Berit Glanz über Bilder von der Apokalypse

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Wenn die männlichen Nachtigallen in freundlichen Frühlingsnächten singen, dann trällern sie sich damit ein Weibchen vom Himmel. Oder andersherum, die weiblichen Nachtigallen, die etwas später als die männlichen nach Norden ziehen, überfliegen im Schutz der Dunkelheit mehrere vorausgereiste Sänger und erwählen lauschend den richtigen, den allerbesten, den bemühtesten Musiker. Die letzten Nachtigallen, die man dann Ende Mai noch mit wachsender Intensität singen hört, die sind leider Single geblieben, die letzte Nachtigall singt vom größten Drama. Wer jetzt kein Nest hat, baut sich keines mehr …  Davon habe ich in einem Feature gehört, Stadt der Nachtigallen – Berlins Perfekter Sound. Da geht es um das gleichnamige Buch von David Rothenberg, es ist auch für Nichtberliner wie mich allemal interessant. Der Herr Rothenberg ist Philosoph und Musikwissenschaftler und studiert die Musik, die andere Arten auf diesem Planeten machen, abseits der Charts der Menschen. Es ist alles ganz wunderbar verschroben und ich wurde beim Hören etwas neidisch auf seine Profession, das war aber nicht unangenehm. So ein schönes und irgendwie genau richtiges Ausmaß an Verschrobenheit – das kann man ja auch inspirierend finden.

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