Trinkgeld Februar, Ergebnisbericht

Es gab natürlich gar keine Änderung gegenüber dem Januar, also keine Änderung im Verhalten oder in den Umständen, man pandemisiert nach wie vor so vor sich hin. Tage und Wochen vergehen, die Situationen bleiben bestehen. Keine besonderen Ausgaben also, zu denen ich mehr oder weniger heitere Berichte schreiben könnte, gar keine, nichts, nada. Also auf den ersten Blick.

Auf den zweiten Blick habe ich nun lange Zeit wirklich wenig ausgegeben und wir haben, da die Herzdame und ich nur noch einen Raum bewohnen, dieser also bitte möglichst gut zu sein hat, einen Maler bestellt, der uns für die perfekte Wandgestaltung dieses Zimmers ein Angebot gemacht hat. Und die Sachlage ist nun so, ich müsste, wenn die Damen und Herren Malerinnen durch sind, was allerdings noch etwas dauern wird, es muss erst noch einmal ein Fenster getauscht werden, ich müsste also an einer der frisch gestrichenen Wände irgendwo noch dranschreiben: Sponsored by Leserinnen. Wie toll ist das denn? Denn so sieht es aus. Also der Sachverhalt. Wie die Wände aussehen, das steht noch nicht ganz fest, die Herzdame durchgrübelt im Moment noch etliche Grautöne, die für mich im Bereich des Ununterscheidbaren liegen, vermutlich fehlt mir da ein gewisses Maß Feingefühl oder Geschmack. Oder beides ist nur unzureichend vorhanden, was weiß ich. Nein, lassen Sie es mich positiv ausdrücken, die Herzdame hat dermaßen viel Geschmack und Feingefühl und Stil, sie kann mit großer Sicherheit die Farbwahl alleine durchführen und ich nicke dann hinterher nur und sage: „Schön, schön.“ Aufrichtig und ehrlich werde ich das sagen, denn es wird schon stimmen. Bilderrahmen und Bilder gab es auch noch, wir zeigen das dann vielleicht einmal, wenn es vorzeigbar ist.

Im Februar gab es, man erinnert sich schon kaum noch, auch warme Tage, da haben wir das erste Eis des Jahres gegessen. Und mit dem Eis verhält es sich nun so, dass wir, ich habe das eben überschlagen, den ganzen Posten Eis 2021 als leserinnenfinanziert betrachten können, das kommt hin. Dafür danken insbesondere die Söhne schon jetzt, die Herzdame und ich aber auch, versteht sich.

Es gab ferner mehrere Betreffzeilen mit „Garten“ darin, ich habe aber mangels Kontaktes mit anderen Läden nur Discounterware eingesammelt, hier und da etwas zum Einpflanzen, buntes Geblühe, Pflanzkartoffeln und ein paar Sämereien, Radieschen, Möhren, so etwas. Der Garten soll, ich berichtete, aus meiner Sicht in diesem Jahr entspannt laufen, mehr so nebenher und quasi als Genussmittel, ich kaufe also in aller Konsequenz auch nur nebenbei ein, en passant ein paar Knollen und Zwiebeln. Die Herzdame ruft mir gerade zu, sie habe Astklammern bestellt. Ich wusste bis eben nicht einmal, dass es so etwas überhaupt gibt, aber es wird schon richtig und gut sein. Die Herzdame war übrigens zunächst auch recht angetan von dem Gedanken, den Garten in diesem Jahr als reine Wellnessoase zu betreiben, sie schwächelt in diesem Entschluss aber mittlerweile erheblich, was ich daran merke, dass sie gelegentlich vor anderen Gärten steht und lange guckt und dann so seufzt. Und wenn ich dann dahin sehe, wo sie gerade hinsieht, dann haben die da etwas gebaut, eine neue Terrasse oder ein Rankgitter oder ein Spalier oder einen Teich oder so etwas, und ich weiß, sie kann so etwas nicht gut ertragen. Ich sage: „Ich nicht!“, sie sagt: „Nur ganz klein!“ Ich ahne, was kommt.

Aber noch ist es natürlich nicht so weit, noch ist da mehrfach Schnee im Wetterbericht, Graupel und sonst etwas, Sturm und Regen, da lockt der Garten noch nicht sehr. Noch sitzen wir zuhause und die Herzdame blättert durch Grautöne. Was man so macht, an langen Märzabenden.

Für die Söhne gab es wieder mehrere Mangas, ich blicke da längst nicht mehr durch, welche genau. Außerdem gab es, man muss sich die Zeit unbedingt irgendwie verschönern, einen Sternenhimmelprojektor und Sohn I und die Herzdame erwarben und hörten außerdem gemeinsam wieder Hörbücher, nämlich Werke von Rebecca Gablé („Robin“ und „John“). Das sind Romane, die im Mittelalter spielen, wenn ich es richtig mitbekommen habe. Die beiden als Duo kauften auch Catan in der Version für zwei Spieler als Kartenspiel. Sie mögen das Spiel entschieden lieber als Sohn II und ich, da war das eine gute Lösung.

Bürozeug, das auch noch. Kein allzu erfreulicher oder interessanter Posten natürlich, aber für Home-School und Home-Office braucht man doch diverses Zeug. Das hat ordentlich gekostet, alleine die Druckerpatronen, man macht sich ja keinen Begriff. Ich habe nie im Leben so viel gedruckt wie in diesen Home-School-Zeiten.

Abschließend eine letzte Investition, die sinnbildlich für die Zeit stehen kann, es war gewissermaßen der Kauf zur Lage. Es war nämlich so, dass ich mich an einem Vormittag im Februar auf ganz seltsame Art belüftet fühlte, der Sache nachging und feststellte, dass ich meine Hosen tatsächlich im Lockdown komplett durchgesessen habe. Ich neige eben manchmal zur Gründlichkeit. Meine neuen Hosen also, sie gingen ebenfalls vom Trinkgeldkonto ab, dafür noch besonderen Dank.

Wie immer, ganz herzlichen Dank für jeden Euro und jeden Cent, jede Summe war mir ein Fest!

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