Linkwerk zum Wochenende

Ich arbeite weiter arte-Dokus ab. Nach wie vor kommt es mir wie eine einigermaßen sinnvolle Freizeitbeschäftigung für mich vor.

Zum einen sah ich die Folge über Jim Carrey mit dem unschönen Titel „Der Grimassen-King“. In der auch dieser eine Moment aus der Frühzeit seiner Karriere gezeigt wird, den ich immer beeindruckend fand, als er sich nämlich lediglich durch Verzerrungen seiner Gesichtsmuskulatur in Clint Eastwood verwandelt hat. Kann ich mir immer wieder ansehen, diese Szene.

Aber auch die kulturgeschichtliche Einordnung seiner Komik fand ich informativ.

Dann die Folge über einen Obersympathen: „Peter Falk versus Columbo“. Bei der man allerdings wieder schlimm Lust bekommt, sich die alten Sachen noch einmal anzusehen, inklusive der ganzen Columbo-Reihe. Und wer hätte Zeit dafür.

Mit Kunst und Kunstgeschichte habe ich mich länger nicht intensiv beschäftigt, aber über die Doku-Reihe zu Malerinnen bei arte komme ich doch wieder dazu. Zumal die Kunsthalle hier nur einen Steinwurf entfernt ist, in der ich dieses oder jenes abgleichen könnte. Also ich könnte, wenn ich wollte. Und ich fange, nehme ich jetzt noch an, sogar heute damit an.

Auf Kreuzworträtselniveau hätte ich jedenfalls „Abstrakter Maler, bekannt für große, zwei- oder dreifarbige Bilder“ sicher als Mark Rothko benennen können. Sogar in meinem Bücheregal kann ich erkennen, wie allgegenwärtig seine Werke sind.

Eine Kurzgeschichten-Anthologie mit einem Rothko-Bild auf dem Cover

Allerdings wusste ich sonst nicht viel über ihn, um nicht zu sagen: gar nichts. Auch dabei hat mir arte nun geholfen. Hier findet man die entsprechende Sendung auf YouTube, denn auf dem Sender selbst ist sie nur noch einige Tage online.

Ich lasse mir diese Form der Kunst gerne kundig erklären, finde das auch angenehm beruhigend, halte in diesem Fall aber auch fest, dass ich es streckenweise nicht verstanden habe. Zwar habe ich mitbekommen, dass da Durchdachtes auf der Leinwand passiert und zweifellos etwas mit einer gewissen geistigen Flughöhe intendiert wurde – aber ich konnte einige Gedanken nicht recht nachvollziehen. Bei den Sendungen zu Kandinsky und zu Matisse (YouTube-Link) gelang mir das dann deutlich besser.

Falls Sie selbst irgendwas mit Kunst machen, es geht gar nicht mal so kurz auch darum, wie Mark Rothko Farben hergestellt hat. Das könnten Sie interessant finden.

Schließlich noch: M. C. Escher. Auch so einer, zu dem ich kein Gesicht parat gehabt hätte. Jetzt aber. Sehr schön dargestellt ist seine so reserviert-konservative Irritation über die Vereinnahmung seiner Drucke durch die übergriffige Jugend der wilden 60er, also etwa durch die seltsamen Vögel aus Kalifornien mit dem „wilden Geschrei aus den Plattenspielern“. Was erlauben Jugend!

Wie er etwa dem jungen, ihn bestürmenden Mick Jagger etwas beleidigt mitteilt, dass er bitte gesiezt werden möchte – wunderbar.

***

Blick über die Binnenalster von der Lombardsbrücke aus

***

Ich sah außerdem einen weiteren Walther-Ziegler-Vortrag zu einer etwas peinlicheren Bildungslücke, nämlich zu Foucault. Von dem ich bis dahin gerade mal wusste, dass es ihn gab, und zwar hauptsächlich in handlicher Form im Suhrkamp-Biotop. Nun weiß ich etwas mehr, vielen Dank.

Und vielleicht sollte ich das Zeug tatsächlich auch einmal lesen, das kann gut sein.

***

Gehört habe ich ein Radio-Essay von Steffen Greiner: „I want to believe – Agent Scully, Erich von Däniken und die Paranoia der Neunziger“ (57 Minuten). Im Text dazu heißt es: „Eine Spurensuche in die Zeit, als das paranoide Denken Mainstream wurde und wie sie uns noch heute prägt.“ Ich nehme an, dass etliche aus ihrer eigenen Lebensgeschichte hier und da bei den frühen Lese-Erfahrungen des Autors mit den so aufregenden Mystery-Büchern aus der Bücherei etc. anlegen können.

Die Sendung enthält aber auch die mich schockierende Information, dass Peter Moosleitner, also der von P. M., dem „interessanten Magazin“, in Wahrheit gar nicht Peter hieß, sondern Gerhard Dietrich Marie. Wir hätten also damals GDMM lesen müssen, wäre denn alles mit rechten Dingen zugegangen.

Aber man wurde belogen und betrogen. Es ist doch wahrlich kein Wunder, dass wir überall Abgründe vermuten. Schlimm, schlimm.

***

Blick über die Binnenalster von der Lombardsbrücke aus

***

Eher schwerere Kost im nächsten Link. Aber ich fand die Sendung doch erhellend, interessant und auch empfehlenswert: Eine Folge vom SWR-Kultur-Forum zur Ungleichheit in Deutschland: „Gleiche Chancen für alle? Sozialer Aufstieg für alle wird immer schwerer.“ 44 Minuten sachlich gedrängter Expertinnendiskussion zu diesem Thema, das oft nur auf Stammtischniveau diskutiert wird. U. a. mit Martyna Linartas, die vielleicht hier und da bekannt sein könnte.

Es geht in diesem Gespräch auch viel um Statistiken und Studien, und an der einen oder anderen davon ist die Firma, für die ich im Brotberuf arbeite, beteiligt oder auch Hauptlieferant der Daten. Ich habe mit diesen Studien allerdings inhaltlich nichts zu tun.

***

Dann zur Musik. Vor längerer Zeit habe ich mich einmal beschwert, dass es von Vince Guaraldi so seltsam wenig Live-Aufnahmen auf YouTube gibt. Eine immerhin wurde jetzt nachgelegt, und zwar eine Version von „Linus and Lucy“ aus dem Jahr 1964.

Etwas zu kurz, aber immerhin.

Gefunden via Open Culture.

***

Ebenfalls bei Open Culture sah ich, dass es den vollständigen Moby Dick als englisches Hörbuch gibt. Alle Kapitel werden von Prominenten gelesen, angefangen bei Tilda Swinton, aber auch mit Namen wie Benedict Cumberbatch, Stephen Fry und, nanu, David Cameron. Ein schönes, angenehm irres Projekt.

Vor der Seite Open Culture muss man sonst aber dringend abraten. Da kann man nämlich Jahre verlieren, wenn man erst einmal anfängt, sich umzusehen.

***

Sie können hier Geld in die virtuelle Version des Hutes werfen, herzlichen Dank! Sollten Sie den konventionellen Weg bevorzugen und lieber klassisch etwas überweisen wollen, das geht auch. Die Daten dazu finden Sie hier. Wer mehr für Dinge ist, es gibt auch einen Wunschzettel.

Ein Kommentar

  1. Ich habe gerade vergnüglich eine Menge Zeit auf open culture verbracht. Sie haben Recht – ein Kaninchenloch ist nichts dagegen! Danke für den Link!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert