To everything a time and season

Wenn man nach etlichen Wochen des harten und permanenten Einsatzes sämtliche Orden an der Overthinking-Front abgeräumt hat, inklusive des Purple Brains, wie man vielleicht scherzhaft anfügen möchte, wenn man also nach all diesem heißen Bemühen weder weiter noch nennenswert fortgekommen ist, weder aus seiner Ecke noch ins Freie, wenn man anschließend auch nicht einfach aufsteht und über Start geht oder wenigstens aus, um Freud‘ zu suchen, dann sollte man vermutlich etwas anders machen und zur Abwechslung das Verfahren überdenken. Nicht mehr den allgemeinen Clusterfuck der Lebenssituation.

Ein Sticker: "That wasn't very agile of you"

Den Alltag ein wenig umstellen. Aus dem Denken ins Handeln kommen, wo es denn machbar erscheint, vielleicht aber auch da, wo es noch nicht so wirkt. Gebastel und Geschiebe, das Drehen und Ruckeln an kleinen oder größeren Schrauben. Versuch und Irrtum, Sie kennen das.

Da passt es mir gut, dass der allgemein und segensreich über uns kommende Sommerurlaubsmodus nicht nur für mich ein hervorragender Anlass ist, sich anders zu verhalten, etwas zur Abwechslung einfach nicht oder auf irgendeine Art anders als sonst zu machen, Abweichungen zuzulassen. Und etwa auch die morgendliche Schreibzeit kurz zweckentfremdend anders zu nutzen als für das Blog.

Ich mache daher etwas Sommerpause. Was für meine Verhältnisse zwar höchst ungewöhnlich ist und bisher niemals vorkam, aber doch von vielen empfohlen wird. Man frage etwa Schülerinnen und Schüler, die werden die Richtigkeit von gründlichen Pausen gerne bestätigen. Oder man frage meine zahlreichen Kolleginnen und Kollegen in Paris, die traditionell eher nicht daran denken, im August zu arbeiten.

Ein Zettel, handgeschrieben und an eine Geschäftswand geklebt: Heute geschlossen! Sorry1

Und außerdem: Lebe wild und gefährlich – da gehören womöglich Haken dazu, die ab und zu geschlagen werden wollen. Weswegen ich mich nun spontan gebe und Unerwartetes abliefere, nämlich eine Weile nichts.

Es gibt zwei Möglichkeiten, die ich heute noch nicht bis zum Ende ergründen kann. Schon wegen der Raumtemperatur kann ich es nicht, denn es denkt sich wieder zu zähflüssig unter dem in diesen Wochen so sehr besonnten Dach.

Entweder es geht hier ungefähr am nächsten Wochenende weiter, das kann durchaus sein.

Oder aber es zieht sich nach einer Woche Testlauf noch etwas weiter hin, dehnt sich dann womöglich sogar bis in sommerferiale Maßstäbe aus. Denn wenn schon, dann auch richtig, so könnte man es immerhin auch sehen. Fast kommt es mir sogar naheliegend vor. In diesem Fall sehen wir uns etwa am 24. August wieder, wenn Sie denn mögen. Also auf der anderen Seite des Sommers.

So oder so wird eine Pause dieser Art aber sowohl für mich als auch für Sie „in a flash“ vergehen. Da bin ich mir recht sicher, es geht daher gewissermaßen gleich weiter. Ron Sexsmith hat diesmal das passende Lied dazu.

„The end must come for some good reason
I’ve heard it said before
“To everything a time and season
What was this season for?

In a flash, in a flash
There one moment and gone in a flash.”


***

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Ein Kommentar

  1. Fair enough. Wünsche eine schöne, zufriedene Zeit ohne Ambition, die aufgestellten Rekorde im Nachdenken-Runden-Drehen anzufechten. Vielleicht stattdessen ein schattiges Plätzchen aufsuchen und mit einem Kaltgetränk aufwerten? Und wenn Schleifen drohen was Trashiges á la Flash Gordon einwerfen? Passend zum Vorhaben, Zeit und Raum zu durcheilen …

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