Admingeraffel, Schnittlauch und Smartphones für Kinder

Martin Parr’s day at the Chelsea Flower Show – a photo essay.

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Wir haben auf der Blogfamilia in Berlin etwas über Contententwicklung in (Eltern-)Blogs geredet, da ging es in einem Punkt auch um das ganze Admingeraffel. Ein naheliegender Aspekt in Zeiten der DSGVO, mit der wir Bloggerinnen uns vermutlich alle viele, viele Stunden oder gar Tage beschäftigt haben. Meine These war, dass man sich auch als Bloggerin – ganz ähnlich wie ein großer Konzern – in Adminkram verstricken und sich damit ziemlich erfolgreich lahmlegen kann. Wenn man zu viel Zeit damit zubringt, im Backend herumzuwühlen, Streams in sozialen Medien zu optimieren, Einstellungen zu verstehen, Reichweiten zu verbessern, Followerinnen zu gewinnen, SEO zu kapieren, Plug-Ins anzupassen, Statistiken zu lesen, Datenschutzerklärungen zu kopieren, Mediakits zu erstellen und so weiter, dann ist es am Ende ganz egal, wie sinnvoll und zielführend das alles ist – kreativ war man in der Zeit jedenfalls nicht. Ich habe nun kein übertragbares Patentrezept, wie man das grässliche Admingeraffel wieder loswird, aber ich überlege mir mittlerweile gut und auch oft, wieviel Zeit ich wofür verwende. Denn unterm Strich ist es ja so: Ich möchte hier einfach nur schreiben. Alles andere ist Ballast und Klimbim. 

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Ich habe zum ersten Mal im Leben Schnittlauchblüten gegessen. Das hätte mir ja auch längst schon mal jemand sagen können, dass man die sehr gut essen kann, also wirklich.

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Seit Wochen lese ich sehr wenig oder gar nichts, das ist auch mal erholsam. Wenn ich abends irgendwo herumliege, also auf dem Bett oder auf dem Sofa meine ich natürlich, dann denke ich über Gartengestaltung und den Erwerb von Pflanzen und meinen Gemüseanbau nach, und das reicht, da brauche ich gerade keinen Roman, keine Geschichte, kein Buch. Ich vermisse gar nichts, gleichzeitig steigt aber die Schreiblust, ein interessanter Nebeneffekt. Am Ende ist eine Lesediät womöglich irgendwie sinnvoll und ich habe auch das nur wieder nicht gewusst? Ich sage es ja, kein Tag ohne Demütigung. Aber hier, Idee! Ich schreibe ein flottes Sachbuch zum Thema Lesediät und all die phänomenalen, lebensverändernden Folgen, die ein bewusster Verzicht auf Bücher haben kann – und wenn Sie das dann lesen, dann machen Sie damit schon alles falsch. Finsterer Plan!

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Sohn I hat seit ein paar Wochen ein Handy, dazu ist auch noch etwas anzumerken. Und da geht es ausnahmsweise nicht um die allzu erwartbare Frage, ob Smartphone oder nicht, es geht auch nicht um die Frage, welche Apps da drauf sein sollen oder dürfen oder müssen oder welche Verantwortung wer hat, welche Risiken es gibt, welche Chancen womöglich auch, ab wann man Whatsapp erlaubt, welcher Preis von wem zu zahlen ist, welcher Vertrag gewählt werden soll, welcher Tarif, welche Marke und so weiter und immer so weiter, es gibt da ja konservativ geschätzt an die tausend Fragen, die man sich als Elternteil erarbeiten und beantworten muss, bevor ein Kind das erste Handy bekommt, nein, darum geht es nicht. Anzumerken ist vielmehr, was für eine gottverdammt große Lebenserleichterung es ist, wenn man sich mit dem Kind endlich, endlich mal eben per Handy abstimmen kann, wenn man also mit einer Nachricht oder einem Anruf in einer Minute klären kann, wer wann wo ist und von wo was mitbringt und wie man sich wann und wo wieder trifft. Ist. das. schön.

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Mir geht seit Tagen dieses Lied nicht mehr aus dem Kopf, vielleicht ja, weil hier in den letzten Artikeln einige Male das Wort “Drogen” erwähnt wurde. Egal, es war eh ein super Auftritt, den kann man sich ruhig mal ansehen. Sensationell, immer wieder.


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Man kann hier Geld einwerfen, dann kaufe ich neuen Schnittlauch. Toll! Esst mehr Schnittlauch! Und esst die Blüten mit!

 

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