Eine Dankespostkarte

Rückseite

Ich habe zu danken für Junges Gemüse, ein Kochbuch, das ich neulich in der Bücherei gesehen habe und dann auch haben wollte. Es ist eher ein Aromakombinierbuch, kein klassisches Kochbuch, und ich hatte den Eindruck, es könnte Spaß machen, wenn man die Gerichte auf diese Art mehr vom Gemüse her denkt und dann darum herum spielt. Herzlichen Dank an die Leserin E., auch und besonders für die überaus freundlichen Zeilen!

Vorderseite

Ein Straßenmoment aus dem kleinen Bahnhofsviertel. Eine unspektakuläre Kreuzung im Kleingedruckten des Stadtteils, Touristen kommen hier freiwillig eher nicht längs. Ein Stück Straße, auf dem sich Menschen auf Rädern einerseits und in Autos andererseits oft ins Gehege kommen, ich hatte das hier im Blog auch schon einmal, es ist gar nicht so lange her. Eine Stelle also, die ich schon als Schauplatz für Streit kenne. Es ist daher seltsam passend, dass sich da schon wieder zwei Erwachsene anbrüllen, beide vor Wut kochend. Sie, auf dem Fahrrad, ruft etwas von Arschloch und geht‘s noch, er, im Auto, pöbelt etwas von Fotze und Gesindel. Sie benehmen sich beide so, wie man es bei seinen Kindern auf gar keinen Fall möchte, bei welcher Gelegenheit ich einmal kurz erwähnen will, was mich schon etwas länger beschäftigt, dass ich nämlich den Söhnen kaum etwas beibringen kann, ohne dass Erwachsene im Umfeld alsbald beweisen, dass man sich daran nun gerade nicht halten muss. Seien es nun Höflichkeit, Dezenz, Ruhezeiten, Rücksicht, die Straßenverkehrsordnung oder Umgangsformen aller Art – im Grunde ist vielen fast alles egal, aber die Kinder sollen gefälligst schon noch, das wird unter anderem auch schulisch erwartet. Warum eigentlich, fragen die Kinder manchmal und gucken dann so, denn doof sind die ja nicht, also generationsmäßig betrachtet, meine ich. Egal, ich schweife ab.

Wir haben also weiter diese beiden Erwachsenen im Bild, wie sie da bebend vor Aggression stehen und sich aus Leibeskräften anbrüllen, es ist ganz kurz vor „Ich hau dir auf die Glocke“ und „Komm doch her“, so eine Situation ist das. Ich stehe zwischen den beiden, weil ich genau da gerade mit meinen Tüten voller Lebensmittel über die Straße will. Mein Name ist Buddenbohm, ich kaufe hier ein. Links ein wütender Mensch, rechts ein wütender Mensch, Gebrüll in der Luft, gereckte Fäuste, wildes Gestikulieren. Und hinter den beiden steht ein kirchliches Verwaltungsgebäude, ich weiß gar nicht, was da genau drin ist, es ist auch egal. Ein großes Banner hängt jedenfalls an der Fassade, aus meinem Blickwinkel hängt es sogar exakt zwischen den beiden Streitenden, und auf dem Banner steht groß und hervorragend lesbar: „Kraft, Liebe & Besonnenheit.“ Das lese ich so und lache, woraufhin die beiden Streitenden mich auf eine Weise ansehen … ich gehe lieber ziemlich schnell weiter. 

Aber dieses Bild habe ich doch mitgenommen. Als Postkartensammler darf man keine Gelegenheit auslassen.

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