Beifang vom 24.05.2017

Ich bin mir nicht mehr sicher, wie ich darauf kam, aber ein Gedankengang, irgendein Gedankengang endete bei mir in der Wikipedia und dort beim dänischen Protestschwein. Das ist doch mal ein Begriff, den man sich merken sollte. Im Wikipediatext steht natürlich auch, was das Tier mit dem Protest zu tun hat.

Außerdem bin ich gestern mit dem Zug nach Husum und gleich wieder zurück nach Hamburg gefahren, Zwischenaufenthalt vielleicht 40 Minuten. Aus Gründen, versteht sich, ich bin ja nicht irre, oder zumindest noch nicht so sehr. Dabei habe ich jedenfalls Alexander Pechmanns “Bibliothek der verlorenen Bücher” gelesen. Das ist eine nette Zuglektüre über Bücher bekannter AutorInnen, die aus welchen Gründen auch immer verschollen sind, gestohlene Manuskripte, verbrannte Entwürfe, vernichtete Tagebücher usw. Man kann beim Lesen hier und da zwanglos ein paar Gramm Allgemeinbildung im Bereich Literaturgeschichte ergänzen, das ist ja immer nett. Wenn man von Hamburg nach Husum fährt, reicht das schmale Werk allerdings nicht mehr für die Rückfahrt. Da muss man dann aus dem Fenster sehen, wo neben den Gleisen entweder Landschaft oder aber Gegend in erheblicher Menge und schier endloser Folge abgespult wird, in einer endlosen Folge wohlgemerkt, bei der man Wiederholungen nicht ganz ausschließen kann. Kam der Acker da nicht vorhin schon einmal vor? Und das einsam gelegene Bauernhaus da nicht mindestens dreimal? Wenn man von Husum bis Hamburg aus einem Zugfenster sieht, braucht man hinterher wochenlang keine weitere Landschaft mehr, nicht einmal blühende Rapsfelder.

Wie Twitter Bestandteil der Sekundärliteratur wird – T.C. Boyle und seine Straßenfotos. Das ist ja auch nicht schön für die späteren Studenten der Literaturwissenschaften, dass sie sich schier endlos durch Twitter-, Instagram und Facebookarchive wühlen werden müssen, das kann einem schon etwas leid tun. Und dann schreiben sie Doktorarbeiten mit furchtbar schlau klingenden Titeln und müssen in den Fußnoten darauf eingehen, warum der Gegenstand ihrer Forschung bei der Arbeit an seinem berühmten dritten Novellenband irgendwann kontextlos nachts “Penis” twitterte (678 Likes, 38 Retweets, aber das ist jetzt natürlich fiktiv, Sie müssen bitte nicht beim Herrn Boyle suchen gehen).

Remo Largo in einem Interview über quasi alles. Mit dem bösen K-Wort! Hurz!

Eine Lobeshymne auf die Strudlhofstiege. Die habe ich irgendwann auch einmal angefangen und doch wieder weggelegt, die probiere ich dann demnächst aber noch einmal, so etwas macht neugierig.

Hier geht es um Spielräume in der Stadt und um Kinder, die nicht draußen spielen können.

Dazu äußerst passend ein Song, der hier vor längerer Zeit schon einmal vorkam, aber ich merke gerade, es gibt mittlerweile eine Live-Aufnahme. Von den ganz großen Dingen und vom Herrn Danzer, auch schon nicht mehr unter uns. “Mittlerweile hat sich das alles sozusagen relativiert …”

Beifang vom 21.02.2017

Ich habe drüben bei der GLS Bank vier Links zum Thema Konsum zusammengestellt, vielleicht überraschend auch mit Jonathan Safran Foer dabei, der eigentlich etwas zu Trump sagt, dann aber auf den Konsum kommt. Ich lege hier fix noch einen weiteren Schriftsteller an, T.C. Boyle hat nämlich auch eine Meinung zu Trump. John Irving auch, aber hinter einer Paywall, dann eben nicht. 

Bei den GLS-Links geht es u.a. um kuratiertes Einkaufen, dazu hatte neulich auch Sven etwas geschrieben. Das war Werbung, aber ich fand es tatsächlich recht erhellend – so geht das also. Das ist eben manchmal der Vorteil bei Blogwerbung, mit etwas Glück erklärt jemand gut. Ich habe dann eine Weile überlegt, ob ich dazu auch eine Meinung habe, womöglich eine freundlich aufgeschlossene – aber ich glaube, mir ist das egal, es reizt mich überhaupt nicht. Ich finde dieses Hin- und Herschicken von Zeug ganz schrecklich, weil dann dauernd jemand hier klingelt und mich stört und ich irgendwann kurz darauf wieder Retourenpakete durch den Stadtteil tragen muss. Ich finde auch die Vorstellung schrecklich, mit einem Stylisten zu telefonieren und meine Vorlieben zu erklären, was für ein völlig absurder Gedanke. Ich finde es ja schon furchtbar, wenn ich in real existierenden Läden vom Verkaufspersonal angesprochen werde, da werde ich mir das beim Onlinehandel nicht freiwillig dazubuchen. Wenn ich online etwas kaufe, dann doch wohl damit ich nicht kommunizieren muss. Außerdem wäre ein Gespräch mit einem Stylisten in meinem Fall vermutlich auch eher lustig. Ich gehöre ja zu den Typen, die ein Kleidungsstück tatsächlich in sieben identischen Exemplaren im Schrank haben, weil es nun einmal gut ist und also ruhig jeden Tag getragen werden kann. Siehe schwarze Rollkragenpullover.

Egal. Nun noch ein Lied zur guten Nacht. Es gibt viele Filmaufnahmen von Duetten mit Peggy Lee, immer sieht es so aus, als seien ihr die Gesangspartner spontan verfallen. Faszinierend.