Einige wild gemischte Links. Mir kommt es vor, als könnte man zu diesem oder jenem Thema auch mehr schreiben, aber die Zeit, die Umstände, die Aufgaben. Da waren sie wieder, meine drei Probleme.
Eine kurze Radiosendung vorweg: Schreiben als Denkwerkzeug. Es geht darin trotz der Kürze, fünf Minuten sind es nur, über das bereits sattsam erforschte und verbreitete „Handschrift hilft der Erinnerung“ hinaus. Wenn Sie auch irgendwie und mit irgendwas schreiben, dann werden Sie das eben hören wollen. Schon wegen der äußerst befriedigenden Aussage, dass Schreiben kognitiv anspruchsvoller als Schach sei. Sie können sich vielleicht vorstellen: Sehr gerne gehört.
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Und gleich noch so eine Sendung, bei der ich versprechen kann, dass sie interessanter ist, als der Titel vermuten lässt: Neo-Ludditen – Schluss mit technologischem Fortschritt. Mit 34 Minuten fällt dieser Beitrag etwas gründlicher aus.
Es ist aber auch ein Thema, über das man zwanglos noch weiter nachdenken kann und auch möchte, zumal die Abwendung von Technologie als Trend bei diversen Gruppen gerade wieder steilgeht. Was ich hier nur feststelle, ohne mich in der Meinung festzulegen.
Mein eigener ludditischer Ansatz, wenn ich den denn überhaupt habe, geht gerade eher vom Positiven aus, ist also gedreht: Ich wende mich etwas zu, nicht von etwas ab. Etwa indem ich wieder deutlich mehr lese. Es fühlt sich anders an, wenn man das als positive Bewegung auf ein Ziel hin versteht, nicht als Abwehr von etwas.
Es ist ein anderer Gemütszustand. Oder zumindest kommt es mir überzeugend so vor, und das reicht mir selbstverständlich aus.
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Geschlossen, weil traurig. Ich mag solche Schilder sehr. Inklusive der faszinierenden Schreibfehler, über die ich mich nicht erheben möchte. Die bei mir allerdings manchmal ähnlich wie ein Ohrwurm hängenbleiben.
Hier um die Ecke ist ein Restaurant, bei dem schon seit Tagen handschriftlich auf einer Tafel vor dem Haus „Schitzel mit Pommes“ beworben werden. Und wenn ich noch ein paar Tage lang das Wort Schitzel im Vorbeigehen lese, dann heißen die künftig bei mir auch so, die Schnitzel. Und zwar ziemlich lange, ich kenne das, siehe Uralub.
(Plötzlich Hunger. Schlimm.)
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Zwischendurch auch wieder die Sätze aus den USA beachten: „Schwer zu begreifen, dass das Leben nicht zum völligen Stillstand kommt.“
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Der folgende Link ist ausdrücklich nur für Internet-Greisinnen und -Greise mit ausgeprägter Damals-Kenntnis interessant, die sich vielleicht kurz erinnern möchten: Typepad wird deaktiviert.
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Gelesen habe ich zwischenzeitlich das Buch von Uwe Timm über seinen Freund Benno Ohnesorg. Hier der Wikipedia-Link dazu. Es war etwas ungünstig, das Buch direkt nach seinem „Alle meine Geister“ (Perlentaucherlink) zu lesen, weil es leider erheblich viele gedoppelte Textstellen gibt.
Aber was soll’s, das Buch war schmal und ich kam schnell durch. Und habe jetzt jedenfalls ein interessantes Bild von diesem Benno Ohnesorg im Kopf. Auch von der Zeit, in der die beiden Freunde waren. Ein Bild habe ich, das deutlich über lexikalisches Wissen hinausgeht, und genau das war erstrebt. Mission complete.
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Da mir die Sechziger gerade häufiger begegnen, habe ich auf arte mit der dänischen Serie „Carmen Curlers“ begonnen, in der es um die Erfindung der elektrischen Lockenwickler geht. Ein hervorragendes und endlich mal auffällig vom Durchschnitt abweichendes Thema und eine Serie, die leider etwas übersehen und unterschätzt wird. Soweit ich es mitbekomme.
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Im Rahmen meiner Mitgliedschaft im Freundeskreis „Fontane-Ultras“ höre ich auf den Spaziergängen gerade „Frau Jenny Treibel“. Die wiederum in der ARD-Audiothek verfügbar ist, gelesen von Regina Münch.
Noch einmal ein Werk mit einer nur begrenzt sympathischen Hauptfigur, wie neulich erst doppelt bei Somerset Maugham, in seinen Romanen „Theater“ und „Silbermond und Kupfermünze“. Egal, das denke ich morgens vorm Spiegel auch immer, dass ich da ein Werk mit einer nur begrenzt sympathischen Hauptfigur sehe.
Es passt also schon, ich kann damit umgehen.
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„Carmen Curlers“ ist eine tolle Serie mit wunderbaren Darstellern. Große Empfehlung! Für mich als alte Frau, neben vielem anderen, eine Wiederbegegnung mit der Mode und den Frisuren meiner Jugendjahre, die mich heute nur noch schaudern lässt.