Regen und Wind gab es in der Nacht, in welcher der März ins Land einzog. Zwar fiel das geringe Maß an Regen dezent und zurückhaltend aus, aber immerhin war es doch eindeutig Wasser, das da kurzzeitig vom Himmel fiel. Immerhin wurde es währenddessen März. Und da haben wir selbstverständlich in bereitwilligster Assoziationsleistung ein Lied parat.
Eine Art saisonales Vexier-Lied ist es. Denn der Text variiert und meint auch etwas anderes, je nachdem, auf welcher Seite der Weltkugel man sich gerade herumtreibt und welche Jahreszeit man dabei erlebt. Hier nachzulesen.
Es gibt eine Unzahl von Einspielungen dieses Songs, Mengen von Cover-Versionen. Eine der schönsten Aufnahmen ist aber diese hier: Elis Regina und der Urheber Tom (Antonio Carlos) Jobim mit den Wassern des März, mit den Águas de Março.
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Der Wind dagegen gab sich nicht so dezent wie der eher scheue Regen. Er trat vielmehr schon wieder in norddeutsch heulender Stärke auf. Pfiff also um die Dachkanten und in geöffnete Fenster, kam auch gleich mit den üblichen Warnmeldungen auf dem Smartphone daher. Obwohl es in Wahrheit lediglich um Beaufort 7 ging („Fensterläden werden geöffnet, Zweige brechen von Bäumen“). So etwas verbreitet hier normalerweise keine nennenswerte Unruhe.
Ob aber die zum Wind und zum März passende Songzeile noch auf eine andere Art zutrifft, als nur brav den korrekten Monat zu benennen, dies wird sich in den nächsten vier Wochen erst noch weisen müssen.
Jedenfalls aber kommt in einem anderen Song-Klassiker, den Foolish Things, und das wollte ich nur eben sagen, die schöne Zeile vor: „The winds of March that made my heart a dancer.”
Hier in der so gefällig historisierenden Version von Max Raabe und dem Palastorchester:
Erheiternd vielleicht am Rande, dass bei den Dingen, die in diesen Song-Lyrics als beseligende und nostalgiefördernde Erinnerungsstücke aufgezählt werden, zwei dabei sind, die man heute doch etwas kritischer sieht:
„A cigarette that bears a lipstick’s traces
An airline ticket to romantic places …”
Zigaretten und Flugreisen. Die waren damals, der Song ist von 1935, noch deutlich romantischer und unschuldiger konnotiert als heute.
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An anderer Stelle, mit noch mehr Wasser und Wind in der Landschaft, wie ich hörte, betätigt sich Sohn II wieder als Geburtshelfer, und das vermutlich gleich hundertfach. Von der ihn begleitenden Herzdame wurde auch ein Beweismittel aus Nordfriesland gesendet:

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