Bezogen auf saisonale Effekte fand der nächste Schritt statt. Wie seit einigen – aber gar nicht so vielen – Jahren stets in der Woche, in welcher der Oktober in den November kippt. Jemand wird gerade ein Kommando an alle Quartiermanager ausgerufen haben. Und zwar ein Kommando, welches wir uns in dieser Stadt sicher maritim gefärbt vorzustellen haben. Jemand wird also „Hisst die Weihnachtsdeko!“ angewiesen haben.

Und die Lichter steigen nun also hoch, die Neonsterne gehen auf. Das Farbspektrum der Schaufenster und Werbeflächen betont auf einmal in aller Deutlichkeit Rotgrün, aber ohne jeden politischen Kontext, was schon durch die Ergänzung durch zahllose Goldeffekte verdeutlicht wird. In den nächsten Tagen werden außerdem zahllose Bretterbuden aus dem Boden wachsen, so wie die Pilze aus dem Waldboden im September. Eine dunkelwürzige Glühweinnote, eine fettige, süßliche Ahnung von Schmalzgebäck und eine verbrannte, fleischige Wurstnote werden die Stadtluft auf Monate hinaus verändern.

Dazu werden die Notenblätter der Straßenmusiker einmal komplett durchgetauscht. Ihr Repertoire wird rabiat auf einige Klassiker zusammengeschrumpft, die wir jetzt alle aufsagen könnten. Es ist ein Repertoire, das auch noch bei den Blockflötenkindern funktioniert, die auf einmal an den Ecken der Fußgängerzonen stehen und die nur eine Handvoll Noten können. Manchmal auch die nicht richtig.
Und das wird alles bis Ende Januar mindestens anhalten. Man kann sich daher zwischendurch einmal klarmachen, dass bereits ein Drittel des Jahres Weihnachten ist. Wenn man die schwächeren Zeichen mitdeutet, sind es aber auch locker fünf Monate.

Überlegt man sich kurz, dass diese Entwicklung noch in dieser Art weitergeht, denn einen gegenläufigen Trend scheint es nicht einmal ansatzweise zu geben, keine Art von Rückbesinnung auf den Kern oder dergleichen, überlegt man also hochrechnend, dass in Zukunft noch weitere Wochen und Monate auf diese Art eingefärbt werden, dann ist am Schlusspunkt dieser Entwicklung die Weihnachtszeit einfach die Zeit. Dann werden das Synonyme sein, und wie deep ist das denn.
Wäre ich Pastor, liebe Gemeinde, ich würde mir das schon einmal als Predigtthema notieren. Da geht doch was.

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Hier noch eben ein Ausgeh-Tipp für Menschen aus Hamburg und für jene, welche diese Stadt gut erreichen können.
Damit Sie nicht wieder sagen können, Sie hätten ja nichts davon gewusst: Im Barlach-Haus werden Bilder von Ringelnatz ausgestellt, sogar „eine große Auswahl“, so heißt es beim NDR. Bis 7. Februar 2027.
Ich freue mich erheblich darauf. Der Besuch wird demnächst eingeplant und ich werde berichten, wenn mir nicht vorher der Himmel auf den Kopf fällt.
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