In der Schweizer Republik geht es um den Zusammenhang zwischen dem Theater der griechischen Antike und den modernen Serien auf Netflix etc.: „Die Sopranos der Antike“ (via Sofasophia auf Mastodon).
„In «The Wire» geht es um Drogenkartelle? Die Sopranos ziehen sich eine line nach der anderen? Die Griechen würden nur milde lächeln.“
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Bei den arte-Dokus machte ich zunächst weiter mit Lino Ventura. Da geht es einmal um jemanden, der einen einigermaßen auffälligen Lebensweg hatte. Der war anders, der verhielt sich anders und sah auch den Beruf anders, den er dazu viel später als andere ergriff, und das wusste ich alles nicht. Eine geringe Schulbildung hatte er, sein Arbeitsleben begann mit neun Jahren. War dann in großer und den bekannten Klischees entsprechender Gefahr, auf die schiefe Bahn zu geraten, und wurde, es klingt verdächtig wie aus einem John-Irving-Roman, durch den Ringsport gerettet. Kam dadurch zur Besinnung und zu einem anderen, vollkommen unerwarteten Leben. Faszinierend.
Auch wenn die Doku leider den etwas dümmlich klingenden Titel „Ganove mit Herz“ hat, fand ich sie dennoch sehenswert.
Danach gab es wieder eine Sendung aus der Reihe „Legendäre Liebespaare des Kinos“, diesmal über Ingrid Bergman und Roberto Rossellini. Nebenbei fiel für mich das Informationshäppchen an, dass sich der Begriff „Gaslighting“ auf einen Film und noch weiter auf ein Theaterstück zurückführen lässt. Das war mir nicht bekannt oder vielleicht habe ich es eher vergessen. Hier ist es auch in der Wikipedia nachzulesen.
Schließlich die Doku zu Fanny Ardant. Bei der mir immer in Erinnerung bleiben wird, wie sie in dem Film „Acht Frauen“ in diesem schwarzen Mantel, mit den schwarzen Handschuhen und dem seidenen Kopftuch auftrat und im Laufe des Liedes von der Liebe und dem freien Leben diesen Mantel öffnete, dann das aufblitzende, bald dominierende scharlachrote Futter des Mantels, dazu das ebenso rote Kleid … Es war ungeheuer beeindruckend, damals im Kino. Was für ein Moment.
Auf YouTube wirkt es nicht ganz so überwältigend, aber ein wenig doch:
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Zum Gehörten, und damit weit weg von Fanny Ardant und dem Lied vom freien Leben: Acht Minuten im Radio (Reihe „Corso“ beim Deutschlandfunk) über das neue Album „My Days of 58“ des geschätzten Bill Callahan: „Zwischen Rettungsboot und Wasserrohr“.
Von diesem Album: “Lonely city”.
Ich hörte außerdem ein Interview mit der Schauspielerin Vicky Krieps zum gerade anlaufenden Film „Father mother sister brother“: „Für Jarmusch hätte ich alles gespielt“ (12 Min.). Wozu man als Kulturkonsument vielleicht ergänzen möchte, dass man alles im Kino ansehen möchte, wenn sie mitspielt.
Ich hätte den Jarmusch-Film in dieser Woche sehen wollen, aber wie es so kommt, nämlich leider anders.
Im Philosophischen Radio auf WDR 5 hörte ich dann eine Folge mit dem Philosophen Markus Gabriel über „Ethik der KI“. Das sind 55 Minuten ausdrücklich für den Freundeskreis Konzentration und engagiertes Mitdenken. Sogar die zugeschalteten Fragen oder Kommentare aus dem Publikum fallen recht anspruchsvoll aus, viele interessante Gedanken waren dabei.
Wer es noch vertiefen möchte: Das neue Buch von Markus Gabriel heißt „Ethische Intelligenz – Wie KI uns moralisch weiterbringen kann“. Hier der Verlagslink.
Markus Gabriel war auch gerade Gast im Zeit-Podcast „Alles gesagt“, aber das war mir dann mit fast sieben Stunden doch etwas zu lang.
Weiter im Kontext der KI gab es aber noch eine kurze Folge (7 Minuten) Studio 9 beim Deutschlandfunk: „Kulinarische Intelligenz – Wie KI unsere Esskultur verändert“. Denn auch bei zunächst lapidar wirkenden Fragen zur Ernährung sind die Risiken durch KI erheblich.
Und ja, die Möglichkeiten andererseits auch, eh klar.
Beim Deutschlandfunk Kultur hörte ich die Sendung „Screentime in Asien – Mittel gegen die Bildschirmsucht“ (27 Min.), in der Maßnahmen für Jugendliche und auch Erwachsene in verschiedenen Staaten verglichen werden, Japan, China, Indien etc.
Gerade bei solchen Themen finde ich internationale Vergleiche oft erhellend und eher zu wenig beachtet.
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Ich ließ mir außerdem von Walther Ziegler den amerikanischen Rechtsphilosophen John Rawls erklären, der mir peinlicherweise kein Begriff war. Aber jetzt.
In den Schulen steht Rawls heute wohl auf den Lehrplänen, das ist sicher auch gut so.
In dem Wikipedia-Eintrag zu John Rawls steht am Anfang ein lapidar klingender Satz, der Ungeheuerliches enthält: „Der Tod zweier Brüder überschattete seine Jugend; beide starben an Erkrankungen, mit denen er sie angesteckt hatte …“
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Das Blog von Frau Klugscheißer wurde 20 Jahre alt. Gratulationen, Glückwünsche, Gebäck!
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Ich habe außerdem ein weiteres Blog in meine Blogroll aufgenommen, denn ab und zu merke ich, dass da etwas fehlt. Neu dabei also: Das typographische Fundstück. Es macht vielleicht auch einigen Leserinnen Spaß, die mit Typographie sonst wenig im Sinn haben.
Gleich mal die letzten Bilder mit Schriften darauf hier einbauen, etwa das Hinweisschild zu den Fahrstühlen im Foyer des Hamburger Hotels Reichshof oder den alten Verweis zur Zollgrenze im Hafen, das historische U am Rathausmarkt und den Schriftzug vom Hotel Atlantic, der erst beim Abriss eines Nachbarhauses nach Jahrzehnten wieder sichtbar wurde.




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