Kaum hat man etwas entdeckt

Im Garten sehe ich eine winzige und einsam wirkende Blüte im Gras, die kenne ich nicht, die sehe ich nach. Es ist ein Reiherschnabel, der gehört da nicht hin, schon gar nicht so überaus jammernswert alleine, aber auch sonst nicht. Der Boden ist da völlig falsch für ihn und es ist auch noch eine Stelle, über die dauernd jemand rübergeht, und jetzt muss ich also dauernd neben diesem Blümchen stehen, lila bis pink übrigens, und aufpassen, dass es niemand achtlos umbringt. Kaum hat man etwas für sich entdeckt, schon fühlt man sich beauftragt, was soll das eigentlich.

Ich lese nach, die Vorfahren des Reiherschnabels kommen von den Inseln Korsika und Sardinien, das muss man sich mal vorstellen. Kommen die da aus diesen Traumgebieten im lichten, blauen Süden, kreuzen sich mehr oder weniger freiwillig durch die halbe Welt um dann in einem Hamburger Schrebergarten auf der Billerhuder Insel zu landen und Dreiviertel des Jahres grauen Himmel über sich zu haben und sich jeden Tag vom rüden Nordwest anrempeln zu lassen. Na toll.

Auf einer Gartenseite sehe ich, dass man den Reiherschnabel durchaus auch anpflanzt, der ist willkommen, der „gewinnt Gärtnerherzen.“ Der ist einer von den Lieben, wie kleine Kinder sagen würden. Man pflanzt ihn, so lese ich weiter, in kleinen Tuffs, wie süß klingt das eigentlich. Kleine Tuffs! Ich lese das und möchte augenblicklich auch in einem kleinen Tuff sein, das macht die lange Isolation, so etwas hätte ich früher nicht so leicht gedacht, wirklich nicht. „Die Pandemie war vorbei und die Menschen saßen wieder in kleinen Tuffs in den Gartencafés.“

Da mal drauf freuen.

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Ich kannte von diesem Song bisher nur die Kreisler-Version. Das hier ist das Original.

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Für Schreib- und Schriftmenschen interessant, die Antworten unter diesem Tweet von Berit Glanz, in dem sie fragt, wer welche Schriften wofür nutzt.

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