Links, grün, kaputt

Hier stand jetzt auffällig lange nichts von mir, das hat schmerzhafte Gründe, die noch kurz zu bekennen sind. Kurz, weil es länger nicht geht, es tut nämlich weh.

Wir waren am Wochenende also zwei Tage lang im Garten, die Herzdame schrieb bereits davon. Erdarbeiten bis zum Umfallen, dies und das gepflanzt, Zeugs von links nach rechts geräumt, das war alles sehr schön und befriedigend und genau so, wie ich es haben wollte, zwischendurch schien sogar zehn Minuten die Sonne. Das war geradezu paradiesisch, wir haben da ja als Hamburger keine überhöhten Ansprüche, das war alles ganz wunderbar. Bis ich einen Sack mit Erde öffnen wollte, der partout nicht aufgehen wollte. Es war gerade keine Schere in der Nähe, kein Messer, gar nichts. Also habe ich versucht, mit dem linken Daumen, der wohl nicht mein grüner Daumen ist, ein Loch in diesen Sack zu bohren, was aber auch überraschend schwer ging, weswegen ich ziemlich viel Kraft anwenden musste. Wobei es einmal überraschend laut kurz im Gelenk knackte, auf eine Art, bei der mir spontan der Verdacht kam, dass sowohl Geräusch als auch Gefühl ganz und gar nicht so gehörten. Um es zurückhaltend auszudrücken, denn mit etwas Abstand kann man das ja, mitten in der Situation hüpfte ich tatsächlich eher brüllend durch den Garten und kam auf viele schöne Kraftausdrücke, Käptn Haddock nichts dagegen.

Nach nur drei Stunden tat der Daumen allerdings allmählich weniger weh und ich war es auch schon wieder auch leid, dauernd darüber nachzugrübeln, ob der jetzt gebrochen, verrenkt oder verstaucht war, wer kann das als Laie auch schon am Schmerz differenzieren, der hing da eben so runter und war nicht in Ordnung, mehr Klarheit war nicht zu erwarten. Egal, habe ich eben einhändig weitergearbeitet, denn der Wunsch nach Gartenarbeit war definitiv dringend und eine Schaufel kann man auch einhändig bedienen. Tippen mit nur einer Hand ist viel schwerer! Schöner Nebeneffekt dieser Aktion: Ich gelte bei den Söhnen jetzt als ganz harter Hund.

Apropos Söhne, einer von denen brauchte dann Hilfe beim Zusammennageln einer improvisierten Beetumrandung. Und weil der Schmerz gerade so schön nachließ, habe ich das mal eben übernommen – und mir den Hammer mit Schmackes auf den bereits vorgeschädigten Daumen gezimmert. Wenn man einen Lauf hat … Sie kennen das, nehme ich an.

Danach habe ich meinen weiteren Einsatz dann darauf beschränkt, der Herzdame und allen anderen Beteiligten gute und sinnreiche Ratschläge für die Gartenarbeit zu geben, das kann ich immerhin auch gut und man muss seine Grenzen erkennen, das ist ganz wichtig. Zur interessierten Frage der Söhne, ob der Daumen jetzt amputiert werden muss – demnächst mehr. Wenn der Schmerz wieder nachlässt.