Hitzefrei …

… habe ich natürlich nicht. Auch wenn ich es mit einigem Entzücken und Vergnügen zur Kenntnis nehmen würde, und auch wenn ich nach diesen einigermaßen wüsten Sommertagen allmählich doch etwas durch oder womöglich gar bin, you may now serve the pulled Buddenbohm. Wobei es übrigens in meinem Bekanntenkreis tatsächlich Eltern gibt, deren Kinder haben ganz im Ernst so kurz nach Schulbeginn schon wieder hitzefrei, was auch nicht ganz ohne Komik ist, wenn man sich an die letzten Monate und ihre Umstände erinnert. Nicht, dass ich das falsch oder schlecht finden würde, dass die Kinder hitzefrei haben, oh nein, es ist einfach nur eine weitere kleine Pointe dieses ungewöhnlich humorigen Jahres. 

Was ich sagen wollte – ich fühle mich nach mehreren Tagen und Nächten und Bürostunden und Einkaufsrunden mit völlig absurder Hitze zunehmend dumm, und wie es bei Gefühlen so ist, es ist manchmal schwer einzuschätzen, wie zutreffend sie sind. Am Ende bin ich wirklich noch dümmer als ohnehin schon, am Ende sind da etliche Zellen verdampft, die doch irgendwie wichtig waren, die für dies und das zuständig waren, und die fehlen nun leider. Kann doch sein.

Sie lesen das Blog eines sehr schlichten Menschen, er ist so schlicht, er fühlt sich den Pflanzen nah. Die denken vermutlich nicht viel, die Pflanzen, die sind mehr einfach so da, und das aber hauptberuflich, da können die meisten Menschen nur von träumen, so auch der Autor dieser Zeilen. Ich möchte eine Pflanze in diesem Sommer sein, ich möchte nur in der Gegend herumstehen und mich dann langsam, langsam unter der immer grelleren Sonne zur Seite neigen und schmerzlos vertrocknen, ich möchte einziehen und alles ohne Bedauern verfallen lassen, was von mir über der Erde ist. Und dann im nächsten Jahr mit neuen Ideen wieder kommen, wenn es Frühling ist und ein munterer Wind weht, wenn der Aprilregen kitzelt und die Maisonne lockt, wenn es lind ist und sanft und frisch. Aber bis dahin ist es weit und bis dahin brauche ich Ruhe und tiefen, tiefen Schatten. 

Na, oder zumindest mal einen Tag lang. 

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