Die Herzdame backt: Saftiger Schokoladenkuchen

Schokoladenkuchen

In unserem kleinen Bahnhofsviertel gibt es ein portugiesisches Café, wo sich gefühlt schon seit 100 Jahren eine Kaffeegruppe aus Müttern aus dem Stadtteil trifft. Immer freitags, oft auch donnerstags oder montags und nicht selten auch dienstags und mittwochs. Immer in der Zeit zwischen Kinderwegbringen und selbst zur Arbeit gehen. Auf einen Galao und einen kurzen Schnack – die Themen sind vielfältig.

Hin und wieder kommt dann noch der Freitagabend dazu, dann gibt es Wein und Sagres, um das Wochenende einzuläuten. Inzwischen gibt es auch Männer in der Kaffeegruppe, zum Beispiel meinen. Und mit jedem neuen Schuljahr kommen auch noch weitere Eltern dazu.

Seit cirka zwei Jahren gehöre auch ich der Runde an. Und es ist mir ein liebgewordenes Ritual, nach einem meist hektischen Morgen mit der Familie noch mal kurz runter zu kommen, bevor es dann ins Büro geht.

Letztens gab es etwas zu feiern und dazu habe ich den Lieblingsschokoladenkuchen von Sohn 1 mitgebracht. Sohn 1 bestellt diesen Kuchen zu wirklich jedem Anlass bei mir, der Kuchen ist auch meistens als erstes weg.

Da dachte ich, warum den Kuchen nicht mal zu einer Erwachsenenveranstaltung mitbringen – natürlich mit buntem Dekor. Leider hat ihn dann bei der Party fast niemand gegessen, vielleicht war er zu bunt. Wer weiß… Ich hatte dann auch keine Lust ihn wieder mitzunehmen und habe mich ohne Kuchen davon gemacht. Aber offensichtlich wurde er dann doch noch gegessen, jedenfalls wollten bei der nächsten Kaffeerunde plötzlich alle das Rezept.

Ein Löffel Kakao

Hier liebe Kaffeegruppe (und alle anderen), für Euch:

Ihr braucht:

  • 300 gr Butter
  • 8 EL Kakao
  • 350 gr Zucker
  • 250 gr Mehl
  • 1 TL Natron
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier (M)
  • 150 gr Schmand
  • 60 ml Milch
  • 200 gr Puderzucker

Und los geht es:

Die Herzdame fettet eine Form

200 gr Butter, 4 EL Kakao und 200 ml Wasser unter Rühren kurz aufkochen. Dann abkühlen lassen und den Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Die Herzdame

Mehl, Zucker, Natron und Salz vermischen. Dann Schmand und Eier, sowie die abgekühlte Kakaomasse dazugeben und verrühren. Den Teig in eine gefettete Springform geben und im unteren Ofendrittel ca. 30 Minuten backen.

Dann abkühlen lassen und den Kuchen mit einem Zahnstocher mehrfach einstechen, laut Rezept. Ich perforiere ihn quasi, damit der Schokoladenguss richtig einzieht und dadurch so saftig wird.

Herzdame an Ofen

Dann die restliche Butter, den restlichen Kakao, sowie Milch und Puderzucker im Topf mischen und vorsichtig unter Rühren aufkochen.

Die Hälfte des Gusses über den Kuchen gießen, dann abkühlen lassen.

Guss tropft vom Löffel

Zum Schluss noch mal den restlichen Guss erwärmen und über den Kuchen gießen. Und buntes Zuckerdekor nicht vergessen, das knackt so schön beim Kauen und gibt dem ganzen noch so eine Crispy-Note.

Die Herzdame

Im Übrigen empfiehlt es sich, den Kuchen entweder komplett in der Form zu lassen oder zumindest bis zur ersten Hälfte des Gusses. Normalerweise nehme ich den Ring der Springform erst ab, wenn der Guss komplett fest ist. Heute habe ich für Fotozwecke den Kuchen gleich auf eine Tortenplatte gesetzt und begossen. Das war keine gute Idee …. Richtig fotogen ist er jetzt nicht mehr.

Schokoladenkuchen von oben

Aber geschmeckt hat er dann trotzdem.

Das Kleid ist leider auch nicht besonders fotogen, ich müsste erst ein neues kaufen, so lange wollte ich meine Kaffeegruppe nun nicht warten lassen. Außerdem ist es wahnsinnig bequem und die seitlichen Taschen sind super.

Die Herzdame

Das Rezept war mal der Kuchen des Monats in der Zeitschrift „Für jeden Tag“, aber fragt mich bitte nicht, in welcher Ausgabe oder in welchem Jahr.

Die Schuhe der Herzdame

Die Schuhe vom Backofenbild habe ich übrigens u.a. von dem Leserinnengeld bezahlt. Vielen Dank nochmal an alle!

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Leihhunde und Wanderärzte

Zur Kulturgeschichte des Winters.

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Zur Situation des norddeutschen Frühlings.

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Eine Hütte unter dem zweiten L. Das im Artikel erwähnte einzige Album kann man auf Spotify hören, ganz seltsames Zeug. Oder, wie Sohn I sagte: “Was ist das denn nun wieder?”

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Döblin lesen.

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Die Haustierfrage halte ich zwar in unserem Fall für prinzipiell unlösbar, es gibt hier aber Menschen im Haushalt, die das anders sehen.

Am nächsten Wochenende haben wir einen Leihhund, mal sehen, was das bewirkt. Also bei den Kindern, bei mir bewirkt das gar nichts, so weit ist es schon klar.

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Sven hat es neulich schon erwähnt, in Hamburg gibt es bald Moia. Ich komme darauf, weil in der S-Bahn per Plakat Fahrerinnen für den Dienst gesucht werden, ein Job, für den ich sicher eher nicht geeignet bin. Ähnlich wie Sven leuchtet es mir auch nicht recht ein, was das Angebot sein soll, eine Mitte zwischen Bus und Taxi? Also ich verstehe schon, dass es genau das sein soll, aber wo ist denn da der Bedarf? Ich nehme stark an, dass es Belege aus der Marktforschung für diesen Bedarf geben wird, aber es gibt ja so Fälle, da steht man als Laie eher ratlos davor. Ich z.B., um naheliegend anzufangen, ich habe keinen Bedarf. Um mich herum ist der Nahverkehr so eng ausgebaut, ich bin im letzten Jahr nicht ein einziges Mal mit dem Taxi gefahren, es war alles ganz bequem anders möglich. Ich komme einfach auf keine Strecke durch die Stadt, die mir sofort als sinnvoll für Moia einleuchten würde.

Geschäftsreisende der unteren Karrierelevel haben oft kein Budget für ein Taxi, die sollen gefälligst mit dem ÖPNV fahren, vielleicht wird da Moia freigegeben, hofft man darauf? Das wird aber ein zäher Prozess, da geht es um Konzernrichtlinien, das ist alles nicht einfach. Es gibt natürlich auch gar nicht wenig Menschen, die benutzen den öffentlichen Nahverkehr wegen der anderen Menschen nicht, mit denen man da unweigerlich in Kontakt kommt, Plebs und Pöbel, was da eben alles so herumfährt. In so einem Moia-Ding sitzen deutlich weniger Menschen, aber ich möchte annehmen, dass der Smalltalldruck darin viel höher als in einer U-Bahn ist, das würde mich wiederum stören. Wie in diesen Bahnabteilen mit Kennenlernzwang, Sie kennen das. Also diese Nahverkehrsverweigerer, die fahren doch lieber weiterhin Taxi, wenn sie gerade kein eigenes Auto haben, glaube ich.

Aber wieso soll es überhaupt eine tolle Idee sein, 500 Autos mehr durch Hamburg fahren zu lassen, nach der ursprünglichen Planung sollten es sogar tausend sein? Tausend! Wie immer bei Zahlen gilt, dass man sich das bitte einmal vorstellen muss, tausend Autos mehr, so etwas braucht unbedingt ein Bild. Stellen Sie sich einfach vor, die kommen aus einer riesigen Tiefgarage, ein Wagen nach dem anderen, und alle scheren sie in den Verkehrsstrom ein, der hier, wie in jeder Großstadt, ohnehin mehr steht als fährt. Ein toller Plan.

Also meine Vorstellung der Verkehrswende ist das irgendwie nicht.

Und in einem Medienbericht stand, dass die Algorithmen des Navigationssystems es hinbekommen sollen, dass ein Moia-Fahrzeug niemals entgegen der Wunschrichtung eines von maximal sechs Fahrgästen fahren wird und dass es auch niemals kurz vor dem Ziel eines Fahrgastes von dessen Idealroute weg abbiegen wird. Ich bin kein übertriebener Technikskeptiker, aber ich glaube, das muss grandios an der Wirklichkeit des Stadtverkehrs scheitern. In unserem kleinen Bahnhofsviertel etwa, das ausschließlich aus Einbahnstraßen besteht – ich weiß ja nicht.

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Noch ein Werbeplakat: Der Landkreis Harburg, das ist eine Gegend südlich der Elbe, sucht Hausärzte. Das fand ich bemerkenswert, ich habe noch nie ein Plakat gesehen, mit dem Hausärzte gesucht werden. Über dreißig sollen dort wohl fehlen, ich habe es gerade nachgelesen.

Und schon wieder bin ich nicht die Zielgruppe! Denn es steht zwar nicht auf dem Plakat, aber ich nehme doch stark an, dass man etwas Medizin studiert haben muss, um eine solche Stelle halbwegs akzeptabel ausfüllen zu können. Nein, die Zielgruppe für diese Werbung werden sicher durchziehende Wanderärzte sein, wer sonst.

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Ich habe meine Standardsuchmaschine versuchsweise mal auf Qwant (hier erwähnt) umgestellt, die ersten Versuche sind gar nicht schlecht.

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Ich habe mich außerdem gerade mit der Blinkist-App amüsiert, mit der man Sachbücher als Extrakt konsumieren kann. Damit schnurren Psychoratgeber mit klingenden Titeln auf banale Kalenderweisheiten zusammen, es ist im Grunde recht entlarvend und auch spaßig. Bei anderen Fachbüchern, etwa aus dem Bereich Geschichte, finde ich das aber im Ergebnis in einigen Fällen gar nicht so schlecht.

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Ich war auf einer Veranstaltung der Regionalwert AG in der Hobenköök, da ging es natürlich um landwirtschaftliche Produkte aus der Region. Für die Regionalwert AG kann ich übrigens völlig hemmungslos werben, immerhin bin ich da Inhaber. Also nicht DER Inhaber, versteht sich, sondern nur EIN Inhaber, und das auch nur im unteren Promillebereich, aber hey – wen interessieren Details.

Auf den Nachmittag in der Hobenköök komme ich noch zurück, ich brauche offensichtlich immer etwas länger, um über Events aller Art zu berichten. Vorerst wollte ich ein ungewöhnliches Produkt empfehlen, das mir dort begegnet ist. Besonders den Leserinnen aus Norddeutschland, die es in der sowieso empfehlenswerten Markthalle der Hobenköök kaufen können. Ich bin nun mit großer Sicherheit kein Gourmet, aber ich hatte da genug ambitionierte und erfahrene Fachleute um mich herum, die meine Meinung bestätigt haben: Dieser Apfelketchup hier ist der Hammer. Ich spreche bestimmt selten Empfehlungen wegen des tollen Geschmacks von irgendwas aus, aber das Zeug – probieren Sie das mal, wenn Sie da rankommen können. Das ist auf eine sehr spezielle Art grandios.

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Musik! Anita O’Day mit That old feeling.

 

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Madame, ich lieb’ Sie

Eine Fahrt mit dem Taxi.

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Auch Christian denkt über das Aufräumen nach. Ich bin währenddessen bei meinen Mails angekommen und lösche mich durch den elefantös großen Ordner mit der etwas vagen Bezeichnung “Ablage”. Und ich liebe es.

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Sascha Lobo über die Medien und über das, was mich seit 2015 irre macht.

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Der erste Tonfilm in Deutschland. Ich mag die Textzeile: “Madame, ich lieb´ Sie seit vielen Wochen, wir haben manchmal auch davon gesprochen.” Lieder meines Lebens. Und diese Kalenderblattreihe beim Deutschlandfunk da, die finde ich übrigens gut, die lese ich jeden Morgen.

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Stefan war in Äthiopien.

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Zeichen der Zeit: Am Nachmittag schlingert ein kleines Mädchen auf einem Laufrad über den Bürgersteig vorm Supermarkt und skandiert immer wieder in beträchtlicher Lautstärke: “Osterei! Osterei!” Und am Morgen ist auf dem Weg zur Arbeit erstmals wieder etwas Helligkeit am Himmel nicht völlig auszuschließen. Soviel zum Thema Frühling, ich komme sicher darauf zurück, ich warte nur eben den Schneeschauer da draußen ab.

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Ansonsten verbleibe ich wegen überbordender Müdigkeit heute in geradezu unangemessener Kürze, diese Woche hat irgendwie einen Tag zu viel für mich. Oder für alle, wenn ich mich so umsehe.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Hier ist ein guter Ort

Es interessiert irgendwie keinen, aber wir haben ein Problem. Oder ein paar mehr, denn was wurde gestern noch so gemeldet? Die Ozeane erwärmen sich schneller, das Eis schmilzt immer flotter weg, der Permafrostboden – na, und immer so weiter. Business as usual.

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Eine Album-Besprechung, es geht um Nick Drake. Nanu! Wenn Sie Nick Drake nicht kennen, ändern Sie das bitte.

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In den Kommentaren zum letzten Beitrag ging es um den von mir zitierten Satz zu Magdeburg und Hamburg, das verstehe ich, es war ein harter Satz. Das Thema lässt mich immer wieder ratlos zurück, schon weil ich im Empfinden deutscher Gemeinsamkeiten ganz unabhängig von Ost und West irgendwie nicht sehr fit bin. Ich bin norddeutsch, d.h. ich fühle mich auch in Hessen fremd, also fremd im Sinn von: “So geht zuhause aber nicht.” Ich weiß tatsächlich nicht, ob es aus Hamburger Sicht weniger Gemeinsamkeiten mit Magdeburg als mit, was weiß ich, Passau gibt, ich weiß nicht, woran ich das bemessen soll und ob es sich überhaupt lohnt, darüber nachzudenken. Soziologisch gewiss, soziologisch ist das alles interessant, persönlich eher nicht. Lauenburg liegt auch an der Elbe, die Gemeinsamkeiten mit Hamburg dürften sehr überschaubar sein, zumindest waren sie es bei meinem letzten Besuch dort. In Magdeburg war ich noch nie.

Der dahinterstehende Gedanke des Redners an dem Nachmittag der Veranstaltung jedenfalls, der war vermutlich eher eine Bitte darum, aus ostdeutscher Sicht korrekt und sorgfältig wahrgenommen zu werden, also im Sinne von “Interessiert Euch wenigstens für uns”, auch das war ein Satz, der da wörtlich fiel. Und das wiederum finde ich berechtigt, gerade bezogen auf mediale Aufmerksamkeit. Es gab vor einiger Zeit einen Artikel, ich glaube in der Zeit, über Ungerechtigkeiten und Dramen in der Nachwendezeit, der wurde viel herumgereicht und da waren viele im Westen ganz überrascht, das habe man ja gar nicht gewusst und ach guck, da gab es ja voll die Probleme, in diesen neuen Ländern da. Diese Reaktionen waren teils haarsträubend, denn natürlich hat man das gewusst, man wollte sich eben die ganze Zeit nicht weiter interessieren.

Das aber aus der Transformationszeit nach der Wende auch die heutigen Probleme resultieren, das ist, so verstehe ich es jedenfalls, eine Erkenntnis, die im Osten so gut wie jede und jeder hat, die im Westen aber eher bis heute nicht ankam, da denkt man eher “Na ja, da war eben DDR”, und das ist geradezu beleidigend verkürzt, to say the least.

Ich weiß aber nicht, was ich daraus ableiten soll, ich weiß auch nicht, was jetzt die richtigen politischen Maßnahmen wären, das ist nicht mein Metier. Aus ostdeutscher Perspektive, auch das wurde gesagt, kommt eh das meiste als Belehrung an, Belehrungen liegen mir fern. Es wurde geraten, sich abseits der negativen Schlagzeilen für die östlichen Regionen zu interessieren, es wurde geraten, die Multiplikatoren, die dort nicht dem rechten Rand zuzurechnen sind, nicht alleine zu lassen.

Und wie geht das? Es wurden Benefizveranstaltungen erwähnt, die etwa in von Rechten überfallenen Restaurants in Chemnitz stattfinden, das geschieht natürlich in allerbester Absicht – aber auch so etwas setzt das Thema doch immer weiter im negativen Kontext fort, denke ich mir, man bleibt dabei im Rahmen, den man sich keineswegs gesucht hat, den haben andere angefertigt. Es ist sehr kompliziert.

Ruben Herzberg erwähnte noch eine Frage, die vielleicht zum Schluss führt, die Frage nämlich, wo man denn noch hingehen könne. Weil es doch wieder Menschen gibt, die Angst haben, die an andere Länder denken, die quasi auf gepackten Koffern sitzen, in Frankreich übrigens noch viel mehr als bei uns. Und er sagte, die Antwort müsse unbedingt sein: “Hier ist ein guter Ort.”

Am guten Ort zu arbeiten, das ist dann vielleicht das, was wirklich wichtig und womöglich auch machbar ist? Unter dem Motto “Das Netz ist ein guter Ort” ist ja auch schon manches passiert, einige werden sich gewiss noch erinnern. Und “Hier ist ein guter Ort”, das gilt natürlich in Magdeburg und in Hamburg. Das gilt, wo jemand gegen den Hass ist. Vielleicht sollten wir uns einfach alle ein wenig um diesen Satz kümmern.

Aber was weiß ich schon.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Gemeinsamkeiten an der Elbe

Im Vorübergehen gehört: Eine Frau, die in einer osteuropäischen Sprache telefonierte, die viel sprach, alles in dieser Sprache, bei der ich mir nicht sicher bin, welche es wohl genau war, Russisch war es eher nicht. Es gab jedenfalls nur einen einzigen deutschen Satz in ihrem Redestrom, der war plötzlich gut zu verstehen. Vielleicht gab es keine Entsprechung dafür in der anderen Sprache, das kann ja sein, vielleicht ist dieser Satz aber auch einfach sehr deutsch, ich weiß es nicht: “Die Realität sieht anders aus.”

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Am Nachmittag hingen die Herzdame und ich mit einem Sohn längere Zeit über dem Stammbaum der griechischen Götter, die Welt dieser Mythen ist in der Schule gerade Projektthema. Und während ich sonst bei vielen Schulthemen erstaunt bin, wie viel ich längst vergessen habe, bei den griechischen Göttern – man muss sich auch mal loben können! – kenne ich mich nach wie vor geradezu hervorragend aus. Zuständigkeiten, Verwandtschaften, Abstammungen, Geschichten, römische Entsprechungen, das habe ich mir als Kind anscheinend alles für die Ewigkeit eingeprägt, warum auch immer. Und mein ganzes Leben lang konnte ich mit diesem Wissen rein gar nichts anfangen, jetzt endlich kann ich einmal damit glänzen. Was wieder bestätigt, dass man manchmal nur ein paar Jahrzehnte warten muss, schon weiß man, wozu etwas gut war.

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Noch einmal zu dieser Veranstaltung vom Auschwitz-Komitee. Ich habe bei der Vorstellungsrunde einen Namen nicht mitbekommen, den Namen des Moderators, ich nehme aber an, es war Detlef Garbe, der Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Was mich wieder daran erinnert, dass ich da seit Ewigkeiten schon einmal hinwollte, das werde ich jetzt dieses Jahr endlich machen. Anwesend war auch Ruben Herzberg, ein ehemaliger Hamburger Schulleiter. An seiner letzten Schule, sie ist nicht weit von hier, hängt eine Gedenkplakette für die Kinder vom Bullenhuser Damm, der ist nämlich auch nicht weit von hier. Eine vollkommen unerträgliche Geschichte, die vom Bullenhuser Damm, wenn man sich einmal damit befasst hat. Es gibt da diesen Satz (steht nicht im Wikipedia-Artikel) des SS-Mannes, der die Kinder erhängt hat, diesen grauenvollen Satz, in dem er den Mord schildert und sagt, er habe die Kinder wie Bilder an die Wand gehängt, dieser Satz verfolgt mich seit Jahren.

Ruben Herzberg wurde in Israel geboren. Seine Eltern waren im Dritten Reich aus Deutschland geflüchtet und sind später zurückgekehrt, und dieser Ruben Herzberg war es, der da auf dem Podium das Adorno-Zitat von der Erziehung brachte, ich zitiere es hier etwas länger als er es tat: “Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, dass ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen. Ich kann nicht verstehen, dass man mit ihr bis heute so wenig sich abgegeben hat. Sie zu begründen hätte etwas Ungeheuerliches angesichts des Ungeheuerlichen, das sich zutrug.” Geschrieben 1966, das ist so alt wie ich. Das Zitat ist bekannt, aber man kann es wohl nicht oft genug wiederholen und sich gelegentlich auch fragen, was man selbst als Erziehender eigentlich dazu beiträgt.

Ruben Herzberg: “Die Aufgabe ist immens und sie wächst.”

Als jene sehr rechte Partei im letzten Jahr ihr Denunziationsportal gestartet hat, bei dem man Lehrerinnen und Lehrer anschwärzen sollte, die aus Sicht dieser Partei im Dienst eventuell etwas zu gute Menschen sind, hat das Lehrerkollegium seiner ehemaligen Schule einen offenen Brief dagegen geschrieben, ich habe den auch gesehen und mich sehr darüber gefreut. David Begrich von der Arbeitsstelle Rechtsextremismus in Magdeburg wies dann darauf hin, dass dies allerdings eine Reaktion war, die in einigen Landesteilen schon gar nicht mehr möglich ist, weil dort zu viele Menschen zu viel Angst haben, und zwar nicht einfach so, sondern aus nachvollziehbaren Gründen. Wie auch diese Podiumsdiskussion in einigen anderen Städten nicht ohne erhebliche Sicherheitsvorkehrungen hätte stattfinden können, die Veranstalter wären dort mit dem Vorhaben eventuell sehr alleine gewesen.

Dieser Diskussionsteil endete mit dem Satz: “Hamburg liegt an der Elbe, Magdeburg auch, da enden dann schon die Gemeinsamkeiten.

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Bei dieser Sache mit den Vorsätzen für 2019 wurde mir u.a. vorgeschlagen, ich solle mehr rausgehen, nicht nur aus der Komfortzone, sondern auch sonst. Ich solle mich auch mal um andere Themen und Menschen kümmern, so in der Richtung. Das läuft an. Der Terminkalender füllt sich und ich will sehen, wie mir das mit den Berichten gelingen kann. Ich mache das jedenfalls gerne, wollte ich sagen, und ich danke noch einmal für all die Vorschläge.

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Noch etwas Musik. Josh Rouse mit Julie.

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Was Konsens ist

Ich war auf einer Veranstaltung des Auschwitz-Komitees anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945: “Gemeinsam gegen den Hass”. Das war eine Podiumsdiskussion unter dem Motto “Erinnern heißt handeln”, mit Esther Bejarano, Regula Venske und anderen. Ich komme später noch darauf, wer da noch war, ich habe viel mitgeschrieben, aber es passt nicht alles in einen Blogeintrag, es passt auch nicht alles in einen Tag.

Es gab da vor der Veranstaltung einen kleinen Skandal in der Stadt, denn die Hamburger Hochbahn (= U-Bahn) wollte die Werbeplakate dafür, anders als in den Vorjahren, nicht mehr aufhängen, weil es für diese Veranstaltung keinen parteiübergreifenden Konsens gab. Darüber könnte man lange nachdenken und diskutieren, es eröffnen sich schon nach wenigen Gedankengängen immer mehr Unwägbarkeiten und man kommt auf immer mehr Einwände – man kann aber auch, wie Esther Bejarano, diesen Ansatz kurz mit “Die ticken doch nicht ganz richtig” zusammenfassen. Aber so wirken sich eben gewisse Parteien und Diskussionen auch in dieser Stadt aus, wir wollen das nicht übersehen. Der Skandal wurde dann noch geklärt, man hat sich auf höchster Ebene gerade noch auf genügend Konsens in Hamburg geeinigt, um Gedenkveranstaltungen dieser Art bewerben zu können.

Mit dieser Erzählung fing der Nachmittag an. Wie gesagt, in Kürze mehr dazu, ich berichte hier so nach und nach.

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Ich treibe das im letzten Beitrag angesprochene Aufräumen jetzt noch weiter und sehe auch Online- Ablagen durch, etwa Twitter, wo ich schon seit etlichen Jahren dauernd irgendwas schreibe. Vielleicht will ich davon ja gar nicht alles behalten? Ich lese also rückwärts – und es passiert Merkwürdiges. Es gibt da Tweets, etwa aus dem letzten Winter, bei denen würde ich wetten, sie sind aus diesem Winter. Also nicht im Sinne eines vagen Verdachts, eher mit einem ganz sicheren Gefühl, das war doch gerade erst, das ist doch frisch. Eine seltsame Verzerrung der Erinnerung, bei Blogtexten habe ich das nicht. Wie das wohl kommt?

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Bei der GLS Bank habe ich etwas zum Thema Flut und steigende Meere zusammengestellt.

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Über verschwindende Läden, das hatten wir ja neulich auch hier im Blog.

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Über Marie Kondo (da ist sie schon wieder) und sinnloses Shopping.

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Das hier ist wegen des geschichtlichen Bogens bemerkenswert, man muss sich nur mal kurz daran erinnern, wie die allerersten Grünen in den Bundestag einzogen, noch mit den Topfblumen dabei, das war sehr damals, in einem ganz anderen Land, in einer anderen Zeit, 1983 war das. Und jetzt, wenn man das wieder vor Auge hat, das hier: Bonn will sich Biostadt nennen.

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Musik! Sinatra mit Moonlight in Vermont in einer großartigen Aufnahme.


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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Die schlechte Laune des Januarfebruarmärz

Ich möchte etwas zu dieser Netflixaufräumserie sagen, über die gerade alle reden. Wobei ich erwähnen muss, dass ich die überhaupt nicht gesehen habe, aber es wurde über sie so dermaßen viel gesagt und geschrieben, es haben so dermaßen viele Menschen Statements zu ihrem eigenen Aufräumverhalten abgegeben, es kommt mir gerade so vor, als hätte ich sie gesehen.

Wir haben hier die aufgeräumteste Wohnung, die man sich nur denken kann, everything sparks joy und so, denn ein Sohn hat gerade eine Abstellkammer als Rückzugsraum bezogen, die wir für diesen Zweck erst einmal leer räumen mussten. Die Abstellkammer ist sehr groß, sie ist eigentlich eher eine Art Abstellsaal, und sie war auch sehr voll. Sie war der stets vollgemüllte Abgrund dieser Wohnung, der Hort des Verdrängten, von diesem Abgrund aus griff dann das große Aufräumen auch auf alle anderen Räume über. Wir haben hier also enorm viele Dinge und Dingelchen bewegt, sortiert, weggeworfen, verkauft, das hat den ganzen Dezember bestimmt, die langen Winterabende, Sie wissen schon. Die Herzdame hat, um nur ein Beispiel zu nennen, etwa fünf Abende damit verbracht, Playmobilkleinteile zu sortieren, Sets nach Jahren der intensiven Nutzung wieder fertig zusammenzubauen und schließlich verkaufsfertig zu machen, eine völlig irre Arbeit. Aber es ist tatsächlich alles vollbracht. Das war so einer dieser Großpläne, die man lange, lange vor sich herschiebt, der ist jetzt nach Jahren der eleganten Verdrängung endlich durch und komplett erledigt. Wir könnten uns jetzt etwas anderes in der Art vornehmen, ein Haus bauen oder so.

Und das ist auch alles recht schön so, es ist befreiend und ein wenig belebend, wenn man das Ziel der perfekten und stets nur vage angepeilten Ordnung tatsächlich einmal zu hundert Prozent erreicht. Man muss aber einige Menschen sicher auch warnen, so etwas zu veranstalten. Denn eine bewältigte Aufgabe dieser Größenordnung, die auch noch ein für jeden sofort sichtbares Ergebnis hat, die hat fast unweigerlich einen gewissen Druck zur Folge. Man setzt sich nach getaner Arbeit in die aufgeräumteste Wohnung aller Zeiten, man setzt sich aufs eigene Sofa und damit mitten hinein in einen Idealzustand – und dann muss man auf jeden Fall das handlungseinleitende “So” vermeiden. Denn der ungewohnte Zustand der Wohnung legt nachdrücklich nahe, dass jetzt noch mehr anders wird, die unordentliche Gefühlslage etwa oder der Alltag, es fühlt sich alles ganz so an, als könne jetzt sofort etwas losgehen oder eintreten.

Das aber ist natürlich nicht der Fall, und damit muss man umgehen können. Man hat eben einfach nur aufgeräumt, esoterischer wird es nicht und weitere Offenbarungen bleiben mit großer Sicherheit aus. Man wird kein anderer Mensch, ein besserer schon gleich gar nicht. Man sitzt und guckt und staunt, Ende der Geschichte. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann haben sie wieder Unordnung gemacht. Oder einfach nur Abendbrot, was ja ganz ähnlich ist.

Für mich war dieser Erwartungsdruck aber sowieso kein Problem, denn ich bin im Januarfebruarmärz wegen des nach Weihnachten schlagartig sinnlos gewordenen Winters traditionell schlecht gelaunt, mich erschüttert gerade gar nichts, auch keine Hoffnung auf ein anderes Leben durch eine neue Lagerungsart der Socken. Meine Stimmung ist stabil grau, dem ersten Quartal angemessen und auf eine saisonal korrekte Art dunkel, das ist gut für das seelische Immunsystem und schützt vor jeglichem Erwartungsklimbim. January expects that every man will do his duty.

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Bei diesem Hacker- oder Doxing-Skandal da gerade, ist Ihnen auch aufgefallen, wie viele Kommentatorinnen und Kommentatoren den Täter beleidigt haben? Und zwar durch die Bank beleidigt im Sinne einer Herabsetzung aufgrund seines Alters und seiner Wohnsituation, irgendwo wurde er sogar mehrfach als “Bübchen” bezeichnet. Der Mann ist zwanzig Jahre alt, die Bezeichnung scheint mir ziemlich abwegig. Ich habe den leisen Verdacht, dass da die alternde Gesellschaft reflexhaft einen jungen Menschen beleidigt. Wie alt muss man denn neuerdings wohl werden, um kein Bübchen mehr zu sein? Dreißig? Das ist dann verdammt eine lange Pubertät.

Oder ist das nur die Enttäuschung in den Redaktionen, dass es keine noch größere Story ist, eine mit deutlich mehr Kawumm, also mit dem russischen Geheimdienst und der Mafia und natürlich China und allem und scharf? Es war aber nur ein womöglich rechtsdrehendes Bübchen. Mich stört diese Wortwahl sehr, sie ist irreführend.

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Ich habe neulich auf Twitter nach neue Blogs gefragt, die Resonanz war nahezu inexistent. Die Frage bleibt für mich aber interessant, deswegen wiederhole ich die Bitte hier. Wenn Sie neue Blogs kennen, Gründungsjahr 2018 oder so, die Sie auf die eine oder andere Art bemerkenswert finden, dann schreiben Sie doch bitte einen Kommentar mit Link. Ich möchte gerne ein paar Neuzugänge lesen.

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Der Spieler

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Der Überkanzler hat ausgedient

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Texte über die Probleme beim Spiegel kann vermutlich schon keiner mehr sehen, aber einer geht noch, nämlich der hier über das Wahrscheinliche in der Erzählung. Oder in der Reportage.

Recht weit oben im Text steht eine Definition der Literatur, danach erkennt man Literatur an ihrer Selbstreferentialität und an ihrer Mehrdeutigkeit. Ich möchte dazu bekennen: Das sagt mir auch nach längerem Nachdenken nichts. Die Schlussfolgerung des Textes im letzten Absatz allerdings, die finde ich wichtig und auch naheliegend.

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Ich war mit der Herzdame auf dem Neujahrsempfang der Grünen im Hamburger Rathaus, in dem es sehr schöne Säle mit sehr schlechter Akustik gibt, noch schlechter sogar als im Dom der Hamburger Katholiken, und das will wirklich etwas heißen. Es wurden Reden geredet, von denen ich so gut wie nichts verstanden habe, aber um die Reden geht es den meisten bei so etwas ja eh nicht, es geht eher um das Soziale.

Mein Höhepunkt des Sozialen war dann, als ich kurz neben dem Hamburger Ersten Bürgermeister stand und wir beide zusahen, wie die Herzdame mit einem anderen Mann  tanzte, wozu er, also der Bürgermeister, nach ein paar Sekunden “Oha” bemerkte. Ich nickte, und das war erst einmal mein Smalltalk-Highlight des Jahres, bitte sehr, stets bemüht. Für seine treffende Bemerkung gab es übrigens auch allen Grund, denn die Herzdame tanzte Shag.

Tänze kamen hier lange nicht vor, deswegen kurz zur Erinnerung, Shag ist so etwas hier:

Man erkennt es vielleicht, Shag hat eine solch unfassbare Geschwindigkeit, ein durchschnittlicher Büromensch muss bereits nach etwa zwanzig Schritten wiederbelebt werden. Es ist aber auch einer der lustigsten Tänze überhaupt. Wenn Sie mal die Chance auf einen Shag-Einsteiger-Workshop haben, gehen Sie da unbedingt hin, das ist ein Erlebnis. Der Muskelkater hinterher ist allerdings eventuell der erste im Leben, bei dem Sie sich krankschreiben lassen möchten. 

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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12 von 12 im Januar

Die anderen Bloggerinnen und Blogger mit 12 von 12 wie immer hier.

Der Tag beginnt wie immer, ich trinke Solokaffee, der Rest der Familie schläft noch. Und das ist gut so.

 

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Das nächste Bild täuscht, so blau ist der Himmel gar nicht. Ich spiele mit einer neuen Foto-App herum, VSCO nicht unähnlich: MuseCam.

 

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Ich wende mich mit Grauen vom Fenster ab und starre Blumen an, die ich gestern der Herzdame mitgebracht habe. Also formal gesehen habe ich sie ihr mitgebracht, in Wahrheit wollte ich die haben, Frühlingssehnsucht und so.

 

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Ich lese weiter in “Die Welt im Selfie”, das mir nach wir vor großen Spaß macht.

 

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Unsere Kaffeemaschine hat den Geist aufgegeben, wir haben uns jetzt dieses Bialettidings besorgt, das nimmt weniger Platz weg. Wir beschäftigen uns längere Zeit damit, weil uns die Vorkenntnisse fehlen, so ein Ding hatten wir bisher noch nicht im Haushalt. Wir kennen nur die zahlreichen mehr oder weniger lustigen Geschichten von Bekannten und Freunden, denen die Kannen um die Ohren geflogen sind. Dadurch gewinnt der Kaffeegenuss eine etwas spannende Note, auch recht, es soll ja ein belebender Genuss sein.

 

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Wir verbringen danach unfassbar viel Zeit mit der Frage, wer heute was wann mit wem und wo macht, Familienlogistik in überraschend kompliziert. Ich habe manchmal den Eindruck, wir könnten das auch von Sonneauf- bis Sonnenuntergang besprechen, wobei natürlich im Januar gar nicht allzu viel Zeit dazwischen liegt, hier im Norden.

Ungeachtet aller besonderen Umstände und Unwägbarkeiten und zahllosen Möglichkeiten und Pläne muss aber immer jemand einkaufen gehen, das bin routinemäßig ich. In den Blogs und Timelines geht es gerade wieder überall um die Aufteilung der Arbeiten bei Paaren, wir sind da ja die Exoten, die fast alles rabiat und strikt eingeteilt haben, ich gehe also einkaufen, sie nicht. Kategorisch. Wir fragen uns kurz, ob es wohl daran liegt, dass wir uns so gut wie nie über unsere Aufteilung streiten, ergänzen dann aber sinnigerweise noch, dass es entscheidend auch daran liegt, dass wir beide nicht Vollzeit arbeiten. Also irgendwie schon, aber eben nicht in nur einem Job, bei uns ist alles etwas flexibler und oft in Bewegung. Das wird es wohl sein, das nimmt viel Druck aus dem Thema.

Wenn Sie sich also dauernd mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin darüber streiten, wer wann was im Haushalt macht, gehen Sie einfach beide auf sechs Stunden runter, das vereinfacht so manches, auch diese Diskussion. Und ja, dann hat man womöglich weniger Geld, es ist eben eine Frage der Prioritäten im Leben.

Ich latsche jedenfalls pflichtgemäß durch den endlosen Regen, der jeglichen Tag regnet. Vorbei an Dekoschafen aus Plastik, das sind hier so die Naturerlebnisse, wir haben ja nichts.

 

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Beim Einkaufen treffe ich erfreulicherweise den halben Stadtteil, Smalltalk an jedem Regal. Denn gerade bei diesem Wetter muss man nett zueinander sein, alte Regel.

 

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Das Wetter bleibt währenddessen etwas herausfordernd.

 

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Weswegen ich mich heiligen Pflichten widme, etwa dem Mittagsschlaf.

 

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Wobei mich der Anruf eines Sohnes stört, der beim Parkour etwas sehr ungebremst auf den Boden geknallt ist und verletzt aus der Halle abgeholt werden muss. Na, so habe ich wenigstens auch noch etwas Bewegung und radele am bekannten Nachrichten- und Geschichtenmagazin vorbei.

 

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Dem Kind geht es kurz darauf schon wieder besser, ich bereite das Abendessen vor, es gibt Entensuppe, die gefrorenen Reste von Weihnachten müssen weg.

Um mich auf den Abend vorzubereiten, wir gehen noch auf eine Party, esse ich von lustigem Kindergeschirr. Mal sehen, ob es wirkt!

 

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Und das 12. Bild ist wie immer gar keines, das 12. Bild ist die Musik. Maxine Sullivan mit 75. Was schön! Scott Hamilton am Saxophon.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Hälften, Viertel und Drittel

Hier ein Link für alle Menschen in Bullshit-Jobs, in meinen Timelines gab es da gerade einige Selbstbezichtigungen – hätte man doch bloß rechtzeitig alles hingeschmissen und Heu gemacht!

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Eckensteher auf Zeit

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Die Zukunft der Krankschreibung

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In Hamburg gibt es jetzt auch einen Kältebus und man kann eine Telefonnummer speichern, die endlich auch richtig ist.

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Der Sohn auf dem Gymnasium hat jetzt Bruchrechnung in Mathe. Wissen Sie noch, wie Bruchrechnung geht, also auch abseits der pappeinfachen Einstiegsaufgaben? Ich werde es bald wieder wissen. Bruchrechnung ist allerdings etwas, dass mir definitiv nie wieder im Leben begegnet ist. Es gab zwar Hälften und Viertel und Drittel bei allem möglichen Zeug, aber gerechnet habe ich damit nicht. Ab und zu frage ich mich das ja bei dem Lernstoff. Und es ist damit das erste Thema in Mathe, bei dem ich das feststelle. Die Bruchrechnung stellt da jetzt also einen Bruch dar, wie ist es wieder passend.

Bis dahin war tatsächlich alles sehr alltagstauglich. Immerhin! Ich hebe hier nicht auf eine Polemik gegen Lehrpläne ab, schon gar nicht gegen Mathe, ich habe auch Wissen aus Bio und anderen Fächern nie wieder im Leben gebraucht. Nicht ein Mensch fragte mich je nach dem Ablauf der Photosynthese, nach der Einteilung der Wirbeltiere oder nach der genauen Entstehungszeit der Bibel oder des Egmonts, aber das ist schon okay. Breite Bildung und so.

Viel spannender finde ich die Frage, ob das, was man braucht, oder was ich glaube zu brauchen, in der Schule vorkommt. In Mathe ist das heute eindeutig mehr der Fall als früher, die Kinder schätzen etwa viel mehr. Schätzen braucht man wirklich oft im Leben, auch überschlägiges Rechnen braucht man. Das gab es in meiner Schulzeit gar nicht, auf der Grundschule und auf den Gymnasien gibt es das jetzt, das finde ich gut. Wenn jetzt noch Schätzungen mit Prozentrechnung verbunden werden, dann sind die Kinder schon nachrichtenkompetenter als viele Erwachsene, jedenfalls was die Zahlen angeht.

Und dann noch den Dreisatz und etwas Stochastik, mehr brauchen eigentlich nur Ingenieure und Banker (okay, das ist eine leicht vereinfachte Darstellung).

Na, erst einmal werde ich jetzt mit diesem Lego-Erklärdings arbeiten, da komme ich wenigstens noch mit.

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Musik! Heute etwas spezieller, man muss sich einlassen. Es klingt betont januarlich, klingt es nicht? Es ist aber auch schön zu sehen, wie ernst die da bei der Sache sind.

 

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Ein Buchtipp

 

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(Ein Text von Jojo, elf Jahre alt, auch bekannt als Sohn I)

Rob Lloyd Jones: “Jake Turner und das Grab der Smaragdschlange”, übersetzt von Birgit Nienhaus.

Es geht um die Familie Turner, die Eltern lieben das alte Ägypten. Der Sohn Jake, um den es eigentlich geht, ist nicht gerade der schlauste Typ auf der Welt. Seine Schwester Pandora, genannt Pan, ist dagegen ein As in so ziemlich jedem Fach. In der Familie gibt es regelmäßig Zoff. Jake klaut gerne, er hat da einen Drang, der ist stärker als er. Er schwört nach jedem Diebstahl,, es nie mehr zu tun, aber er macht es wieder und wieder. Die Familie Turner startet eine Reise nach Ägypten, aber als sie auf ihren Flug warten, gibt der Vater Jake ein wenig Geld, damit der sich im Flughafen ein neues T-Shirt kaufen kann, weil er sich so langweilt. Jake nutzt das aus, um in den nächsten Technikshop zu gehen, wo er ein iPad klaut. Dann beginnt eine Verfolgungsjagd, während der auf dem iPad plötzlich ein Gesicht erscheint … den Rest muss man dann selbst lesen, aus Spannungsgründen.

Nach Ägypten schaffen sie es dann jedenfalls noch, wo die Eltern merken, dass Jake ein iPad gestohlen hat, aber bevor sie sich zu sehr darüber aufregen können, verschwinden die Eltern, und mehr kann man wirklich nicht verraten. Obwohl es in Ägypten spielt, ist es kein Fantasy-Buch mit lebendigen Göttern oder so.

Das Buch ist für die Altersklasse um neun Jahre herum, es ist sehr, sehr spannend. Und es ist schade, dass es keinen zweiten Band gibt.

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