Linkwerk zum Wochenende

Gesehen:

Abgesehen von dem wiederum teils leicht infantil wirkenden Kommentarton und dem schon regelhaft dümmlichen Titel fand ich bei arte eine Sendung über Quallen interessant. Ich hätte z. B. nicht gewusst, wie die sich fortpflanzen. Interessante Methode, etwas simpler als bei uns.

Ich sehnte mich außerdem kurz zurück in eine Zeit, in der mir sämtliche Pointen aus der „Unglaublichen Reise in einem verrückten Flugzeug“ noch neu waren. Hier die Besprechung bei den Mediathekperlen dazu.

„Haben wir die Clearance, Clarence?“

„Alles roger, Roger.“

„Wie ist der Vektor, Victor?“

Ähnlich der Albernheit entschlossen zugewandt ist der Krimi „Mord mit kleinen Fehlern“ von 1963, in dem sich und uns Michael Caine und Laurence Olivier amüsieren.

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Gehört:

Während ich normalerweise alle eher plaudernden Podcasts meide, höre ich einige wenige doch. Die mir zur Entspannung dienen, bei denen ich also nicht unbedingt konzentriert zuhören muss. Die auch Berieselung sein dürfen oder, um Gottes willen, bloße Unterhaltung.

Dazu gehört unbedingt “Der Soundtrack meines Lebens“, in dem Menschen ihre Musikgeschichte erzählen. Das trifft oft in Tonfall und Thematik eine Richtung, die ich seit der späteren Kindheit schon als entspannend schätze, nämlich das ruhige, fortgeschritten nerdige Fachsimpeln über die Geschichte der Popmusik, der Bands, der Künstlerinnen und Künstler, der Technik in den Studios etc.

Das fand ich damals im Radio großartig, das finde ich heute noch gut. Und ich muss dabei erstaunlicherweise nicht selbst fachkundig sein, wollte es auch nie wirklich werden, um das seltsam begeistert genießen zu können. Ich mag es, wenn mir jemand erzählt, dass der zu jener Zeit noch vollkommen unbekannte Drummer einer nur in einer gewissen Szene geschätzten schottischen Punkband der Frühphase später für eine halbe Minute auf dem einen Track des legendären Sängers XY zu hören ist, weil er zufällig gerade in jenem Studio war, als das Stück dort zum dritten Mal aufgenommen wurde, und wo er sich dann übrigens mit der Sängerin dieser New-Wave-Band angefreundet hat, die damals aber auch noch keiner kannte, um dann später mit ihr, aber das wissen nur wenige …

Also wirklich, ich liebe es.

Andere müssen Drogen nehmen, um so tiefenentspannt zu werden, wie ich es regelmäßig bei solchen Sendungen bin. Ich höre fast schon das Klatschen der einen Hand, wenn ich nur lange genug zuhöre, ich stehe kurz vor der finalen Erleuchtung.

In diesem Sinne hörte ich einige alte Folgen, nämlich die mit Frank Spilker (1:45) und die mit Wolfgang Niedecken (1:49) und die mit Jochen Distelmeyer (1:20). Das Alter der Sendungen spielt bei diesem Format keine Rolle, nicht einmal darauf muss man achten.

Und Frank Spilker, das war dann mein Podcast-Höhepunkt der Woche, erwähnt in seiner Sendung diverse Hamburger Etablissements, in denen damals, es geht immer um irgendein Damals, die Musik spielte, und während er einen dieser Clubs nannte, ging ich „zufällig“ gerade daran vorbei, in einer Gegend, in der ich sonst nie bin.

Da fand ich dann für einen kleinen Moment die Wirklichkeit wieder ansprechend arrangiert. Es hält immer nur kurz, diese Wirkung, aber es hilft doch ein wenig.

Um wenigstens einem der Herren hier auch musikalisch gerecht zu werden, hier ein Bob-Dylan-Cover von Niedecken. Komisch, wie et manchmal komme kann:

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Der Rathausmarkt im Regen

Ich freue mich, wenn ich Reportage-Formate bei den Radiosendungen oder Podcasts finde. In diesem Sinne hörte ich beim Deutschlandfunk einige Folgen über Welt- und Millionenstädte. Jeweils um 20 Minuten, gute Länge, gute Themen: Einmal Kairo, dann Rio de Janeiro, außerdem Neu-Delhi, auch Mexiko-City und Chengdu.

Der Adolphsplatz

Bei „Alles Interpretationssache“ gab es eine Folge (33 Min.) über „Air“ von Bach.

Und wenn man etwas zum Klima zur Kenntnis nehmen möchte, das zur Abwechslung nicht stimmungsmäßig direkt in den Abgrund führt, empfehle ich diese Sendung von 53 Minuten Länge beim Deutschlandfunk: „Wie Politik scheitert und Städte trotzdem vorangehen“.

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Gelesen:

Germanistik-Ansätze, die einen wirklich weiterbringen: Je weniger Rehe, desto besser der Eichendorff.

Und hier noch ein Bild: „Der alte Blogger“.

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