Gesehen:
Wie fast immer die arte-Dokus zuerst. Beginnend mit Joe Cocker, „Mad dog with soul”. Mit ihm verhält es sich etwas merkwürdig, denn ich würde seine Songs nicht bewusst auswählen und hören, aber im Bewegtbild finde ich ihn immer wieder beeindruckend. Eines seiner Konzerte hätte ich damals vielleicht besuchen sollen, aber zu retten, ach, zu spät. Das gilt so auch für manch andere Menschen auf großen Bühnen, die ich nun nicht mehr erleben kann.
Und, aber das nur nebenbei bemerkt, je älter ich werde, desto faszinierender und auch anziehender finde ich ohnehin das Jahrzehnt, aus dem ich komme, und in dem er bekannt wurde, die Sechziger. Von denen wir mittlerweile kulturell etwa zweihundert Jahre entfernt sind. Und gut ist das nicht, ganz und gar nicht.
Danach etwas im viel ernsthafteren Bereich, die Doku über Simone de Beauvoir und „Das andere Geschlecht“. Gelernt, wie außerordentlich pionierhaft ihr Buch war, das war mir in diesem Ausmaß peinlicherweise nicht bewusst. Und ich fand es folgerichtig, in der Sendung auch die Rassismusthemen aufzugreifen.

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Gehört: Im Musik-Podcast „Alles Interpretationssache eine schöne Folge über „The girl from Ipanema“ (33 Minuten).
Thematisch unerfreulich, aber immerhin interessant das Kalenderblatt zu Charles Manson, 15 Minuten.
Dann einige längere Stücke im Blomcast, das ist der Podcast des Historikers Philipp Blom. Ein Gespräch mit Ralph Janik über das Völkerrecht und den Krieg mit dem Iran, besonders ausführlich und gründlich, ausdrückliche Empfehlung. YouTube-Link (1:23). Außerdem die Folge über Innovationen, genauer über Gesellschaften in der Geschichte und ihre Haltung zur Innovation – hier entlang, 30 Min.
Eine Folge Radiowissen gab es noch: „Provokation in der Kunst – Vom Sinn des Tabubruchs“ (23 Min). Sie war informativer als angenommen, auch diese Sendung ist eine Empfehlung.
Bei Lesart hörte ich eine kurze (9 Min.) Sendung über „Healing Fiction“, eine Literaturgattung, die mir nicht bekannt war. Und die, es fiel Ihnen vielleicht auch gleich auf, von der Bezeichnung her ähnlich wie Romantasy zu meinen Third-Wave-Anglizismen passt. Ich nehme das für die nachste Sammelausgabe mit auf.
Schließlich eine Stunde bei der Zeit über die aktuelle Lage in Kuba: „Hier ist kaum noch Alltag möglich.“

Gelesen:
Zwei weitere Texte zur klassischen Musik und zu Konzerten, zum einen noch ein Besuch in der Elphi, zum anderen Fragen zum Deutschem Requiem von Brahms, die Patricia stellt. Viele Fragen hat sie, einige werden in den Kommentaren gleich beantwortet.
Und überhaupt ist es schön, dass sie wieder bloggt.
Ansonsten: Der Odenwald und der Mond. Da staunt man!
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Danke für den Hinweis auf das interessante Kuba-Gespräch mit Bert Hoffmann vom GIGA (das war mir durchgerutscht).
Es ist unfassbar, was die Menschen auf Kuba ertragen müssen.
Danke für die erhellenden Beiträge erstmal. Auch mir geht es so, je älter ich werde, desto besser finde ich das Jahrzehnt, aus dem ich komme, die 60er und in die 70er hineingewachsen. Alten Muffstaub gewischt, Zukunftshoffnungengenährt, Ideenreichtum sammeln dürfen, Welterfahrenheit bereist. Was hatte ich für ein Glück. Alles prima! Auch ich frage mich, was heute an Zukunft und Hoffnung wartet für unsere Abkömmlinge? Ham wir das selbst verbockt? Und ob es gut ist? – Eher nicht, stimme ich da erstmal zu. Aber weiß nicht genau, ob die Erinnerung an „meine Zeit“ durch die nun notwendig gewordene Lesebrille etwas altersgetrübt oder rosa ist? Alt wird man ja nur einmal, schätz‘ ich, wer kann da sagen, wie sich die heutige Jugend tatsächlich da innen drin fühlt in ihrem Abenteuer in die Zukunft? Von außen wirkt das auf einen aus den 60er oder 70ern anders, ängstlicher und ichbezogener, bequemer. Aber ham wir das nicht selbst so herangezogen? Also pack‘ ich die alte 70er-Toleranz gegenüber den Jungen aus und denke, die werden eigene Wege finden, Weltbewältiger zu werden, wer sonst füllt ihnen die Bäuche? Aber mit den Regierenden, die da hochkommen mittlerweile hadere ich doch sehr. Dafür bin ich nicht zu verkalkt. In diesem Sinne, mutig, wach und offenbleiben!