Lunken und Platten

Ich habe für die GLS Bank Links zum Thema Innovation zusammengestellt. Mit ziemlich abgefahrenem Zeug.

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Vielen Dank an Daniela und Heiko vom Teekesselchen-Blog, die uns anlässlich der Plastikfreidiskussion reichlich Schokolade geschickt haben. Die Variante “Dunkle Nougat” ist zum Kaffee auf jeden Fall schon einmal eine hervorragende Wahl, ich möchte fast sagen, die beste seit langer Zeit.

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Ich habe im Garten einen Schacht von ein paar Metern Länge für das Stromkabel zur Laube gebuddelt, und nachdem das Stromkabel darin lag, habe ich ihn gleich wieder zugebuddelt. Reichlich Arbeit für kein sichtbares Ergebnis, das war also fast wie im Büro, auch die Steine, die mir da jemand in den Weg gelegt hatte, passten ganz gut. Der Elektriker stand kaffeetrinkend neben mir und guckte kritisch, ob da hinterher auch keine Lunke mehr im Boden sei. Eine Lunke, eine Absenkung im Boden. Das Wort kannte ich in diesem Sinne, das scheint aber sonst kaum jemand zu kennen, da hilft auch Google vergleichsweise wenig. Gehört habe ich es sicher seit vielen Jahren nicht. Aber woher kann ich das denn bloß kennen? Aus dem Sprachgebrauch norddeutscher Handwerker, den ich aus meiner Kindheit kenne? Ich habe nicht die leiseste Ahnung, ich habe da sozusagen eine Lunke im Wissen um den eigenen Wortschatz.

Eine Lunke. Gefällt mir jedenfalls, das Wort.

“Einen schönen Garten haben Sie da.”

“Ja, wenn man sich die Lunken wegdenkt.”

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Ich habe außerdem tatsächlich eigenhändig einen Zaun gebaut, der steht sogar schon mehrere Tage und ist bisher nicht umgefallen. Das betrachte ich also als Erfolg. Ein schöner Zaun, gebaut aus den Resten der Paletten, auf denen die Laube geliefert worden ist, ein kostenloser Zaun also, das ist ja auch erstrebenswert. Ein Zaun in vernünftiger Höhe, gerade und anständig. Vielleicht ist er nicht ganz schrebergartentypisch, das kann sein. Das könnte jedenfalls erklären, warum mich während der Bauzeit etliche vorbeigehenden Menschen gefragt haben, ob wir da denn jetzt Kühe oder Pferde halten wollen.

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Ferner habe ich, das ist hier heute ein Arbeitsbericht, Gehwegplatten verlegt. Das habe ich neulich schon einmal gemacht, aber da habe ich sie schnell, schnell und provisorisch verlegt, das war natürlich krumm und schief und holperig. Diesmal habe ich mir aber richtig Mühe gegeben und mich auch vorher gefragt, wie das denn wohl geht, wenn man es richtig macht. Auch das Verlegen von Gehwegplatten erfordert nämlich Geschick und Gedanken. Mein innerer Jean Pütz hat mir nach etwas Besinnung kluge Ratschläge gegeben, ich habe den Boden dann also korrekt etwas ausgehoben und sorgsam vorbereitet. Ich habe ihn mit Bedacht glattgezogen, ich habe die verlegten Platten geradezu mit Genuss eingepasst und mit einem ungeheuer schweren Stampfer vom Nachbarn nachdrücklich festgedengelt. Ich habe die ebenso ungeheuer schweren Platten so verlegt und mit Hingabe zurechtgeruckelt, dass jetzt keine Briefmarke mehr in die Fugen passt, fand ich jedenfalls. Das war ein Tag Arbeit, nachdem mir so ziemlich jeder Muskel wehtat.

Danach stand ich mit einem Feierabendbier sinnend vor den Platten, es waren gar nicht so wenig, über die ganze Laubenfront. Ich betrachtete hochzufrieden mein Werk und fuhr mit dem Fuß wohlwollend die exakt ausgerichteten Ritzen entlang. Was man alles schafft, wenn man sich nur genug Mühe gibt! Immer wieder beeindruckend.

Und die Nachbarin, die abends mal unseren Fortschritt begucken kam, warf im Vorbeigehen einen Blick auf diese herrlich ordentlich daliegenden Platten und fragte nebenbei:

“Die machste dann noch mal gerade, hm?”

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Hier gibt es neuerdings immer einen Trinkgeldlink. Warum auch nicht.

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