Rückseite

Wir haben zu danken, und zwar für einen Krimi, den sich die Herzdame gewünscht hatte (aus dieser Reihe), für Stifte für Sohn I, ein PopSocket (noch vor wenigen Wochen hätte ich das googeln müssen) für Sohn II und für ein sehr schickes Notizbuch mit Korkeinband für mich, es ist von Lemome, die scheinen gar keinen Homepage zu haben. Nanu. Ganz herzlichen Dank an die AbsenderInnen!

Vorderseite

Die Idee mit diesen Dankespostkarten ist übrigens ganz unerwartet praktisch und nützlich für mich, denn ich gucke jetzt noch mehr durch die Gegend, was denn wohl alles ein Bild sein könnte. Das gibt sozusagen wieder etwas Auftrieb im Blogsport. Auch schön!

Heute wird die Karte etwas meta, denn ich habe, als überzeugter Freund der Alltagsrecherche, mir wegen dieser Dankespostkarten einmal angesehen, was eigentlich aktuell auf den richtigen Postkarten so drauf ist, also auf denen, die man am Kiosk sieht oder gar kauft. Ich ging am frühen Morgen zum gerade geöffneten Kiosk meines Vertrauens und sah mir an, woran ich sonst immer vorbeigehe, nämlich diesen Drehständer mit den Postkarten, den man als Einheimischer sowieso stets ausblendet. Das Ergebnis war überraschend. Denn die Karten, die wenig originelle Motive zeigten, Elbe, Alster, Hummel Hummel, Rathaus und Reeperbahn, waren in einem lausigen Zustand. Die Farben verschossen und ausgebleicht, etliche Karten waren sogar tief eingerissen, die Mehrheit war in der Hitze verformt und der Länge nach durchgebogen. Auf diesem Ständer war im Grunde wenig, was irgendjemand noch kaufen würde, wenn man sich dazu nicht einen enorm dringenden Bedarfsfall vorstellen möchte, was aber viel Fantasie fordert. Ein Ständer voller Schrott also. 

Und jetzt muss man sich vorstellen, wie der Kioskbesitzer diesen Ständer aber jeden Morgen fröhlich vor die Tür schiebt, wie er die Räder arretiert, kurz in den Himmel sieht und dann wieder hineingeht, wobei das “fröhlich” hier nicht umsonst steht, es handelt sich um einen meist ausgesprochen gut gelaunten Menschen. Er schiebt den Postkartenständer mit vergnügter Gelassenheit morgens raus und abends rein.

Man könnte jetzt darüber lachen, über die auffällige Sinnlosigkeit dieser Tätigkeit, aber vorher müsste man da fairererweise noch an seinen eigenen Beruf denken und sich fragen, ob da nicht auch Tätigkeiten dabei sind … und hoppla, schon lacht man nicht mehr. Wer weiß, wann der Mann im Kiosk zuletzt Postkarten nachbestellt hat, vielleicht weiß er schon gar nicht mehr, wie und wo das eigentlich geht. Vielleicht hat er den Ständer schon so von seinem Vorgänger übernommen, vielleicht sind aber auch wegen Corona so wenig Touristen in der Stadt, dass sich Postkarten einfach nicht mehr lohnen. 

Ich habe es mir jedenfalls als Bild gemerkt, wie er da verbindlich lächelnd für einen ganz kurzen Moment neben einem Gestell voller vergilbter Altpapierkunstwerke und schadhafter Postkartenidyllen stand. Es war, so schien mir, ein ausgesprochen freundliches Bild der Vergänglichkeit. 

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