Am letzten Wochenende gab es außerdem etwas Kleinkonsum an einem Automaten der eher ungewöhnlichen Art. Ich ging beim Nachmittagsspaziergang durch das Karoviertel und kam beim HamburgPotter vorbei (Glashüttenstraße 27), bei dem am Eingang zum Laden der Fliesomat hängt (es gibt noch weitere in Hamburg, alle hier zu finden).

Man kann für 4 Euro eine der gezeigten Kacheln oder aber eine Überraschungskachel ziehen, ich griff zur letzteren. Ein sehr sympathischer Einkauf am Wochenende. Ein erfreuliches Produkt, eine gute Idee, ein altes Handwerk, gerne wieder.



Nebenbei hatte ich plötzlich aufsteigende Erinnerungen an den Automatenladen am Grindelberg, den es seit mehreren Jahrzehnten schon nicht mehr gibt. In dem man außerhalb der Öffnungszeiten (es war dermaßen krass damals!) einkaufen konnte. Dieser Laden, den man Jüngeren auch kaum noch erklären kann. Alles aus dem Automaten gab es da? So mit abgezählten Münzen? Auch Zucker, Milch, Kaffeepulver und so?
Ja, so war das da. Vermutlich auch in anderen Städten, nehme ich an. Aber soweit ich weiß, gab es so etwas hier nie wieder.
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Auf dem weiteren Weg kam ich an einer dieser suspekten Buchhandlungen vorbei. Also an einer, die schon einmal diesen ideologisch unterwanderten Buchhandlungspreis gewonnen hat, von dem jetzt alle reden. Die sind alle enorm verdächtig, diese Läden, wie wir gelernt haben. Wer weiß schon, wie links die genau sind, am Ende sind sie noch linker als wir. Es war auch etwas Graffiti draußen dran an den Mauern, das war sicher schon ein Hinweis. Wie Gaunerzinken, so etwas kennt man doch.
Wir sollten in diesen schwierigen Zeiten alle Testkäufe in diesen Läden machen, finde ich, und am besten auch gleich mehrere. Wir sollten sie dabei von innen beobachten. Auch und gerade, wenn sie Lesungen veranstalten oder überhaupt diese sogenannte Kulturförderung. Wir sollten uns auf diese Art selbst ein Bild von allem machen, nicht wahr. Stets achtsam und wachsam sein.
Und selbstverständlich sollte es uns auch etwas Geld und Zeit wert sein, auf diese Weise zu eigenen Erkenntnissen zu kommen. Bei der Politik und bei den Nachrichten einfach mitmachen, es gibt Mittel und Wege. Und es ist doch ein einladender Gedanke, ist es nicht?
(Cohen & Dobernigg, keine bezahlte Werbung, aber ein guter Laden mit interessanten Lesungen demnächst, gucken Sie mal ins Programm).
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Schließlich ging ich noch über das Heiligengeistfeld, auf dem schon wieder der Hamburger Dom aufgebaut wird. Ich strolchte dort gemeinsam mit etlichen anderen herum, die vermutlich auch so etwas wie „Aufbaufotos“ im Kalender stehen haben. Es ist eine Gruppe, die ebenfalls mit jedem Jahr größer wird, denn bekanntlich ist man in Millionenstädten nie allein mit seinen Ideen.



Ich guckte aber nicht nur nach Fotomotiven. Ich bestaunte auch wieder das, was man meist nur an den Tagen vor dem Beginn des Doms richtig gut präsentiert bekommt. Man sieht dort zuverlässig einige der allerneuesten und der allergrößten, sicher auch allerteuersten Wohnmobile, in denen die Schausteller wohnen. Solche schimmernden Riesengeräte, die von Raumschiffen mit Rädern dran kaum noch zu unterscheiden sind.
Warum auch immer, ich habe sonst keinen Bezug dazu, aber ich sehe sie mir ab und zu gerne an. Und stelle mir dann etwa kurz vor, ich müsste so ein Biest irgendwo einparken. Gehe dann nach einem Moment erleichtert weiter, denn ich muss gar nicht.
Aber meine Güte, sie werden wirklich immer noch größer, wie ist es nur möglich. Auf eine seltsame und bedrohlich wirkende Art werden sie dabei teils auch unheimlicher. In dieser neuerdings modernen grauschwarzen, manchmal bedrohlich militärisch anmutenden Optik. Dazu mit diesen dunkel spiegelnden Fenstern. Es sieht in einigen Fällen gar nicht so unpassend aus, wenn etwa die Betreiber einer Geisterbahn in so einem Reisemonster, in einer Art Wohnmobilmutation, wohnen.
Würde ich Horrorfilme machen, ich käme bei so einem Spaziergang vielleicht auf einige gut umsetzbare Ideen.

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