Linkwerk zum Brückentag

Gesehen:

Dann habe ich doch noch zwei amerikanische Filme auf Netflix zu Ende gesehen. Weil ich sie schon angebrochen und dann fast wieder vergessen hatte, denn man kommt doch dauernd von allem ab.

Erst gab es „Die Dolmetscherin“ aus dem Jahr 2005. Ein mittelmäßiger Film von Sydney Pollack, mit Nicole Kidman und Sean Penn. Immerhin ein Film gegen diktatorische Umtriebe, es passte daher halbwegs in unsere Gegenwart. Von der Handlung her etwas mühsam verwickelt und allzu durchsichtig in der Auflösung, von der Liebesgeschichte her eher noch drunter und zu belächeln. Interessant aber immerhin, dass erstmals Filmszenen im Gebäude und auch im Sitzungssaal der UN gedreht wurden. Interessant vielleicht auch, dass Nicole Kidman für die Rolle Flöte spielen und Vespa fahren lernen musste, wie ich in der Wikipedia lese.

Es ist doch ein Beruf mit wahrhaft vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten. Da kommt der gewöhnliche Excel-Aufbaukurs nicht ganz mit.

Vor allem fand ich aber Sean Penn interessant. Der meinetwegen nur sein Gesicht in die Kamera halten muss, denn es ist fast egal, was er dabei aufsagt: Es ist immer ein interessantes Gesicht. Nicole Kidman dagegen wirkte barbiehaft, wächsern und unbewegt, lediglich dekorativ. Letzteres immerhin erfolgreich, werden viele da sagen.

Kulturgeschichtlich am Rande sind noch zwei Aspekte bemerkenswert. Man kann zum einen darauf achten, wie sehr die Büros in diesem Film noch papierlastig sind, mit einem Offline-Schwerpunkt, den man deutlich sehen kann. Und kann dann auch selbst zurückdenken an das Jahr 2005. Wie war denn das, wie hat man da gearbeitet? Und wie unfassbar lange muss das also her sein?

Noch vor dem iPhone war das, das zwei Jahre später erst zur Welt kam. Gemeinsam mit Sohn I, was für mich nach wie vor eine der besten historischen Eselsbrücken ist. Den exakten Beginn des mobilen Zeitalters, den weiß ich nämlich jederzeit, den kenne ich, den kann ich streberhaft präzise benennen.

Zum anderen wirkt es aus heutiger Sicht, 21 Jahre später, doch recht merkwürdig, einen Film über das Schicksal eines afrikanischen Landes zu drehen, bei dem zwei Menschen die Hauptrolle spielen, die mit diesem Kontinent rein gar nichts zu tun haben. Und der Regisseur auch nicht. Sämtliche Figuren mit dunklerer Hautfarbe aber werden in Nebenrollen mit auffällig wenig Text verwiesen …

Das macht man heute eher nicht mehr, und das ist auch gut so.

Zum anderen sah ich „The Birdman“ (gibt es bei diversen Streamingdiensten) von Alejandro González Inárittu. Ein Film (Wikipedia), der diverse Preise völlig zu Recht gewonnen hat, mit einem Michael Keaton, dem man hinterher etwas Sonderapplaus zukommen lassen möchte. Dito Emma Stone. Gutes Drehbuch, starke Handlung, großartige Kamera und die für mich genau richtige Menge an Wirklichkeitsverlust im Alltag. Dazu ein fantastisches, mutiges Ende, ich war sehr angetan. Eine deutliche Empfehlung.

U-Bahnstation Hafencity Universität

Gelesen:

Johannes Kuhn denkt über einige popphilosophische Theorien zur großen Gereiztheit nach.

Das große Reisen beginnt ansonsten auch wieder, und bringt sogar Menschen zum Bloggen, die es länger nicht gemacht haben, aus teils sehr nachvollziehbaren Gründen. Frau Herzbruch ist über mehrere Texte hinweg in der Karibik. Was ich nur so pauschal benenne, um das lästige Sonderzeichen im genauen Reiseziel zu vermeiden, den mein Blog befindet bei diesem und auch bei ähnlichen Sonderzeichen verlässlich, dass es lieber nicht möchte.

Isa ist etwas mehr in der Nähe, nämlich in Split, und sie ist es ebenfalls über mehrere Texte und viele Bilder hinweg.

Der Korrespondent aus Luxemburg dagegen ist in St. Jean de Luz. Daran bin ich immerhin schon einmal vorbeigefahren! Wenn ich mir die Bilder im Blog ansehe, wären Aussteigen und Bleiben auch interessante Optionen gewesen. Aber gut, ich war damals nur Beifahrer, ich bin im Grunde also unschuldig am Verpassten. Auch mal schön.

Warum Männer sich nicht anziehen können“: Matthias Kalle schreibt in der taz über den deutschen Mann und seine Mode (via Kaltmamsell).

U-Bahnstation Hafencity Universität

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Gehört:

Eine Sonderfolge der Lage der Nation zum Thema China (1:49). Wenn Sie nur einem Link folgen wollen, nehmen Sie den, es ist die Hauptempfehlung des Tages. Informativ und erhellend. Wenn Sie vielleicht so wie ich eher wegwollen vom täglichen Nachrichten-Update, hin zu durchdachteren und vor allem ruhigeren Formaten, dann sind genau solche Sendungen das Ziel der Bemühungen, denke ich.

Sehr gut war außerdem die Lange Nacht beim Deutschlandfunk zum Thema „Die Last des Schweigens“, über die Folgen der NS-Zeit (1:59). Vermutlich war es sogar eine der besten Langen Nächte für mich bisher. Und ich könnte bei dem Thema auch Text anlegen, wie die vermutlich meisten Menschen in diesem Land und in meinem Alter. Aber es fehlt gerade leider die Zeit dafür. Vielleicht später noch.

Diese Sendung beim WDR hörte ich auch: „Fernweh – Sehnsucht nach dem Wegsein“ (18 Min.). Sie hatte mich mangels Betroffenheit gar nicht als Zielgruppe, aber ich höre ja ab und zu auch außerhalb meiner Interessenskomfortzone zu. Und nahm also amüsiert noch einmal zur Kenntnis, dass die beiden ebenso schönen wie für viele auch besonders wichtigen Reiseplanungsbeginnbegriffe „Fernweh“ und „Wanderlust“ beide auf Dichter zurückzuführen sind. Fürst Pückler-Muskau der eine, Goethe der andere.

Im Text der Sendung wird außerdem gesagt, dass keine andere Sprache einen Begriff für Fernweh hat, ob das stimmen kann? Gar keine andere? Da malte ich ein geistiges Fragezeichen an den imaginierten Rand.

Außerdem hörte ich ein historisches Interview beim ORF, ein Gespräch aus dem Jahr 1989 mit der Autorin Hilde Spiel (56 Min.), deren Erinnerungen ich gerade lese. Ein Jahr vor ihrem Tod entstand diese Aufnahme, 78 Jahre war sie da alt und klingt erheblich jünger sowie außerordentlich geistreich und auch damenhaft, im besten Sinne des Wortes.

In der Reihe Radiowissen hörte ich die Folge über Utopien, „Visionen einer besseren Welt“, 23 Min. Über Utopien schrieb ich damals auf dem Gymnasium das erste Referat, bei dem ich selbst recherchieren musste. Bei diesem Thema erfolgte also der Umstieg auf studienähnliche, „erwachsenere“ Lernformen, und es war ein geradezu feierlicher Akt. Ich hatte daher einen kurzen Moment erheblicher Strebsamkeit. Mit dem Ergebnis, dass ich vieles bis heute noch weiß, was sonst bei keinem der Themen aus jener Zeit der Fall ist.

Aber die Geschichte der Utopien – läuft bei mir, kann ich noch aufsagen.

Beim Musikpodcast „Interpretationssache“ hörte ich die Folge über „A whiter shade of pale“, 33 Min, und beim „Soundtrack meines Lebens“ die Folgen mit Ulrich Tukur (1:02).

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Happy to make your acquaintance

Eines der gängigen Hamburg-Klischees beschreibt die soziale Reserviertheit dieser Stadt. Etwas unfreundlicher ausgedrückt die Kälte der Einheimischen. Man lernt hier nicht so leicht Menschen kennen wie anderswo, heißt es. Wenn man nicht gewisse Tricks anwendet, sich also z. B. ein Kind oder einen Hund als Kontaktmagneten zulegt. Beides ist allerdings mit bedeutenden Kosten und auch mit viel Aufwand verbunden. Beides ist daher nicht für jede oder jeden und schon gar nicht für jede Lebenslage etwas.

Will man also, warum auch immer, es mag ja Gründe geben, Menschen neu kennenlernen, weil man, was weiß ich, vielleicht gerade erst in diese Stadt gezogen ist und noch an das Konzept Freundeskreis glaubt, dann ergibt sich oft ein größeres Problem. Sagt man.

Aber stimmt das überhaupt?

Ein Sticker an einem Laternenmast: With love you'll never walk alone

Mich nach meinen eigenen Erfahrungen zu fragen, das führt in diesem Fall nicht weiter. Ich hatte in den letzten Jahrzehnten in dieser Stadt nämlich zu den richtigen Zeitpunkten das richtige Ausmaß an Glück. Einfach durch die eher zufällige Wahl der richtigen Firma, der richtigen Freizeitbeschäftigungen und der richtigen „Szenen“ (Lindy-Hop etwa als unschätzbarer Geheimtipp dabei). Später auch durch den Nachwuchs und die sich dadurch fast gesetzmäßig ergebenden Spielplatzbekanntschaften.

Und natürlich durch das Internet, nicht zu vergessen, durch mein Blog. Damals auch noch durch Twitter etc. Das darf alles nicht vergessen werden, denn es war und ist bedeutend in meinem Leben. Ich würde ohne die Online-Erfahrungen viel weniger Menschen kennen. Oder auch gar keine mehr. Ich bin aber eher eine Ausnahme, denke ich, und zwar durch Umstände, die sich eher wie Lottogewinne unverdient ergeben haben. Das kann man so nicht allgemein erwarten.

Abseits dieser besonders gesegneten Umstände lerne auch ich kein Schwein kennen. Zuverlässig nicht. Nie und nirgends. Ganz egal, wie oft ich durch diese Stadt stromere, wie oft ich irgendwo allein in einem Coffeeshop sitze oder in einem Kino, Theater etc., wie oft ich durch ein Museum gehe oder in Parks herumlungere – als kontaktstark, offen und den Fremden zugewandt erlebe ich dabei weder mich noch all die anderen.

Im Moment passt mir das gut so, was ich gewiss auch überdeutlich ausstrahle, kein Zweifel. Aber es ist alles nur eine Phase, wie wir wissen, es wird mir irgendwann vermutlich nicht mehr recht sein.

Wie auch immer, weg von mir. Man muss auch an andere Menschen denken, um Sachverhalte objektiver betrachten zu können. In der Firma, für die ich brotberuflich arbeite, habe ich in den letzten Jahren z. B. viele, sogar sehr viele Menschen erlebt, die neu in diese Stadt zogen und die das Problem tatsächlich auch klischeekonform benannt haben: Es geht hier wirklich nicht so schnell mit dem neuen Freundeskreis. Es hakt seltsam bei dem Thema, es läuft einfach nicht rund und nicht glatt, es ergibt sich nichts. Es ist mehr als anderswo mit Leistung, Nachdenken, Strategie und Einsatz verbunden.

Expats waren unter diesen Kolleginnen, etwa aus Südamerika, die staunten viel und lange. Und fragten dann irgendwann, ob wir hier eigentlich nur in Familienrudeln miteinander reden. Und auch das eher selten, kann das sein? Ich sagte dann wahrheitsgemäß, dass ich meine Schwester immerhin jedes Jahr an ihrem Geburtstag anrufe.

Man möchte diese Menschen manchmal kurz nach Köln schicken, um ihnen zu demonstrieren, dass es in diesem Land auch anders zugehen kann. Viel lockerer und offener, viel kontaktbereiter. Wenn auch verbunden mit seltsamen Getränken. Aber irgendwas ist immer.

Ich komme übrigens nur auf das Thema, weil ich meine persönliche Reihe der in Norddeutschland erfolgreich angewendeten Sozialtricks (in chronologischer Abfolge bei mir: Studium, Job im Einzelhandel, Büro, Hund, Partei, Internet, Party- und Nachtleben, Kinder, Lindy-Hop, Kleingarten) gerade hätte erweitern können, wenn ich dem Thema nur mit etwas mehr Einsatz und Wohlwollen begegnet wäre. Mit einem Mittel, auf das ich noch gar nicht gekommen war. Aber im Grunde hätte man darauf kommen können.

Denn Menschen, die an Krücken gehen und einen Fuß oder ein Bein in Gips oder in einer dieser neuen Plastikverschanzungen haben, die tauschen gerne verschwörerische Blicke mit anderen Menschen in der Menge da draußen aus, denen es auch so geht. Sie lächeln sich sogar an! Besonders dann, wenn es sich um den gleichen Fuß handelt. Es wirkt ungemein verbindend, den gleichen Schaden zu haben. Man kennt es vielleicht auch von psychischen Defiziten und neurodiversen Abweichungen aller Art.

Sitzt da so ein fremder Mensch mit dem verbindenden Schadensmerkmal etwa auf einer Bank vor einem Geschäft und ruht sich ein wenig aus, weil das Laufen an Krücken doch überraschend anstrengend ist, wie ich jetzt auch endlich weiß, könnte man sich einfach kurz dazusetzen. Es gäbe dann so etwas wie eine heitere Smalltalk-Garantie, da bin ich sicher.

Es eröffnen sich hier ungeahnte Möglichkeiten! Und wenn man erst einmal darauf achtet: So wenig Menschen laufen gar nicht mit Krücken herum. Wir sind im Gegenteil verblüffend viele. Ich habe seit langer Zeit nicht mehr mit so vielen völlig fremden Menschen Lächeln getauscht. Eine bemerkenswerte und auch vollkommen unerwartete Erfahrung.

Das wollte ich doch einmal als sinnigen Tipp notiert haben, in diesem betont serviceorientierten Blog. Wenn Sie in Hamburg neu sind und vereinsamen – beschädigen Sie doch einfach eines ihrer Beine oder einen Fuß – und willkommen im Club.

Vom Vortäuschen der Verletzungen und Verbände aber würde ich abraten. Denn sollte man einem neuen Menschen tatsächlich näherkommen, wirkt es sicher eher unangenehm, wenn herauskommt, dass man sich nur so aus Spaß als lädierter Mensch ausgegeben hat.

Aber beim Spazierengehen ein wenig umknicken und sich dabei etwas brechen, zerren, quetschen … Ich meine, das können doch wohl wirklich alle hinbekommen.

Sogar ich konnte das.

„Happy to make your acquaintance …Oh, that’s the squarest thing I’ve heard in six months!“

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Reinlesen, Behalten und Weggeben (5)

Ich fing einen Roman an, bei dem ich wieder erst einmal etwas zum Autor nachlesen musste, weil die Allgemeinbildung nur gerade einmal hergab, dass es diesen Herrn gegeben hatte. Na gut, vielleicht gab sie das immerhin her, nicht nur gerade, es ist alles eine Frage der Betrachtung. Und zwar gab es ihn mit Nobelpreis, das nämlich hatte ich noch parat bei dem Herrn José Saramago.

Aus dem öffentlichen Bücherschrank hatte ich vor einer Weile mitgenommen: „Das Zentrum“, in der Übersetzung von Marianne Gareis. Die dabei schwere Arbeit geleistet haben muss, denn sprachlich einfach ist das Buch nicht, eher ungewöhnlich erzählt, bis hin zu etlichen Besonderheiten in Satzbau und Grammatik. Auch für Leserinnen eher herausfordernd auf der Langstrecke.

Und es verstand sich dann schon fast von selbst, dass es wieder ein Buch fast ohne Absätze war. Wenn man einen Lauf hat … Wobei es diesmal aber kein schmales Werk war wie bei Thomas Bernhard oder Günter de Bruyn, sondern satte 400 Seiten umfasste. Es war also eher die Oberliga des Konzentrationskampfes. Aber ich kam ans Ziel. Souverän wie ein Mensch im Training, und es war mir auch ein Bedürfnis, ans Ziel zu kommen. Dem drohenden Brainrot zum Trotze.

Das Buch "Das Zentrum" von Saramago

Hier jedenfalls die Wikipedia zum Roman, hier die Perlentaucherseite dazu mit enthusiastischen Rezensionen. Einer anderen Online-Besprechung entnehme ich dieses Zitat, das dann doch etwas zu weit gehen mag: „Seid mutig, lest dieses Buch und tretet ins Sonnenlicht.“ Na ja.

Bei den Besprechungen kann ich einen Punkt ergänzen, den ich vielleicht sowieso häufiger erwähnen sollte, weil er mir oft zu kurz kommt: Nämlich für den dieses Buch passt. Wenn Sie etwa die gute und angenehm kulturfördernde Idee haben, ein Buch zu verschenken, dann brauchen Sie da vielleicht einen sinnigen Hinweis zur Zielgruppe? Da kann ich helfen.

Und zwar geht es im Roman intensiv um ein Handwerk, genauer um das Töpfern von Geschirr und Figuren. Seitenlang und erstaunlich intensiv wird das behandelt, und außerordentlich kenntnisreich wirkt das. So oft findet Handwerk in Romanen aus naheliegenden Gründen allerdings gar nicht statt, denn der dichtende Mensch macht in aller Regel eher Erfahrungen am Schreibtisch als an einer Werkbank. Er kennt sich oft einfach nicht aus, und zwar schon gar nicht mit vernünftigen Berufen.

Diese Geschichte hier wirkt aber besonders kundig. In der Tiefe und auch im Detail wird diese besondere Arbeit verhandelt und abgebildet. Es ist außerdem handwerkliche Arbeit, die in einem kleinen Familienbetrieb stattfindet, vor einem dörflichen, provinziellen Hintergrund.

Und diese Familie wird, auch das ist selten geworden, als funktional dargestellt. Fast liest es sich seltsam, nicht wahr, aber diese Familie ist tatsächlich intakt und okay. Die Mitglieder kommunizieren vernünftig miteinander, sie können außerdem gut mit Krisen umgehen. Sie klären Konflikte, und zwar sogar, Achtung, ohne dass die Darstellung der Auflösungen kitschig oder unglaubwürdig wirkt. Nicht einmal ansatzweise wirkt es so, als sei hier etwas versüßt worden.

Und jetzt alle: „Das gibt es ja heute kaum noch.“

Schließlich werden in einem kafkaesken Sinne die Macht, Ausstrahlung und Kälte eines gigantischen Einkaufszentrums in der Provinz ausführlich geschildert. Wobei uns bekannte Einkaufszentren nur ein wenig hochgerechnet werden müssen, um diese Wirkung auf Menschen und Stadtplanung zu erzielen.

Zum Vormerken für Geschenkaktionen also folgende Schlagwörter: Handwerk, Töpferei, Familienbetrieb, Einkaufszentrum.

Trotz einiger Anstrengung – man kann es nicht mal eben nebenbei konsumieren – habe ich es gerne gelesen, dieses Buch. Aber es geht jetzt zurück in den öffentlichen Bücherschrank.

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Menschen zwischen Skulpturen

Im Wartebereich des Orthopäden hing das plakatgroße Foto eines Schriftzuges, der einmal in riesigen Lettern am Trockendock von Blohm und Voss an der Elbe zu lesen war: „Junge, komm bald wieder.“ Orthopädenhumor ist auch eine eher spezielle Angelegenheit. Nach dem letzten Besuch beim Arzt hatte ich daher beim Herumhumpeln auf dem Heimweg noch eine Weile die Stimme von Freddy Quinn im Kopf, mit den einschlägigen Zeilen aus dem entsprechenden Lied:

„Ich mach mir Sorgen, Sorgen um dich,

Denk auch an morgen, denk auch an mich.“

Ansonsten war mir am Wochenende trotz eingeschränkter Gehfähigkeit deutlich nach anderen Eindrücken zumute. Ich hatte nach mehreren Tagen ohne nennenswerte Spaziergänge, ohne Auslauf und Freigehege endgültig genug Raufaser, Sofa, Bücher, Podcasts und auch Netflix gehabt. Es musste etwas anderes her, und zwar dringend.

Es sah nach aufziehendem Regen über der Stadt aus, es kühlte ab, es war Museumswetter. Ich ging also eben rüber zur geschätzten Nachbarin, zur Hamburger Kunsthalle. Ich dachte, da hätte ich von Ausstellungsstück zu Ausstellungsstück kurze Wege vor mir. Womit ich wegen der Größe der Einrichtung nicht ganz richtig lag, wie mir etwas zu spät und dann auch schmerzhaft klar wurde. Aber zunächst erschien mir die Kunsthalle als Krückenkultur doch plausibel, und ich startete also schwungvoll. Vermutlich zu schwungvoll. Man muss sich an alles erst gewöhnen, erst recht an den sinnigen Umgang mit Einschränkungen.

In der Kunsthalle läuft gerade die große Ausstellung „Skulptural“, im alten Teil des Gebäudes, abseits der modernen Kunst. Und sie läuft noch entspannt lange bis zum April 2027. Sie können Ihren Besuch also, wenn Sie in zumutbarer Entfernung wohnen, noch in aller Ruhe einplanen. Es werden, so darf man annehmen, bis dahin noch einige weitere bestens geeignete Regenwochenenden nachgeliefert.

Büsten in der Skulpural-Ausstellung

Da ich alles in allem angestrengt genug war, wie ich bilanzierend nach dem nun schon wochenlangen Theater mit Fuß und Ärzten und Terminen befand, ging ich geistig betont unangestrengt durch die Ausstellung. Also mit der Lässigkeit des souveränen Jahreskarteninhabers, der diese vielen Schildchen dort, all die Erklärungen, fachlichen Hinweise und sinnigen Belehrungen zwar jederzeit lesen kann, es aber überhaupt nicht muss.

Denn man kommt ja wieder, in meinen Kreisen. Und sogar bald schon, man kann das alles auch später lesen. Wie ein Kind etwa ging ich da herum. Ohne jedes Interesse an Bildung, nur mit Interesse an Beeindruckendem. Wobei ich immerhin im Gegensatz zum Kind doch die Bezugslinien zwischen den beiden Begriffen zu verstehen meinte. Ohne allzu lange darüber nachzudenken, denn das fühlte sich auch schon nach Mühe an.

Eine Büste in der Skulpural-Ausstellung

Ein Medusen-Relief

Kunst in der Skulpural-Ausstellung

Eine Frau zeichnet eine liegende Figur in der Skulptural-Ausstellung

Eine Büste in der Skulptural-Ausstellung

Ich ging „nur so“ zwischen den vielen Skulpturen herum. Dies und das besah ich mir und ließ mich dabei nur durch spontanes Interesse leiten. Ich befand wieder, wie schon öfter im Leben, dass mich Münzen beim besten Willen nicht interessieren, siehe auch Briefmarken, und ließ diese daher komplett aus. Es standen aber ausreichend andere Interessierte an den bereitgelegten Lupen, die Münzen mussten sich keineswegs vernachlässigt fühlen.

Eine Büste in der Skulpural-Ausstellung

Es war angenehm leer in den Hallen und Gängen. Sicher war die Mehrheit der Besucherinnen drüben im anderen Gebäudeteil, bei der mittlerweile vielgerühmten Ausstellung zu Lassnig und Munch, es war mir sehr recht. Denn dadurch wirkten die wenigen anderen Besucherinnen noch besser zwischen den Skulpturen.

Plastiken in der Skulptural-Ausstellung

Sie sahen hin und wieder, gar nicht so selten, selbst nach sehenswerten Plastiken zwischen Plastiken aus. Wie sie da vor dem Marmor oder vor welchem Material auch immer standen. Wie sie da in spiegelndes Glas hinein oder zum Filz von Beuys hochsahen, manchmal minutenlang fast unbewegt in sinnenden Posen verharrend.

Ich hätte ein Schild neben ihnen aufstellen mögen: „Die Betrachterinnen“. Dazu Angaben zum Material, zur Künstlerin, zur Entstehungszeit etc.

Der Filz-Anzug von Beuys

„Menschen zwischen Skulpturen.“ In mir entstand eine faszinierende Sonderausstellung, und ich war damit tatsächlich so angenehm und auch so lange beschäftigt, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Zwischendurch allerdings ein Wimmern, so etwas wie ein Frauenstimmenweinen. Nach genauerem Hinhören nicht nur von mir, auch andere Köpfe drehten sich suchend herum, eindeutige Leidensgeräusche. Ich ging daher pflichtgemäß, denn man ist doch stets bemühter Gentleman und nach Kräften auch fallweise strahlender weißer Ritter, wenn auch am Stock und sicher insgesamt etwas abgegriffen wirkend, durch die Gänge und suchte nach dem vermeintlichen Opfer. Vermutlich doch eine Besucherin, die gestürzt war, so stellte ich es mir vor. Und dachte noch kurz, wenn du die jetzt kennenlernst, und dann beide mit kaputten Füßen … Wie Kino ist das denn wieder.

Es war dann aber nur eine Video-Installation von Marina Abramovic. Von moderner Kunst veralbert werden, das gehört auch manchmal dazu. Das ist im Preis mit drin, schon klar.

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So geht es jetzt zu

In einer der Fußgängerzonen in der Innenstadt liegt am Sonnabendnachmittag ein Mann auf einer Bank, dösend, vielleicht schlafend, träumend. Sein Kopf ist etwas nach hinten weggekippt, halb über den harten Rand der Bank ragend, so dass man im Vorübergehen, wenn man noch so weit empathiefähig ist, die Nackenschmerzen bereits antizipieren kann. Er liegt in der Sonne. In der Sonne ist es warm, seine Jacke, die nicht im besten Zustand ist, hat er geöffnet, seinen Pullover, es ist ein schmuddelig wirkender Strickpullover, hat er hochgezogen, man sieht die bleiche Rundung seines Bauches.

Vor ihm auf dem Boden eine obligatorische Blechdose mit wenigen Münzen darin. Ein Pappschild mit mehreren Rechtschreibfehlern im Text bittet um Kleingeld. Der Mann wird, aber das ist nur ein best guess, wie man in den umliegenden Büros sagen würde, einer der vielen erfolglosen Arbeitssuchenden aus Osteuropa sein. Die hier so oft scheitern und dann schnell abstürzen, die vielleicht aber auch schon mit einem gravierenden Alkoholproblem ankommen. Sein Gesicht wirkt auf mich jedenfalls so, als würde er zu denen passen, die sich andernorts auch am Abend in größeren Gruppen treffen. Die manchmal trunken gemeinsam singen, ich habe das vor dem Bahnhof oft gehört, bevor man diese Gruppe von dort vertrieben hat. Traurig klingende Lieder.

Dann passiert etwas, das ich so zum ersten Mal sehe. Und ich hätte auch gut darauf verzichten können, dabei Zeuge zu sein. Keine Straftat im juristischen Sinne, wie gleich deutlich werden wird. Sicher aber eine Untat, zumindest aus meiner mittlerweile wohl altmodischen Sicht, im moralischen Sinne. Denn aus einer Gruppe von jungen Männern heraus tritt einer an den Obdachlosen heran.

Es ist eine besondere Gruppe. Sie unterscheidet sich von den meisten anderen Einkaufenden, Bummelnden, Wartenden, Eilenden, Herumwuselnden, denn man hat in dieser Gruppe mehr Geld. Oder man inszeniert sich zumindest erfolgreich so, dass man als Zuschauer spontan einen gewissen Reichtum unterstellen möchte. Durch den Kleidungsstil, durch ein äußerst breitbeiniges, breitschultriges, überhaupt platzgreifendes, überselbstbewusstes Verhalten. Auch durch das Schwenken von Einkaufstüten aus den edelsten der umliegenden Geschäfte. Es ist eine begrenzte Symbolsprache, aber man versteht sie.

Auf Instagram etc. gibt es immer wieder Stilkunde zum als erstrebenswert geltenden Old-Money-Look. Es sind eindeutige Elemente aus diesem Look bei den jungen Männern zu erkennen, aber alles pervertiert in eine Richtung, die in aller Deutlichkeit nach New Money aussieht. Und vermutlich wirkt der Auftritt insgesamt aus Sicht derjenigen, die tatsächlich über Old Money verfügen, ungemein peinlich.

Was die Jugend hier in betont solventer Vulgarität in Szene setzt, das werden ihre Eltern im besten Fall so nicht gemeint haben. Könnte man denken. Falls man diese Vorfahren wohlwollend in den Gedankengang einbauen möchte. Aber wie auch immer – diese jungen Männer haben einen Finanzhintergrund.

Graffiti an einer Wand in Planten un Blomen: Das Gespenst des Kapitalismus. Davor ein E-Scooter aus dem Leih-Bestand.

Derjenige, der gerade an den Obdachlosen herangetreten ist, zieht nun eine Packung Zigaretten aus der Jackentasche. Er reißt sie auf, lässt das Plastik auf den Weg fallen, versteht sich, und überreicht die Schachtel dann mit großer Geste dem Obdachlosen. Den er dafür und dabei auch weckt. Nicht eben sanft, eher durch energischen Zugriff.

Und er steckt ihm noch, nachdem der halbwegs wieder zu sich gekommen ist, eine Zigarette in den Mund. Wobei er sich, und hier wird es dann unerträglich für mich, die ganze Zeit mit dem hochgehaltenen Smartphone filmt. Wobei er also vielleicht sogar live ist, wie man annehmen kann. Und die ganze Zeit über macht er Grimassen in Richtung Kamera, wirft sich immer wieder in neue Posen und versucht dabei, den Obdachlosen, seinen Obdachlosen, auch passend ins Bild zu rücken. Den er dabei anfasst und zurechtbiegt, zumindest versuchsweise, denn so richtig will der nicht mitmachen, wie man es vielleicht auch mit einem überdimensionierten Stofftier machen würde, das man gerade auf dem Dom gewonnen hat.

Noch ein abschließendes Victory-Zeichen in die Kamera, noch ein extra flächiges Grinsen und schließlich der vergeblich bleibende Versuch, den Obdachlosen auch zu einem Finger-V zu animieren. Was aber misslingt, denn der immer noch halb liegende Mann weiß ohnehin kaum, wie und was ihm da gerade geschieht. Er findet nur die Zigaretten gut, das immerhin erkennt man. Neben der Szene johlen die Freunde des vermutlich nicht allzu großherzigen Spenders, einige filmen ebenfalls oder machen Fotos.

So also geht es jetzt zu. Wissen wir das auch. Man möchte im Geiste vielleicht eine Linie zum obszönen Stil des amerikanischen Präsidenten und ähnlichen Phänomenen ziehen, denn es wird da Zusammenhänge geben.

Aber noch lieber würde man vermutlich diese ganzen Erscheinungen gar nicht im Geist bewegen müssen. In einer theoretisch hoffentlich noch möglichen, nennenswert besseren Welt.

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Wer weiß, ob nicht am Ende …

Natürlich bin ich an diesem Wochenende etwas abgelenkt, da ich wie viele Menschen aus Hamburg so intensiv damit beschäftigt bin, den Hafengeburtstag zu ignorieren. Aber etwas Text habe ich dennoch zustande gebracht.

Ein Sticker an einem Regenrohr: Ich wünsch von Herzen alles Gute

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Ich habe einen Kollegen und eine Ehefrau, bei denen man ihre Urlaubsplanungen einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen müsste. Weil sie mit einer Zuverlässigkeit schlechtes Wetter an ihrem Urlaubsort haben, die an magische Fähigkeiten grenzt. Die vielleicht auch an Verwünschungen aus alten Mythen denken lässt, an über Generationen hinweg wirkende Familienflüche und dergleichen.

Vor diesem Hintergrund ist es vielleicht sogar gut, dass diese Ehefrau und ich beziehungsstatusbesingt nicht mehr gemeinsam urlauben. Aber andererseits bleibt es fatal für die Menschen in Norddeutschland, dass beide, die Ehefrau und der Kollege, oft Urlaub hier um die Ecke machen. Irgendwo in dieser Gegend, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und dergleichen. Man kann sich dem meteorologisch also als Hamburger kaum entziehen.

Wodurch sich dann jedenfalls die nächste 12-Grad-Phase in der kommenden Woche erklärt, das wollte ich nur eben sagen. Manchmal kennt man die Schuldigen! Aber es nützt einem auch nichts weiter. Haftbar machen kann man sie nicht.

Zusammengeschobene, leere Stühle in der Außengastro

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Sie kennen ansonsten vermutlich alle diesen Effekt, der bemerkenswert oft in aktuellen Smalltalk-Situationen verhandelt wird: Man unterhält sich über irgendetwas, und kurz darauf sieht man merkwürdig präzise passende Werbung dafür auf dem Handy. Dazu gibt es, das werden Sie ebenfalls wissen, viele Artikel, Meinungen, Theorien und Updates. Ich hatte neulich auch etwas dazu im Blog, meine ich, finde es aber gerade nicht wieder. Nanu.

In der Regel wird der etwas unheimliche Effekt jedenfalls so erklärt, dass die seltsam präzise passende Werbung an den Algorithmen liegt, nicht am zuhörenden Handy, nicht an Spionagetechnik und Rundumbeobachtung.

Das kann oder muss man so hinnehmen. Man sollte wohl den Expertinnen glauben, sie kennen sich immerhin aus, das wird man zugeben müssen. Aber man glaubt es oft nur so, wie manche Menschen etwa mit religiösen Gedanken umgehen: Sie glauben zwar ausdrücklich an nichts – aber eine Grundskepsis gegenüber dem Numinosen bleibt. Denn wer weiß, ob nicht am Ende …

Das denkt man da manchmal und zweifelt herum. Dann blickt man vielleicht auch eine Weile sinnend in den Himmel, als wenn drüber wär‘ ein Ohr, zu hören meine Klage, ein Herz wie meins, sich des Bedrängten zu erbarmen. Um kurz zu Goethe zurückzukehren, dessen enorm dicke Biografie von Thomas Steinfeld hier übrigens auch zum Lesen bereitliegt und recht einladend aussieht (bei Rowohlt erschienen).

Wenn ich im ehelichen Gespräch Grüße von meiner Schwiegermutter ausgerichtet bekomme, verbunden mit einigen Neuigkeiten aus ihrer Gegend, und wenn ich dann nur zwei Minuten später Werbung für einen Edeka in Nordostwestfalen auf dem Smartphone angezeigt bekomme, die mir sonst nie eingespielt wird, was nicht einmal ein ausgedachtes Beispiel ist, sondern gerade erst passiert ist, dann nicken sicher viele. Denn wir alle kennen mittlerweile solche Geschichten. Die anekdotische Evidenz ist überreich, ist bei diesem speziellen Thema fast erschlagend.

Wobei das selbstverständlich auch abseits der Werbealgorithmen passiert, also vermutlich noch eher eindeutiger Zufall ist. Auch dazu ein aktuelles Beispiel: Ich unterhalte mich im Büro über Fragen der Arbeitszeiterfassung, es geht um die Fachbegriffe „paid leave“ und „unpaid leave“. Das ist nichts, worüber ich jeden Tag oder dauernd rede, das kommt eher selten vor. Nach einem Call zu diesen Themen öffne ich Instagram: Ein Musiker von Iron Maiden erzählt mir dort, dass er als Pilot gearbeitet habe und für eine Tour erst einmal „unpaid leave“ regeln musste.

Ja, es ist ein Zufall, versteht sich. Wenn man ausreichend oft die Offline-Wirklichkeit mit irgendetwas auf dem Smartphone kombiniert, dann passen auch einmal Sachen seltsam gut zusammen. Es ist logisch und auch wahrscheinlich. Aber man staunt dann doch einen Moment.

Eine weitere unheimliche Steigerung gibt es dabei. Denn ich kann den erstgenannten Effekt mit dem unangenehmen Werbebezug jetzt auch in der Wirklichkeit abbilden, im echten Leben, ganz ohne Internetverbindung:

Ich fahre mit der U-Bahn und sage zu meiner Begleitung, die nach dem immer noch erstaunlich kaputten Fuß fragt, dass mir ein Schmerzmittel gerade recht wäre, ich aber keins dabeihabe. Was in dieser Situation ein einigermaßen dämlicher Fehler sei. Eine junge Frau setzt sich uns einige Sekunden nach diesem Satz gegenüber. Sie öffnet ihre Lederjacke und trägt darunter ein T-Shirt mit dem Aufdruck: „I love Ibuprofen“. Dazu ein rotes Herz.

Nun. Man nimmt es erst einmal so hin, nicht wahr, was soll man auch sonst machen. Und man denkt sich vielleicht nur: Okay, das muss jetzt noch nichts heißen. Einmal ist keinmal. Oder was man dann eben als Standardsatz für solche Momente parat hat, dabei vermutlich einer familiären Tradition folgend. Aber ich werde es doch beobachten. Verdammt genau werde ich es beobachten.

Und berichten werde ich dann auch. Eh klar.

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Linkwerk zum Wochenende

Vorweg schnell ein etwas verspäteter Dank für die freundliche Zusendung von „Holzfällen“ von Thomas Bernhard. Ein Werk mit dem Zusatztitel „Eine Erregung“, und das ist schon einmal sehr gut. Vielen Dank!

Das Buch "Holzfällen"

Gesehen:

Es ist nicht eben eine rationale Entscheidung, aber ich möchte tendenziell gerade eher nichts aus US-Produktionen sehen, kein Hollywoodzeug etc. Ausnahmen wird es wohl geben, aber im Grunde geht mir alles mit US- vorne dran auf den Wecker. Es nervt und belästigt, weil ich dauernd den aktuellen politischen Kontext unerfreulicher Art mitdenke.

Ich habe also innerlich ausreichend Raum für andere Kulturen gemacht und wenn Sie geschichtliches Interesse haben, können Sie das nun gerne mit dem Verlust von Soft-Power in Verbindung bringen. Es wäre immerhin möglich, dass dieser Gedanke verdammt gut passt und später in Rückblicken punktgenau mit unserer Gegenwart in Verbindung gebracht werden wird.

In diesem Sinne verwarf ich auf Netflix daher einige Storys aus New York etc., obwohl ich die Stadt ausdrücklich mag, und landete schließlich in Oslo. Auf europäischem Boden war ich da, und fast war es eine kontinental-patriotische Entscheidung. So weit sind wir nämlich schon.

„Pörni“ jedenfalls, die Serie um die alleinerziehende, teenagerbändigende Mutter Pernille, genannt Pörni, die gefiel mir zumindest über die erste Staffel hinweg gut. Hier die Besprechung bei Seriesly awesome.

Wie auch bei „After Life“ von Ricky Gervais wurde diese Serie von der Person, welche die Hauptfigur spielt, entwickelt und geschrieben, es war diesmal Henriette Steenstrup (Wikipedia). Nahbar und sympathisch nennt man das wohl, was dabei herauskam. Bei den zahlreichen Familienaspekten kann ich zumindest sagen, dass ich das schon nennenswert schlechter verarbeitet gesehen habe, unglaubwürdiger und haarsträubender. Mir kam es im Gegenteil recht kundig und durch Erfahrungen unterfüttert vor, was da ausgebreitet wurde.

Dabei trotz aller Exaktheit in der Problembenennung eine durchgehend positive Grundhaltung zu vermitteln, plausibel sogar gelegentlich Lösbarkeiten anzudeuten, das reicht für mich auch schon aus als Alltagsheroismus. Das halte ich bereits für eine Großtat beim Drehbuchschreiben und Darstellen.

Auf Instagram fand ich Vidura Bandara Rajapaksa. Es war zu ungünstiger Uhrzeit, denn ich sah mir dann nahezu sein Gesamtwerk an und wurde zwar mitten in der Nacht, in the wee small hours,  so gut unterhalten wie lange nicht, war aber am Morgen danach etwas unbrauchbar. Hier sein Instagram-Account, aber es gibt ihn auch per Newsletter und auf YouTube:


Gehört:

Eine weitere Folge der fast immer hörenswerten Sendung „Sternstunde Philosophie“, diesmal mit dem Religionssoziologen Detlef Pollack: „Glaube ade? Die schwindende Bedeutung von Religion“. Pollack forscht dazu seit vielen Jahren und stellt regelmäßig aus weltweiten Quellen Zahlen zusammen. Die seit längerer Zeit eine klare Richtung haben, nämlich weg von den Religionen.

Er selbst ist nicht religiös, hat aber Theologie studiert, aus Gründen, die aus seiner Lebensgeschichte und aus der Geschichte der DDR plausibel werden. Er hat also eine kritische Nähe, ergänzt um eine Liebe zur Kirchenmusik, ich fand seine Haltung sympathisch.

Ich gehöre auch zu den Abgefallenen und Versprengten, zu den Ungläubigen und also Irrenden, wie andere sagen würden. Allerdings unterscheide ich mich etwas von der ungläubigen Mehrheit, weil ich den Religionen immerhin zugestehe, dass wir sie bei zwei wichtigen Themen bisher nicht vernünftig ersetzen konnten, und dass dies nicht gut ist: beim Trost und beim ethischen Handeln. Äußerst problematische Leerstellen sind das nach wie vor.

Zum Thema Religion äußern sich auch die Menschen, die hier die Wände, Stromkästen etc. beschriften, und zwar wie folgt:

Schrift an einer weißen Wand: Jesus hat auch gefickt

Okay, wissen wir das jetzt auch. Vermutlich erfand er dabei die Missionarsstellung.

Ein WDR-Zeitzeichen hörte ich (15 Min.) über den Beginn des Exils von Irmgard Keun.

Und im Geschichtspodcast „Blomcast“ von Philipp Blom hörte ich die Folge mit dem Politologen Daniel Marwecki: „Die Welt nach dem Westen“ (YouTube-Link, 1:06). Sehr empfehlenswert. In der Kurzfassung geht es viel um die Frage, ob das, was in der chinesischen Geschichte als „Jahrhundert der Scham“ benannt wird und die Epoche der großen Erfolglosigkeit vor dem uns bekannten Aufschwung meint, sich gerade in Europa in ähnlicher Weise wiederholt.

Viel Gegenwartsanalyse also für ein History-Format, und definitiv ist es nichts, was die Laune hebt. Aber das Gespräch wird so geführt, dass man dabei gerne mitdenkt. Zumindest ging es mir so.

Beim SWR hörte ich noch etwas mit Laune-Bezug, nämlich „Krieg, Inflation, Reformstau – Wie raus aus der Schlechte-Laune-Falle?“ (44 Min.) Und vielleicht geht es Ihnen anders als mir, aber ich habe beim Hören hauptsächlich verstanden, warum unsere schlechte Laune vollkommen berechtigt ist. Ich fand das gut, plausibel und überzeugend dargestellt. Was vielleicht zu bedauern ist, aber wie auch immer.

Es ist, wie es ist.


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Schöne Aussichten

Ich bin zwar mit dem Fuß neulich „beim Marathon“ lediglich umgeknickt, und zwar auch nur in der üblichen Weise, wie es uns allen manchmal passiert. Ich habe also nur mein eigenes Gewicht falsch auf ein Gelenk verlagert, das damit nicht gut zurechtkam. Aber aus dem Bericht des Radiologen lese ich etwas von „Unfall wie etwa unter Last“ heraus, auch von „heftiger Einwirkung“ und „massiver Belastung“ und dergleichen mehr. Mit anderen Worten, der Bericht nach dem MRT hat mich gerade dick genannt. Ich sage es immer wieder, kein Tag ohne Demütigung.

Ein Hamburger Mülleiner mit Aufdruck. Ich kann eine Menge einstecken

Ich lasse mir diesen ansonsten einigermaßen kryptischen Bericht des Arztes von einer KI in eine für Laien lesbare Version übersetzen. Et voilà, ich habe endlich doch noch eine sinnvolle und mich spontan überzeugende Anwendung für diese Technik gefunden. Ich sehe ein tatsächlich brauchbares und sogar hilfreiches Ergebnis. Jedenfalls wenn ich davon absehe, dass ich aufgrund meines mittlerweile chronischen und selbstverständlich vollkommen berechtigten Misstrauens sogar bei Aufgaben dieser Art eigentlich mehrere Anbieter vergleichen müsste. Denn wer weiß, ob da nicht etwas steht, was in der Originalversion keineswegs stand? Man würde Fehler als Laie ohne medizinische Kenntnisse schließlich nur bemerken, wenn es im neuen Text um den Bruch des sechsten Fingers an der mittleren Hand oder dergleichen gehen würde.

Aber dieses Vergleichen würde andererseits auch wieder Energie und Ressourcen verbrauchen, schon klar. Man muss sich und die Maßnahmen dabei sinnvoll begrenzen.

Wir werden jedenfalls alle älter und dabei in aller Regel nicht gesünder, das steht fest. Wir haben also tendenziell öfter Kontakt mit der medizinischen Fachsprache. Immerhin aber können wir uns jetzt alles, was Ärztinnen und andere in kleingedruckten Berichten, Diagnosen etc. gekonnt verklausulieren und mit viel längst vergessenem Latein darin festhalten, auf unser schlichtes Niveau herunterbrechen lassen.

Das ist großartig. Denn wir werden durch diese technischen Neuerungen die erste Generation sein, die über ihre Gebrechen fortlaufend sensationell gut Bescheid wissen wird. In einer bisher unter schlichten Patienten ungeahnten Detailtiefe werden wir nahezu alles verstehen, was gerade an und in uns zerfällt. Wir werden dauernd nachlesen können, was uns noch an Möglichkeiten bleibt, was vermutlich als Nächstes kommen wird, für was es zu früh oder zu spät sein wird. Inklusive der Heilungschancen und der therapeutischen Aussichten.

Und wir werden am Ende auf diese Art also viel informierter sterben.

Schön, schön.

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Die drei AI und die Adelstitelfragmente

Ich hatte neulich das Presse-Monitoring via KI erwähnt, dazu noch ein kleines Update. Zum einen gibt es einen Umstand, den ich eher noch als amüsant verbuche, nämlich dass die Programme Friedrich Merz weiterhin oft „Bundeskanzlerin“ nennen. Die Trainingsdaten werden diese Bezeichnung mehrheitlich so ausweisen, wie man sich leicht vorstellen kann. Jedes Mal, wenn ich das sehe, freue ich mich ein wenig. Umso mehr, als man klar zu ahnen meint, wie sehr ihn so etwas ärgern dürfte. Denn Größe traut man ihm, und das „man“ kann ich sicher stehenlassen, es wird eine allgemeine Annahme sein, auch in dieser Hinsicht kaum zu

Zum anderen, und das ist deutlich weniger witzig, sind die Ergebnisse auch bei längerem Testlauf und bei mehreren Anbietern so schlecht, dass man das Ganze als weitgehend unbrauchbar deklarieren muss. Oder dass zumindest der Aufwand, die Ergebnisse der Software als „Babysitter“, wie es neulich in einem Artikel hieß, zu beaufsichtigen und zu korrigieren, unangemessen hoch ist. Hierzu ein Beispiel.

Die Software meldet mir eine Meldung zu dem Konzern, für den ich arbeite. Mit Link zur Quelle immerhin und allem. Der Link läuft allerdings ins Leere und den Artikel gibt es gar nicht, aber das nur nebenbei. In der Zusammenfassung der halluzinierten Meldung wird auch der CEO des Konzerns genannt. Es ist aber nicht der aktuelle, der da erwähnt wird. Es ist sein Vorgänger, der öffentlich ganz gewiss nichts mehr zur Firma sagt. Wie bei der Bundeskanzlerin auch kann man sich gut vorstellen, dass bei so etwas die Mehrheit der Daten gewinnt und dass der Abgleich mit der Gegenwart offensichtlich trotz klarer Datenlage nicht geleistet werden kann. Warum auch immer nicht, denn manchmal gelingt dieser Abgleich durchaus. Aber eben nur von Fall zu Fall, ohne Gewähr.

Ich weise darauf hin, dass der Name falsch ist. Die Software korrigiert und nennt mir prompt den Namen des CEOs, der vor dem vorigen CEO einmal CEO war. Dann, nach weiterer Korrektur durch mich, nennt sie den Namen einer Frau, die vor etlichen Jahren einmal fast, aber eben nur fast, CEO geworden wäre. Mein Hirn assoziiert altmodische Nachschlaggeräusche im Hintergrund.

Ich teile der Software mit, dass sie mir nur Schrott liefert. Woraufhin sie sich, und man meint es tatsächlich so herauslesen zu können, aber es ist natürlich in Wahrheit keine passende Deutung, in zunehmender Hektik entschuldigt. Und, genau wie es ein Mensch machen würde, in rasender Eile mehr und mehr Quellen zusammensucht. Dann beschließt sie, wozu sich auch mancher Mensch entscheiden würde, jedenfalls solange er dabei eine gewisse Erfolgsaussicht annehmen kann, nämlich stabil zu lügen.

Es werden für mich in der Folge eine ganze Reihe von CEO-Namen flott erfunden. Ich sehe mit so etwas wie fasziniertem Grauen, wie genau da vorgegangen wird, denn es wird nach einer Weile ziemlich deutlich, welche Logik dabei wirkt. Es ist ein internationaler Konzern, für den ich arbeite, mit einem Management hauptsächlich aus europäischen Ländern. Die Software erfindet mir daher Namen, die zu diesem Kontext passen. Italienische Vornamen mit französischen Nachnamen etwa oder auch eine englische Variante gemischt mit Spanisch usw.

Tretboote an einem Steg an der Außenalster

Würden Sie und ich uns spontan Namen für den männlichen CEO eines großen europäischen Konzerns ausdenken sollen, für ein Rollenspiel oder ein Theaterstück etwa, wir würden zu ähnlichen Ergebnissen kommen.

Irgendwie klangvoll sind diese Namen, irgendwie markant, vielleicht noch mit einem ungemein schmückenden Adelstitelfragment in den Silben. Denn es soll ja nach etwas klingen. Nach Kompetenz, nach guter Familie und großer, weiter Welt womöglich, nach Macht vielleicht. Mit anderen Worten, die Software sucht und findet eine Lösung auf Groschenromanniveau.

Und das eben ist ein Effekt, der sich aus dem Mitteln enorm vieler Daten fast zwingend ergibt. Den man also unbedingt mitdenken sollte, wenn man mit so etwas arbeitet. Man bewegt sich da unter Umständen auf einem Niveau irgendwo zwischen dem Agenten Jerry Cotton, dem Geisterjäger John Sinclair und der Nachtschwester Aurelia aus der Chiemsee-Klinik. Und vielleicht, das will ich gar nicht ausschließen, passt das ab und zu auch ganz gut zur Aufgabe.

Aber leider längst nicht immer.

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Drei am Dienstag

Drei Kleinigkeiten nebenbei. Zum einen fahre ich aus medizinischen Gründen durch die Gegend und die Stadtteile. Wobei ich auch in einen Bus steige, was sonst eher selten passiert, denn wie eine Freundin sagte: Wenn ich Bus fahren will, kann ich auch in Kleinstädten wohnen. Aber manchmal muss man eben doch.

Blick über den Isebekkanal

Es steigt jemand ein, der nicht gut riecht und nicht gut aussieht, der aber umgehend zum gerade in Hamburg stattfindenden OMR-Festival in Bezug gesetzt werden kann, das den Touristen so drastisch die Hotelpreise verdirbt. Man las davon, Rekordsummen pro Nacht wurden wieder genannt.

Der Mann, der da einsteigt, ist nämlich auf den ersten Blick schon deutlich heruntergekommen, er sieht aber nicht so aus, wie man sich Obdachlose klischeemäßig vermutlich vorstellt. Sondern eher so, als habe er noch vor etwa einer halben Spielfilmlänge eine Agentur geleitet, und zwar eine große. Irgendwas mit Marketing hat die vermutlich gemacht, irgendwas mit Online sicher auch. In diesem Umfeld war die Agentur etwas Etablierteres, kann man sich leicht vorstellen, denn so sieht er aus. Werberschick auf der Mitte zwischen Technik-Avantgarde und dem Establishment der Branche. Vielleicht fällt Ihnen dazu der passende und besonders stylishe Anzug ein, die passende Steppweste, der passende Rollkoffer – damit liegen wir richtig.

Aber er hat in diesem Anzug seit etlichen Nächten schon draußen geschlafen. Der Rollkoffer hat dabei zwischendurch deutlich Schaden genommen, das Sakko auch. Ein Bad hat er definitiv lange nicht gesehen und sein Hemd ist nicht nur seit Tagen oder Wochen nicht gewechselt worden, es hat auch eine Fleckenhistorie, wie es sie nur nach drastischen Vorkommnissen verschiedener Art geben kann. Vermutlich im Zusammenhang mit Alkohol oder anderen Drogen, aber das ist nur geraten. Der Bart wächst, die Haare auch, die Entgleisung von allem schreitet voran. Um im Filmkontext zu bleiben, dieser Mann hat in den letzten 14 Tagen nicht nur so etwas wie einen rasanten Roadmovie erlebt, es muss dabei schon einen starken Einschlag Richtung bitteres Sozialdrama gegeben haben. Und von Comedy keine Spur.

Aber ein Tag in bester Pflege, könnte man meinen, und er dürfte, natürlich nur dem Aussehen nach geurteilt, morgen wieder als Speaker auf der OMR auftreten. Während er heute noch als lebendes Mahnmal durch die Stadt fährt: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.

Dann eine Praxis, die geschlossen hat, obwohl Menschen in ihr Termine haben. Keine Erklärung an der Tür, nur die lapidare Meldung des Umstandes. Murren und Knurren unter denjenigen, die an dieser verschlossenen Tür scheitern. Allgemeines und nicht eben leises Fluchen auf die Umstände, auf das System und auf die Verschlechterung. Die man, es ist nicht zu überhören, so leicht verallgemeinern kann. Denn es ist eben nicht nur diese eine Tür, die nicht aufgeht, obwohl sie doch verdammt noch einmal aufgehen sollte. Es ist mehr.

Schließlich ein Einkauf in einem Supermarkt, noch einen Stadtteil weiter. Jemand hinter mir an der Kasse fragt mich, was mein Blumenkohl kostet. Ich weiß nicht, was mein Blumenkohl kostet – mind your privilege! – ich habe ihn einfach so in den Einkaufswagen gelegt.

Aber wir sehen es dann beim Einscannen, der Blumenkohl kostet 3,99, und günstig ist das nicht gerade. Dieser Preis sorgt, und er ähnelt darin der verschlossenen Tür, für deutlichen Ärger und auch für Verwunderung unter den Umstehenden. Dieser Preis ist nämlich auch wieder eine Rekordsumme, und wo kommen wir dahin. Das kann so nicht sein, also wirklich, wer soll das noch bezahlen, das geht doch nicht? Das können die doch nicht machen?

Man nennt andere Preise aus anderen Märkten, die sind auch nicht eben billig, jedoch noch günstiger als hier. Aber für jedes Produkt den Markt wechseln, das geht ja nun auch nicht, wie stellt man sich das denn vor, da läuft man ja nur noch herum. Es ist ein Stückpreis, da müsste man dann also wenigstens den größten Blumenkohl nehmen. Nicht so einen kleinen, wie ich ihn als Suppenzutat gewählt habe.

So waren die drei Zufallsbilder von gestern, nur kurz notiert. Und wie weit es nun politisch ist, was privat so nebenbei anfällt, es kann selbstverständlich wie immer von allen selbst entschieden werden.

Kreideschrift auf dem Pflaster: Du bist Teil des Problems (Teil fälschlicherweise kleingeschrieben)

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Sie können hier Geld in die virtuelle Version des Hutes werfen, herzlichen Dank! Sollten Sie den konventionellen Weg bevorzugen und lieber klassisch etwas überweisen wollen, das geht auch. Die Daten dazu finden Sie hier. Wer mehr für Dinge ist, es gibt auch einen Wunschzettel.