Unangenehmes, aber mit Happy End

Vorweg ein Dank für die überaus freundliche Zusendung eines Buches vom Wunschzettel, nämlich „Verfall und Untergang“ vom so sehr geschätzten Evelyn Waugh. Der bei mir schon wegen „Wiedersehen mit Brideshead“ einen ebenso prominenten wie ewigen Platz im Olymp hat, und bei dem es etwas erstaunlich ist, dass ich noch nicht alles von ihm kenne.

Aber es wird schon werden. Aus dem Englischen wurde das Buch übersetzt von Andrea Ott. Herzlichen Dank!

Taschenbuch Evelyn Waugh: "Verfall und Untergang"

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Im Text von gestern wollte ich erst schreiben, dass ich später am Tag nach Nordostwestfalen fahren würde. Ich änderte das aber ohne einen handfesten Grund, nur aus einer vagen Ahnung heraus, in „aller Voraussicht nach“. Diese Änderung war angemessen, wie sich dann am frühen Nachmittag zeigte: Ich fuhr nicht. Was sich nur in Familienromanlänge schlüssig begründen ließe, und so viel Zeit plane ich morgens nun auch wieder nicht fürs Bloggen ein.

Ich fahre, sagen wir: eventuell heute.

Es war jedenfalls eher unerfreulich und kräftezehrend, eine Klärung der unerwartet hochkomplexen Frage, wer sich wann und in welcher Konstellation und mit welchem Verkehrsmittel wohl wohin bewegen würde, herbeizuführen. Das sind dann immer diese Kraftverluste, die man später nicht mehr recht versteht, weil es dabei im Grunde und im Rückblick um nichts ging.

Real ist der Kraftverlust aber dennoch.

Unerfreulich war außerdem, dass Sohn II weiter an seiner Enterbung gearbeitet hat. Ein Thema, bei dem er ohnehin schon Beachtliches geleistet hat. Er hat gerade wieder eine musikalische Phase und lernt mit ungeheurem Eifer Klavier. Auch mit ungeheurem Erfolg, wie wir dabei mit dezentem Neid feststellen. Da haben irgendwelche Gene eine Generation sehr gründlich übersprungen. Wir sprachen jedenfalls über Komponisten, ich erwähnte Bach, und das Banausengebrüt antwortete doch tatsächlich: „Bach finde ich so mittel.“

Das Gespräch war für mich an dieser Stelle beendet, alles hat Grenzen.

Manche Äpfel fallen nicht nur weit vom Stamm, sondern sie rollen offensichtlich auch gleich noch einen Hügel hinab. „So mittel“, das hat er tatsächlich gesagt. Mon Dieu.

Leuchtreklame für die Afforable Art

Aber wie auch immer. Sie wissen, ich finde oft das Positive in der schalen Schlechtigkeit des Alltags. Und dass ich nicht drei Stunden auf der für mich meist unendlich langweiligen Autobahn zubringen musste, das gab mir immerhin die Gelegenheit, zur „Affordable Art“ zu gehen.

Auf der es laut Eigenwerbung „Kunstwerke zwischen 100 und 10.000 Euro“ gibt, von sehr vielen Künstlerinnen und Künstlern. Ich will nicht ernsthaft bestreiten, dass es vielleicht tatsächlich irgendwo ein Kunstwerk für 100 Euro gab – gefunden habe ich allerdings keines.

Für ein klein wenig mehr hätte ich dennoch fast etwas gekauft, und zwar eine der hängenden Tassen von Nadja Willems aus den Niederlanden – Abbildungen dieser Serie sieht man hier. Ich stand lange sinnend davor und zog dann doch ohne Beute weiter. Vielleicht war es falsch.

Ich sprach außerdem länger mit Rasmus Hirthe. Denn erstens bin ich Fan, zweitens hängt von ihm hier etwas an der Wand, drittens kenne ich ihn und viertens kann man, denke ich mir jedenfalls, sicher einen wahnsinnig szeneweltläufigen Eindruck machen, wenn man da so heiter parlierend mit einem Künstler neben seinen Werken steht und ungemein kundig guckt.

Okay, been there, done that.

Davon abgesehen war ich aber dermaßen überrumpelt durch die Fülle und die Vielfalt des ausgestellten Kunstallerleis, dass ich nicht einmal Fotos gemacht habe. Was bei mir sehr selten vorkommt.

(Die Messe läuft noch heute und morgen. Wenn man mal sehen will, „was gerade so gemacht wird“, ist das eine gute Adresse. Und ich sah dort erstaunlich viel Objekthaftes und Skulpturales, das mich ansprach, womit ich es sonst eher nicht so habe. Woraus ich in vollkommen vermessener Pauschalisierung ableite: Gute Auswahl da. Eingang Nord! Sehr speziell. Das ist keiner von den Eingängen, die Sie im Sinn haben, ich möchte es fast wetten. Ich zumindest habe ihn noch nie vorher wahrgenommen.)

Danach ging ich durchs Schanzenviertel, über den Dom und runter zur S-Bahn Reeperbahn. Ich machte dabei unterwegs etwas Kunst für den bescheidenen Haus- bzw. Bloggebrauch.

Es wurden dann insgesamt so viele Schritte, dass es locker gereicht hat, um diesen Text in Gänze im Geiste vorzuschreiben, und dass die Laune dabei und dadurch allmählich wieder besser wurde.

Flanieren für die Fröhlichkeit, es ist ein so fatal unterschätzter Slogan.

Der Feldstraßenbunker in der Dunkelheit

Hambuger Dom in Nachtaufnahme

Hamburger Dom in Nachtaufnahme

Die Wilde Maus auf dem Hamburger Dom in Nachtaufnahme

Das Riesenrad auf dem Hamburger Dom in Nachtaufnahne

Das Riesenrad auf dem Hamburger Dom in Nachtaufnahme

Die Tanzenden Türme in Nachtaufnahme

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