Manchmal ist es einfach

Ich habe wieder Laub im Garten geharkt. Wenn ich das als Sport betrachte, habe ich dabei mittlerweile sogar leichte Trainingserfolge. Wie unlängst berichtet, haben die Söhne im Garten ein Loch ohne Sinn gegraben, ein ziemlich breites und tiefes Loch sogar. Das haben wir mit Laub verfüllt und die Söhne sind dann immer wieder mit Anlauf hineingesprungen. Ein Spaß wie zu alten Zeiten, ganz undigitalisiert, geradezu verdächtig bilderbuchmäßig und dabei so gut für die Stimmung, dass auch die Nachbarkinder dazu kamen und mitmachten. Manchmal ist es einfach. Na gut, ganz selten ist es mal einfach.

Ein jung aussehendes Eichhörnchen saß nachdenklich am Rand der Parzelle. „Es ist frei!“, sagte ich, lächelte verbindlich und ging ein Stück auf es zu, ein kleines Stück nur. „Es ist frei!“ Und ich zeigte auf die Highlights im Garten, ich pries die Luxusbäume und die Komfortbüsche, ich wies auf die liebevollen Ausstattungsdetails in den Beeten hin und erwähnte auch die zentrale Lage in der beliebten Gartenanlage, in der man für den täglichen Bedarf alles …

Auf dem verwilderten Nachbargrundstück gingen zwei Igel gemächlich herum und unterhielten sich leise. „Ruhige Nachbarn“, sagte ich noch.

So macht man das in der Immobilienbranche, dachte ich, so klappt das. Das Eichhörnchen kletterte auf den Weißdornbaum und besah sich die Sache von oben. Lange. Länger als ich warten konnte, aber auch das ist nun einmal so, in der Immobilienbranche, die Leute brauchen einfach Zeit für ihre Entscheidungen. Ich warte ein paar Tage und frage dann noch einmal nach.

Die Rose stand währenddessen bei 12 Grad in der Sonne und dachte sich, ach, was soll der Geiz, komm her, ich schmeiß noch eine Runde Blüten. Und wo sie stand, da war Sommer im November, man roch es.

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Diese Tage

Diese Tage sind nicht schön. Ich will aber, dass die Tage schön sind, denke ich in angelesener Eigenwilligkeit, man kann doch immer etwas Schönes entdecken, sieht man nur richtig hin. Sagt man. Liest man.

Ich fahre in den Garten, das ist oft die Lösung. Das Wetter aber, das ist schon einmal nicht schön. Schauer jagen über die Stadt, schwarze Wolken werfen mir grieskleinen Hagel hinterher und der Wind will mich vom Rad wehen. Ich schiebe mein Rad über einen Zebrastreifen. Das Auto von links hält nicht, es zerdengelt mir mein Vorderrad und braust weiter. Fahrerflucht ist ein Kavaliersdelikt, denke ich, während ich meinen Lenker notdürftig zurechtbiege und eiernd weiterfahre. Es war ein Porsche Cayenne, natürlich war es einer, und das mit den Klischees in der Wirklichkeit, weitab von der Dichtung, es ist ernsthaft langweilig. Auf schöne Flüche komme ich, aber eine andere Schönheit hatte ich im Sinn.

Da ist die Insel, da ist das Gartengelände. Ich biege ein in kleine Wege ohne wilden Verkehr. Vorne die Parzelle der alten Dame, die mir vor zwei Jahren sagte, sie könne jetzt mit 93 Jahren allmählich doch mal Hilfe gebrauchen. Ob ich nicht jemanden kennen würde? Ihre Laube wurde in diesem Sommer abgerissen, das Grundstück planiert.

Vielleicht blüht in unserem Garten doch noch eine allerletzte Rose. Vielleicht remontierte der Sommerflieder, der kann das. Vielleicht werde ich noch mit zwei, drei Herbsthimbeeren beschenkt, eine besondere Süße in diesen späten Wochen des Jahres. Vielleicht stelle ich mich nur vor die Blumen, die noch immer den August nachspielen, vor die Cosmea und den Storchenschnabel, und sehe denen beim Blühen zu, lila und blau.

Vielleicht fallen Blätter von der schon ergoldeten Birke und ich kann mich darunter stellen, nach oben sehen und „Autumn leaves“ in 37 Versionen hören, ich habe für solche Momente eine Playlist. Vielleicht schlägt aber auch der nächste Schauer zu und ich kann mich in die Laube flüchten, mir einen Kaffee machen und dabei Bach hören, während die Lampions draußen vor dem Fenster an ihren strammen Leinen einen strengen Formationstanz in den herumstrolchenden Böen aufführen.

Vielleicht ist ein gelber Hokkaido doch noch orange geworden und leuchtet neben dem Kompost. Vielleicht ernte ich den Topinambur und wühle dabei in der Erde, das fühlt sich immer gut an und beruhigt.

Vielleicht sehe ich mir an, wie die längst verlassene Schaukel auf der Parzelle der Nachbarn in den Windstößen schwingt und komme dabei auf traurige Geschichten, auch das kann schön sein.

Es gibt viele Möglichkeiten, im Garten etwas schön zu finden, dazu hat man ihn ja. Erst aber noch schnell nachsehen, was da hinten auf dem Rasen liegt, das gehört da nicht hin. Das ist das Eichhörnchen, sehe ich dann, es liegt da tot.

Es gibt Tage, die sind einfach nicht schön, da kann man nichts machen. Und dieser Oktober, er hat einen ganz seltsamen Beigeschmack von November.

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12 von 12 im April

Alle anderen Ausgaben der Reihe “12 von 12” von etlichen Bloggerinnen wie immer drüben bei Caro. Fast unnötig zu erwähnen, dass ich über den Monat im Titel etwas nachgedacht habe, März? April? Und macht es überhaupt etwas aus?

Ich wachte mitten in der Nacht durch penetranten Feuergeruch auf, womit wieder ein Stück vermeintlicher Allgemeinbildung dahinging, denn ich habe einmal gelesen, man würde durch Geruch eben nicht aufwachen. Fake-Bildung! Zum zweiten Mal wachte ich dann durch die frühmorgendlichen Osterglocken der Kirche auf und kurz darauf prügelten sich zum wiederholten Male zwei halbstarke Ringeltauben lautstark auf unserem Balkon, der dafür neuerdings eine Art Arena zu werden scheint: “Morgen früh bei Buddenbohms, Digger, kriegste auf den Schnabel.” „Alter, ich bin da, pass ma auf, was da passiert!” Die schenken sich nichts, die Täubchen.

Passend dazu haben sich im Garten gestern eine Rabenkrähe und eine Elster auf dem Rasen angemacht und einander lauernd umkreist, eine längere Abfolge von “Was guckst du? Was guckst du?” und “Hast du ein Problem oder was?”, wie man es von Jugendlichen an Tankstellen kennt, also von früher noch kennt. Und das ist also nun der berühmte Osterfrieden in der Natur. Im weiteren Verlauf des Tages, ich ergänze hier aus späterer Sicht, gehen sich auf der Bille eine Graugans und ein Schwan an die langen Gurgeln, die Vogelwelt, so scheint es, ist ringsum auf Krawall gebürstet und nein, wir kennen alle keinen passenden Film dazu.

Hier dieser Hase, der ist friedlich, ein wahres Vorbild. Der steht aber auch vor einem Bücherregal, das beruhigt ja manchmal, ich kenne das.

 

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Wir fahren in den Garten und frühstücken dort, hier ein Tilsiterbeweisbild. Es jetzt Zeit, etwas zu bekennen. Denn leider ist es so, wir haben keine Bilder mit gefärbten Eiern, wie sie doch zu Ostern Pflicht zu sein scheinen, was ein kurzer Blick in die Timelines sofort beweist. Es verhält sich mit dem Eierfärben aber so, dass wir die ersten, na, sagen wir acht Jahre mit Kindern einfach nicht dazu gekommen sind, trotz bester Absichten, weitere vier Jahre etwa war es dann einfach keinem richtig wichtig. Und mittlerweile vermeiden wir es bewusst und ich denke mir, wenn die Kinder einmal ausgezogen sind, dann fangen wir endlich damit an, es wird dann ja Zeit genug sein, und wir haben gleich ein schönes Hobby.

 

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Die Billerhuder Insel liegt in schönstem Frieden, also wenn man von den Krawallvögeln absieht. Der Himmel blaut, die Bienchen summen und die Bille plätschert so ans Ufer, es ist allerliebst. Leider stinkt alles erbärmlich nach Rauch, denn private Osterfeuer, Brauchtumsfeuer also, die sind oder waren nach wie vor erlaubt. Feuer immer nett, Rauch immer furchtbar, alte Regel. Es ist ein Aroma in der Luft, als hätte man Hamburg niedergebrannt.

 

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Der Osterhase hat Eier im Garten versteckt, und weil er ziemlich schlau ist, lagen alle im Schatten, denn es wurde geradezu heiß in der Sonne.

 

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Ich verbringe längere Zeit damit, mir draußen einen guten Platz für ein Nickerchen zu suchen, stelle aber fest, dass ich zu anspruchsvoll bin. Dauernd stört etwas, Wind, Sonne, Hitze, Kälte, Insekten, Aggroflattermänner. Während ich in der Wohnung also überall und sofort einschlafen kann, stelle ich mich draußen an wie eine Prinzessin, daran ist noch zu arbeiten. Ich bleibe aus Prinzip in unbequemer Haltung eine halbe Stunde so liegen, dass ich oben herum vergrille und unten herum friere, denn Schwachstellen werden hier sofort in Angriff genommen. Einige Vögel gucken mich lauernd an, die Meise lästert hinter meinem Rücken.

Beim Herumliegen fällt mir auf, dass das junge Laub an der Birke hängt wie Lametta an der Tanne, und ich bin mir nicht sicher, ob mir das vorher schon jemals aufgefallen ist: “Herr Buddenbohm müsste noch besser aufpassen.” Ich ziehe mich in die Laube zurück, um eben dieses aufzuschreiben. In der Laube ist lauter Zeug der verstorbenen Großmutter der Herzdame, es könnte aber auch Zeug meiner Großmutter sein, das sah auch so aus. Ich fühle mich sehr wohl dazwischen.

 

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Wenn man Kinder nach Essenswünschen fragt, dann gibt es Ostern eben Spaghetti Bolognese, warum auch nicht. Ich koche in der Laube, mit Blick in den Garten.

 

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Im Garten übrigens keimt und sprießt hier und da etwas in den Beeten, wenn man aber nur so drüber hin fotografiert, machen sie noch nicht allzu viel her.

 

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Das hier etwa, das werden Pastinaken. Aber die kommen erst in etwa 14 Tagen raus und halten dann zögerlich ein erstes Blättchen in die Luft, um mal zu fühlen.

 

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Und das hier ist blühender Grünkohl. Ich finde den ja ansehnlich, wenn man ihn einfach mal stehen lässt, in Wahrheit aber sind wir einfach nicht dazu gekommen, den zu verzehren, vor allem, weil gar kein Winter stattgefunden hat, und ohne Winter schmeckt kein Grünkohl.

 

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In der Laube warten noch weitere Pflanzen auf ihren Einsatz, hier etwa Spitzkohlkleinkinder:

 

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Erstaunlich viel Zeit geht heute wieder für Phase 10 drauf. Wir werden das Spiel nach Corona nicht mehr sehen können und es wird uns unweigerlich immer an Corona erinnern, aber zunächst spielen wir das weiter. Jeden Tag und immer wieder. Es beruhigt.

 

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Und noch ein letztes Bild mit indirektem Corona-Content, denn man ist ja findig und weiß sich unter Gartennachbarn völlig kontaktlos zu Kuchen, Kaffee und Eierlikör zu verhelfen. Und fast ist es mittlerweile auch so, dass die kontaktlosen Umstände einem schon gar nicht mehr albern vorkommen. Der Mensch ist erstaunlich schnell und gründlich anpassungsfähig. Es ist vielleicht doch die Eigenschaft, die unser Überleben als Art erst ermöglicht hat, sie war vielleicht doch wichtiger als all die Erfindungen, als die Sprache, die Technik und das Geschick. Nicht unser Genie hat uns durch die Geschichte gerettet, es war unsere eselhafte Duldsamkeit und unsere Anpassungsfähigkeit an nahezu alles, wie widrig auch immer.

Na, das ist nur eine wilde Hypothese Aber es ist doch immerhin die eines gestandenen Esels.

 

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Rettungsschirmchen

Ein Text von Maret Buddenbohm, geschrieben zwischen Home-Office und Home-School.

Normalerweise versuche ich Probleme zu lösen, indem ich so lange darüber nachdenke, bis ich eine Lösung habe. Manchmal klappt das gut, manchmal nicht so. Ich bin auch ein großer Freund des Pläneschmiedens. Manchmal ändern sich die Rahmenbedingungen, manchmal waren die Pläne auch einfach nicht so gut. Aber grundsätzlich sind Pläne immer ein ganz guter Rettungsschirm für mich, an denen ich mich festhalten kann und die mir helfen, nach vorne zu schauen.

Nachdem unser letztes Jahr, sagen wir es mal vorsichtig, nicht so dolle war, bin ich mit vielen Plänen ins neue Jahr gestartet. In kürzester Zeit musste ich nun einsehen, meine Pläne gehen alle nicht auf. Sie halten nicht mal mehr einen Tag lang.

Ich weiß, es geht nicht nur mir so, planen kann gerade niemand mehr. Man kann nur in den Tag hineinleben und schauen, was passiert. Ein neuer Rettungsschirm muss her, einer, der die aktuellen Sorgen und Ängste abfedert. Wobei es in Anbetracht der Dimensionen gerade eher ein Rettungsschirmchen ist.

Mein Rettungsschirmchen ist unser Garten. Wenn ich im Garten bin, vergesse ich alle Sorgen und Ängste. Ich bin da, wo die meisten Menschen gerade nicht sein sollten, nämlich draußen. Ich durfte zwei Wochen lang täglich die Frühlingssonne genießen. Und ich muss keinen Mindestabstand einhalten, außer wenn ich die neue Singvogelbeerenhecke an der Grenze zu den Nachbarn verbuddele. Und da unser Garten noch lange nicht fertig ist, kann ich hier auch weiterhin ohne Ende Pläne machen – Sockelblende, Terrasse, Windschutz, Pergola, noch mehr Gemüsebete. Auch wenn ich die ganzen Pläne in absehbarer Zeit noch nicht umsetzen kann, weil uns wie vielen gerade die Einnahmen wegbrechen und es uns reichlich unklar ist, wie es wirtschaftlich überhaupt weitergeht.

 

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Manchmal ist es dennoch ganz schön, in den Tag hineinzuleben, spontan einen Sohn zu schnappen und mal eben mit sehr geringem Budget die Laube umzugestalten. Ich habe dem Gatten jetzt auch eine „richtige Küche“ gebaut, wo er mich endlich ohne Ausrede bekochen kann. Letztes Jahr musste ich zum Essen immer nach Hause kommen, weil ihm das in der Laube zu anstrengend war.

 

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Auch das Sofa steht nun viel besser, wenn ich darauf sitze, kann ich bei offener Tür den ganzen Garten überblicken und darüber nachdenken, was für ein Glück wir doch damit haben.

 

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Und ich hoffe, dass mich der Garten auch noch über die nächsten, unendlich langen Wochen rettet.

Habt Ihr auch ein Rettungsschirmchen? Machen wir eine Schirmchenparade?

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Abenteuer Garten

Ein Text von Maret Buddenbohm, die hier lange nichts geschrieben hat. Manchmal kommen sie wieder! Und der Gatte kann ja gerade nicht recht.

Passend zur aktuellen Zwangspause ist ein großartiges neues (Klein-)Gartenbuch erschienen: „Abenteuer Garten – mein erstes Jahr im Schrebergarten“ von Carolin Engwert im Kosmos-Verlag. Wer Gartenblogs liest, der kennt Caro sicher vom Hauptstadtgarten. Das Buch ist nach Jahreszeiten aufgebaut und behandelt neben einigen kleingartentypischen Themen wie Laubenbau, Abwasser und Komposttoilette auch super viele Themen, die alle Gartenanfänger dringend interessieren werden.

Das Buch "Abenteuer Garten" neben Grühnkohl

U.a. befasst sich Caro mit Gartengestaltung, Beetplanung, Aussaat & Ernte, Schädlingen & Pflanzenkrankheiten, Rasen-, Baum- und Heckenpflege. Caro hat auch DIY-Tipps, wie Ollas oder Hochbeete selbst bauen, Fermentieren, Biodünger oder Kompost selbst herstellen oder Erdbeeren vermehren und eigenes Saatgut ernten. Es gibt auch viele Checklisten und Tabellen, z.B. den saisonalen Erntekalender oder eine umfangreiche Tabelle mit Mischkultur-Kombinationen. Oder eine Mengenempfehlung für eine vierköpfige Familie, eine tolle Idee übrigens.

Eien Seite aus dem Buch "Abenteuer Garten"

Wir gehen inzwischen in den vierten Gartensommer und ich finde im Buch noch 1000 Dinge, die ich noch nicht wusste. Ich bin jedenfalls beeindruckt, was Caro alles mehr weiß als ich, obwohl sie den Garten auch nicht viel länger hat. Wenn es keine Ausgangssperre gibt, kann ich demnächst vielleicht etwas aufholen, man kann ja sonst nichts mehr machen. Und weil das Buch auch noch super schön gestaltet ist, mit vielen selbstgeschossenen Fotos, macht das Lesen gleich doppelt so viel Freude.

Eine Seite aus dem Buch "Abenteuer Garten"

Ich kann es allen Gartenanfängern und Fast-Anfängern sehr empfehlen. Ein super Zeitvertreib zur Überbrückung, bis man endlich wieder raus darf.

Eine Seite aus dem Buch "Abenteuer Garten"

Übrigens war das jetzt unbezahlte Werbung, ist klar ‘ne? Wir kennen Caro, wir kennen ihren Garten, wir finden Caro super. Eigentlich würden wir sie auch gerne einmal wieder besuchen. Aber.

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Lastender Spätsommer

Lastender Spätsommer, wie eine viel zu dicke, allzu warme Bettdecke, und so kuschelig es darunter auch sein mag, der Gedanke, sie irgendwann von sich zu werfen, aus dem Bett und in den Tag, nein, in den Herbst zu springen, dieser Gedanke ist schon auch ganz schön.

Hier gab es etliche schlaflose Nächte, so schlaflos wie zuletzt in den wilden Kleinkindjahren der Söhne (siehe hier, lange her), da kamen gerade diverse ungünstige Umstände zusammen, denen nur gemein war, dass sie alle nichts mit mir zu tun hatten und ich mich also mit Fug und Recht als komplett unschuldiges Opfer der Situation betrachten kann, was auch einmal erleichternd ist, dann spart man sich diese ganzen Umstände mit dem schlechten Gewissen. Aber wenn man sich nachts die Hände in Unschuld wäscht, dann schläft man dabei auch wieder nicht, irgendwas ist immer. Aber egal, schlaflos ist also schlaflos, woraus auch immer das resultiert, das Ergebnis issteckt doch immer gleich, man leidet schon nach zwei, drei Nächten ohne ausreichenden Schlaf zusehends unter fortschreitender Hirnerweichung und durch die gottverdammte, pardon, durch die übermäßige Hitze wird es auch nicht gerade besser, denn im Freundeskreis Dachgeschosswohnung weiß man natürlich Bescheid, wenn im Wetterbericht wieder von “Tropennächten” die Rede ist. Die Söhne schlafen seit ein paar Tagen wieder mit Kühlakkus im Bett. Wenn sie denn schlafen.

Ich erinnere mich ganz dunkel an eine Geschichte von Ephraim Kishon, die habe ich gelesen, als ich etwa dreizehn Jahre alt war, nehme ich an. Da ging es um eine Hitzewelle in Israel und darum, wie der angeschmolzene Autor da allmählich das Denken einstellte und zusehends an Wahrnehmungsstörungen litt. Er ging durch die Straßen von Tel Aviv (das ist geraten, aber es wird schon passen) und führte Selbstgespräche, ich kann das natürlich auch völlig falsch erinnern, aber egal, und er kommt dann jedenfalls nicht mehr darauf, ob es korrekt Afrika oder Arfika heißt. Es klingt plötzlich beides völlig plausibel, er sagt sich mehrmals verblüfft beide Varianten auf und bleibt ratlos, sein Hirn kann das einfach nicht mehr leisten, es ist alles durchgeschmort.

Was ich nur sagen wollte, in dem Zustand bin ich mittlerweile auch und wenn ich mir das Wort Arfika noch länger ansehe, wird es sich mir gefährlich gut einprägen. Oder Arfica. Bekannt auch als Lied von Toto.

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Wir haben im Garten Kartoffeln geerntet, das ist auch noch eine Erwähnung wert, denn die habe ich so angebaut, wie es wohl in keinem Lehrbuch steht. Ich hatte zwei neue Komposter aus Holz, diese einfachen Stecksysteme, für die ich nicht genug Füllmaterial hatte, um sie als regulären Kompost oder sogar als ordnungsgemäß geschichtetes Hochbeet zu nutzen. Die habe ich einfach mit frischem Rasenschnitt gefüllt und diesen mit etwas Kompost vom Recyclinghof vermischt. Da hinein habe ich im Mai Kartoffel gepflanzt und mich dann nicht mehr darum gekümmert, keine Minute lang – und es waren die dicksten und schönsten Kartoffeln, viel besser als die im Beet, das mache ich jetzt immer so.

Warum aber neben den Kartoffeln in diesen Kästen auf einmal auch prächtigster Topinambur wächst – es ist vollkommen unerfindlich. Aber was soll’s, der schmeckt auch gut.

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Musik! Dave Brubeck, Paul Desmond, Gerry Mulligan. Zehn wunderbare Minuten.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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