Etwas verspätet diesmal, denn ich komme nach wie vor zu nichts – das aber gründlich. Im September habe ich ein Vorhaben abgebrochen, das ich im März ins Auge gefasst habe, gleich als es mit der aktuellen Situation losging, nämlich mir in diesem Jahr überhaupt keine Kleidung neu zu kaufen.

Das ist im Prinzip natürlich nicht allzu schwer umzusetzen, wenn man nicht gerade sehr an der aktuellen Mode hängt, was ich nun ganz gewiss nicht tue. Ich brauche wenig, ich habe alles, und das hält auch noch. Es gibt da natürlich eine gewisse Gewöhnung, dauernd etwas neu zu kaufen – diese Angewohnheit kann man aber auch wieder ablegen, und ich finde so etwas immer wieder interessant. Ich mache gelegentlich auch so lustige Experimente wie etwa mal den Zucker wegzulassen, den Alkohol, das Fleisch etc., einfach um mal sehen, was geht. Was man kann und darf, was man will und was man muss, da bin ich gleich wieder bei den entscheidenden Fragen. Bei Franz Hessel fand ich gestern gerade einen schönen Satz in diesem Kontext, er schrieb nämlich “Hierzulande muss man müssen, sonst darf man nicht.” Aber das nur am Rande. In den meisten Fällen übrigens fand ich den Verzicht ganz erstaunlich einfach und hätte mit viel mehr Schwierigkeiten gerechnet. Der einzig wirklich schwere Verzicht war aber damals der auf die Zigaretten, und das ist nun schon hundert Jahre her. Gerade bei Zucker dachte ich, das müsste doch irre schwer sein, das war es dann aber gar nicht. Schwierig ist nur, dass dann monatelang beizubehalten, denn auch der Verzicht wird schnell langweilig, wie alles. Ich trete gerne mal als Verzichtskünstler auf, aber bitte mit wechselnden Nummern.

Ich musste jedenfalls doch Schuhe haben, um eine der Fragen ganz einfach zu beantworten, die waren nämlich wider Erwarten allzu gründlich durch. Und die habe ich also im September von den Trinkgeldern ersetzt. Ich könnte jetzt daher hier drunter schreiben, was früher im Abspann der Privatfernsehsendungen immer als Banderole durchlief, Herr Buddenbohm wurde ausgestattet von … und dann die Namen der Leserinnen. Aber das bleibt ja diskret hier, versteht sich, Namen werden nicht genannt. 

Danke für die Schuhe jedenfalls, es läuft sich ganz hervorragend, so crowdfinanziert.

Ich trage, das noch nebenbei, äußerst gewöhnliche Herrenschuhe einer äußerst gewöhnlichen Marke, ich kann die seit Jahren kaufen, ohne sie anzuprobieren. Weil die Erfahrung im Laden diesmal eher unangenehm war, habe ich hinterher nachgesehen, was sie eigentlich online kosten, und das waren dann glatt dreißig Euro weniger als im Geschäft. Dreißig Euro! Ich mag Onlinehandel eher gar nicht, aber dreißig Euro sind dreißig Euro. Alter Schwede. Was für eine Entwicklung.

Ferner hatten die Herzdame und ich im letzten Monat einen Jahrestag, Saphirhochzeit genannt, wie ich aber auch erst googeln musste. Da haben wir die Söhne in die Schule geschickt und uns klammheimlich einen Tag Urlaub genommen. Wir haben diesen Tag dann zu zweit verbracht und alles, alles verbraucht, was an Trinkgeldern da war mit Betreffzeilen wie etwa: “Corona-Party”, “Kabinenparty”, “Unfug”, “Spaß” “Schönes Stündchen”, “Schabernack” und “Verwegenes”. Das war ganz außerordentlich schön und, versteht sich, ganz und gar unblogbar. 

In diesem Monat aber wieder brav Brot und Butter, eh klar.

Wie immer, ganz herzlichen Dank für jeden eingeworfenen Euro und jeden Cent, mir ist jedes (natürlich nur herbeifantasierte) Kleingeldgeklimper immer noch ein Fest, ein großes.

***

Sie können hier Geld in den allerdings nur virtuell vorhandenen Hut werfen, ganz herzlichen Dank! Sollten Sie den konventionellen Weg bevorzugen und lieber ganz klassisch etwas überweisen wollen, das geht auch, die Daten dazu finden Sie hier. Wer mehr für Dinge ist, es gibt auch einen Wunschzettel. Merci!