Let’s call it a year, also zumindest in diesem Zusammenhang hier. Ich werfe die beiden letzten Monate zusammen und berichte en bloc. Was besonders einladend und einfach ist, da es rein gar nichts zu berichten gibt. Nicht etwa, weil es keine Trinkgelder gegeben hätte, die kamen erstaunlicherweise dennoch, obwohl hier vergleichsweise wenig erschien, das war wiederum eine tröstliche Erfahrung. Also die Summen, nicht das Nichtschreiben. Sondern weil wir nichts ausgegeben haben. Ich habe die Beträge lediglich sorgsam registriert, Graf Zahl nichts dagegen, alles notiert und dann eichhörnchenhaft für später zurückgelegt.

Denn unser mindestens mittelgroßes Projekt der Wohnungsumgestaltung, für das wir im Moment alles verwenden wollen, damit es gut, wenn nicht sogar sehr gut wird, es hängt gerade. Weil das Bett, unser neues Bett, nicht lieferbar ist. Dieses Bett ist nun aber tiefdunkelblau und wird den Raum daher ganz erheblich beeinflussen, weswegen wir mit allen weiteren Entscheidungen warten müssen, bis wir es an seinem Standort gesehen haben. Dann stellen wir uns nämlich Hand in Hand davor und lassen es auf uns wirken wie in einem Achtsamkeitsseminar – und dann geht es erst weiter. Wenn wir jetzt Sachen kaufen würden, die irgendeine Farbe haben, dann würden wir das eventuell falsch machen. Und Sachen kaufen, die keine Farbe haben, das ist auf Dauer auch schwierig. 

Wir warten also einfach. Das Warten ist ja bekanntlich kein großes Problem für mich, es zerlegt mich nur nervlich komplett, aber das fällt in diesem Jahr wirklich nicht mehr auf. 

Wie immer also, vielen Dank für jeden eingeworfenen Euro und jeden Cent, es schafft alles Möglichkeiten und es war mir und uns wieder ein Fest. Und zwar ein großes.

Auf Twitter wurde in letzter Zeit hier und da erörtert, was denn in diesem Jahr schön gewesen sei, also schön trotz allem, schön obwohl, schön trotz irgendwas, es war immer so ein Gegensatzpaar, das da erörtert wurde, die Zeitläufte und das jeweilige Erleben oder Handeln. Ich möchte hier unter eiliger Umkurvung allzu pathetischer Gefühlsbekundungen noch einmal nachdrücklich darauf hinweisen, dass es zweifellos bessere Jahre gab, dass es aber schön, wirklich schön war, dass Sie einen Teil unserer Lebensführung finanziert haben, damit also dieses Blog, diese Texte, uns. Man kann als Autor heute auch auf diese Art honoriert werden, das funktioniert, das ist erhebend und wahrhaft tragend, ich danke sehr dafür.

Ich möchte noch eine kleine Erläuterung dranhängen. Ähnliche Gedankengänge kamen hier schon vor, das gebe ich vorweg zu, ich denke aber tatsächlich öfter darüber nach, es beschäftigt mich nachhaltig. Daher noch eine Variation zum Thema. In den letzten Wochen gab es gleich mehrere Kommentare, hier oder an anderer Stelle, Facebook etc., die sich darauf bezogen, dass meine Texte entspannend und/oder erheiternd seien. Das hat mich natürlich gefreut, denn so sind sie ja auch gemeint, so ist die ganze Veranstaltung auf dieser Seite gemeint. Es ist aber auch in sich erheiternd, denn ich bin weder entspannt noch heiter. Ich bin eher etwas vergrincht, ich bin eher knurrig und ebenso chronifiziert wie allumfassend genervt, ich bin bestenfalls sehr, sehr skeptisch -und wenn ich manchmal wahrhaft begeisterungsfähige Menschen treffe, dann weiß ich gleich, die sind anders als ich. Nicht falsch verstehen, ich bin das alles durchaus lustvoll.

Aber wenn ich mich dann an die Tastatur setze, mit meinen ernsten und schweren Gedankengängen, mit meiner angebitterten Verfassung, meinem Pessimismus und meiner fatalistischen Grundhaltung, dann wird daraus routinemäßig das, was Sie hier lesen. Es dauert vielleicht nur ein, zwei Zeilen, dann dämmert schon eine Pointe oder eine Wende ins Lichtere. Meine Hände machen das, nicht mein Hirn. Es passiert erst beim Tippen, nicht beim Denken, es ist nachgelagert. Es passiert gewissermaßen in der Maschine, beim Produktionsvorgang. Und das, was dabei dann herauskommt, das erheitert Sie also ab und zu. Oder es entspannt sogar, was für mich noch amüsanter ist, denn ich weiß gar nicht, was Entspannung ist. Auf einer Ebene. 

Aber weil ich eben so schreibe, wie ich schreibe, ist es eben doch alles da, bin ich also doch irgendwie heiter und vielleicht sogar entspannt, und sei es nur beim Schreiben, da dann aber womöglich sogar sehr, wie mir schwant. Hätte ich kein Blog, ich wüsste das vielleicht gar nicht! Ich bedarf dieser Beweisführung, so sieht es nämlich aus. Und so haben also manchmal Sie etwas davon und ich aber auch oft – das sind doch viele Vorteile. Zumindest im besten Fall. 

Ich bleibe daher dabei, so ein Blog ist eine feine Sache. Und obwohl ich in diesem überaus seltsamen Jahr sogar daran manchmal gezweifelt habe, will ich daher dennoch gerne versuchen, diese Seite hier auch im nächsten Jahr mit was auch immer zu befüllen, meine Hände also einfach machen zu lassen. Das wird schon.

Haben Sie bitte schöne Weihnachten, machen Sie es sich fein und seien Sie nett zueinander.

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Sie können hier Geld in den allerdings nur virtuell vorhandenen Hut werfen, ganz herzlichen Dank! Sollten Sie den konventionellen Weg bevorzugen und lieber ganz klassisch etwas überweisen wollen, das geht auch, die Daten dazu finden Sie hier. Wer mehr für Dinge ist, es gibt auch einen Wunschzettel. Merci!