Die Buddenbohm-Bank

Vorweg ein nochmaliger Dank an den Herrn aus Schwerte für die Briefpost, es bleibt interessant. Dank aber auch an Isabel W. für den blühenden Zaun, das kommt dann im Mai zum Einsatz.

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Zwischendurch kurz zur Beantwortung einer Frage, die alle ab und zu bewegt, die in den Achtzigern dabei gewesen sind: Was macht eigentlich Chris Rea?

Kann man hören, ne? Haben wir das auch geklärt. Man kann natürlich auch in der Wikipedia nachlesen, wie es ihm in den letzten Jahren ergangen ist: Nicht immer gut

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Ich habe drüben bei der GLS Bank frische Links zum Thema Plastik zusammengestellt. Und apropos Plastik – die Sache mit der Schlei haben alle mitbekommen?

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Ich habe außerdem wieder etwas satt gehabt, diesmal den Streit um herumliegende Gelder im Kinderzimmer. Die Söhne teilen sich hier einen Raum, lassen beide aber gerne Geld offen herumliegen, an dessen Gesamtbestand sie dann nach kurzem Verlassen des Raumes plötzliche Zweifel haben, denn der Bruder könnte ja … oder das Besuchskind! Oder gar die raffgierigen Eltern? Und dann gibt es Streit, immer wieder.

Eine Weile lang haben sie erstaunlich friedlich gemeinsam auf große Ziele gespart, das war eine schöne, harmonische Zeit, aber auch das war natürlich nur eine Phase. Jetzt also eher nagender Neid und meckernde Missgunst, das ist auf Dauer nicht förderlich für den Familienfrieden.

Weswegen ich gestern spontan das bargeldlose Kinderzimmer eingeführt und die Buddenbohm-Bank gegründet habe, in die beide Söhne auf nachdrücklich freundliche Empfehlung von mir ihre gesamten Guthaben eingezahlt haben. Ich schrieb ihre Namen also feierlich in ein neues schwarzes Notizbuch, sauber mit Kalligraphiestift und eingezahlten Beträgen. Das Buch liegt in meinem Schreibtisch, wenn ein Kind künftig Geld aus seinem Vermögen haben möchte, kann es jetzt bei mir abheben. Dann bekommt es aber nicht das Originalgeld, ich möchte hier nämlich keine Münzstapel horten, sondern einen entsprechenden Betrag in vielleicht ganz anderer Sortierung. Über die Schwelle muss man Kinder natürlich erst einmal bekommen. Schwierig, aber es geht.

“Aber was machst du bis dahin mit dem Geld?”

“Ist doch egal, ich gehe einkaufen oder so. Wurst für dein Pausenbrot, so etwas.”

“Und wenn ich Geld haben möchte?”

“Gebe ich dir garantiert den Betrag, den du willst. Wenn er zum Guthaben passt jedenfalls.”

“Und wenn du das Geld dann nicht da hast?”

“Besorge ich es.”

“Immer?”

“Jo.”

“Okay.”

Ich habe jetzt einen erstaunlich stolzen Gesamtbetrag in sehr kleiner Münze anvertraut bekommen. Ich habe alles sorgsam unter den Augen der kritischen Kunden zweimal nachgezählt, sortiert und in mein Kämmerchen getragen. Wie ein Privatbankier aus dem Neunzehnten Jahrhundert, das war schön, auch weil die Söhne das mit den Banken dabei noch einmal etwas anders verstanden haben, quasi ganz von vorne. Denn wenn die Eltern immer nur zum Geldautomaten gehen und Scheine aus der Wand holen, das erklärt ja nichts.

Und morgen erkläre ich ihnen dann das mit den Negativzinsen. Hihi.

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Heute im Vorübergehen auf der Straße gehört:

“Sex ist ja immer sehr körperlich, aber das ist okay.”

Was soll man dazu noch sagen? Nichts mehr, das kann man so stehen lassen.