Der Dienstag ist ansonsten ein Tag ohne besondere Vorkommnisse. Es kommt nur eine mäßig schlechte Nachricht, etwa Kategorie mittleres Ärgernis, das ist keine Aufregung wert. Abwinken, aussitzen, abperlen lassen.

Ich lese am Abend weiter in Somerset Maugham, „Einzahl- erste Person“. Die Übersetzung ist von Mimi Zoff (klingt wie eine Figur bei Nick Knatterton, die Älteren erinnern sich) und enthält das wunderschöne Wort ausruhsam. Ein Hotel in Rom, so heißt es da, sei in der heißen Stadt kühl und „ausruhsam“. Ein besonders schönes Wort, da mal etwas darauf herumschmecken. Wenn man es übrigens googelt, das fand ich lustig, findet man einen Kammerjäger aus Ruhsam. Ich stelle mir ausruhsame Orte und Hotels vor und fange an zu träumen, das wirkt ein wenig.  Ich schreibe das Wort in mein Notizbuch, es schreibt sich auch schön. Ich nehme mir vor, das zu verbloggen, hiermit geschehen, sehen Sie, so kommt das immer. Jetzt kennen Sie das Wort auch und können etwa ihre Möbelstücke durchgehen, welche wohl die ausruhsamsten davon sind. Man braucht doch etwas Ausruhsames, in diesen Zeiten.

Direkt neben mir stehen die Eierkartons mit den Kartoffeln drin, die dort bitte vortreiben sollen. Die eine Sorte heißt Linda, die andere heißt Charlotte, das klingt zusammen wie ein Geschwisterpaar. Zwei wohlgeratene Töchter, Linda und Charlotte, gleich sieht man sie vor sich, ein Mehrteiler im ZDF über ihr Liebesleben. Und hätte man Zeit, hätte ich Zeit, es wäre doch auch eine hübsche Idee, ein Romänchen zu schreiben, in dem alle Figuren nach Kartoffelsorten benannt sind, es gibt definitiv genug Auswahl. Das dürfte man aber keinem sagen, nein. Listig verschweigen müsste man das und erst nach den Kritiken voller Genugtuung darauf hinweisen, dass niemand in den Feuilletons bei diesem besonders feinsinnigen Text über aktuelle Probleme in der deutschen Gesellschaft das allerkartoffeligste Merkmal darin entdeckt hat. Einmal im Leben so eine Pointe mitnehmen, ich sage es ja, man braucht Ziele, unbedingt braucht man die.

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