Beifang vom 06.06.2017

Hüffenhardt und hippe Ernährung: Für die GLS Bank habe ich hier sechs Links zum Wochenanfang zusammengestellt.

“Er sieht nun aus wie eine Figur von Charles Dickens aus einem Londoner Hinterhof kurz nach der letzten Pest, melancholisch und räudig, er könnte einen Zylinder aufhaben und dazu einen schmutzigen Frack.” Nachdenken über Phil Collins. So ein Name, bei dem viele sofort weiterklicken, der Artikel ist aber interessant.

Hier geht es um die ausbleibende Begeisterung von kleinen Großstadtjungs für Autos, ich kann das aus Hamburger Sicht bestätigen: Autos sind doof, uncool, uninteressant. Elektroautos werden bejubelt, kein Lärm, kein Dreck, die sind in Ordnung. Aber sonst: Autos können weg.

Das Moralische muss wieder stark werden”: In der taz werden die Beziehungen zwischen den Hippies, den politischen Richtungen und der Moral untersucht. “Statt des Technokratischen muss das Spielerische, Amateurhafte und Rebellische im Vordergrund stehen.” Im Rahmen meines Projektes “Langhaariger Zausel 2017” begrüße ich natürlich alle Artikel zum Summer of Love.

Zwischendurch auch einmal grandios an einem Buch scheitern! Das Elefantengedächtnis von António Lobo Antunes (Deutsch von Maralde Meyer-Minnemann) überfordert mich komplett, das braucht wesentlich mehr Konzentrationsvermögen, als ich abends zur Zeit noch über habe. Selbstverständlich kann es dennoch ein prächtiges Werk sein, das möchte ich gar nicht ausschließen. Ich würde auch so etwas wie den Ulysses im Moment nicht schaffen.


Stattdessen lese ich jetzt in den Schwierigen von Max Frisch, das ist im Vergleich zum Werk des Portugiesen geradezu locker-flockig geschrieben.


Und zur Belebung zwichendurch ein paar Gedichte, das kann ja nicht schaden. Und die Werke des Herrn Bernstein gehören eh stets auf Wiedervorlage.


Der Musiktipp kommt heute wieder einmal von der Herzdame, sie hat mich ja mit Tipps reich bevorratet, etwa auf zwei Jahre im Voraus. Es spielen zwei musikalisch stets verlässliche Herren:

Beifang vom 29.05.2017

Eine etwas längere Ausgabe als sonst, offensichtlich habe ich in den letzten Tagen anderes gemacht. So war ich etwa bei einem Treffen meines 87er Abiturjahrgangs, zack, schon sind dreißig Jahre vorbei. Da sitzt man dann und staunt, aber dazu vielleicht später einmal mehr.

Ich habe für die GLS Bank einige Links zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen gesammelt. In den dort verlinkten Blogs findet man gute, sachliche und konstruktive Diskussionen zum Thema, das gibt es ja heute kaum noch.

Und dann, das ist eigentlich auch ein Thema für den Wirtschaftsteil, diese kleine Meldung heute zur irreführenden Bezeichnung “Klimawandel”. Im Kontext dieser Meldung brachte mich der Herr Bielinski auf einen Vortrag zum Thema Framing, und dieses Thema muss man ja aus gleich mehreren Gründen spannend finden, als Vater, Wähler, Angestellter usw. Das Ding ist 56 Minuten lang, aber es lohnt sich tatsächlich. Eine erhellende Geschichte, sehr empfehlenswert.

Jetzt etwas kultureller weiter: Frisch und Dürrenmatt und ein sehr kurzer Auftritt in einem Film.

Sven ist raus und keiner merkt was.

Mimimi – ein Ausdruck und seine vermutliche Herkunft. Wer hat’s erfunden? Nicht die Schweizer.

Schiffe gucken ist schön, man sollte nur nicht dabei atmen.

Patricia über Verhandlungen, Abmachungen und Kommunikation in Beziehungen. Die Herzdame und ich hatten neulich erst ein ungeplantes und ergiebiges “Was machen wir hier eigentlich?”-Gespräch, das war überaus sinnvoll. Ab und zu mal gemeinsam überlegen, sich gegenseitig der völligen Planlosigkeit versichern und dann dennoch mal eben abstimmen, wie die nächsten Meter aussehen könnten. Weitermachen und auf Sicht fahren. Läuft.

Ruedi und die Eritreer. Eine Geschichte von der Integration.

Ich lese in Max Frischs “Montauk”, ein Buch, in dem ich etliche Sätze finde, die ich markieren möchte, wozu ich sonst überhaupt nicht neige. Etwa: “Je älter ich werde, um so weniger halte ich mich aus, wenn ich nicht arbeite.” Danach kann man doch glatt mal den Computer ausmachen und etwas nachdenken gehen, nicht wahr. Auf dem Balkon oder so.

Später auf dem Balkon habe ich dann Frischs “Entwurf zu einem dritten Tagebuch” gelesen, nach Montauk ist das der logische und erhellende Anschluss. Noch später saß mir in der S-Bahn jemand gegenüber, auf dessen T-Shirt “Montauk” stand. Der Passagier zum Buch! Ich machte auf dem Handy Instagram auf, ein Exkollege postete da gerade Bilder von einem Strand in den USA – der Hashtag sagte: Montauk. Und im Bahnhof hingen Bilder, die den anlaufenden “Montauk”-Film bewarben. Manchmal ist es ja etwas unheimlich.

Der eher unergiebige Briefwechsel Frisch-Dürrenmatt dagegen ist wohl nur etwas für Hardcore-Fans der beiden, der sagte mir gar nichts. Jetzt bin ich bei Homo Faber angekommen (in der schönen Büchergildenausgabe mit Bildern von Felix Scheinberger), den ich seltsamerweise nie in der Schule gelesen habe. Nanu.

Und hier noch völlig zusammenhangslos der unlängst erwähnte Fabrizio de André, von dem auf Youtube ziemlich wenig zu finden ist. Seltsam.