Sinn und Titel

Der Unfug mit dem Hamburger Kältebus, den alle gerade teilen – hier die Richtigstellung. Alle Jahre wieder.

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Ordnung im deutschen Wald! Die Überschrift bitte im Tonfall der historischen deutschen Wochenschau lesen, das macht mehr Spaß.

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Thomas Fischer hier im oberen Teil über einen FAZ-Artikel, sehr gelacht.

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Sohn II: “Mein Kumpel ist jetzt Kapitän der Mannschaft.”

Ich: “Ach? Und was bist du dann?”

Sohn II: “Ich bin dann der Admiral.”

Es ist eben immer gut, sich mit Titeln auszukennen.

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Auf der Sturmhöhe gab es bei der gestrigen Lektüre die letzte Umarmung (“sie verkrallten sich ineinander”) von Cathy und Heathcliff, ab jetzt kommt sie nur noch körperlos vor. Aber diese letzte Szene – ohne Zweifel grandios.

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Die Arbeit schwillt an, das ist in meinem Metier zum Jahresende nicht ganz unüblich, es fällt in diesem Jahr aber noch etwas üppiger als sonst aus. Falls es Ihnen ähnlich geht und falls Sie einen dieser Musikstreamingdienste nutzen – gucken Sie doch mal nach Dan Reeder und dem Work Song, dessen einzige Textzeile lautet: “I got all the fuckin’ work I need.” Geht gut in Dauerschleife, ein sehr eingängiges Stück, man kann hervorragend dabei arbeiten. Nicht umsonst verlangen in den Youtube-Kommentaren mehrere Menschen nach einer zehnstündigen Version des Stücks. Ich unterstütze das ausdrücklich.

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Ich habe außerdem weiter im Kahneman (“Schnelles Denken, langsames Denken”) gelesen, es geht bei ihm weiterhin um all die Entscheidungen, die wir, also wirklich wir alle, zu schnell, ohne fundiertes Urteil, aufgrund zweifelhafter Heuristiken treffen. Das bringt mich unweigerlich in Versuchung, über Entscheidungen an sich nachzudenken, auch über meine, auch über größere, man kommt durch eine solche Lektüre ja verdammt leicht auf philosophische Gleise und ist ruckzuck bei der schier monströsen Frage nach dem gelingenden Leben – und kommt von da dann ganz zwanglos zur Suche nach dem quecksilbrigen Sinn, nach der kaum erkennbaren Leitlinie für nahezu alles. Anstrengend! Aber auch richtig, eh klar. Jeden Tag entscheide ich immerhin irgendwas so vor mich hin, und sei es nur in der Negation (“Wieder nicht alles hingeworfen und durchgebrannt”), jeden Tag erhalte ich durch diese oder jene Multiple-Choice-Box mein Modell eines vielleicht doch eher achtlos skizzierten Lebensentwurfs aufrecht, selbstverständlich ist das des Nachdenkens wert.

Jetzt gerade etwa, wenn ich nur mal genau diesen Moment nehme, was ich jetzt sofort alles machen könnte! Eine schier unvorstellbare Vielzahl von Optionen, unendliche Weiten. Und was mache ich? Ich schreibe noch eine Zeile.

Ist das richtig?

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Egal. Musik!

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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