Innen verwickelt

Zu dem gestern erwähnten Thomas Hardy, ich habe ihn noch nicht aufgegeben, habe ich hier eine ältere Rezension gefunden. „Außen Schmöker, innen verwickelt“, da weiß man doch gleich Bescheid. Wobei ja „innen verwickelt“ bei mir als Leser meistens heißt, dass ich eh irgendwann nicht mehr mitbekomme, wer da was mit wem und warum, und das Buch muss dann eben so gut geschrieben sein, also für meinen Geschmack, dass mir das egal ist.

Apropos geschrieben, ich schreibe dies an einem neuen Notebook, das ein nettes Feature hat, über das ich mich sehr freue, nämlich einen Fingerabdrucksensor. Das Notebook ist raumschiffgrau und ich mag es, da den Finger draufzulegen, und dann leuchtet es freudig auf und ist einsatzbereit, nur für mich. Es sind die kleinen Dinge! Auf dem alten Notebook musste ich noch ein Passwort eingeben, das waren ja Zustände wie im Mittelalter hier. Aber jetzt – ein Fingerzeig und alles ist zu Diensten, so soll es sein. Ich will ja gar nicht viel, ich will nur, dass es reicht, einen Finger zu heben. Siehe auch Erziehung! Wenn das die Söhne lesen, sie lachen wieder wochenlang.

Es ist auch das erste Notebook, das ich einfach eine Weile neben das alte gestellt habe und zack, hatte es sich alles rübergezogen und ich konnte einfach so weiterarbeiten. Wenn Sie auf einem Applegerät arbeiten, dann kennen sie das natürlich schon länger. Ich hatte es bei einem Windows-Notebook jetzt aber zum ersten Mal in Perfektion und Eleganz. Na gut, so oft kaufe ich die Dinger auch nicht.

Aber immerhin, ich stelle also fest, es ist etwas besser geworden, das muss in diesen Zeiten unbedingt gesondert vermerkt werden.

Hier, noch etwas über Aphantasie, das ist auch interessant. Eine Erkenntnis, die ich eher spät im Leben hatte, war die, dass andere Menschen ganz entschieden anders denken können – als ich, als Sie, als wir, wie auch immer. Nicht nur bezogen auf die Inhalte, sondern schon auf den Vorgang des Denkens. Nichts ist vergleichbar, oder jedenfalls nicht zwingend. Das wurde im letzten Jahr auch in diversen sozialen Medien diskutiert, das fand ich faszinierend. Da haben dann Menschen zum ersten Mal gemerkt, dass andere Menschen gar nicht permanent im Kopf Musik hören oder mit Stimme denken, dass das Denken viel grundsätzlicher abweichen kann, als man zunächst annimmt. Andere Menschen sind eventuell auf eine Art anders, dass einem ganz anders wird, es ist gar nicht so einfach zu verinnerlichen.

Ich habe, um auf den verlinkten Text zurückzukommen, beim Lesen keine Personen im Kopf, keine Gesichter, keine Figuren, die finden nur als vage Platzhalter statt. Aber Landschaften, Räume, Möbel und Szenen – da ist das Lesen für mich wie Kino, wenn ich im Text nur genug Hinweise bekomme. Vielleicht ist auch das auch ein Grund, warum ich nicht so scharf wie andere auf die Handlung in Büchern bin – wenn man die Schauspieler im Theater nicht sieht, ist die Kulisse eben das Spannende. Also etwa die Heide bei Thomas Hardy.

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