Linkwerk zum Wochenende

Gesehen:

Überraschend unterhaltsam fand ich „The Great“ auf Netflix. Das Format „satirische Historienserie“ hätte ich gar nicht auf dem Zettel gehabt, aber die Autorinnen (nach einer Idee von Tony McNamara) hatten offensichtlich auf eine Art Spaß, die ich gut nachvollziehen kann. Stellenweise mochte ich sogar murmeln: Genau mein Humor.

Und die Hauptdarstellerin Elle Fanning ist mit ihrer Spielweise sicher genau das, was man in den Rezensionen der großen Zeitungen immer in etwas altbackener Formulierung „erfrischend“ nennt.

Doch, doch, das hat Spaß gemacht.

Blick über die Kleine Alster in Richtung Alsterarkaden und Jungfernstieg

Weiter gesehen habe ich „Corsage“ mit Vicky Krieps, und ich bleibe bei meiner Empfehlung.

Gerne gesehen habe ich auch, allerdings auf völlig anderem Niveau, „Ein Fest fürs Leben“ mit u. a. Christoph Maria Herbst.

Dann sah ich noch eine weitere arte-Film-Doku, über Barbra Streisand: Geburt einer Diva.

Und fing ansonsten viel an und brach ungehalten und fluchend wieder ab, es war eine Woche der ausgeprägten Ungnade. Oder des schlechten Angebots, wer kann das schon sauber unterscheiden.

Neue Video-Clips zu Musik sind mir in dieser Woche nicht aufgefallen, also sah ich mir alte wieder an. Etwa Inna da Yard, “Let the water run dry”, featuring Ken Boothe:


Gelesen:

Meike Stoverock schrieb aus feministischer Perspektive über Ovid. Und ich sah den Link, es war wieder einer dieser sogenannten Zufälle, nachdem ich Ovids Metamorphosen gerade wieder ins Regal gestellt hatte. Das Timing der Verlinkungen und Gleichzeitigkeiten in der Blogosphäre ist im Grunde ein schönes Thema für die Esoterik-Fraktion, aber das nur am Rande.

In die Metamorphosen hatte ich jedenfalls einen Blick geworfen weil im öffentlichen Bücherschrank neulich Christoph Ransmayrs Ovid-Romand stand: Die letzte Welt. Ich schreibe wohl demnächst etwas darüber.

Und hier, gucken Sie mal auf den zweiten Absatz, die Sache mit dem Anwalt und der KI. Zeiten, Sitten, alles! Schlimm.

Offline las ich sonst immer weiter in der Goethe-Biografie von Steinfeld. Etwa halb durch bin ich jetzt, er fängt gerade an, sich für Optik zu interessieren. Es ist ein gründlich sättigendes Buch, positiv gemeint, nicht spöttisch.

Zwischendurch sah ich in einem Buchladen noch einmal, dass „Gentleman über Bord“ von Herbert Clyde Lewis als Taschenbuch auslag. Weswegen ich es erneut empfehle, denn es ist ein sehr gutes Buch. Würde ich Empfehlungen als Imperativ formulieren, diese hier wäre eine klare Anweisung, lesen Sie das.

Blick von der Kennedybrücke über die Außenalster

Blick durch die Bogenstruktur der Alsterarkaden zum Rathaus

Gehört:

Warum so viele AfD wählen,48 Minuten aus der Reihe „Hörsaal“, es dozierte der Soziologe Detlef Pollack. Und es sind vielleicht, selbst wenn man meint, sich auszukennen, einige überraschende Sachverhalte dabei, besonders gegen Ende der Sendung.

Eine Folge Radiowissen hörte ich, die eine Bildungslücke traf, denn über den Herrn wusste ich rein gar nichts, außer dass es ihn gab und dass er irgendwas mit Wissenschaft zu tun hatte: „Joseph von Fraunhofer – Das ist der Mann, den wir suchen“, 23 Minuten.

Ein Zeitzeichen über Maggi (14 Min.), mit der mich überraschenden Info, dass der Name des Erfinders sich im Ursprung italienisch aussprach. Nanu! Da tut sich also eine weitere Möglichkeit auf, Angehörige durch kapriziöse Sprache zu nerven, so etwas ist immer willkommen.

Ein weiteres Zeitzeichen gab es noch, und zwar über Paul Gauguin „Die dunkle Wahrheit hinter dem Südseetraum“ (14 Minuten). Auch über, man mag es längst nicht mehr schreiben, sein Verhältnis zu sehr jungen Frauen und Mädchen.

Eine Forum-Sendung beim SWR zu einem Thema, das hier neulich auch anklang: „Abschied von Amerika – Wird US-Kultur uncool?“ (44 Minuten).

Pausenlos finde ich aber auch Themen, an die ich noch gar nicht gedacht hatte, auch wenn sie ganz naheliegend wirken. So ging es mir etwa mit der Frage „Wie Social Media den Bundestag verändert“ (Deutschlandfunk Kultur, nur vier Minuten).

Ebenso neu für meine Gedankenwelt war der Gedanke, dass es eine Verbindung gibt zwischen KI und Erziehung aus Elternperspektive, wieder beim Deutschlandfunk. Und auch ganz kurz: „Umfrage: Eltern meinen, KI könnte Kinder besser erziehen“.

Gott sei Dank kann ich da beim Hören erleichtert denken: Das kam bei uns damals noch nicht vor. Wir waren nicht in Versuchung, ein freundlich zugewandt wirkendes LLM nach Erziehungstipps zu fragen. Nein, keinen Gedanken an KI gab es in jenen Jahren, als es mit den Söhnen allmählich schwieriger wurde. Wir hatten ja nichts.

Fleetblick zur Alten Post

Außengastro an der Kleinen Alster, von oben fotografiert

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