Wir machen Kunst

Währenddessen in der Homeschool, es geht um das Fach Kunst. Ja, auch die Nebenfächer finden bei uns statt und werden getreulich bearbeitet, übrigens auch Sport. Wobei die Söhne allerdings etwas sparsam gucken, denn dafür sollen sie raus. Vor die Tür! Bei dem Wetter! Und ich darf wieder nicht von damals reden, von 78/79, als es wirklich Winter war. Nein, ich sage nichts. Ich gucke nur mit hochgezogenen Augenbrauen auf die albernen Schneeflöckchen, die in sehr überschaubarere Anzahl am Fenster vorbeitrudeln, und ich denke mir meinen Teil. Bei mir lag ja damals der Schnee auf dem Schulweg hoch bis zur Hüfte … schon gut.

Drinnen geht es heute um das Zeichnen von Schatten, auf welcher Seite ist ein Gegenstand dunkler, auf welcher heller, wie stellt man das korrekt dar, von wo kommt das Licht und guck mal, dann sieht es alles gleich plastischer aus und eine Kugel auf einmal wie eine Kugel, nicht mehr wie ein Kreis. Toll!

Der Sohn hat allerdings noch Fragen. Wie macht man das, wie sieht man das, wo ist denn da jetzt der Schatten genau? Da muss man richtig lange hingucken, das nervt schon einmal, das ist wieder was mit Geduld. Wo hat das Kind diese innere Unruhe her? Das ist unerfindlich, aber ich habe keine Zeit, darüber nachzudenken, was soll ich noch alles machen und wann. Ich erinnere mich jedenfalls noch gerne an den Kunstunterricht von damals und dass ich solche Aufgaben einmal ganz interessant fand. Ich finde auch, dass es erstrebenswert ist, ein wenig zeichnen zu können und so ein paar Schatten irgendwo lässig zu skizzieren, doch, das kann man ruhig mal geübt haben, finde ich. Das ist genau genommen sogar sinnvoller als manche Textaufgabe aus einem gewissen Hauptfach. Ich hebe also an zu einer kundigen und mitreißenden Erklärung, denn ich kannte mich mit Kunst immerhin einmal aus. Wissensreste sind noch vorhanden, Begeisterung allemal. Der Schattenwurf ganz allgemein und speziell hier auf diesem Tisch, wie kommt das, wie geht das – das kann ich alles.

Ich gehe also von der Seite auf den Tisch zu und sage: „Gut, mein Sohn, stell dir vor, ich sei dein Licht …“

Nun ja.

Soweit.

Wir machen dann weiter, wenn der Sohn nicht mehr lachend auf dem Boden liegt.

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