Links am Morgen

Bevor es in den kommenden Wochen richtig ernst wird.

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Falsche Aufgaben gepaart mit einem überfüllten Pensum bringen Eltern an ihre Grenzen. Weder sind sie in der Regel fachlich, pädagogisch und didaktisch ausgebildet, noch haben sie die Autorität, um ein Ersatz für die Schule zu sein. So wichtig Elternarbeit ist, sie kann Schule beim Lernen nur unterstützen. Die derzeit implizit geforderte Rolle läuft daher Gefahr, Eltern zu überfordern und damit auch das komplette Familiensystem. Zweifellos wird das Kinder aus einem bildungsfernen Milieu härter treffen.

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Vanessa Giese über Webinare vor Plüschtieren. Falls Sie übrigens, das könnte ja sein, auch Bedarf an Webinaren zum Thema Home-Office oder zu anderen Fragen der Arbeit zur Zeit haben, fragen Sie ruhig Vanessa. Ich habe mit ihr schon an anderen Themen gearbeitet und kann mit großer Sicherheit sagen: Vanessa ist super.

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Vanessa zitiert Hartmut Rosa, den ich schätze, der aber einen heiklen Satz schreibt, der nämlich auch, wie so viele, einfach daher behauptet, dass viele Menschen jetzt mehr Freizeit haben. Das kommt etwa in meinem Umfeld überhaupt nicht hin, dort ist eher das Gegenteil der Fall. Ich nehme an, das ist wieder ein Fall, bei dem Hochrechungen für den Einzelnen sehr schwer sind und die repräsentative Wahrheit unmöglich erahnt oder gefühlt werden kann. Vorsicht jedenfalls mit solchen Behauptungen. Eine Verlangsamung gibt es wohl de facto, aber eine Verlangsamung schafft noch lange nicht mehr Freizeit. Eine Verlangsamung kann auch purer Stress sein.

Dennoch natürlich ein interessanter Text, auch die Darstellung des Virus als das Unverfügbare schlechthin – man ist auch in diesem Bild prompt in einem Endzeitfilm, was vielleicht gar nicht so chlecht ist, da gibt es immerhin oft ein Happy End.

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Apropos Happy End: Auch gute Nachrichten müssen hinterfragt werden.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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2 Kommentare

  1. Zum Thema „Auswirkungen der Schulschließungen auf sozial schwache und bildungsferne Kinder“… Es ist nicht „nur“ so, dass sie von den Eltern weniger unterstützt werden können in der Bearbeitung der Unmengen schulischer Aufgaben, es gibt auch Landkreise, die den Kindern, die über „Bildung und Teilhabe“ Nachhilfe finanziert bekommen, JETZT KEINE MEHR FINANZIEREN (und ja, ich schreie das).
    Beruflich bin ich mit dieser Thematik befasst und habe von unserem Landkreis gestern die definitive Aussage erhalten, dass die Kinder, deren Hilfe aus BuT (Bildung und Teilhabe) finanziert wird SICHER vom 13.03 bis mindestens 20.04 keine Unterstützung erhalten und die Nachhilfe eingestellt bzw. nicht gezahlt wird. Ebenso übrigens wie das Geld fürs Mittagessen, ich nehme an die Kinder haben in dieser Zeit keinen Hunger.
    Ich war so frei die lokale Presse zu informieren, ob das Thema aufgegriffen wird, ist noch offen, ich warte auf den Rückruf der Redakteurin.
    Und nur so nebenbei.. BuT sind BUNDESmittel, werden sie nicht verausgabt, fließen sie in den Haushalt der jeweiigen Stadt… nein, da muss man keine Absicht dahinter vermuten.
    Die Sachbearbeiter vor Ort sehen das auch so, aber sie können nicht gegen ihre Dienstanweisungen handeln.

  2. Ich möchte auch mal wissen, wer jetzt mehr Freizeit hat. Hier: niemand. Vielleicht die Schüler, wobei… bis die mit ihrem Getrödel über den Aufgaben fertig sind, ist der Tag azch vorbei…

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