Im wabernden Fettgeruch der Schmalzgebäckbuden

Herzlichen Dank vorweg, es wurde uns das Buch „Die Zeit der Verluste“ von Daniel Schreiber geschickt. Sehr fein, es liegt nun auf dem Nachttisch.

Montag, 27.11. Es findet in diesen Tagen einiges ritualisiert statt, so schneit es etwa überall, quer durch die Timelines und durchs Land, nur bei uns in der Mitte der großen Stadt nicht, so scheitert etwa unsere Heizung wieder an den ersten richtigen Kältetagen und möchte lieber nicht; wir dulden still und gefasst bei 17 Grad Innentemperatur. Das sind immerhin deutlich mehr als null und andere haben gar nichts, immer alles relativieren und die Wärmflaschen und auch die besonders flauschigen Decken heraussuchen. Der Haustechniker wird es richten, irgendwann.

In der Stadt hat sich die Weihnachtszeit nun programmgemäß voll entfaltet, alle Märkte wurden eröffnet, alle Schaufenster wurden im Geschenk- und Festmodus voll aufgebrezelt oder, wie Sohn II sagt: „Die Deko ist gespawnt.“.

Im wabernden Fettgeruch der Schmalzgebäckbuden in der Fußgängerzone sitzen wieder obdachlose Menschen und betteln, „Hunger“ steht auf dem kleinen Pappschild, das einer hält. Gegensätze aushalten, schon klar. Die ersten Straßenmusikanten flöten dazu ihre Weihnachtslieder.

Ich gehe durch die verregnete Stadt und renoviere meine Weihnachtsplaylist. Ich konzentriere mich dabei auf die drei, vier kümmerlichen Schneeflocken, die ich in den Schauern ausmachen kann. Ich gehe nach Hause und trinke Christmas Tea, ich erreiche immerhin mäßige Ergebnisse, was die dezembrige Stimmung angeht. Aber es sind auch noch ein paar Tage Zeit, ich bin im Vorlauf und überpünktlich, so wie ich es gerne habe. Um bezüglich des restlichen Winters noch einmal Sohn II zu zitieren: „Auf Tiktok sagen sie, es wird viel Schnee geben. Aber auf Tiktok sagen sie vieles.“

Ich lese am Abend ein wenig in Johnsons Jahrestagen, denke dann aber wieder, dass es wegen des beträchtlichen Umfangs doch eher ein Projekt für die Rentenjahre ist. Das dann mal später am Stück vornehmen. Vielleicht.

Schließlich doch weiter Alice Munros Geschichten gelesen und sehr zufrieden damit gewesen.

Die Rathausarkaden in der Dunkelheit, im Vordergrund ein Teil der beleuchteten Schleusenanlage

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5 Kommentare

  1. Aber heute ist es so weit! *.*
    Heute können die Söhne den Schnee nicht mehr leugnen!
    Oder gibt es bei Ihnen immer noch keinen am Bahnhof?
    Ein paar Stationen mit der U-Bahn sollten die Schneegrenze überwinden können.

  2. Ah, jetzt in der Stadt. Ich seh schon das Elend.
    Am Stadtrand gibt es 20 cm mehr als nur Puderzucker.

  3. Nein, nein, die Jahrestage sind ein guter Begleiter im Alltag. Die kann man jetzt lesen und dann in der Rente nochmal.

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