei Tagen im Büro. Also im altmodischen, präpandemischen Sinne. Im Firmengebäude im anderen Stadtteil, unten am Hafen. Mit morgens hin und später zurück. Mit ergonomisch korrektem Mobiliar, mit mittags irgendwo mit anderen Essen suchen, mit kollegialem Smalltalk am Kaffeeautomaten und allem.
Obwohl es dabei jeweils um erfreuliche Termine ging, an denen ich auch noch vollkommen freiwillig und mit echtem Interesse teilnahm, obwohl es gar keinen Stress gab und obwohl es bezogen auf den geselligen Aspekt des Ganzen sogar ungewöhnlich gelungen ausfiel, war mir doch am Freitagmorgen, als ich wieder in der eigenen Wohnung arbeitete, nach einem ausgesprochen wohligen Home-Office-Stöhnen zumute.
Ähnlich dem Gefühl und dem Aufseufzen, mit dem man sich vielleicht nach ein paar Stunden der sportlichen oder sonstigen Anstrengung in den Lieblingssessel fallen lässt. Auf das Lieblingssofa, ins Bett oder wohin auch immer. Auf die Möbel gewordene Komfortzone, die wir vermutlich alle haben.
Vielleicht ähnelte mein morgendliches Stöhnen vor dem Schreibtisch zuhause aber auch dem manchmal so vergnügt klingenden Grunzen von Schweinen in der vertrauten Suhle.
Mit anderen Worten, den Zeiten, in denen ich noch jeden Tag ins Büro ging, bin ich mittlerweile auch gründlich entwachsen. Diesen Zeiten, die nicht allzu lange her sind. Ein wenig mehr als fünf Jahre, was ist das schon bei Menschen, die auf Jahrzehnte zurückblicken können. Dennoch verhält es sich schon so wie mit der Teilzeit. Nach über zwanzig Jahren mit Sechsstundentagen, an denen ich beruflich auch noch anderes mache, als mich nur monothematisch dem Brotberuf zu widmen, kommt mir ein Achtstundentag mit nur einem Fachbereich nämlich längst eher unzumutbar vor.
Was ich hier aber alles nur notiere, weil mir ab und zu auffällt, dass es jeweils eine vollkommen unerwartete Entwicklung war. Bis jeweils kurz vor dem Eintritt der neuen Lage hätte ich das jeweilige Modell weder als Wunsch noch überhaupt als Möglichkeit im Sinn gehabt. Beides ergab sich tatsächlich wie über Nacht. Die Teilzeit damals nach burn-out-ähnlichen Symptomen, großer Sinnkrise und längerer Ausfallzeit, das Home-Office bekanntlich durch die Pandemie.
Beides war also medizinisch induziert, könnte man befinden, wenn auch verschieden ausgeprägt.
Ich mache mir das ab und zu klar, weil man als Elternteil reflexmäßig auch bei den eigenen Kindern linear etwas weiter hochrechnet, wenn man sich ihr künftiges Leben vorstellt. Was man ab und zu unwillkürlich macht, und sei es nur für den Zeitraum der nächsten paar Jahre. Aber so wird es dann vermutlich nicht kommen, wie man in solchen Momenten denkt. Die Welt und ihre Leben werden sich eben nicht erwartungsgerecht entwickeln.
Ja, „es wird viel passieren“. Aber vermutlich doch irgendwie anders. Das kann in einem gewissen Sinne auch ein beruhigender Gedanke sein, denke ich. Bei den Ereigniskarten, die man im Rest des Lebens noch ziehen darf, muss oder kann, werden solche und solche dabei sein, man kennt das von den Brettspielen.
Immerhin.

Ansonsten machte ich ein Alsterbild, das etwas nach Kunst aussah. Es wurde auf Instagram freundlich kommentiert, dass man das Foto auch ausgedruckt an die Wand hängen könnte. Ich glaube allerdings, es würde dann auch nur wie erwartbare Wartezimmerbebilderung oder wie maritime Hotelflurdeko in Strandnähe aussehen.
Nein, es ist wohl kein Bild zum Ausdrucken für mich. Es ist aber ein Bild für eine etwas intensivere Schnappschussfreude. Und das ist auch nicht nichts.

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